Sa. 16. Juli 2016 um 12:57

Gadget Review: Sound BlasterX H5 im Test

von Marcel Laser0 Kommentare

Das Creative Labs auch wirklich gutes Zubehör für Smartphones herstellen kann, haben wir bereits mit dem Gaming-Boliden Sound Blaster EVO ZxR getestet. Das hier getestete Headset der Sound BlasterX-Reihe mit der Namenskennung H5 eignet sich dank des analogen Anschlusses mit integriertem Mikrofon auch für Smartphones und Tablets. Grund genug, uns das Headset einmal zur Brust zu nehmen und zu schauen, ob es auch abseits des Gaming-Bereichs punkten kann. Wir hatten es also ein paar Tage auch unterwegs im Einsatz – und zugegeben, es ist bereits etwas her, dass wir ein hochpreisiges Headset im Testaufgebot hatten.

Endlich wieder qualitativ hochwertiges Design bei Creative

Das EVO ZxR war klanglich eines der besten Multifunktions-Headsets, die wir bis heute auf dem Kopf hatte, doch konnte die Verarbeitungsqualität nicht Ansatzweise dem damals noch weit über 300 Euro bzw SFr. teuren Headset gerecht werden. Das Sound BlasterX H5 hat hier schon ganz andere Qualitäten und wirkt trotz des deutlich geringeren Preises um ein vielfaches wertiger. Der Kopfbügel verbirgt unter der Polsterung bis hin zu den Ohrmuscheln ein sehr stabiles und flexibles Stahlband, an dessen beiden Enden sich die Hörermuscheln ordentlich ausziehen lassen und somit auch auf den grössten Köpfen platz finden. Auf den Ohrmuscheln selbst bestehen zwar grösstenteils aus Kunststoff, doch wirkt die aufgesetzte Aluminiumplatte auf den Aussen recht stimmig. Markant ist auch das grosse rote X der neuen Sound BlasterX-Marke. Gefallen muss das zwar nicht allen und für Fans von Schlichtheit wohl ein Akzent zu viel, doch uns hat es durchaus gefallen. Die Ohrmuscheln selbst sind in Gelenken eingefasst und sind dadurch ebenfalls beweglich, was der Anpassung an die Kopfform zuträglich wird. Zudem ist es mit 250 Gramm für die im ersten Eindruck recht wuchtigen Ausmasse sehr leicht, was der Qualität aber nicht abräglich ist.

 

Das Kabel ist mit Stoff ummantelt, was in unseren Augen bei hochwertigen Headsets zum Standard werden sollte. So bleibt das baumelnde Anhängsel des Kabels nicht nur deutlich flexibler, es ist auch leichter zu entwirren, sofern dieses sich mal zu sehr verknoten sollte. Selbst die Verbindungskabel an den Ohrmuscheln, welche sich dann durch die Kopfpolsterung schlängeln, sind durch dicken Stoff geschützt.

 

Wirklich gut gemeint ist auch der modulare Ansatz der verwendeten Kabel und des Mikrofons. Das Audiokabel, welches vierpolig ausgelegt ist und damit auch die Übertragung für das Mikrofon integriert, wird auch am Kopfhörer eingesteckt. Das Mikrofon selbst kann ebenfalls ab- und angesteckt werden, was in beiden Fällen den Transport deutlich vereinfachen kann. Durch die Form der Kunstoffhalterungen am Ende der Kabel werden allerdings nicht alle anderen Kabel passen und somit funktionieren. Braucht ihr also mal ein neues Mikrofon für das H5 oder auch ein neues Kabel, ist man in den meisten Fällen auf Creative angewiesen und muss sich dort um Ersatz kümmern oder man hat das Glück und findet etwas, dass dort wirklich rein passt. Schade, dass man hier nicht deutlich universeller Gedacht hat.

 

Noch interessant zu erwähnen ist die beigelegte Kabelweiche, die aus dem vierpoligen Anschluss zwei separate Anschlüsse für Audio und Mikrofon macht. Das eigentliche Kabel ist bereits 1.2 Meter lang und die Weiche legt noch einmal 1.2 Meter dazu. Damit sollte man auch längere Bereiche überbrücken können. Die Soundqualität an sich leidet dadurch aber nicht. Nett von Creative, eine solche Weiche überhaupt beizulegen. Viele Soundkarten an Desktop-Computern führen Mikrofon und Sound ja weiterhin auf zwei separate Klinken aus.

