Do. 09. Oktober 2014 um 8:25

Review: Allview Viva i10G im Test

von Sebastian Krappmann0 Kommentare

Inhaltsverzeichnis

Wer bist Du?

Allview, den Namen werden einige Leute schon gehört haben, berühmt ist er dennoch (noch) nicht. Hinter Allview steckt eine Firma aus Rumänien, welche sich schon seit etwa zwölf Jahren mit der Herstellung und Vertrieb von Unterhaltungselektronik und elektrischen Haushaltsgeräten befasst. Die hauptsächliche Marktpräsenz lag bisher vor allem im osteuropäischen Raum. In Ludwigsburg befindet sich allerdings ein Firmensitz in Deutschland. Im Portfolio von Allview finden wir derzeit 28 Smartphones und 27 Tablet-PC, womit Allview also den Eindruck eines fleissigen und innovativen Herstellers macht. Die Preise der Geräte liegen meist im Low Budget Bereich, wie man sie auch von Direktimporten chinesischer Herkunft kennt. Da sich aber der Firmenhauptsitz innerhalb der EU und eine Zweigstelle in Deutschland befinden, ist der Support und die Garantie auf einem anderen Niveau als bei Geräten, welche man direkt aus China importiert.

 

Hardware

Display

 

Auflösung und Grösse

9.7 Zoll Display, Ultra-HD (2048 x 1536 Pixel), 264 ppi

Bauart

IPS, Multitouch

Chipsatz

 

CPU

Intel Atom Z3735D, 1,83GHz Quad Core (22nm)

GPU

Intel HD Grafik

Funk

 

GSM

GPRS + EDGE

WCDMA (UMTS)

HSDPA+ 21 Mbps si HSUPA 5.76 Mbps

LTE

Kein

WLAN

WiFi 802.11 b/g/n  (Kein 5 GHz)

Weitere

Bluetooth 3.0, GPS (+ Glonass)

Speicher

 

RAM

2 GB DDR3

Flashspeicher

16 GB

SD-Karte

Micro-SD bis 64 GB

Akku

 

Bauart und Kapazität

8000 mAh Lithium Polymer Batterie

Masse

 

Abmessung

239 x 180 x 9.25 mm

Gewicht

588.7 Gramm

Software

 

OSAndroid 4.2.2 JellyBean

Kamera

 

Sensor

5 Megapixel Omnivision OV5645

Besonderheiten

Kein Blitz, Blende 1/4 Zoll, Autofokus

Front Kamera

2 Megapixel

Video

1080p@30 fps

Audio

2 Lautsprecher (Hinten)

Erwähnenswertes

 

Anschlüsse

3.5 mm Klinkenstecker, Micro USB (2.0) 

Sensoren

Beschleunigungssensor, Gyroskop, Annäherungssensor und Helligkeitssensor

Wie diese Aufstellung zeigt, verfügt das Allview Viva i10G über Technik, die zwar nicht dem allerneuesten Stand entspricht, aber dennoch modern und durchaus ausreichend ist.
Das Display entspricht dem des Apple iPad Air und der Intel Prozessor macht es zu etwas Besonderen. Dieser Intel Atom Z3735D Prozessor ist ein Vierkerner, der erst Mitte 2014 vorgestellt wurde und mit seiner auf 22 Nanometer basierenden Fertigung sowie den Tri-Gate Transistoren über eine hohe Effizienz bei niedriger Leistungsaufnahme verfügt. Durch seine Silvermount Architektur soll laut Intel die Leistung um 50 % pro MHz gegenüber den Vorgängern gesteigert haben, dies allerdings zu Lasten des Hyper Threadings. Die integrierte Intel Grafik basiert wie bei der Ivy-Bridge-Serie auf  Intels Gen7 Architektur und unterstützt damit auch Direct-X 11, allerdings ist die Grafikeinheit geringer getaktet und hat nur vier EUs (Executions Units). Die Leistung soll somit ungefähr dem Adreno 320 von Qualcomm entsprechen, welcher z.B. im HTC One von 2013 steckt.

