So. 10. August 2014 um 8:34

Game Review: Warhammer 40,000 Carnage im Test

von Marcel Laser0 Kommentare

Warhammer 40,000 (40k), oder auch Warhammer allgemein, prägte und prägt bis heute eine riesige Gamer-Community des berühmtesten Tabletop-Games der Welt. Auch ich bin Fan dieser Reihe vom Games Workshop und habe damals mehr oder weniger intensiv Warhammer 40,000 mit meinen Eldar gespielt. Bis heute gibt es unzählige Videospiel Adaptionen, welche entweder ganz gut gelungen sind oder besser nicht beachtet werden sollten. Bisher war wirklich alles dabei. Warhammer 40k Carnage für Android und iOS bedient sich hier einem „Run and Gun“ Genre, eine Art 2.5D-Shooter mit einigen interessanten Rollenspiel-Elementen und macht dabei eine recht ansehnliche Figur.

 

Ballern, farmen, grinden und noch mehr ballern!

Ich denke man kann Warhammer 40,000 getrost eine Art von „300“-Ethik zusprechen. Hauptsache es spritzt Blut, oder etwa nicht? Jedenfalls metzelt man sich in angenehm grossen 2.5 D-Leveln durch jede Menge Gegnerhorden und hat im Endeffekt nur ein Ziel: So viele hochwertige Items zu kassieren wie nur möglich! Da kommen schon erste Erinnerungen an das Action RPG Diablo auf, welches durchaus Parallelen zum hier getesteten Shooter aufweisen kann. Es gibt nämlich massig Items abzustauben, mit unterschiedlichen Werten und auch Seltenheitsgraden. Level können beliebig oft wiederholt werden und so grindet man sich quasi von Etappe zu Etappe mit einem vollgepackten Inventar, dessen man sich im Shop am Ende einer Stage entledigt. Jedenfalls sofern man keine Verwendung dafür hat. Relativ untypisch gestaltet sich allerdings das Sammeln der Gegenstände: Nach jedem Level gibt es eine Beutetruhe, aus der die Items herausgekauft werden müssen. Dabei kann es vorkommen, dass man das ein oder andere seltene Loot nicht bekommt, da man es schlicht und ergreifend nicht bezahlen kann.

 

Eine handfeste Story sollte man nicht erwarten, aber Mal im Ernst: Auch Diablo, Sacred oder Torchlight sind nicht wirklich einer goldenen Feder entsprungen. Damit diese Spiele Spass machen, braucht es aber auch keinen Leitfaden mit ausgeklügelten Wendungen, spannenden Szenen oder dusseliger Romantik. Hier ist vor allem der Fortschritt des Charakters in Form von Gegenständen und Fähigkeiten wichtig und Warhammer 40k Carnage zieht dieses Klischee bis zum Ende hervorragend durch. Mal ganz grob überflogen: Ein Schiff ist auf einem bedrohlichen Planeten abgestürzt und hat ein Notsignal abgesendet. Ein edler und nach Blut dürstender Space Marine – der Gattung Ultramarine – hat es erhört und kommt zur Rettung.

 

Spielbar sind neben dem Ultramarine auch noch zwei weitere Klassen der Space Marine Orden. Zum einen die gefürchteten Dark Angels und die blutrünstigen Blood Angels. Alle Klassen unterscheiden sich vor allem in der Art der Waffen und der spielbaren Levels. Apropos Levels: Die Stages sind im Grossen und Ganzen extrem kurz. Stellenweise ist man in gut 30 Sekunden durchgelaufen und kann sich der nächsten Etappe annehmen. Ein Punkt, der vor allem zur erwähnten Kurzweiligkeit stark beiträgt.

Spielmechanik, Steuerung und Grafik

Wie bereits erwähnt, geht es in Warhammer 40K Carnage vor allem ums Farmen von Items. So durchstreifen wir Level für Level und metzeln allerlei Orks nieder mit unterschiedlichen Waffengattungen. Unterschieden wird hier zwischen Nahkampf und Fernkampf, wobei die Balance einen unausgereiften Eindruck macht. Der Fernkampf ist nicht durch Munition beschränkt, daher kann er nahezu unendlich eingesetzt werden, was den Nahkampf fast überflüssig macht. So habe ich mich eigentlich immer dabei ertappt, wie ich auf die Fernkampftaste einhämmere und der Nahkampf ausser Acht gelassen wurde. Lediglich Gegner mit deutlich mehr Lebenspunkten wurden in einer Kombination aus beidem erledigt. Viel Dynamik entwickelt das Spiel in seinem 2D Universum daher nicht. Die Taste zum Blocken wird ebenso eher seltener eingesetzt, aber ganz nett eine Möglichkeit zum Abwehren von Angriffen zu haben, sofern mal mehrere BALLABOYZ oder SPALTABOYZ der Orks auf einen einfeuern. Ansonsten bleiben einem noch die Richtungstasten für Links und Rechts sowie einen Sprungknopf, der bei längerem Druck noch einen kurzen Jetpack-Schub auslöst. Anfänglich wirkt die Steuerung etwas hektisch, doch gewöhnt man sich sehr schnell daran und es ist bei weitem nicht so schlimm, wie in den ersten 240 Sekunden zu vermuten wäre.

