So. 01. Februar 2015 um 12:46

Review: Allview Impera S DualSIM Windows Phone im Test

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Das Impera S aus dem Hause Allview ist ein durchaus spannendes Smartphone. Mit Windows Phone 8.1 bringt es ein aktuelles Betriebssystem mit und hat auch von den Spezifikationen her einiges zu bieten.

 

Inhalt

  1. Hardware und Ausstattung
  2. Leistung und Software
  3. Kamera
  4. Musik und Telefonie
  5. Preis
  6. Fazit

Hardware und Ausstattung

Hardware 
Display-Diagonale5.0 Zoll
Display-TypIPS
Display-Auflösung720 x 1280 Pixel
Masse (L x B x H)144.9 x 72.1 x 8.8 mm
Gewicht156 g
Akku2000 mAh
Chipsatz 
SystemSnapdragon 200 (MSM8212)
Prozessor4 x Cortex A7 mit 1.2 GHz
GrafikAdreno 302 GPU
RAM1 GB
Interner Speicher8 GB
SpeichererweiterungmicroSD Slot (bis 32 GB)
Konnektivität 
MobilfunkGSM, UMTS, HSPA+
WLAN802.11 b/g/n
Bluetooth4.0
Video-AusgangExterne Wiedergabe via USB mit PC-Companion App
Kamera 
Rückseite8 Megapixel
BlitzJa (LED)
Frontkamera2 Megapixel

 

Das Allview Impera S bietet auf den ersten Blick eine solide Plattform für ein Einsteiger-Smartphone. Durch die Kunststoffbauweise ist das Gerät nur knapp 156 Gramm leicht und somit wirklich angenehm zu tragen. Im Lieferumfang enthalten sind neben einem USB-Netzstecker und passendem microUSB-Kabel ein einfaches In-Ear-Headset, eine Kurzanleitung sowie Garantiebestimmungen und eine Displayschutzfolie, die man selbst aufbringen muss.

Der etwas betagte Snapdragon 200 tut sein Bestes und reicht für Windows Phone 8.1 gerade so. Hingegen ist das Smartphone mit 1 GB Arbeitsspeicher gut ausgestattet und man kann alle Windows Phone Games installieren. Das 5 Zoll IPS-Display stellt die Inhalte lebendig und gut dar, die Blickwinkelstabilität lässt jedoch etwas zu wünschen übrig. Schon bei circa 35 Grad abweichendem Blickwinkel verändern sich die Farben leicht. Durch die Kunststoffabdeckung des Displays, statt der bei anderen Hersteller üblichen Verglasung, spiegelt der Bildschirm jedoch kaum und ist gut lesbar. Die Helligkeit ist auch durchwegs akzeptabel.

 

Das Design des Geräts ist relativ unscheinbar und ähnelt sehr der Samsung Galaxy-Reihe. Ein barrenförmiges Windows Phone mit silberner Kunststoff-Umrandung, ein Kunststoff-Gehäuse und ebenso eine Rückseite aus Kunststoff mit aufgedruckten, silbernen Punkten mit einer leichten Strukturierung für eine bessere Griffigkeit. Die 8 MP starke Kamera ragt etwas aus der Gehäuserückseite heraus. Die Lautsprecheröffnung ist unten mittig auf der Rückseite angebracht. LED und Mikrophonöffnung sind neben der Hauptkamera zu finden, darunter das Allview Logo in Form von zwei abgerundeten Dreiecken. Der rückseitige Deckel passt genau auf das Gerät, bei leichtem Druck knarzt es jedoch etwas. Der Deckel ist einfach durch Ziehen an der unteren, linken Ecke abnehmbar und bietet Zugriff auf den 2000 mAh starken, austauschbaren Akku, den microSD-Karten-Slot sowie die beiden SIM-Kartenslots im Mini-SIM-Format.

An der oberen Kante des Geräts ist der USB-Anschluss sowie die 3.5 mm Stereoklinke zu finden, rechtsseitig der Ein/Aus-Knopf, linksseitig eine Lautstärkewippe. Ein dezidierter Kameraknopf fehlt. Die bei Windows Phone obligatorischen Tasten sind unterhalb des Displays als beleuchtete, berührungssensible Flächen unter dem Display-Kunststoff angebracht. Die Windows-Taste wirkt irgendwie sonderbar klein, funktioniert aber genauso einwandfrei, wie die anderen beiden Buttons. Die 2 MP Frontkamera und der Lautsprecher zum Telefonieren sind oberhalb des Displays zu finden.

Leistung und Software

Das Allview Impera S schlägt sich erstaunlich gut. Der Quad-Core Prozessor vermag gepaart mit dem vollen Gigabyte RAM das Microsoft Betriebssystem Windows Phone 8.1 ordentlich zu beschleunigen. Die Auflösung von 720p bietet kein Retina-Erlebnis, aber das wäre auch nicht zu erwarten. Dennoch sieht alles durchaus gut und scharf aus, Treppeneffekte sind bei alltäglicher Betrachtung nicht auszumachen. Durch den vergleichsweise grossen Arbeitsspeicher ist das Windows Phone in der Lage, alle Spiele und Apps aus dem Store zu laden, da dies als Kriterium für aufwändigere Spiele dient. Auch diese Spiele laufen einwandfrei auf dem Smartphone aus Rumänien. Was jedoch erstaunt, sind kleine Verzögerungen beim Scrollen, was auf dem Startbildschirm sofort auffällt. Es scheinen jedoch nicht die GPU oder der QuadCore Prozessor mit der Darstellung überfordert zu sein, sondern die Touch-Eingabe wird vermutlich nicht sauber verarbeitet. Schubst man beispielsweise die Live-Kacheln einfach an, scrollen sie einwandfrei und ohne Ruckeln oder Verzögerungen. Ob dieses Problem softwareseitig gelöst werden könnte, muss offen bleiben. Zum Spielen hingegen reicht es allemal. Selbst Fruit Ninja oder andere Games, bei denen schnelle Touchscreen-Reaktionen erforderlich sind, lassen sich einwandfrei spielen.

