So. 18. Januar 2015 um 15:59

Gadget Review: Jabra Revo Wireless Headset im Test

von Marcel Laser3 Kommentare

Kaum ein Produkt erregte in der Kategorie für kabellose Headsets mehr Aufmerksamkeit, als die bereits 2013 erschienen Kopfhörer der Firma Jabra. Das Unternehmen ist im mobilen Segment zu Hause und besitzt ein ansehnliches Portfolio an unterschiedlichen Produkten für unsere Smartphones und Tablets. Ein besonderes Augenmerk warfen schon Viele auf die Jabra Revo Kopfhörer, welche wir in der Wireless-Version für euch getestet haben. Was sie können, zeigt der folgende Test.

Edles Design und sehr vielfältige Anschlussmöglichkeiten

Kopfhörer oder auch Headsets sind schon seit längerer Zeit auch als Mode-Accessoire zu sehen. Sehen sie gut aus? Passen sie zu den Klamotten? Passen sie vor allem zu mir? Nicht selten stellt man sich mit den neuen Kopfhörern vor den Spiegel, um zu schauen, ob alles passt. So ist vor allem das Design eine Trend- bzw. eine Geschmacksfrage, die jeder für sich selber beantworten muss. Die Jabra Revo Wireless kommen in den drei Farbvarianten Weiss/Rot, Schwarz/Rot und Grau/Weiss/Gelb. Auch eine nachtschwarze Special-Edition ist für einen kleinen Aufpreis verfügbar und besitzt zwei dezente goldfarbene Aluminium-Aufnahmeringe an den Bügeln.

 

Treiber Einheit40 mm
Impedanz32 Ohm
Frequenzspektrum20 Hz – 20 kHz
Empfindlichkeit119 dB @ 1 V / 1 kHz
Gewicht240 Gramm
Zubehör3.5 mm Klinkenkabel, MicroUSB-Kabel, Jabra App (iOS/Android)

 

Die On-Ear-Kopfhörer sitzen wie die Typenbezeichnung schon sehr schön definiert auf den Ohren und umschliessen diese nicht. Die rechte Seite der Revo Wireless ist das Kontrollzentrum und dort befinden sich auch die Touch-Controls für Lautstärke, Wiedergabe, Anruf-Annahme, der Bluetooth-Schalter, NFC und der MicroUSB-Anschluss. An der linken Seite finden wir nur den Button zum aktivieren der hauseigenen App, sofern diese auf euren Geräten (Android und/oder iOS) installiert ist. Ist die App gestartet, aktiviert sich auch die Virtual Surround Funktion in Form der Spezifikationen von DOLBY Digital Plus . Zudem findet sich auf der linken Seite auch der Klinkenanschluss.

 

Im Paket enthalten sind neben den Kopfhörern auch ein MicroUSB-Kabel zum Aufladen oder Anschliessen an den PC/Mac, ein 3.5 mm Klinkenstecker-Kabel. Eine Bedienungsanleitung darf natürlich auch nicht fehlen und ein kleines Kärtchen mit einem QR-Code, welcher euch zum Download der App bringt.

 

Guter Tragekomfort und eine interessante Bedienung

Sehr schön anzusehen ist die Einfassung der Aluminiumrahmen, welche die Ohrmuscheln halten. Letzteree sitzen flexibel gelagert im Rahmen und ist daher leicht kippbar. Dies erhöht den Tragekomfort, da sich die Ohrmuscheln an die Lage anpassen können. Das Polster am oberen Teil des Headsets ist nicht wirklich riesig, aber angenehm. All zu grosser Druck kommt daher weder von den Seiten noch von oben. Die Einstellung der Bügel erfolgt stufenlos. Ich persönlich bin eher von festen Einstellungsstufen angetan und musste mich daher an die stufenlose Konfiguration gewöhnen. Negativ ist es nicht, allerdings ist noch unklar, ob nach sehr langer Nutzungszeit die Fassung nicht an Halt verliert. Nach rund einem Monat der Dauernutzung ist eine Abnutzung der Griffigkeit aber noch nicht zu spüren. Das Tragegefühl ist ebenfalls wirklich gelungen. Auch nach stundenlangen Sessions war nur ein minimaler Druck zu spüren, an den man sich aber auch nach und nach gewöhnt.

