So. 16. November 2014 um 14:26

Apple iPad Mini 3 im Test und zudem die Frage, was ich hier testen soll

von Marcel Laser5 Kommentare

Verzeiht mir an der Stelle bitte, dass der Testbericht zum iPad Mini 3 eher eine Kolumne oder ein Kommentar wird, aber anders weiss ich mir gerade nicht zu helfen. In den letzten Tagen habe ich das Gerät ausgiebig versucht unter die Lupe zu nehmen, habe schon teilweise mehrere Kapitel zu den einzelnen Punkten wie Display, Prozessor, Leistung, Akkulaufzeit und was nicht sonst noch alles in unseren Reviews platz findet, geschrieben und restlos alles wieder gelöscht. Ich bin ehrlich gesagt ein wenig frustriert und werde das auch anhand einiger Punkt für euch aufschlüsseln. Der nachfolgende Bericht ist somit eine Mischung aus Kolumne und Review und ich hoffe ihr reisst mir am Ende dafür nicht den Kopf ab, dass ich hier ein wenig unsere Review-Tradition breche. Aber so habe ich es nun doch fertig gebracht, einen Text auf die Beine zu stellen. Am Ende muss man sowieso alles mit einem Augenzwinkern sehen 😉 Aber nun zum „Testbericht“.

Design und Verarbeitung ist wie „The same procedure as the last two years, Apple“

Allerdings ist die Überschrift alles andere als ein Kritikpunkt. Erinnern wir uns nur einmal an die Ursprünge von Apples Design-Rhythmus aus den Jahren der ersten iPhone-Generationen. Das iPhone 3G und iPhone 3GS -> Identisch. iPhone 4 und iPhone 4S -> Identisch. Das iPhone 5 und iPhone 5S -> Identisch. Das Design der Vorgänger der ersten neuen Iteration wird also nur mit deutlich stärkerer und verbesserter Hardware neu befüllt und Apple tut da gar nicht einmal so schlecht daran. Denn jeder, der mit seinem privaten Geräte-Portfolio einen Zweijahres-Rhythmus fährt, bekommt entsprechend nicht nur deutlich mehr Power, sondern auch jedes Mal ein anders aussehendes Gerät.

 

Das iPad Mini 3 hingegen stagniert. Wenn man von einem iPad 4 kommt und auf ein iPad Air 2 umsteigt, bekommt man eben das, was die iPhones alle zwei Jahre für ihre Käuferinnen und Käufer bereithalten. Das iPad Mini ist hingegen nun in der dritten Generation, aber viel geändert, bis auf Gewicht und Dicke, hat sich nicht. Seit zwei Jahren bleibt also erstmals alles gleich: 200 x 134.7 x 7.5 mm stehen hier als handfeste Dimensionen schon seit 2013 im Raum. Das erste iPad Mini besitzt zwar die selbe Breite und Höhe, ist allerdings mit 7.2 mm noch 0.3 mm schlanker als die beiden Nachfolger. Im wahrsten Sinne des Wortes fällt das allerdings auch ins Gewicht, denn das iPad Mini 3 wiegt wie sein Vorgänger auch 331 Gramm ohne LTE-Modem. Das iPad Mini aus dem Jahre 2012 war immerhin um fast 30 Gramm leichter.

 

Was allerdings immer gleich blieb: Das Design. Sehen wir einmal von den unmerklichen 0.3 mm ab, die es seit 2013 mehr auf den Rippen hat, ist alles noch beim Alten geblieben. Da Apple derzeit alles auf „Rund“ umstellt, wie die derzeitigen iPhones mit seinen Rändern zeigt, ist wohl ein unverändertes Aussehen der derzeit logischste Schritt, den Apple hier für sich geht. Das Gerät fühlt sich weiterhin sehr gut in der Hand an, ist kompakt und daher toll in Rucksäcken und Taschen zu transportieren. Ob man das nun als Kritikpunkt wertet, dass sich seit dem ersten 7 Zoll Tablet aus Cupertino nichts am Äusseren geändert hat, bleibt jedem selbst überlassen. Wenn das Design gefällt, ist es ja in Ordnung und ich persönlich bin damit mehr als zufrieden, so wie es ist. Es fühlte sich schon 2012 gut an und tut es nun auch noch 2014.