 

Das Betriebssystem Windows Phone 8.1 (8.10.12393.80) wurde vom Hersteller nicht verändert oder mit eigenen Apps erweitert. Bis auf Skype und die üblichen MSN-Apps, die jedoch alle deinstallierbar sind, findet man keine vorinstallierten Programme. Die Dual-SIM-Funktion ist ins Betriebssystem fest verankert und funktioniert wie bei allen Dual-SIM Windows Phones einwandfrei. Die Einstellungen unter „Mobilfunk + SIM“ sind doppelt vorhanden und auch die Telefon- und Nachrichten-Kacheln sind zwei Mal, mit kleinen Ziffern markiert, zu finden.

Kamera

Die 8 Megapixel-Kamera des Allview Impera S ist auf den ersten Blick nicht herausragend, ausser aus der Gehäuserückseite natürlich. Der Bildprozessor ermöglicht es, ununterbrochen zu fokussieren, was nicht viele Windows Phone bieten und hat so eine erstaunlich kurze Auslösezeit. Bei hervorragenden Lichtverhältnissen sind die Bilder der Smartphonekamera als durchaus passabel zu bezeichnen, für Schnappschüsse absolut brauchbar. Bei schattiger oder dunkler Umgebung werden die Fotos jedoch ganz schnell schlecht. Grobes Bildrauschen, viele Artefakte, schlecht oder gar nicht fokussiert. Auch hat man mit dem Blitz oft zu kämpfen. Ist man zu nahe am Objekt, etwa 15 cm, überstrahlt er das Bild aufgrund seiner Positionierung schnell.

Musik und Telefonie

Der rückseitig untergebrachte Lautsprecher ist ganz passabel, jedoch schwachbrüstig, was die Bässe angeht. Das mitgelieferte In-Ear-Headset funktioniert, klingt jedoch überhaupt nicht gut. Weder Höhen noch Tiefen sind akzentuiert zu vernehmen. Zum Telefonieren hingegen ist das Headset des Impera S akzeptabel. Auch das dabei in der Fernbedienung untergebrachte Mikrofon verrichtet seinen Dienst gut. Ebenfalls der Telefonlautsprecher und das Mikrophon im Gehäuse selbst dienen der Telefoniefunktion gut. Die Gegenseite ist gut zu verstehen und auch die eigene Stimme ist dort deutlich zu hören.

Die Empfangsqualität der beiden UMTS-Module (LTE wird nicht unterstützt) ist, auf einen ersten subjektiven Alltagstest beschränkt, gut und lässt nicht zu wünschen übrig. Die Dual-SIM Funktion klappt, wie bei Windows Phone 8.1 schon gewohnt, intuitiv und einwandfrei.

Der 2000 mAh Akku leistet erstaunliches: Bei alltäglicher Nutzung, mit zwei Push-Emailaccounts, mässigem Surfen und Spielen, sind vier bis fünf Tage bis zum nächsten erforderlichen Ladezyklus keine Seltenheit. Ist das Display voll beleuchtet und aktiv, die CPU auf Maximallast (WPBench), gehen jedoch nach etwas mehr als zwei Stunden die Lichter aus.

Bluetooth 4.0 LE ist mit an Bord und WLAN bis zum Standard 802.11n wird unterstützt. Daran gibt es nichts zu meckern. Beides funktioniert gut und bietet vergleichbare Empfangsqualität.

Preis

Allview verkauft das Impera S für 169 Euro bzw. 180 SFr.

Fazit

Das Allview Impera S ist ein solides Einsteiger-Smartphone mit Windows Phone 8.1 und Dual-SIM Funktionalität. Die Kamera taugt für Schnappschüsse bei Tageslicht – im Dunkeln ist damit schlecht Munkeln. Die Musik ist ebenfalls nur mit Vorzeichen zu geniessen, aber die Hardware leistet an sich, was sie soll. Premium-Features, an die wir uns schon so sehr gewohnt haben, wie LTE, Qi kabelloses Laden oder NFC fehlen, wohl aus Kostengründen, was sich beim Preis jedoch positiv bemerkbar macht.

Wer also auf schnelle Mobilfunkdatenübertragung verzichten kann und ein günstiges, leichtes 5 Zoll Gerät mit passabler Leistung, austauschbarem Akku und Speicherkarten-Slot sucht, ist mit dem Allview Impera S gut bedient. Zum Spielen ist das Phone gut gebaut, bietet zudem eine lange Standby-Zeit und dank der zwei SIM-Kartenslots ist es ebenfalls auch für den Urlaub oder für Dienst- und Privatzwecke gleichzeitig gut einzusetzen.

vg-wort
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