So. 11. Oktober 2015 um 9:03

Apple iPhone 6 Plus und iPhone 6s Plus im Kameravergleich

von Barbara Walter-Jeanrenaud0 Kommentare

3D Touch

Immer feste drauf: Drückt man den Kamera-Button des neuen iPhone 6s Plus fest, so startet sich direkt ein kleines Schnellmenü. Hier kann man schon beim Auswählen entscheiden, ob man ein Selfie, ein Video oder ein Foto aufnehmen möchte. Wichtig ist, dass man keine Scheu hat, wirklich fest auf den Bildschirm zu drücken, denn hält man den Finger einfach nur lang auf dem Screen, kann man, wie vom iPhone gewohnt, lediglich die Icons ordnen. Die 3D-Touch-Technologie wurde bereits an dieser Stelle beschrieben. Wichtig zu erwähnen wäre noch, dass derzeit verschiedene grosse App-Entwicklerfirmen daran arbeiten, 3D-Touch zu integrieren. Namentlich genannt sind dies unter anderem Instagram, Facebook, Weibo, DropBox, Sky Guide, Pinterest, WeChat, ZORG und Pixel Toys. Wir werden uns also nach und nach über immer mehr Möglichkeiten der neuen Technologie freuen können und sind gespannt auf die Umsetzung.

 

Per „Pop“ kann auch die Kamera, mit der wir uns in diesem kurzen Foto-Check beschäftigen wollen, gestartet werden. Mit dem Schnellstart der Kamera kommt man also schneller zu der Funktion, die man gerade benötigt. In diesem Fall haben wir uns die Kameraqualität des iPhone 6s Plus im Vergleich zum Vorgängermodell, dem iPhone 6 Plus, genau angeschaut. Mit dem Sprung von 8 Megapixel zu 12 Megapixel für die Hauptkamera erwartet man, dass die Kamera wesentlich mehr Details einfängt und brillanter sein müsste – das werden wir in Vergleichsfotos versuchen, abzubilden. Auch Videos in 4k-Auflösung sind nun laut Apple möglich, dies werden wir euch aber bei einer passenden Gelegenheit mit einem brauchbaren Motiv zeigen. Die neue Kamera des iPhone 6s Plus verfügt über eine besser Rausch-Unterdrückung. Ausserdem sind hochauflösende Panoramabilder möglich.

 

Im Folgenden seht ihr jeweils das Bild des iPhone 6 Plus und im Album darunter dasselbe Motiv mit dem iPhone 6s Plus geschossen. Bei beiden Bildern wurden dieselben Kameraeinstellungen verwendet und die Aufnahmen innert einer Minute geschossen.

Insgesamt wirken die Bilder des iPhone 6s Plus in der Tat etwas detaillierter und schärfer. Die Bildqualität ist allerdings bei beiden Kameras sehr hoch, Unterschiede lassen sich, wenn überhaupt, höchstens im Bereich des Bildhintergrunds erkennen. Bei den Bildern des iPhone 6s Plus sind diese weniger verwaschen eingefangen und lassen dadurch das gesamte Foto brillanter und heller wirken. Gerade unter schlechteren Lichtbedingungen im Inneren eines Raumes werden mehr Details und Licht eingefangen als beim iPhone 6 Plus.

Live-Photos

Ein Feature, auf das Apple besonders stolz ist, sind die sogenannten Live-Photos. Hierbei werden einige Momente vor und nach dem Auslösen inklusive Ton aufgezeichnet und bei Betrachten des Fotos abgespielt, so das ein Mini-Video entsteht, ohne dass es sich um ein ausgesprochenes Video handelt. Die Bilder wirken durch dieses Feature lebendig und – je nach Motiv – unter Umständen auch sehr spooky. Auf jeden Fall sind sie ein Hingucker und momentan, wo noch nicht all zu viele iPhone 6s-Geräte im Umlauf sind, ein Spass und Knaller auf jeder Party.

