Mi. 09. September 2015 um 12:08

Mobile Gaming Review: Das Schwarze Auge Skilltree Saga im Test vorab

von Yves Jeanrenaud0 Kommentare

Was als Pen & Paper-Spiel in deutschen Wohnzimmern mitbegann, ist bis zum heute präsentierten Ableger eines der bekanntesten Rollenspieluniversen geworden: Das Schwarze Auge, kurz DSA. Das Schwarze Auge: Skilltree Saga ist ein rundenbasiertes und zufallgeneriertes Role Play Game (RPG) in der berühmten deutschen Rollenspielwelt aus den Achtzigern.

 

Das Spiel ist eine Portierung des gleichnamigen PC-Games aus dem vorigen Jahr für Android und iOS. In DSA: Skilltree Saga wählt ihr einen von drei Charakteren (Mensch, Elf oder Zwerg) und macht euch auf den Weg, die Tochter des Barons Greifentreu aus den Fängen der Goblinhorden des Dunkelfürsten Sargul zu befreien. Auf dieser Reise wird der Charakter weiterentwickelt, erlernt und perfektioniert neue Fähigkeiten und Fertigkeiten. Ihr sammelt Gegenstände und Reichtümer ein und erkämpft euch den Weg durch Aventurien. 

 

Das Schwarze Auge: Skilltree Saga
Das Schwarze Auge: Skilltree Saga

Um in DSA: Skilltree Saga zu bestehen, gilt es, die zwanzig verschiedenen magischen, heilenden und kriegerischen Fähigkeiten und unterschiedlichen Inventarklassen richtig auszubalancieren, um gegen diverse Feinde in mehreren Level zu bestehen. Dazu werden auch Goldstücke und Diamanten eingesammelt und gegen Tränke und Ausrüstungsgegenstände gehandelt. Die Level an drei unterschiedlichen Orten gestalten sich jeweils nach dem gleichen Schema. Pro Stufe ein Feind, ein Goblin-Händler oder ein Heilbrunnen und nach jeweils zehn Stufen erscheint ein stärkerer Bossgegner, der weitere Teile der Geschichte freischaltet.

 

Die Kämpfe laufen jeweils ohne eigenes Zutun ab. Man muss im Vorfeld die Aktionen für die jeweiligen Runden auswählen, möglichst passend zum zufällig ausgewählten Gegenüber, das sich in festen Angriffs- und Verteidigungsfolgen (pro Gegnertypus) bewegen wird. Dabei riskiert man nicht nur seine Lebensenergie, sondern setzt für besondere Aktionen auch Astralenergie ein. Ist die Lebensenergie erschöpft, stirbt man und wird, je nach ausgewähltem Schwierigkeitsgrad, seine ergatterten Items verlieren und zurück an den Startpunkt versetzt.

 

Es gilt also, sich zu merken, welche Kreatur sich wie verhält, um möglichst nicht nur siegreich, sondern auch möglichst ressourcensparend zu kämpfen und so genug Level auf den jeweiligen Orten zu bestreiten.

 

 

Kommen wir zum Eingemachten. DSA: Skilltree Saga hat leider vom namengebenden Universum nicht sehr viel mitgenommen. Einen Krieger mit magischen Fertigkeiten auszustatten ist gegen jedes Regelset, was mir bisher untergekommen wäre. Auch Diamanten als Währung ist etwas Neues. Der Skilltree, zu Deutsch also Fertigkeitsbaum, ist eine nette Idee und ermöglicht es, nach und nach stärkere Fähigkeiten und Zauber zu erlernen. Die Soundeffekte und die Hintergrundmusik sind sehr stimmig und passend, klingen gut und packend. Die Lautstärke lässt sich jedoch nicht im Spiel direkt verändern – seltsam.

 

Die Grafik von DSA: Skilltree Saga wirkt, wie auf den Screenshots unschwer zu erkennen ist, arg plump und ist nahezu vollständig vorgerendert, dazu auch noch nicht sehr gut. Die Lichtquellen sind zum Teil derart ungünstig positioniert, dass die Details der Figuren kaum zu erkennen sind. Auch verändert sich die Heldenfigur überhaupt nicht durch die angelegte Ausrüstung oder Waffe. Das ist heutiger Gaming-Hardware, wie sie in nahezu allen Smartphones und Tablets auf dem Markt zu finden ist, definitiv nicht würdig. Hinzu kommen ungünstig platzierte Elemente, wie die Gegnerbeschreibungs-Schriftrollen, die teilweise einen guten Teil der Figur verdecken. Das wirkt doch sehr lieblos und undurchdacht. Wenigstens sind die Animationen stets flüssig und auch auf langsamen und betagten Geräten mit kaum Arbeitsspeicher und GPU-Leistung kein Problem.

 

Die Spielmechanik ist, wie oben kurz beschrieben, entsprechend simpel und die Lernkurve damit auch entsprechend flach. Das ist sicherlich positiv und wird auch die Zielgruppe des Herstellers, nämlich Casual-RPG-Gamer, keineswegs mit Komplexität und Anspruch überfordern können. Man hat nach kurzer Zeit raus, dass es genügt, den Charakter eine Weile so weit zu leveln und den Ort auf Karte durch den nahezu kostenlosen Rückzug neu zu beginnen, um dann Gegner und Bosse aller Art im jeweiligen Dungeon ohne Rücksicht auf Ressourcen und Verluste einfach niederzumachen. Strategie zu Ende, Plan aus, Klappe zu, Affe tot. Ein ausgeklügeltes Taktieren mit Skills aus dem Spieltitelgebenden Baum (übrigens sehr ansehnlich und klug gemacht) ist also gar nicht nötig.

Preis

DSA: Skilltee Saga kostet im App Store und im Google Play Store jeweils 2,99 Euro bzw. 3.00 SFr. für iOS und 2.49 SFr. für Android.

DSA: Skilltree Saga
Entwickler: Headup Games
Preis: CHF 2.49

Fazit

Das Spiel ist wirklich etwas für Casual-RPG Gamer, wie der Hersteller Headup Games es anpreist. Ein Rogue-Style-Spiel lässt sich nur schwerlich erkennen und die Nähe zum Das Schwarze Auge-Universum ist denkbar gering. Für anspruchsvollere Spieler_innen ist Skilltree Saga definitiv nichts und der Preis ist meines Erachtens für diesen Titel zu hoch angesetzt. Da gab es schon bessere Spiele mit besserer Grafik für weniger Geld. Wenigstens gibt es keinerlei InApp-Käufe, Premium-Gedöns oder gar Werbung zu ertragen, so dass man das Game vielleicht zwischendurch als Casual-RPG durchaus spielen kann. Für DSA-Fans gilt aber wohl eher: Finger weg!

vg-wort
Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Teilen