 

Die Bedienung ist das mit Abstand interessanteste Feature der Kopfhörer. Sind diese per Bluetooth mit einem Android– oder iOS-Device verbunden, so lassen sich diese mit der berührungsempfindlichen rechten Seite der Ohrmuschel steuern. Witzig: Die eigene Bedienungsanleitung redet von drehbaren Steuerelementen, doch ist diese Fehlinformation vielleicht eher einem Übersetzungsfehler anzukreiden. Wollt ihr die Lautstärke aufdrehen, so streicht ihr im Uhrzeigersinn der rechten Ohrmuschel am Rand entlang. Streicht ihr im Kreis in die entgegensetzte Richtung, wird es leiser. Ein Doppeltipp auf der linken Seite geht ein Lied zurück, auf der rechten Seite ein Lied vor. Lediglich ein kleines Knubbelchen in der Mitte der Aussenwand dient zur Identifizierung eines klickbaren Hardwarebuttons, welcher Filme oder Lieder pausieren und das ankommende Telefongespräch annehmen kann

 

Das ganze klappt im Grossen und Ganzen auch am PC. Dazu müssen die Jabra Revo Wireless Kopfhörer per USB am Computer angeschlossen werden. Ist dies erfolgt, installiert sich das Headset als USB-Soundmedium und kann fortan im Gerätemanager als Standard-Ausgabe festgelegt werden. Nun kann die Lautstärke unter Windows auch über das Touchfeld der Kopfhörer geregelt werden. Funktioniert relativ gut, doch sind die Sprünge in den einzelnen Stufen recht hoch. Für den ein oder anderen könnte ein präziseres Nachregeln über den Mixer des Betriebssystems zu besseren Ergebnissen führen.

Starke Bässe, gute Mitten und Höhen. Bedarf aber einiges an Finetuning

Trotz der Tatsache, dass die Kopfhörer schön klein und leicht sind, produzieren sie einen wirklich guten Sound! Vor allem die Bässe schallen extrem kraftvoll aus den 40 mm Treibern, allerdings übersteuern diese nie. Die Charakteristik des Tons geht zwar stellenweise klar Richtung Beats-Kopfhörer, doch haben die Revo Wireless trotz des starken Basses ein deutlich ausgewogenes Klangbild. Mitten und Höhen bleiben jederzeit klar erkennbar. In der Grundkonfiguration, ohne das Verändern von Einstellungen durch Equalizer, spielt der Kopfhörer seine Stärken vor allem im Bereich von elektronischer Musik, HipHop oder anderer basslastiger Musik aus. Das gibt der Hersteller auch unverfroren zu, doch lassen sich den Treibern auch ganz andere Manieren entlocken. Mit den richtigen Einstellungen kann dieser sanfte Züge zeigen und auch mal mit weniger Bass auskommen. Daher eignet sich der Kopfhörer, wenn man sich die Mühe macht zu experimentieren, für viele Stilrichtungen. Klassische Musik sollte allerdings nur mit Vorsicht genossen werden, denn hier merkt man deutlich, dass die Revos im Ton zu dunkel sind.

 

Musiker und BandsSoundtracks von Filmen, Video- und ComputerspielenGespielte Spiele
  • Pendulum – Immersion
  • Skrillex – Bangarang
  • Michael Bublé – To Be Loved
  • Billy Talent – Billy Talent III
  • Anberlin – Blueprints for City Friendship
  • Netsky – Eyes Closed
  • Alüto – To you all (Michi)
  • Infected Mushroom – Deeply Disturbed
  • Tim Bendzko – Wenn Worte meine Sprache wären
  • Green Day – American Idiot
  • Blind Guardian – A Night at the Opera
  • Vanessa Mae – The Classical Album
  • Schandmaul – Narrenkönig
  • Eminem – 8 Mile
  • Austin Wintory – Journey (Original Soundtrack)
  • Guild Wars 2 – Original Soundtracks
  • Pacific Rim – Original Soundtrack
  • Enders Game – Original Soundtrack
  • Uncharted – Original Soundtrack
  • Halo 2 und 3 – Original Soundtracks
  • Baldur’s Gate 2 – Original Soundtrack
  • The Dark Knight – Original Soundtrack
  • Skyrim – Original Soundtrack
  • StarCraft II – Original Soundtrack
  • Guild Wars 2
  • Killzone: Shadow Fall
  • Infamous: Second Son
  • Outlast
  • Destiny
  • Real Racing 3
  • Modern Combat 4
  • Oceanhorn
  • Riptide GP2
  • Monster Hunter: Freedom Unite
  • The Eldar Scrolls V: Skyrim
  • Diablo 3: Reaper of Souls
  • StarCraft II
  • Gran Turismo 6
  • Uncharted 3: Drakes Deception

 

Getestet wurden die Kopfhörer in so ziemlich allen Kategorien, die uns und vor allem auch mir zur Verfügung standen. Darunter eine breite Palette an Musik und auch Spiele kamen zum Einsatz. Mit dabei unter anderem Real Racing 3, Oceanhorn, Monster Hunter Feedom Unite und auch auf der PS4 in Diablo 3 Reaper of Souls, GTA V und Destiny. Die recht basslastigen Kopfhörer machen vor allem bei Shooterspielen Spass. Egal ob Explosionen von Granaten oder das Durchziehen einer Shotgun, der Sound ist bombastisch! Da es vor allem bei der Konsole nur wenig Möglichkeiten gibt, auf Kopfhörern von Drittherstellern Profile anzupassen, ist es nicht möglich den Tiefton ein wenig herunter zu schrauben, um auch im Multiplayer die hohen Töne von Schritten besser hörbar zu machen. Dennoch machen die Jabras auch hier Spass, egal ob an der Konsole per Klinke oder über Bluetooth am Mobiltelefon. Spieletauglich sind sie also allemal, vor allem dann wenn man sich an gewaltigen Explosionen erfreut. Mir hat es jedenfalls gefallen, auch wenn ich an einigen Stellen sehr gerne den Bass etwas runtergeregelt hätte.

