Sa. 15. August 2015 um 16:12

Review: Allview E3 Sign im Test – Budget und dennoch gut?

von Marcel Laser0 Kommentare

Gute Smartphones müssen immer viel Geld kosten? Schwierig, denn es gibt auch einige Ausnahmen, wie Huawei seit längerem beweisen konnte. Allview ist preislich gesehen sogar noch eine ganze Ecke unter den meisten anderen Herstellern zu finden, aber taugen die Geräte auch? Das Allview E3 Sign ist mit einigen Features bestückt, die man in den unteren Preiskategorien nicht finden würde. Unter anderem mit einem Fingerprint-Sensor. Wir haben uns das Gerät einmal kurz angeschaut.

 

Schicker Look mit ansehnlichen Designelementen

Geht es rein nach dem Look, macht das Allview S3 Sign eine ganze Menge richtig. Uns gefällt der schwarze Barren ausserordentlich gut, was die Form und das generelle aussehen betrifft. Die Rückschale besteht aus einer angenehm matten Kunststoffschale, die eine gute Griffigkeit verspricht. Die feinen silbernen Linien an den Rändern der Seite vom E3 Sign haben ihren ganz eigenen Stil, während der milchige Plastikeinsatz unter den kapazitiven Tasten sogar an Zeiten des Xperia S erinnert, allerdings ist dieser beim E3 Sign nicht beleuchtet.

 

Was allerdings doch sehr stark auffällt ist die Tiefe des Gerätes. An der dicksten Stelle kommen wir auf 9.3 mm und durch ein Gewicht von 161 Gramm ist auch nicht all zu leicht. Für ein Gerät dieser Grösse aber auch nicht unüblich, doch durch die relativ hohe Dicke fühlt es sich schwerer an, als es eigentlich ist. Für die einen ist es angenehm, da man weiss „was man in der Hand hat“, wie man umgangssprachlich sagen könnte. Andere könnten sich an der Kombination aber auch etwas um ein leichteres Gerät betrogen fühlen. Extrem „Schwer“ wiegt das ganze aber nicht, weder sprichwörtlich noch sinnbildlich.

 

Toll ist allerdings die im Lieferumfang enthaltene Flipcover-Hülle. Die eigentliche Rückschale lässt sich per einfachem Handgriff entfernen. Die Hülle, welche vom Hersteller als „im Stile eines Buches“ bezeichnet wird, fühlt sich wie eine Art von Kunstleder an, allerdings kann man diese weder eindeutig in die Richtung Leder, noch Kunststoff einordnen. Das Feeling ist aner wirklich gelungen und gibt dem Gerät einen Business-tauglichen Look.

Sehr schwacher Quadcore, aber ein sehr gutes Display

Die technischen Daten des Allview E3 Sign lesen sich nicht wirklich atemberaubend, aber das spielt bei einem solchen Preis eher eine Nebenrolle. Der Quadcore taktet mit 1.3 GHz und wird von Allview nicht einmal mit einem Modell angegeben. In Anbetracht der Leistung gehen wir von vier Cortex-A7 Modellen aus. Auch Geekbench 3 zeigt uns keinerlei Infos über das Modell an, nur das die CPU vier Kerne hat und von 2 GB RAM unterstützt wird. Dafür ist aber die GPU bekannt: Eine Mali-400MP kommt hier als Pixelrechner daher, allerdings ist diese alles andere als leistungsfähig. Das Display misst 5.5 Zoll und löst mit 720p deutlich unter dem bisherigen Standard dieser Grösse auf. 16 GB kommen als interner Speicher zum Einsatz, Modelle mit mehr Speicher gibt es nicht. Dafür kann man microSD-Karten zum Aufstocken benutzen, doch laut Hersteller nur bis zu 32 GB. Wir haben eine Sandisk mit 64 GB eingelegt und diese wurde ebenfalls erkannt. Verlassen sollte man sich darauf aber nicht. Die Kameras knipsen mit 8 MP auf der Rückseite und 2 MP stehen für Videotelefonie und Selfies auf der Front des E3 Sign zur Verfügung. Der Akku misst 2’800 mAh und soll dafür sorgen, dass euch nicht so schnell der Saft ausgeht.