 

Der Sound ist in Ordnung und auch die Musikuntermalung fetzig, allerdings hätte ich mir bei der Musik etwas mehr Metal und Wumms gewünscht, wie es sich für eine Metzelorgie à la Space Marine gebührt. Die Waffen klingen in Bezug auf die Bolter-Gewehre sehr gut und vor allem auch je nach Typ unterschiedlich. Orks klingen, wie Orks eben klingen sollen, allerdings gibt es jetzt zwar keine negativen Punkte in der Rubrik Sound, doch auch keine besonderen Highlights.

 

Dasselbe gilt übrigens auch für die Grafik. Diese ist zwar gut und vor allem in der nativen Auflösung der iPad Air und iPad mini 2 Modelle extrem scharf, doch sind die Texturen im Allgemeinen relativ detailarm. Auf Android kommt die etwas niedrigere Auflösung und die nicht ganz vorteilhaft eingesetzte Kantenglättung zum Vorschein, was zu Kantenflimmern führt. Generell ist es auf allen Plattformen so, dass es hier und dort kleinere Clipping-Fehler gibt und der Space Marine auch einmal mit den Füssen im Boden steht, was allerdings nur sehr selten passiert. Auf Apples Tablets macht Warhammer 40K Carnage vor allem im Bereich der Kantenglättung und der hohen Auflösung einiges her: Treppenstufen sind nahezu nicht zu erkennen. Allerdings konzentriert man sich eh auf das Gemetzel im Vordergrund. Zum Stehenbleiben und Bestaunen der Grafik lädt der Titel aber nicht ein.

Fazit

Vorneweg: Warhammer 40,000 Carnage macht Spass! Und das kann man mit jeder Minute des Titels durchaus bestätigen, allerdings bleibt das Spiel auf Dauer eher kurzweilig. Man jagt durch Level für Level und guckt sich am Ende die Belohnungen an, die man seinem Space Marine anlegen will und metzelt dann einfach weiter. Der Sound ist gut, die Grafik schwimmt je nach Plattform zwischen Mittelmass und „in Ordnung“. Der RPG Aspekt macht tatsächlich Laune und das Anlegen neuer Gegenstände an seinen unerschrockenen Space Marine und die damit verbundene wechselnde Optik scheinen ebenfalls zu motivieren. Allerdings bleibt diese Motivation nicht lange, sondern lädt eher zum immer mal wieder kurzem Wiederkehren ein, um sich in den Stages auszutoben.

 

Die Grafik ist, wie der Sound, auf einer gesunden Ebene als recht ordentlich zu bezeichnen. Sie feuern allerdings nicht aus allen Rohren oder setzt besondere Akzente. Braucht es aber auch irgendwie nicht, denn das Spiel bietet mit seinem kurzweiligen Spielprinzip genug Anreize. Erhältlich ist das Spiel für Android im Google Play Store und im Apple App Store für jeweils 5.99 EUR. Und das ist einer der grösseren Knackpunkte: Spiele mit mehr Umfang sind stellenweise sogar billiger. Für Fans der Serie, die Warhammer 40K auch für unterwegs haben wollen, sollte das aber keine Hürde darstellen und Fans sei es auch ans Herz gelegt! Ich hatte jedenfalls meinen Spass mit dem Titel. Android-Spielerinnen und -Spieler können das Game aber immerhin Probespielen, während eine Lite-Version im App Store von Apple nicht zu finden ist.

 

Wer sich ein bewegtes Bild vom Spiel machen möchte, kann sich den etwas mehr als 20 minütigen Gameplay-Trailer unter dem Artikel anschauen.

Warhammer 40,000: Carnage
Entwickler: 50cc Games Ltd
Preis: 6,99 €+
Warhammer 40,000: Carnage
Entwickler: Roadhouse Games
Preis: CHF 7.00+
vg-wort
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