Die Benchmarks zeigen eine im Grunde solide Leistung. Nicht überragend, aber ausreichend flott. Besonders beim Aufbau von Webseiten zeigt der Intel seine Stärken.

Aufgelistet heisst das:

 

Quadrant16570
Antutu31429 (Samsung Galaxy S5 ~ 42000)
3D Mark ISU13979 (Samsung Galaxy Note 3 ~ 18900)
Velamo Metal1196 (Samsung Galaxy S5 ~ 1464)
Velamo Browser3004 ( LG G3 ~ 2758)

Design und Verarbeitung

Leider spiegelt sich beim Design und vor allem in Puncto Verarbeitung der Preis wieder. Das Design ist klassisch, wie man es von anderen Tablets kennt. Die Rückseite besteht zum grossen Teil aus Metall, wahrscheinlich Aluminium, wobei dieses wohl nicht nötig gewesen wäre, vor allem weil so auch das Gewicht von knapp 600 Gramm recht hoch ausfällt. Allerdings fühlt es sich so hochwertiger und stabiler an. Was negativ auffällt, sind die unterschiedlichen Spaltmasse und weniger saubere Übergänge. So spürt man scharfe Kanten an den Seiten und Spalten, die sich schon nach kurzer Zeit mit Schmutz füllen.

Auf der Vorderseite befindet sich die 2 MP Kamera, auf der oberen Seite drei Tasten für Home, Lautstärke, Power, auf der linken Seite der Kopfhöreranschluss, ein offener Schacht für die Mini-SIM Karte und ebenso offen der Micro USB Anschluss und der Steckplatz für eine Micro-SD Karte. Letztendlich findet sich auch noch auf der linken Seite noch ein kleines Loch, unter dem sich das Mikrofon befindet.
Die Rückseite, die bis auf 2 x 1 cm aus Metall ist, befindet sich die 5 MP Hauptkamera ohne Blitz und die Lautsprecheröffnung. Die Öffnung für die Lautsprecher ist nicht erhaben, so dass sie, wenn das Tablet auf dem Tisch liegt, abgedeckt wird.

Verbindung

Bei der Verbindung zu Netzen kann sich das Viva i10G wieder Pluspunkte holen, denn für den günstigen Preis haben wir alles an Bord, um dezentral zu schaffen. WiFi (WLAN) ist mit b/g und n ausreichend schnell, wenn auch nicht auf allerneuestem Stand, so fehlt das Band im WiFi 5 GHz Bereich komplett.
Für unterwegs gibt es ein 3G Modul, womit man im HSDPA Netz (UMTS+) Datenraten von bis zu 21 Megabit bekommen können. Durch die 3G Konnektivität kann man natürlich auch Tethering betreiben und somit seine Datenleitung per WLAN für andere freigeben.
Weiterhin mit an Bord ist ein GPS Modul, welches neben dem Satelliten vom GPS System auch die vom russischen Glonass verarbeiten kann. Im Test bewiesen sich die Verbindungstypen alle als funktionierend. Lediglich das WLAN brach immer mal wieder ab, jedoch konnte noch nicht festgestellt werden, ob dies am Router oder am Gerät liegt.

 

Multimedia/Software

Im Bereich von Multimedia und Software gibt es keine Dinge, die besonders herausstechen, wenn man mal von dem hochauflösenden Ultra HD Display absieht. Dieses ist ein erfreulicher, grosser Pluspunkt. Satte Farben, eine gute Blickwinkelstabilität, hohe Helligkeit und eine Ultra-HD Auflösung (also mehr als „normal“ HD). Das Display ist ein Highlight, vor allem wenn man die Preisklasse des Gerätes in Betracht zieht. Und, um es vorweg zu schreiben, dank des grossen Akkus und des Intel Prozessors ist die hohe Auflösung des Display auch kein limitierender Faktor.