 

Es muss erwähnt werden, dass Apple nicht die erste Firma ist, die diese Art von Bildern auf die Geräte bringt. Die Technologie ist also keine Apple-Erfindung, haben doch auch HTC und die Lumia Kamera-App seit einiger Zeit Bilder zum Leben gebracht, allerdings ohne Ton. Das Feature ist bei Apple wesentlich präsenter und während viele HTC- und Lumia-Nutzer_innen eventuell noch nicht einmal genau wissen, was ihre Kamera-App zu leisten im Stande ist, bringt Apple den Marketing-Clou und stellt das Feature in den Fokus. Gerade der Fokus scheint allerdings ein kleines Problem zu bieten. Irgendwie schafft man es beim Knipsen noch nicht selbst, die Qualität der Werbebilder Apples zu erreichen. Es scheint so, als seien die faszinierenden Aufnahmen unter perfekten Bedingungen entstanden, die man als im Alltag nicht so einfach hinbekommt. Die Live-Photos ruckeln und zeigen oft im Grunde keine Bewegung, sondern wirken meist wie zwei hintereinandergeschnittene Fotos. Vielleicht braucht es einfach ein wenig Übung und den Blick für das richtige Motiv, eventuell aber auch ein kleines Update, was nötig wird. Insgesamt sind die Live-Photos also ein toller Party-Gag mit Luft nach oben und dem Potenzial für etwas ganz Grosses: Die Marketing-Stiefel trägt Apple wie so oft mit Stolz – und das zu Recht.

 

Apple geht nämlich den direkten Weg zur Kundschaft und konnte die erfolgreiche Social Media-Apps dazu bringen, in Puncto Live-Photos zusammenzuarbeiten. In Zukunft können wir uns auf bewegte Fotos bei Weibo, Getty Images und Facebook freuen, weitere Apps, wie zum Beispiel Instagram werden sicher folgen. Auch sehr schön ist die Möglichkeit, die Live-Photos als Sperrbildschirm zu nutzen. Die Live-Bilder können per Air Drop, iMessage und iCloud Photo Sharing mit anderen Apple-Geräten geteilt werden und auch auf der Apple Watch mit installiertem WatchOS 2 angesehen werden. Dennoch bleiben die Bilder „normale“ jpeg-Dateien, wenn man sie auf den Rechner zieht oder an nicht-Apple-Geräte schickt.

Fazit

Die hervorragende 12 Megapixel-Kamera des iPhone 6s Plus steckt die sehr gute 8 Megapixel-Kamera des iPhone 6 Plus zwar nicht gerade in die Tasche, kann den Qualitätsstandard für Apple-Geräte aber weiterhin ausbauen. Die Bilder sind knackscharf und wirken im Vergleich zum Vorgängermodell vor allem im Hinblick auf die kleineren, aber wichtigen, Nuancen wesentlich detaillierter und besser. Die Möglichkeit, Videos in 4K-Auflösung aufzunehmen, ist gut und bringt Apple auf eine Kamera-Stufe mit den anderen Highclass-Herstellern.

 

Die Live-Photos sind eine hübsche Sache. Zwar ist die Technologie nicht neu, jedoch setzt Apple sie wesentlich medienwirksamer ein und möchte sie auch in die sozialen Netzwerke bringen. Ein wenig erinnern die bewegten Bilder ja an die Harry Potter-Romane, in denen die Zauberer und Hexen von Fotos und Sammelbildern winken. Wer hätte beim Lesen der Bücher vor über 15 Jahren gedacht, dass Einflüsse aus der Zaubererwelt irgendwann in unser Muggel-Universum Einzug erhält? Und was sagt das Zaubereiministerium wohl dazu?

Bisher gibt es bei der Suche nach dem perfekten Live-Photo zwar noch Probleme in der Umsetzung, die geschossenen Live-Photos weichen in der Praxis noch stark von denen in den Werbeclips ab, dennoch hat die Technologie mit dem Marketing-Eifer Apples sehr grosse Chancen, etwas ganz Grosses zu werden. Der derzeitige gif-Hype wird nicht unerheblich dazu beitragen – man war in Cupertino mit der Idee also wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Microsoft müsste nun eigentlich dringend nachziehen und das eigene Programm stärker promoten, um auch an dem Erfolg teilzuhaben.

vg-wort
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