Starke Technik in den Muscheln und kompatibel mit nahezu allen Geräten

Doch auf welche technischen Feinheiten, kann das Sound BlasterX H5 zurückgreifen? musikenthusiastische und audiophile Menschen, auch aus ganz persönlicher Erfahrung heraus, zucken bei den Worten „Gaming Headset“ gerne einmal zusammen. Entweder sind sie enorm basslastig oder zu stark höhenbetont, doch das Sound BlasterX H5 macht für ein Gaming-Kopfhörer deutlich mehr richtig, als man denkt. Ausgestattet ist es mit zwei 50 mm messenden „Full Spectrum“-Treibern, arbeitet im Frequenzumfang von 20 Hz ~ 20 kHz und besitzt eine Impendanz von 32 Ohm. Das Mikrofon selbst hat einen Frequenzumfang von 100 Hz ~ 15 kHz und eine Impendanz von <2.2k Ohm.

 

Dank des vierpoligen 3.5 mm Klinkenanschlusses ist das Device mit nahezu allem kompatibel, was stationär und mobile zu haben ist. Egal ob PlayStation 4, XBox One, Desktop PC, Mac und ganz wichtig iOS, Android und Windows Phone. Für Fans von iOS und Android ist vor allem die Fernbedienung im oberen drittel des Kabels interessant, denn diese kann nicht nur das Mikrofon deaktivieren, sondern auch die Steuerung für Telefonanrufe und das Abspielen von Musik übernehmen. Mit Windows Phone bzw. Windows 10 Mobile funktionierte das im Test allerdings nicht, schade.

 

Die 50 mm-Treiber des Headsets sind im Inneren der Ohrmuschel – wie nennt der Hersteller das? – in der Tilt-Driver-Implementierung eingesetzt. Lustiger Name, allerdings hat es anscheinend auch einen höheren Zweck, denn durch die leicht angeschrägte Anordnung wird laut Creative eine kleine Akustikkammer erzeugt, die vor allem störende Resonanzen eliminieren soll. Ehrlich gesagt haben wir keine Ahnung, ob das wirklich funktioniert, aber wir konnten dadurch auch keine negativen Einflüsse feststellen. Daher lassen wir das einmal so stehen.

Sound BlasterX H5
Das Mikrofon und das eigentliche Audiokabel sind abnehmbar.

Starker Gaming-Sound und aufblitzendes Talent für Musik und Film

Zugegeben, wir haben ja vorhin über das Zusammenzucken von audiophilen Menschen beim Nennen von Gaming-Headsets gesprochen und auch das Sound BlasterX H5 ist nicht unbedingt die absolute Hi-Fi-Erfüllung. Nein, das definitiv nicht. Das H5 liefert sich auch hier einige Schwächen und das in wohl allen Bereichen und kann diese auch nicht verschleiern. So kann man sich dem Eindruck nicht erwehren, dass es dem Headset ein wenig in den Mitten fehlt. Der Bass ist klar und deutlich, übersteuert nicht und ist wirklich sehr gut ausbalanciert. Auch die Höhen kommen nicht zu kurz und setzen Akzente. Leicht basslastig, ohne die Tiefen all zu hart erscheinen zu lassen, wirkt das H5 dann aber doch und zwar soweit, dass der Bass ab und an dazu neigt in bestimmten Situationen die Mitten zu verschlucken. Die Mitten sind aber dennoch da, werden nur zwischenzeitlich ganz gerne mal von den guten Bässen und den klareren Höhen in eine Schallzange genommen.

Ein kleineres Defizit, welches man vor allem auch bei Musik dann zu hören bekommt. Das Sound BlasterX H5 kann Musik dennoch, es ist nur nicht für alle Richtungen geeignet. Braucht ihr Bass auf die Ohren oder habt Musik mit viel Höhenanteilen, kann das H5 durchaus überzeugen und wie gesagt, die Mitten sind nicht weg und immer da, sie werden nur ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Im Bereich Gaming dominiert das H5 allerdings durchaus und legt eine starke Performance hin. Das liegt vor allem daran, dass gerade hier klare Höhen diverse Voreile bieten und satte Explosionen oder röhrende Motorensounds mögen dann einfach alle. Über die gesamte Testzeit gesehen haben wir auch hier wieder die unterschiedlichsten Soundtracks, Spiele und andere Dinge durch die Treiber des H5 gejagt. Einen Auszug davon seht ihr nun in folgender Tabelle.