 

Unterm Strich bleibt also das Aussehen und damit die weiterhin makellose Verarbeitung. Das iPad Mini 3 klappert an keiner Stelle, es fühlt sich wunderbar an und ist auch damit weiterhin ein Premium-Exemplar in dieser Kategorie. Was mich besonders am alten Design freut: Der Mute-Switch bleibt immerhin der Mini-Variante erhalten, wurde dieser noch zuletzt am neuen iPad Air 2 gestrichen. Für mich persönlich und nach Jahren der Eingewöhnung schon fast die 100 Euro Aufpreis zum iPad Mini 2 wert! Nicht weil sie ihn „wieder“ integriert haben, nein, sondern weil Apple ihn nicht gestrichen hat! An dieser Stelle also Grüsse an Apple in Cupertino! Danke.

 

Apple iPad Mini 3 TouchID
Gestatten? iPad Mini 2 mit TouchID alias iPad Mini 3.

Die Hardware: Genauso schnell wie letztes Jahr

Ich musste hier all meine Sinne zusammennehmen, um nicht den Text aus dem letzten Jahr zu kopieren. Daher mache ich es jetzt einmal in kurz: A7-Prozessor von Apple in bekannter DualCore-Manier mit 1.5 GHz Takt und 1 GB RAM. Als GPU kommt die im iPhone 5s schon bekannte G6430 von Imagination Technologies zum Einsatz. Das Display hat 7.9 Zoll mit 2’048 x 1’536 Pixel Auflösung (326 PPI). Bluetooth und WLAN ac sind integriert. LTE-Modem gibts für einen Aufpreis ebenfalls. NFC ist nicht an Bord, allerdings ist Apple Pay in Europa eh noch schlicht und ergreifend nutzlos. Wars das nun? Erschreckenderweise ja! Ok wartet, einen hab ich noch und es ist tatsächlich eine Änderung: Das iPad Mini 3 gibt es nicht mehr in einer Variante mit 32 GB, sondern sehen die Zahlen nun wie beim grossen iPad Air 2 und den iPhone 6 aus: 16, 64 und 128 GB, von denen die 16 GB getrost ausgelassen werden dürfen. Jetzt bin ich aber fertig… Naja, fast: TouchID ist gibts auch noch dazu!

 

Wir haben hier also die selben Zahlen und Daten wie letztes Jahr auch. Es sieht genauso aus, es fühlt sich genauso an und es ist, von den Speichergrössen mal abgesehen, auch noch identisch im Innenleben. Somit haben wir auch die selbe Leistung wie letztes Jahr und ich spare mir hier die Ergebnisse aus irgendwelchen Benchmarks und verweise auf die Resultate des Apple iPad Mini 2 aus dem letzten Jahr, zumindest für die, die es tatsächlich interessiert. Auch hier in kurz: Ja, das iPad Mini 2 ist eine kleine Leistungsmaschine und der A7-Prozessor ist weiterhin ein guter Chip, allerdings aus dem Jahre 2013 und von Apples eigenem A8-SoC deutlich überholt!

 

Das erste iPad Mini bot eine Auflösung von 1’024 x 768 und war noch mit einem älteren SoC vom iPad 2 bestückt, der dafür sorgte, dass Spiele wie Real Racing 3, NOVA 3 oder Galaxy on Fire 2 HD einige Performanceprobleme hatten. Ein Jahr später wurde das iPad Mini 2 dann auf das Level des ebenfalls zum selben Zeitpunkt vorgestellten iPad Air angehoben und es zahlte sich aus: Das iPad Mini 2 war in der Lage, bei deutlich höherer Pixeldichte und deutlich geringerem Gewicht ein dadurch weitaus besseres Spielerlebnis zu bieten. Durch die Handlichkeit hatte man die selbe Leistung nur deutlich kompakter zur Hand und es machte einfach Spass Spiele darauf zu spielen, da die Arme nicht so schnell ermüdeten wie bei grösseren Tablets.