 

Überraschen konnte vor allem das Display, welches zwar mit 1280 x 720 Pixel Auflösung und 5.5 Zoll sicherlich nicht das schärfste ist, aber mit einer guten Helligkeit, auch unter Sonneneinstrahlung, punkten kann. Die 720p wirken sich zudem auch positiv auf die Akkuleistung aus und entlastet die sehr schwachbrünstige GPU. Farben werden kontrastreich und ohne starke Übersteuerungen wiedergegeben. Als Bildbetrachter macht das Allview E3 Sign also einiges her.

 

Schwieriger wird es dann aber doch mit der gebotenen Leistung. Das Smartphones ist sehr schwachbrünstig, was in der Hersteller-eigenen Oberfläche anfänglich nicht zu spüren ist, doch werden mit längerer Zeit auch hier einige Ruckler ihre Anwesenheit kund tun. Spielen sollte man auf dem E3 Sign ebenfalls nicht, jedenfalls keine aufwändigeren Spiele. Real Racing 3 wird schnell zur Katastrophe sobald mehrere Gegner auf dem Feld sind (vorher ist es auch nicht optimal) und Spiderman Unlimited ist selbst mit eingestellter Grafikreduktion nicht wirklich spielbar. Auch Angry Bids hatte zwischendurch mal so seine Schluckaufmomente, doch ist es wenigstens hier im Grossen und Ganzen spielbar. Der Geekbench 3 Score drückt dann auch relativ deutlich das Niveau des Leistungsspektrums aus. Ein einzelner Kern kommt unter Last auf 349 Punkte, während man mit allen CPUs bei etwas mehr als 1100 Punkten liegt. Für alltägliches, wie surfen, bisschen Facebook, Messenger und eMail aber allemal ausreichend. Man darf nur nicht deutlich mehr erwarten.

Kamera? Für den Schnappschuss im Urlaub reicht es

Wenn man sich einmal den Preis vor Augen hält, ist die Kamera mitunter das Beste am ganzen Allview E3 Sign. Die Bilder sind ausreichend scharf und haben auch einen sehr anständigen Kontrast. Generell wirkt das Bild etwas dunkler als bei anderen Geräten im Vergleich, vor allem wenn man aus dem Schatten heraus fotografiert. Allerdings sind die Bilder durchweg als in Ordnung zu bezeichnen. Vor allem Bilder unter klarem Himmel und Sonnenschein, mit ausreichend Licht sind wirklich gut. Zu den Rändern hin, können je nach Winkel leichte Unschärfen auftreten, aber man muss schon ganz genau hinschauen. Auch die Video-Qualität bis zu FullHD bei 30 Bildern die Sekunde, ist durchwegs ok.

 

Wer Instagram und andere Social Networks mit viel Bildinhalten konsumiert und selber Schnappschüsse einbringt, kann mit dem Allview E3 Sign ebenfalls seinen Spass haben. Auch hier gilt, wer all zu grosse Wunder erwartet wird enttäuscht. Wir reden nicht von einem Highend-Knipser vom Schlage eines iPhone 6, oder einem Galaxy S6. Das E3 Sign hält solchen Vergleichen jedenfalls nicht Stand. Will es aber auch gar nicht, dennoch reicht das Gebotene in diesem Preissegment völlig aus und kann sogar positiv überraschen.

Gute Akkulaufzeit, durchschnittliche Empfangsqualität und ein schwacher Fingerscanner

Der Prozessor ist schwach und die Auflösung des Displays nicht all zu hoch. Das resultiert vor allem in einer ordentlichen Akkulaufzeit. Mit gutem Willen und einer durchschnittlichen Nutzung (inklusive Arbeitstag), sind bis zu zwei Tage durchaus machbar. Bei intensiverer Nutzung ist ein voller Tag, samt die Hälfte des nächsten ebenfalls drin. Wenn ihr euch fern von Spielen halten könnt (die auf dem E3 Sign eh keinen Sinn machen), dann ist selbst mit intensiver Twitter-/Facebook-/WhatsApp-Nutzung so einiges an Laufleistung für euch drin. Für ein 5.5 Zoll Gerät sind zwar 2.800 mAh kein überdimensionierter Wert, aber durch die sparsamen Komponenten, kommt man schon sehr gut über die Runden.

