So. 29. März 2015 um 9:10

Gadget Review: Teufel AIRY Kopfhörer im Test

von Marcel Laser2 Kommentare

Gute Verarbeitung gepaart mit unterirdischer Haptik

Die Verpackung des Teufel AIRY macht definitiv was her. Die feine Box mit dem Kopfhörer und das tiefe Schwarz mitsamt dem Logo des deutschen Herstellers, der nicht nur für sehr guten Sound in der Welt bekannt ist, sondern auch viel von Design versteht. Ernüchterung folgt auf dem Fuss, sobald man den AIRY dann gänzlich aus der Verpackung nimmt. Er fühlt sich in erster Linie an wie ein Spielzeugkopfhörer, dominiert von viel Kunststoff und ist extrem leicht. Die Verarbeitung ist zwar auf den ersten Blick nicht schlecht, doch hat man oft das Gefühl, ihn irgendwann kaputt in der Hand zu halten.

 

Das Lautstärkerad und die Tasten für Play (On/Off), Vor und Zurück befinden sich an der Halterung für die rechte Ohrmuschel und lassen sich nur mit relativ viel Druck bedienen, was euch den Kopfhörer schon etwas heftiger gegen euer rechtes Ohr drücken lässt, was gerade bei einem On-Ear-Kopfhörer eher suboptimal wirkt. Das Rädchen zum Regeln der Lautstärke klickt bei der Bedienung, um zu symbolisieren, dass ihr eine Tonstärke höher oder tiefer geschaltet habt. Das fühlt sich alles andere als gut an und man bekommt durch das merkwürdige „Klicken“ eher das Gefühl, das Lautstärkerad irgendwann aus der Fassung gedreht zu haben, ähnlich dem Überspannen einer Feder, die aus Sicherheitsgründen zurückschnappt. Sicherheit gibt allerdings der Blick beim Verstellen der Grösse: Die inneren Bereiche zum Verstellen des Teufel AIRY sind durch und durch aus stabilem Metall gefertigt, was einen dann doch aufatmen lässt.

 

Die Verarbeitung des Kopfhörers ist generell wirklich gut und weit davon entfernt, schlecht zu sein. Die Haptik des Kopfhörers, wie er sich anfühlt und bedienen lässt, stört allerdings das Gesamtbild erheblich. Zumal die UVP des Herstellers bei rund 150 EUR/CHF liegt und man in erster Linie etwas anderes erwartet. Hier muss Teufel in einer zweiten Version deutlich nachbessern!

On-Ear Kopfhörer mit überragenden Klangeigenschaften

Werfen wir die Haptik mal beiseite und widmen uns dem wohl wichtigsten Punkt eines Kopfhörer und zwar dem Klang. Hier macht Teufel alles richtig! Das Klangbild ist in erster Linie als wirklich überragend zu bezeichnen. Er ist leicht bassbetont, nicht so stark wie die Revo Wireless von Jabra und noch deutlich weiter entfernt von Beats Audio Kopfhörern, doch in einem sehr angenehmen Masse, die jedem Musikstück schmeichelt. Egal ob ruhigere Klänge bei Austin Wintory oder, wenn es eben dann doch gefordert wird, wie bei Skrillex Bangerang.

 

Keiner der bisher von uns getesteten Kopfhörer erreichte auch nur annähernd eine solch starke Klangausgewogenheit und bietet zudem auch noch in vielfältiger Weise Luft nach oben, was Einstellungen über den Equalizer betrifft. Nachbessern musste ich persönlich nicht, da mir das warme Klangbild ohne die höheren Töne zu vernachlässigen sehr gefiel.

 

Auch beim Spielen macht der Teufel AIRY eine tolle Figur. Kräftiger Sound aus Motoren von Rennspielen wie Real Racing 3 am Smartphone oder Driveclub auf der PlayStation 4. Granaten und andere explosive „Gegenstände“ kommen durch den dann sehr druckvollen, aber bei weitem nicht übersteuernden, Bass sehr stark zur Geltung. Ein Freudenfeuerwerk mit klarem Stereosound. Dem Spielvergnügen steht auch mit dem AIRY von Teufel nichts im Wege.

 

Musiker und BandsSoundtracks von Filmen, Video- und Computerspielen
  • Pendulum – Immersion
  • Skrillex – Bangarang
  • Michael Bublé – To Be Loved
  • Billy Talent – Billy Talent III
  • Anberlin – Blueprints for City Friendship
  • Netsky – Eyes Closed
  • Alüto – To you all (Michi)
  • Infected Mushroom – Deeply Disturbed
  • Tim Bendzko – Wenn Worte meine Sprache wären
  • Green Day – American Idiot
  • Blind Guardian – A Night at the Opera
  • Vanessa Mae – The Classical Album
  • Lindsey Stirling – Lindsey Stirling
  • Schandmaul – Narrenkönig
  • Eminem – 8 Mile
  • Austin Wintory – Journey (Original Soundtrack)
  • Guild Wars 2 – Original Soundtracks
  • Pacific Rim – Original Soundtrack
  • Enders Game – Original Soundtrack
  • Uncharted – Original Soundtrack
  • Halo 2 und 3 – Original Soundtracks
  • Baldur’s Gate 2 – Original Soundtrack
  • The Dark Knight – Original Soundtrack
  • Skyrim – Original Soundtrack
  • StarCraft II – Original Soundtrack

