Di. 20. Januar 2015 um 8:35

Kameratest: Die neue Lumia Camera auf dem Lumia 930

von Alexander Spindler13 Kommentare

Microsoft hat laut eigenen Aussagen sowohl an der Firmware, als auch an der kompletten Kamerasoftware des Lumia 930 herumgeschraubt. Dadurch hat sich vor allen Dingen die Startzeit der Lumia Camera erheblich verbessert, was ein sehr grosser Kritikpunkt bis dato war. Nun startet die Kamerasoftware innerhalb von einer Sekunde. Auch das Fotoschiessen ist hinsichtlich der Geschwindigkeit erheblich verbessert worden.

Neben diesen sofort spürbaren Merkmalen muss zur Beurteilung der ebenfalls deutlich verbesserten Fotoqualität der geschossenen Bilder ein Test unter realen Bedingungen her. Wie Microsoft kürzlich erst auf der CES in Las Vegas mitteilte, soll nicht nur der 4K Support sowie die HDR Aufnahmeoption namens „Rich Capture“ mit DENIM ausgeliefert werden, sondern auch ein deutlicher Schub nach vorne bezüglich der allgemeinen Kameraperformance als solcher Einzug erhalten.

 

Hierfür bedarf es eines kurzen Rückblicks: Die Kamera des Lumia 930 ist von der Hardware her ein ausgezeichnetes Stück Technik. Leider haben die Ergebnisse in Form von Fotos und Videos bisher wahrlich enttäuscht, wie erst kürzlich in der Artikelreihe „Lumia 930 vs iPhone 6“ (Videovergleich und Fotovergleich ). Die Software scheint hier nicht wirklich gut mit der hervorragenden Hardware zusammen zu arbeiten. Ein ordentlicher Kritikpunkt, wenn man vom Lumia 920 zum neuen Flaggschiff wechselt und in Sachen Kameraqualität einen Rückschritt hinnehmen muss. Was darüber hinaus auffiel, war die schwache Kameraperformance bei schlechten Lichtbedingungen. Wo das Lumia 920 glänzte, zeigt das Lumia 930 Schwächen.

Diese Kritik ist auch bei Microsoft angekommen und man hat wohl mehrere Monate dafür gebraucht, die Performance der Software endlich da hinzubringen, wo sie eigentlich hingehört.

 

 

Die Testbedingungen

In diesem Test geht es vorerst um Fotos bei normalen Lichtverhältnissen am Tage. Durch die Winterzeit steht die Sonne bereits gegen 13:00 sehr tief, was bei der Bewertung der Fotos berücksichtigt werden muss.
Die Testbedingungen sind schnell geschildert. In Ermangelung eines Labors beziehungsweise geeigneter Gerätschaften des Max-Plank-Instituts zur Ermittlung der exakten Visual-Optimal-Messwerte, die darüber entscheiden, ob eine Kamera saugut oder sauschlecht ist, wurde vorliegend eine Expedition an die frische Luft unternommen. Dabei wurde die neueste Version der Lumia Camera auf dem Lumia 930 inklusive dem DENIM Update genutzt. Alle Fotos sind mit der Funktion „Rich Capture“ geschossen und wurden nicht nachbearbeitet. Zudem wurde der Automatikmodus genutzt.

Die Bilddynamik gefällt mir hier bei allen Bildern äusserst gut. Die Kontraste sind sehr angenehm und der Schärfegrad ist bei allen Bildern ausgewogen. Lediglich auf Bild 1 hat man das Gefühl, dass die Äste der Bäume weiter hinten etwas zu verwaschen sind. Bei Bild 2 fällt zudem an der linken Seite eine deutliche Unschärfe auf. Bild 3 ist hingegen ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie gut die Kamera mittlerweile geworden ist. Achtet hier auf die Details wie die ganzen Schattierungen am Boden, das Sonnenlicht auf dem Wasser und den Himmel, der originalgetreu eingefangen wird. Die Bilder 5 und 6 sind ebenfalls sehr detailreich geworden. Insbesondere bei Bild 6 gefällt mir, wie schön das Wasser und die ganzen Grashalme eingefangen werden.

Bei allen Bilder sollte sich unter anderem auch der Blick auf den Himmel richten. Bei sämtlichen geschossenen Fotos fängt die Kamera den Himmel perfekt ein, zudem ist die Farbgebung sehr gut. Diese teilweise zu knalligen Farben, die zu einem „Gemäldeeffekt“ führten, sind passé. Dank DENIM Update werden die Farben sehr ausgewogen und natürlich dargestellt. Die Bilddynamik und die Kontraste sind ausgezeichnet.