Die Hauptkamera ist mit 5 Megapixel nicht gerade überdimensioniert. Das Modul stammt von Omnivision, einer Firma, die man eher wenig mit Kameras für mobile Geräte in Verbindung bringt, aber immerhin rühmt sich Omnivision damit, schon fast 5 Milliarden CMOS Sensoren verkauft zu haben, was die Schlussfolgerung zulässt, dass sie gute Arbeit leisten. In der Praxis macht die Kamera recht gute Schnappschussbilder, aber für mehr als das reicht es Tablet-typisch nicht. Der Autofokus ist zielsicher, aber das war es dann auch schon. Die 2 Megapixel Kamera auf der Vorderseite ist ausreichend für Videotelefonie (Hangouts).

Die Lautsprecher sind im Klang angenehm und haben, für ein Tablet dieser Preisklasse, einen recht ordentlichen Bass.

Die Software ist, bis auf ein paar vorinstallierte Programme, die es auch im Play-Store gibt, reines Android 4.2.2, also sehr spartanisch oder, wenn man es positiv ausdrücken will, nicht überladen und vollgestopft mit Apps und Anpassungen. Der Packung vom Gerät liegt eine Lizenz für den Bitdefender Antivirus Mobile bei. Eine Updatefunktion über OTA gibt es nicht. Man muss, wenn man ein Update aufspielen will, eine update.zip auf den Speicher kopieren und diese dann per App installieren, allerdings wird nirgends erklärt, wo und wann man diese update.zip herunterladen kann. Im Endeffekt, gibt es diese Datei über die Webseite des Anbieters, aber nicht unter dem Reiter „Support“, sondern unter „Gerät“.

Für das Allview Viva i10G gibt es derzeit, wie erwähnt, nur Android 4.2.2 und es ist unklar, ob und wann es ein Update gibt.

Fazit

Das Allview Viva i10G definiert sich über den Preis und dem Display. Nicht zu verachten ist auch der Intel-Atom Prozessor und der grosse Akku. Für derzeit ca. 230 Euro findet man kein Tablet mit vergleichbarer Ausstattung und Support von Deutschland aus.

Ein iPad Air mit ähnlicher Ausstattung ist sehr viel teurer, ein Xoro Pad zwar billiger, aber ohne UMTS Modul. Andere Billigimporte zwar ebenso gut ausgestattet, aber oft mit dem Manko eines zweifelhaften Supports und Garantie.
Alternativen wären Tablets aus nicht mehr aktuellen Chargen, wie z.B. das Samsung Galaxy Tab, sofern man auf Ultra HD Display verzichten kann und auch die Arbeitsgeschwindigkeit nicht wichtig ist.

Geringe Abstriche muss man in der Verarbeitungsqualität machen und der Tatsache, nicht die allerneuste Technik zu haben. Das Gewicht von fast 600 Gramm ist subjektiv auch zu viel.

Einen solideren Eindruck würde es auch noch hinterlassen, wenn die Bedienungsanleitung und die Webseiten in einem korrektem Deutsch wären, aber entweder hat der Übersetzer zu oft im Unterricht gefehlt oder der Google Translator wurde ohne weitere Überprüfung der Ergebnisse bemüht. Für mich persönlich ist eine fehlerhaft übersetzte Anleitung und Webseite ein schlechtes Aushängeschild für eine Firma und lässt Rückschlüsse auf eine zu laxe Qualitätssicherung zu.
Auszug aus der Betriebsanleitung: „Verspätung des Bildschirms: Wenn Sie mit dem Gerät während der festgelegten Dauer keinen Kontakt haben …“, „Schieben Sie leicht die Mikro SD Karte nach innen, befreien Sie es und danach …“.

 

ProContra
  • der Preis
  • Garantie und Support in Deutschland
  • Ultra HD IPS Display
  • Intel Atom 4 Kern CPU
  • grosser Akku
  • Gewicht (ca.600g)
  • Verarbeitungsqualität
  • nicht allerneueste Technik
  • Android 4.2.2 und kein Hinweis auf Updates bzw. keine automatische Updatefunktion
Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Teilen