Musiker und BandsSoundtracks von Filmen, Video- und ComputerspielenGespielte Spiele
  • Pendulum – Immersion
  • Skrillex – Bangarang
  • Michael Bublé – To Be Loved
  • Billy Talent – Billy Talent III
  • Anberlin – Blueprints for City Friendship
  • Mike Oldfield – Nuclear
  • Netsky – Eyes Closed
  • Alüto – To you all (Michi)
  • Infected Mushroom – Deeply Disturbed
  • Mark Forster –
  • Green Day – American Idiot
  • Lindsey Stirling – Shatter Me
  • Blind Guardian – A Night at the Opera
  • Vanessa Mae – The Classical Album
  • Schandmaul – Narrenkönig
  • Eminem – 8 Mile
  • Austin Wintory – Journey (Original Soundtrack)
  • Guild Wars 1 und 2 – Original Soundtracks
  • Pacific Rim – Original Soundtrack
  • Enders Game – Original Soundtrack
  • Uncharted – Original Soundtrack
  • Halo 2 und 3 – Original Soundtracks
  • Baldur’s Gate 2 – Original Soundtrack
  • The Dark Knight – Original Soundtrack
  • Skyrim – Original Soundtrack
  • StarCraft II – Original Soundtrack
  • Rocket League – Original Soundtrack
  • Portal 2 – Original Soundtrack
  • The Witcher 3 – Original Soundtrack
  • Game of Thrones – Original Soundtrack
  • Destiny – Original Soundtrack
  • Guild Wars 2
  • Infamous: Second Son
  • Outlast
  • Destiny
  • Real Racing 3
  • Modern Combat 4
  • Monument Valley
  • Lara Croft GO
  • The Eldar Scrolls V: Skyrim
  • Uncharted Collection
  • Uncharted 4: A Thief’s End
  • StarCraft II
  • The Witcher 3
  • Overwatch

Während das Headset von Creative als Gaming-Bolide durchweg überzeugt, so kann man ihm als Musikkopfhörer immerhin ein gewisses Talent zusprechen. Für Filme reicht es ebenfalls, stellt aber in beiden letzteren Fällen weder eine Erfüllung dar nicht kann man hier sehr gute Zeugnisse ausstellen. Es reicht allerdings, vor allem für nicht so audiophile Menschen. Wer einfach nur am Tablet, Smartphone oder an allen anderen Dingen zocken will und gelegentlich Musik einspielt, der kommt voll auf die Kosten.

Sound BlasterX H5 Design
So sehen die Enden aus, die in die Link Ohrmuschel eingesetzt werden.

Fazit – Toller Allroundkopfhörer für alle Geräte und Gelegenheiten

Selten hab ich einen solch interessanten Allround-Kopfhörer auf den Ohren gehabt, der sich in so vielen Disziplinen so ordentlich schlägt. Der Sound BlasterX H5 sitzt unheimlich bequem auf dem Kopf und liefert eine durchweg herausragende Verarbeitungsqualität. Der Sound beim Spielen ist ebenfalls als überragend zu bezeichnen, während man bei Musik und Filme vielleicht leichte Abstriche machen muss, da die Mitten ein wenig zu sehr in den Klammergriff von Höhen und Tiefen genommen werden. Das ist allerdings angesichts des Preises und der wirklich guten Eigenschaften durchaus verschmerzbar.

 

Das Headset lässt sich zudem an allerlei Geräten anschliessen und die Fernbedienung am Kabel ist auch für Android und iOS geeignet. Eine Kabelweiche liegt dem Kopfhörer bei, der den analogen 4-poligen Anschluss in zwei separate Klinkeanschlüsse für Mikrofon und Audio aufteilen kann, welche zudem noch einmal 1.2 Meter mehr Kabel bereithält.

 

Einzig und allein die etwas klobigere Erscheinung des Headsets könnte das Tragen im Outdoor-Bereich verhindern. Zumal das Mikrofon ebenfalls absolut nicht klein ist und zusätzlich im Headset eingesteckt werden muss. Damit sieht das Sound BlasterX H5 auf dem Kopf eher so aus, als würde man Flugzeuge auf der Landepiste einweisen wollen, was nicht allen gefallen dürfte.

 

Am Ende ist der Preis mit mittlerweile rund 99 Euro bei Amazon oder knapp über 100 SFr. bei uns in der Schweiz absolut angemessen für die gebotene Leistung. Wer also ein ordentliches Gaming-Headset haben will, dass wirklich nahezu überall verwendbar ist und ein stimmiges Soundverhältnis bietet, der kann mit dem Sound BlasterX H5 nicht viel falsch machen. Das Preisleistungsverhältnis stimmt allemal. Uns hat das Headset durchaus gefallen.

vg-wort
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