Bild 1 und 2 dieser Bildergruppe sollen das Hineinzoomen verdeutlichen. Das erste Bild ist ohne und das zweite Bild mit maximalem Zoom geschossen worden. Keine Beanstandungen. Auch beim Hineinzoomen ist das Bild hervorragend geworden dank des 20 MP Sensors. Zudem gefällt mir die Bildschärfe bei beiden besonders gut.

Bei den Bildern 4 und 5 verschwand die Sonne so langsam. Dennoch ist insbesondere bei Bild 4 ein sehr schön scharfes Bild mit knackigen Kontrasten herausgekommen. Das letzte Foto zeigt die Arbeit des Rich Capture Modus: Trotz enormem Gegenlichts werden alle Details gut eingefangen, selbst der blaue Himmel oben links.

 

Fazit

Meiner Ansicht nach bringen einem Laborwerte oder Messwerte bestimmter Gerätschaften bei der Beurteilung der Kameraqualität eines Smartphones nur wenig. Man benötigt hierfür Fotos und Videos. Selbstverständlich muss man dann auch noch berücksichtigen, wer die Fotos macht. Denn die Person hinter der Kamera ist ein entscheidender Faktor. Ich würde mich als geübten Handy-Fotografen bezeichnen.
Meiner Ansicht nach hat das DENIM Update dem Lumia 930 wirklich gut getan. Die Fotos sind allesamt sehr gut gelungen, auch wenn man hier und dort an den Seiten oder auch im Hintergrund Unschärfen ausmachen kann. Der Rich Capture Modus (Bezeichnung der HDR Funktion) arbeitet hervorragend. Die Ergebnisse sind allesamt sehr gut ausbalanciert und wirken dabei nicht unnatürlich.

 

Das ist aber nur meine Meinung. Wie beurteilt ihr die Fotos? Entsprechen sie euren Anforderungen? Was sagen die Kameraexperten unter euch? Lasst es uns wie immer in den Kommentaren wissen.

 

Übrigens hier noch der Verweis auf unseren Kamerathread im Forum. Zeigt uns eure Ergebnisse!

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13 Antworten zu “Kameratest: Die neue Lumia Camera auf dem Lumia 930”

  1. Ney sagt:

    find die bilder allesamt ganz gut. allerdings wäre vll nen vergleich – 930 ohne und 930 mit denim intressant gewesen.

  2. Paradoxon101 sagt:

    Oder am besten noch im direkten Vergleich mit dem Lumia 920.

  3. Matrixrevolution sagt:

    Tja, was soll man da sagen. Ein vergleich mit einem 930 ohne Denim und Camera App wäre schon sehr interessant gewesen. Dass die Kamera innert einer Sekunde bereit steht finde ich natürlich sehr vorteilhaft!! Die Bilder sehen nicht so schlecht aus würde ich sagen. Hattet Ihr eine kleine Überschwemmung bei Euch so wie es aussieht.

  4. Possum sagt:

    Mir fehlen die Angaben zu den Fotos wie ISO, und Verschlusszeit. Ohne diese Angaben ist es schwer sich ein Urteil zu bilden. eine lange Verschlusszeit hebelt den besten Bildstabilisator aus und kann dann die leichte Unschärfe in weitem Hintergrund erklären. Auch um das Bildrauschen zu beurteilen währe die ISO Angabe gut, denn die Bilder haben kein sichtbares Rauschen. Sollten diese mit einem hochen ISO-Wert gemacht worden sein, ist es sehr beeindruckend. Sind diese aber mit einem niedrigen ISO-Wert entstanden dann erwarte ich dieses gute Ergebnis als selbstverständlich.

  5. happyone sagt:

    Jetzt ein Vergleich mit dem iPhone wäre auch super 🙂

  6. redrat sagt:

    @Possum das Bild soll gut rauskommen wenn ich abdrücke.

    Glaubst du ich habe Bock 10 minuten vor nem Plakat zu stehen bis ich das toll abgelichtet habe oder halte einen Oltimer an der gerade auf ner Parade vorbeifährt nur um den IsoWert zu kalibrieren?

    Klar sind das Argumente für eine Bewertung der möglichen Fotoqualität des Handys. Ich denke dass ein realistischer Test – das einfach losknipsen – für Handy sinnvoller ist. Es bringt einem ja nichts wenn man manuell ein akzeptables Handyfoto hinbekommt aber im Auto-Modus alles grottig aussieht.