Fazit

Jabra Kadabra! Die Revo Wireless bringen ein sehr gutes Gesamtpaket an Sound und Anschlussmöglichkeiten mit. Gerade was die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten betrifft, sind sie sehr gut ausgestattet: USB am PC oder Mac, per Bluetooth an iOS, Android oder Windows Phone und per Klinke an allem, was euch eine 3.5 mm Buchse zur Verfügung stellt. Die Akkulaufzeit beträgt streckenweise bis zu 12 Stunden per Funkverbindung! Das ist einfach Irre und reicht für den täglichen Gebrauch mehr als aus. Sind die Kopfhörer zwar eingeschaltet, aber nicht verbunden, halten sie bei voller Ladung bis zu 10 Tage im Standby durch.

 

So sehr man den Sound der Jabras auch loben mag, so haben sie klare Stärken und Schwächen. Sie sind definitiv keine Kopfhörer mit HiFi-Qualitäten. Sie präsentieren sich als recht basslastig, vernachlässigen aber Höhen und Mitten dadurch nicht, was im Vergleich einige Konkurrenzprodukte wie Beats by Dr. Dre gerne mal machen. Als extrem stark präsentieren sie sich aber bei basslastiger Musik wie Electro, HipHop oder ähnlichen Bereichen. Die Leistungen in ruhigeren Musik-Gewässern sind aber ebenfalls in Ordnung und über dem Durchschnitt. Wer zudem noch gerne mit Equalizern herumspielen mag, kann die Leistung sogar noch erheblich steigern.

 

Die Jabra Revo Wireless haben immer noch eine hohe UVP von 199 Euro (202 SFr.) vom Hersteller aus auf dem Preisschild stehen, können allerdings bei Amazon schon für etwas mehr als 120 Euro erworben werden! Wer sich auf die dunkle Seite der Macht, Entschuldigung, auf die dunklere Tonseite der Kopfhörer einlassen kann, welche schön knackig und kraftvoll daherkommt, aber immer noch Spielraum für andere Tonlagen lässt, ist mit den hervorragend ausgestatteten Jabra Revo Wireless bestens bedient. Wir sind auch auf einen potenziellen Nachfolger gespannt.

vg-wort
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3 Antworten zu “Gadget Review: Jabra Revo Wireless Headset im Test”

  1. Dirk B. sagt:

    Ich habe das Jabra bei Markteinführung nutzen dürfen. Trage und Bedienkomfort sind auch für einen Kopfhörer Verweigerer beachtlich. Jabra Revo sitzt auch nach Stunden bequem und lässt sich einfach bedienen. Auch als Headset für die Telefonie sind die Revo Kopfhöhrer geeignet. Abgerundet wird das ganz durch ein sehr hochwertiges und vor allem ausreichend langes USB und Miniklinken Kabel. Das was ich etwas suchen musste war die Bezeichnung der rechten und linken Hörmuschel. Diese steht innen in den Hörmuscheln. Dank NFC Authentifizierung kann super schnell mit jedem NFC Endgerät gekoppelt werden.

    Ich habe Revo jetzt seit über einem Jahr im Gebrauch. Auch heute sieht es aus wie neu, zeigt keinerlei mechanischen Verschleiß und auch der Akku reicht so lange wie beim ersten Tag.

  2. Anaya sagt:

    Bin nicht ganz so überzeugt wie die Redaktion…

    + Verbindungen (USB,Kabel,Bluetooth)
    + Tragkomfort (Ohrmuscheln sind super)
    + Bedienung per Touchtasten (Hardware tasten würden es auch tun)

    – Preis
    – Gewicht
    – Sound Qualität (ja es gibt Kopfhörer für 60.- die ebenbürtig sind)
    – Nervige Apps vom Hersteller

  3. Kenan Sidali sagt:

    Ich habe den Kopfhörer schon länger.

    + Design & Tragekomfort (nach Stunden noch immer angenehm)
    + Lange Laufzeit
    + USB-Kabel (hochwertig – bester USB-Kabel den ich jemals hatte)
    – Sehr Basslastig (mit eine Equalizer kann man das Problem lösen)

    Der UVP Preis zur Markteinführung war 249€, wenn ich mich richtig erinnere. Meiner Meinung nach sind 120€ nicht teuer für diesen Kopfhörer.
    Sound ist ok.

    Alles in einem bin ich zufrieden.

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