 

Es ist mir persönlich daher unbegreiflich warum man nicht einmal einen A8-SoC integriert hat, um leistungsgerecht mit allen derzeit verfügbaren neuen Modellen Schritt halten zu können. Man könnte durchaus nachvollziehen, dass der A8-SoC derzeit einfach nicht zur Verfügung steht, da Apple nicht einmal mit den neuen iPhone 6 Modellen in der Produktion hinterher kommt. Der A8X-Chip hingegen soll demnach das Alleinstellungsmerkmal des grossen iPad Air 2 sein, welches ja auch ein gelungenes internes Update darstellt und man irgendwo verstehen kann. Doch was ist hier jetzt genau passiert, kann keiner so genau erklären und Apple lässt alle anderen im Unklaren. Warum lässt man das iPad Mini 3 also auf dem Niveau des letzten Jahres stehen? Sind es tatsächlich schon die ersten Anzeichen einer Stilllegung der Mini-Sparte von Apple? Die Verkaufszahlen, welche zudem weiterhin im Sturzflug sind, könnten zumindest darauf hindeuten. Schliesslich reissen die Gerüchte um ein iPad Pro mit 12 Zoll nicht ab und bis zu drei unterschiedliche Tablets am Start wären alles andere als förderlich in der momentanen Situation.

 

Apple iPad Mini 3 Backside
Auch ein goldener Rücken kann entzücken!

Das Display: Selbe Mattscheibe, gleiche Sicht, identisches Gefühl

Der nun folgende Text wird sich ebenfalls wie eine Wiederholung lesen. Die 7.9 Zoll mit 2’048 x 1’536 bleiben ein regelrechter Hingucker. Das Display im Vorgänger war ein Highlight! Eben weil man vom iPad Mini und einer sagenhaft unterirdischen Auflösung von 1’024 x 768 kam und nun etwas richtig tolles vor Augen hatte. Der Sprung von iPad Mini 2 auf iPad Mini 3 ist… wie soll man sagen? Nicht existent. Es verhält sich hier ebenfalls genau so wie beim Prozessor auch: Es gibt einfach nichts neues. Natürlich ist die Anzeige hervorragend, ein knackscharfes Bild, gute Kontraste und immerhin sehr hohe 326 Pixel pro Zoll. Aber das kennen wir alles schon und wurde letztes Jahr von der Fachpresse schon in den Himmel gelobt. Ich spare mir also hier den Tenor.

 

Der Vergleich zum Klassenrprimus alias iPad Air 2 sei einem dann aber doch gestattet. Ist der Sprung von iPad Air auf iPad Air 2 auf dem Display sichtbar? Oh ja, das ist er. Neben den verbesserten Kontrasten hat auch die Anzeige an Qualität zugenommen. Durch die nahezu verschwundene Luftschicht zwischen Schutzglas und Display-Panel liegt die Anzeige nun deutlich näher an der Scheib,e was vor allem die Darstellung in der Qualität erhöht. Alles wirkt plastischer, so also berühre man es nun direkt mit dem Finger.

 

Warum zum Henker hat Apple nicht eine ähnliche Technologie auch im neuen iPad Mini 3 eingesetzt?! Der im Gehäuse dadurch entstandene Platz bei selber Dicke hätte einen deutlich grösseren Akku zur Folge haben können. Warum also? Warum?! Und ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. Es wäre zumindest ein Kriterium gewesen, der den Preis des Modells immerhin auf eine beschwichtigende Art und Weise gerechtfertigt hätte, aber so stehen wir wieder vor dem selben Problem wie beim Prozessor auch: 2013 war es grossartig! 2014 hingegen bleibt es lediglich noch gut und rechtfertigt nicht den Preis aus dem letzten Jahr.

 

Apple iPad Mini 3 Display
PocketPC.ch auf dem iPad Mini 3? Check!

Fazit oder auch: Warum ich an dieser Stelle einfach nicht weiter machen will

Ich glaube, ihr wisst so langsam, worauf das hinausläuft. Versteht mich an dieser Stelle bitte nicht falsch, das iPad Mini 2 war ein tolles Gerät im 2013 und es ist auch heute noch ein tolles Gerät. Es gehört immer noch zu den besten Geräten seiner Klasse. Daher ist auch das iPad Mini 3 alles andere als schlecht, im Gegenteil, es ist exakt genauso toll wie das iPad Mini 2 und da liegt am Ende leider auch der Hund begraben. Es gibt keine wirklichen Änderungen am Gerät, die den momentanen Preis rechtfertigen, zumal das iPad Mini 2 rund 100 Euro bzw. 110 SFr. billiger ist.