 

Was allerdings beim Gebrauch des Teufel AIRY am iPhone negativ auffiel, war die sehr hohe Gundlautstärke über Bluetooth. Wenn man Abends noch auf der Couch liegt und vielleicht ein Hörbuch konsumiert, Musik hört oder das ein oder andere Spiel spielt, kam es vor, dass ich dann von Bluetooth auf Klinke umgestiegen bin, da hier der Kopfhörer deutlich leiser wurde. Selbst die niedrigste Einstellung war mir über Bluetooth am iPhone 6 Plus noch deutlich zu laut. In deutlich lauterer Umgebung, beispielsweise im Freien, wäre es aber auf jeden Fall zu verschmerzen.

 

Der Sitz der Kopfhörer ist zwar gut, aber im wesentlichen viel zu stark. Der Anpressdruck ist sehr hoch und so ist es vor allem bei One-Ear Geräten und gerade dann auch noch für Brillenträger so, dass der hohe Druck unangenehm auffällt. Nach rund ein bis zwei Stunden taten die Ohren schon ziemlich weh und der Musikgenuss musste erst einmal mit einer Pause quittiert werden. Zwar tragen sich die Kopfhörer nach einiger Zeit etwas ein, der Druck bleibt aber weiterhin hoch. Ob sich das nach einigen Wochen dann noch etwas reguliert, lässt sich über einen längeren Zeitraum des Testens ermitteln. Was uns daher wieder zum Punkt führt, dass stundenlange Gamersessions zwar vom Sound her definitiv Spass machen, allerdings schnell auch an die Schmerzgrenze der eigenen Ohren führen kann.

Technische Eigenschaften auf der Höhe der Zeit

Der On-Ear selber besitzt zwei 40 mm Treiber mit einer Impedanz von 32 Ohm. Unterstützt wird Bluetooth 4.0, NFC und er kann auch per Klinke-Kabel angeschlossen werden. Um jüngsten Berichten über die iPhone 6 Buchse etwas entgegenzuwirken: Der Teufel AIRY macht keine Probleme im 3.5 mm Headphone-Jack Anschluss des Smartphones. Der Akku soll bombastische 20 Stunden durch bei mittlerer Lautstärke durchhalten und das können wir durchaus bestätigen. Verbaut ist zudem ein Mikrofon für freies Sprechen und es unterstützt Techniken wie Echo- und Rauschunterdrückung, was im Test ebenfalls sehr gut funktionierte.

 

Leider fehlt dem Kopfhörer die Möglichkeit, sich zusammenfalten zu lassen, um vielleicht beim Transport nicht nur Platz zu sparen, sondern auch an Stabilität zu gewinnen. Dafür liefert Teufel aber auch ein sehr robustes Case mit, welches vom Volumen her aber auch deutlich mehr Platz in Anspruch nimmt als der Kopfhörer selber.

 

Teufel AIRY Bluetooth Headset
Teufel AIRY: Funktioniert auch super mit Sonys PlayStation Vita.

Fazit

Also? Wo stehen wir nun? Die Frage lässt sich nur sehr schwer beantworten. Gehen wir nach der Klangqualität, ist der Teufel AIRY wohl einer der besten Kopfhörer in unserem bisherigen Testfeld, wenn nicht sogar der Beste in seinem Preissegment. Dieser kann es sogar mit deutlich teureren Kopfhörern unbesorgt aufnehmen. Für Sound-Enthusiasten ein wirklich tolles Stück Klangarbeit.

 

Kommen wir allerdings zur Haptik, erwartet uns eine Form der Kunststoffhölle: Es knarzt an vielen Ecken und Enden, das Lautstärkerad klickt unangenehm, als fiele es einem jederzeit in die Hand, der Anpressdruck wird nach einiger Zeit unangenehm.

 

Setzt man sich den Teufel AIRY allerdings auf und fängt an die ersten Lieder abzuspielen, hätte man gerne noch ein bisschen mehr bezahlt. Der tolle Klang liegt im krassen Gegenteil zur gebotenen Optik und Haptik. Doch leider reicht das für uns in erster Linie nicht für eine deutliche Empfehlung. Wer über die Schwächen hinwegsehen kann, wird ein tolles Klangbild bekommen und das steht wirklich ausser Frage. Nur ob die knapp 150 Euro UVP bzw. 150 CHF nur durch den Klang getragen werden können, wollen wir erst einmal nicht unterschreiben.

 

Sollte Teufel eine zweite Version des AIRY bringen, mit verbesserter Haptik-Eigenschaften, wäre er mehr als nur eine Empfehlung wert. Wir warten daher gespannt auf die nächste Version des Kopfhörers.

vg-wort
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2 Antworten zu “Gadget Review: Teufel AIRY Kopfhörer im Test”

  1. schnuffy1de sagt:

    Und aktuell bei eBay für 111€

  2. Schnatterente sagt:

    sehen leider aus wie 10€ Kopfhörer. Da kann er klingen wie er will.
    Aber super Test ! Danke dafür.

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