  7. zettie94 sagt:

    @redrat: Da bin ich genau gegenteiliger Ansicht! Ein Foto soll mit der Automatik möglichst gut werden, das ist klar. Trotzdem wird es in den wenigsten Fällen an ein mit manuellen Einstellungen gemachtes Bild herankommen, einfach da der Mensch gewisse Erfahrungswerte hat, welche Einstellungen für das gewählte Motiv gut sind. Zudem lassen sich die Einstellungen in der Lumia Camera extrem einfach und schnell vornehmen (das dauert schlimmstenfalls 10 Sekunden, aber keine 10 Minuten).
    Beispielsweise würde ich um ein sich bewegendes Objekt in der Dämmerung zu Fotografieren eine kurze Belichtungszeit wählen und dafür den ISO-Wert etwas höher setzen. Um in der gleichen Situation ein stillstehendes Objekt zu Fotografieren würde ich genau das umgekehrte machen. Sowas kriegt keine Automatik hin.
    Deshalb wäre es durchaus interessant, die EXIF-Daten der Bilder einsehen zu können.

  8. happyone sagt:

    @zettie94
    Selbst 10 sek wären mir zuviel…
    Ich hol mein Handy raus. Mach nen Schnappschuss und Steck es wieder ein. Wenn das Bild verwischt/unscharf usw. ist, gebe ich der Kamera die Schuld und nicht mir. Ich erwarte von einer guten Smartphonekamera, dass sie alle Einstellungen automatisch vornimmt.

  9. zettie94 sagt:

    Du kannst immer der Kamera die Schuld geben, aber bei einem schlechten Bild ist in 99% der Fälle der dahinter verantwortlich.
    Eine Kamera muss richtig bedient werden, sonst liefert sie nichts richtiges. Klar, meistens findet die Automatik eine Einstellung, bei der ein annehmbares Bild herauskommt; sie wird aber nie jede Situation richtig beurteilen können und deshalb auch nur in wenigen Fällen ein gleich gutes Bild liefern wie mit manuellen Einstellungen (wie soll die Automatik wissen, ob der Fotograf lieber weniger Bildrauschen oder eine kürzere Belichtungszeit hat?).
    Das gilt übrigens für alle Kameras. Auch die beste Spiegelreflex macht keine guten Bilder, wenn der Fotograf dahinter die Kamera nicht richtig bedient (und noch wichtiger, aber das ist hier nicht das Thema – ein Auge für gute Bilder hat).

  10. Possum sagt:

    @redrat Da hast du wohl mein Kommentar nicht zu ende gelesen oder den Test nicht.
    Denn ich beziehe mich hier sehr wohl auf die Automatik., dennoch möchte ich wissen welche Werte
    die Automatik genommen hat um die Bilder dementsprechend beurteilen zu können. Wenn im Test steht das bei tief stehender Sonne im Winter fotografiert wird dann gibt es zwei Möglichkeiten, entweder der ISO ist hoch und Belichtung kurz oder umgekehrt. Sollte es der Fall zwei sein, kann es eine Erklährung für die leichten Unschärfen im Hintergrund sein. da ist es ein Fehler es der Kamera ankreiden zu wollen, da es sich um Mikrowackler des Fotografen handelt, siehe auch „zettie94“.
    Punkt zwei die Lumina Camera ist dazu gedacht manuelle Korrekturen vorzunehmen, das ist der ursprüngliche Hauptgedanke dieser App, für den normalen Schnapschuss reicht die Standard App.

  11. Possum sagt:

    @redrat Da hast du wohl mein Kommentar nicht zu ende gelesen oder den Test nicht.
    Denn ich beziehe mich hier sehr wohl auf die Automatik., dennoch möchte ich wissen welche Werte
    die Automatik genommen hat um die Bilder dementsprechend beurteilen zu können.
    Punkt zwei die Lumina Camera ist dazu gedacht manuelle Korrekturen vorzunehmen, das ist der ursprüngliche Hauptgedanke dieser App, für den normalen Schnapschuss reicht die Standard App.

  12. happyone sagt:

    @zettie94
    Da hast du Recht, aber wenn ich alles mögliche einstellen möchte (gerade bei der von dir angesprochenen Dämmerung) wäre man mit einer Smartphone Kamera schlecht beraten. Hier ist die Spiegelreflex die bessere Wahl für einen Fotografen, der auf viele Einstellungen Wert legt.
    Klar ist es in den meisten Fällen ein OSI Layer 8 Fehler. Aber ich persönlich hab keine Lust mich mit Belichtungszeit/ ISO-werten/ Verschlusszeit …. Usw. auseinanderzusetzen. Ich möchte, dass die Automatik alles für mich übernimmt. Und natürlich erwarte ich auch am Ende ein schönes Ergebnis 😉

  13. Defected sagt:

    Randunschärfe.
    Vor allem links oben.
    Insgesamt aber wesentlich besser als beim Vergleich mit dem iPhone 6.
    Dafür 6 Monate nach Release etwas spät.

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