 

Wir haben hier ein identisches Gerät zum selben Preis wie vor einem Jahr und nichts hat sich geändert. Oh doch, wartet! TouchID… Wer also in Zukunft Wert darauf legt, sein iPad Mini mit dem Finger zu entsperren, hat natürlich auch einen entsprechenden Mehrwert, oder… naja… eigentlich auch nicht. Auch wenn man hier fairerweise festhalten muss, dass TouchID immer ein deutlicher Komfortgewinn ist, rechtfertigt das immer noch nicht den selben Unterbau. Ganz überspitzt: Wem TouchID zum Kauf noch zu wenig ist, der kann ja noch ein iPad Mini 3 in Gold erwerben und ist damit total exklusiv aus dem Schneider und das alles für den selben Preis von 2013.

 

Apple macht es allerdings auch sehr geschickt: Das iPad Mini 2 ist im eigenen Store maximal noch mit 32 GB erhältlich, während das iPad Mini 3 mit 64 und 128 GB aufwarten kann. Dafür fallen derzeit aber auch die Gebrauchtpreise des iPad Mini 2 und wer günstig ein solches in einem neuwertigen Zustand ergattern kann und noch einmal Geld spart, wird um einiges glücklicher.

 

Wassich Apple am Ende dabei gedacht hat, bleibt ein Geheimnis. Man kann wohl schon davon ausgehen, dass das iPad Mini 3 eher ein Alibi-Device ist und Cupertino sich langsam aus der „Mini-Sparte“ entfernt. Die Tablet-Verkäufe stagnieren bzw. sinken derzeit überall und gerade der Topverkäufer Apple mit dem höchsten Marktaufkommen in diesem Bereich bekommt es regelrecht um die Ohren gehauen. Zumal das iPhone 6 Plus derzeit ebenfalls ein wenig an den Zahlen des kleineren Apple-Tablets knabbern wird. Ob es eine weitere Iteration des iPad Mini geben wird, steht also in den Sternen. Unter Umständen wird symbolisch gesehen nächstes Jahr das iPad Air 3 zum Mini, wenn Apple tatsächlich ein iPad Pro oder iPad Plus ins Angebot aufnehmen sollte.

 

Wer nicht zufällig grade ziemlich viel Lust auf Fingerprint-Action hat und noch so gerade eben in seinem Leben auch ohne die Farbe Gold leben kann, der greift zum deutlich günstigen iPad Mini 2. Alle anderen bitte auch… Apple? See ya‘ next year…

 

PS: Wer die Review zum iPad Mini 3 in „ernst“ lesen will, der schaut bei uns im iPad Mini 2 Review vorbei und liest sich zudem den TouchID-Part vom iPhone 5s Review durch. Allerdings immer mit dem heutigen Datum und dem Preis vorm Auge versteht sich 😉

vg-wort
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5 Antworten zu “Apple iPad Mini 3 im Test und zudem die Frage, was ich hier testen soll”

  1. happyone sagt:

    Guter Artikel.
    Aber der Design Rhythmus war bei den iPad’s schon immer anders (siehe iPad 2,3,4).
    Trotzdem Stimme ich dir zu, dass Apple hier Murks gemacht hat

  2. WarmRed sagt:

    also ich würde den höheren Preis bei einer neu Anschaffung in Kauf nehmen für TouchID, denn genau das vermisse ich bei meinem iPad Air schmerzlich. Da ich meine Passwörter mit 1Password generiere brauche ich diese App sehr oft und muss beim iPad immer den langen PIN eingeben anstatt schnell den Finger drauf und gut.

  3. soeschelz sagt:

    @WarmRed: Aber gleich ca. 100€? Das kann nicht dein Ernst sein. MIr wär der keine 2€ wert.

  4. happyone sagt:

    Dann hast du noch nie Touch ID genutzt 😉
    Aber 100€ mehr ist schon echt übertrieben

  5. Vashi sagt:

    hab das iPad Mini2 und sehe keinen Grund für ein Upgrade. Jedoch wäre mir TouchID schon ziemlich viel Wert – ob grad 100 Euro, das weiss ich nicht 🙂

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