 

Schwieriger wird es aber beim Empfang, welcher durch bessere Leistungen ebenfalls zu noch längerer Akkulaufzeit führen würde. Tut er allerdings nicht, da dieser ein wenig auf der Strecke bleibt. Das Fazit ist hier durchwachsen: Zwar ist die Empfangsqualität für WLAN nicht verkehrt, doch hatte ich nominell etwas weniger Empfang mit dem Allview E3 Sign als mit dem Galaxy S5, dem iPhone 6 Plus oder dem Lumia 1020 im selben Gebäude bei gleichem Provider. Schlimm ist das jetzt grundsätzlich nicht, doch könnte in empfangsschwächeren Gebieten der benötigte Prozentpunkt fehlen. Abbrüche oder andere Probleme gab es in unserer Testphase aber nicht.

 

Was uns allerdings erheblich störte war der extrem unpräzise Fingerprintscanner unter der Hauptkamera im Rücken des Gerätes. Der erkannte die meisten Finger nur sehr selten im ersten Anlauf. Oftmals musste man drei bis vier mal hinlangen, damit man überhaupt das Allview E3 Sign entsperren konnte. Das ist natürlich extrem frustrierend und man hätte vielleicht noch etwas mehr Geld sparen können, wenn man diesen erst gar nicht eingebaut hätte. Wir raten an dieser Stelle einfach von der Nutzung des Scanners ab.

Fazit – Günstiges Smartphone mit wenigen Schwächen

Mit dem Preis vor Augen, ist ein Fazit zum Allview E3 Sign wirklich deutlich einfacher zu verfassen. Aber was haben wir nun generell vorliegen? Zum einen leider einen wirklich sehr schwachbrünstigen Prozessor. Wer allerdings nur alltägliches im Sinn hat, wie Soziale Netze durchzuforsten und ein wenig surfen, sowie ein paar Mails/Nachrichten schreibt, wird das starke Performance-Minus weniger zu Gesicht bekommen. Die Verarbeitung dafür ist grandios gut, ein tolles Display, mit guten Helligkeitswerten, trotz der nur 720p und ein wirklich interessantes und in unseren Augen schönes Design. Das mitgelieferte Kunstleder-Flipcase (oder welches Material auch immer das nun sein soll) macht ebenfalls einen tollen Eindruck. Die Kamera ist auch nicht schlecht, nur die Selfie-Cam könnte mit 2 MP dem ein oder anderen Selbstportrait-Liebhaber vielleicht zu wenig werden.

 

Nicht ganz so gut gefallen hat der etwas durchschnittliche Empfang, dafür bekommt man aber optional die Möglichkeit, das Modell auch als Dual-SIM-Version zu erwerben. Der Fingerabdruckscanner ist in dieser Preisklasse ebenfalls nicht alltäglich, allerdings funktioniert er nur sehr schlecht und wir hatten oftmals mehr Fehlversuche als erfolgreiche Logins ins Smartphone. Wir raten hier von der Nutzung ab.

 

Für 210 Euro UVP, direkt bei Allview, kann man mit dem E3 Sign nicht viel falsch machen. Wie bereits nun öfters erwähnt, reicht das Gerät locker für alltägliche Dinge aus und wer ein wirklich günstiges Zweitgerät sucht, könnte hier ebenfalls fündig werden. Für eine absolut klare Empfehlung reicht es aber noch nicht. Zumal das Device immer noch bei Android 4.4.2 hängen geblieben ist und wohl keine Updates mehr zu erwarten sind. Anschauen, kann sich das E3 Sign aber schon, sofern man einiges an Geld sparen möchte.

vg-wort
Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Teilen