Mo. 13. Juni 2016 um 21:54

WWDC 2016: Apple stellt iOS 10 mit vielen neuen Funktionen vor

von Marcel Laser2 Kommentare

Apple verspricht mit iOS 10 die mitunter grösste Überarbeitung in der Geschichte des Betriebssystems. Ob sich das in soweit bewahrheitet, sei im Urteil erstmal jedem selbst überlassen. Fakt ist, dass Apple an einigen Stellen auf das Feedback gehört hat. So hat der Apfel-Konzern an enorm vielen Stellen nachgebessert und viel verändert. Vor allem öffnet Apple sein System immer mehr für Drittanbieter und das immer deutlicher und auf immer mehr Ebenen. Apple nennt es die grösste Veränderung in der Geschichte von iOS. Auf Grund der Fülle haben wir die wichtigsten Features unten zusammengefasst.

iOS 10 bringt überarbeiteten Lockscreen und Control Center

Der Lockscreen unter iOS wird erstmals in seiner Geschichte richtig interaktiv. Vor allem soll dieses in Zusammenhang mit 3D Touch geschehen.  So sind alle Notifications im Lockscreen nun auch durchgehend interaktiv „nutzbar“. Bekommt ihr Nachrichten rein, so könnt ihr vom Lockscreen aus antworten und im Chat aktiv bleiben, ohne das iPhone zu entsperren. Wer Kalendereinträge hat oder Termine auf das Smartphone gepusht bekommt, kann diese ebenfalls aus dem Lockscreen heraus annehmen und verwalten. Wer Pushnachrichten von Apps bekommt und diese bald den neuen Lockscreen unterstützen, so wird es möglich sein per 3D Touch zudem weitere und detailliertere Informationen zur erhaltenen Pushnachricht aufzurufen.

 

Das Control Center hat ebenfalls ein Redesign erfahren und bekommt auch eine zweite Seite, das ein Music Panel zeigt und direkten Zugriff auf alle Musicplayer Funktionen bietet. Es sind dadurch im eigentlichen Control Center weniger Schaltflächen vorhanden und das macht es etwas einfacher und simpler in der Bedienung.

Apple öffnet Siri vollständig und macht sie intelligenter

Auch Apple will den Trend mit den intelligenten Bots nicht verschlafen und öffnet mit iOS 10 die hauseigene Sprachassistentin Siri grundlegend für Entwickler_innen_innen. So könnt ihr bald Taxibestellungen, Flüge, Hotelbuchungen und andere Dinge direkt über Siri erledigen. So sollen auch Hersteller wie Runtastic Siri für vielerlei Dinge benutzen können und auch die Intelligenz der Assistentin für kontextbezogene Aktionen nutzen. Viel wurde dazu bisher nicht verraten, aber es sieht ganz danach aus, als wenn Siri in iOS und anderen Systemen Apple nun bald allgegenwärtig wird, ähnlich wie Googles Now für Android.

 

Zudem wird die intelligenz von Siri auch in die Apple-Tastatur integriert. So könnt ihr in einer Chatsitzung in iMessage beispielsweise einfach den Satz sprechen „Was ist meine derzeitige Position?“ und Siri versendet diese direkt an euren Chatpartner_in.

 

Generell wird Siri im gesamten System deutlich intelligenter. Die Neuerungen hierfür sind enorm und man kann kaum alles aufzählen. Angefangen von Gesichtserkennung bis hin zu komplexeren Fotoanalysen, Suchen im gesamten System. Siri soll, genau wie Cortana und Google Now einfach alles können, was wir von ihr verlangen. „Suche meine Tante in den Fotos der letzten 2 Jahre und verschicke diese per WhatsApp an meine Mutter“ und Siri sucht eben alle Bilder eurer Tante aus den Fotos der letzten zwei Jahre heraus und versendet sie.

„When it comes to performing analysis of your data, we’re doing it on your devices, keeping your personal data under your control.“ – Craig Federighi, iOS Chef bei Apple während der WWDC 2016 Keynote

Apple betont an dieser Stelle mehrmals, dass alle Aktionen und der gesamte Lernprozess von Siri NUR auf dem Gerät stattfindet. Vor allem bei der Fotoanalyse und der Gesichtserkennung, betonte Apple mehrmals, dass der gesamte Prozess das Device nie verlassen wird. Damit gab Apple oft den entsprechenden Seitenhieb an Google und Microsoft weiter, die externe Cloudlösungen und Rechenzentren nutzen um eure Daten entsprechend zu analysieren und damit auch in den Händen der Unternehmen liegen.

Apple Maps bekommt ebenfalls eine Überarbeitung

Apple Maps ist ebenfalls vollständig überarbeitet worden und hat ein komplett neues Design spendiert bekommen. Das fängt mit den Vorschlägen an, die Maps bzw. Siri euch machen, wo ihr vielleicht als nächstes hingehen wollt und hört bei der Anzeige von Informationen wie Wegbeschreibungen und Verkehrsdichte auf. Interessant ist auch eine integrierte Suche, die ihr während der Fahrt – vorzugsweise mit Siri – ausführen könnt, um POIs auf der Route zu finden. Zudem baut Apple weiter seine Datenbank für öffentliche Verkehrsmittel aus. Gegenüber Google hat man hier noch weitreichende Nachteile. Doch Apple Maps nähert sich immer mehr an das Marktführer-Tool von Google an. All diese Features sind dann auch Apple CarPlay kompatibel und lassen sich über die entsprechenden Elemente entsprechend steuern, natürlich auch per Sprache. 

 

Apple ist zudem auf dem Öffnungstripp und gibt auch Apple Maps vollständig für 3rd-Party-Developer frei. Diese können dann Anwendungen schreiben die vollständig auf Apple Maps als Dienst zurückgreifen können und so eine nahtlosere Integration in iOS ermöglichen.

 

Daraus ergeben sich wichtige Vorteile, wie das Abwickeln vollständiger Vorgänge. So könnte man über Apple Maps nun in Zukunft ein Restaurant und einen bestimmten Tisch dort buchen, den Trip per Taxi dahin ebenfalls gleich mitbestellen und natürlich per Apple Pay bezahlen. Fast alles in einer einzigen Aktion. Die Frage ist nur immer, wie schnell solche Dienste und Möglichkeiten über den grossen Teich auch in unsere Regionen kommen. Apple Pay ist bis heute noch nahezu nicht existent in unseren Gefilden, auch wenn hier und dort schon die ein oder andere Bemühung zu erkennen ist.

Wie vermutet: Apple Music erfährt komplettes Re-Design

Apple Music ist ebenfalls einmal komplett auseinandergenommen worden und optisch wieder neu zusammengesetzt. Das betrifft vor allem die Anzeige der Bibliothek auf den mobilen Endgeräten. Viele Nutzer_innen haben enorme Playlisten oder Bibliotheken auf ihren iPhones liegen und die Anzeige soll deutlich komfortabler werden. Euch werden nun direkt bestimmte Gruppen, wie Playlists, heruntergeladene Musik und weitere Bereich direkt auf dem Startscreen von Apple Music angezeigt.

 

Spielt ihr ein Lied ab, so könnt ihr zudem nun herunter scrollen und euch direkt die Lyrics des gerade gespielten Songs anzeigen lassen. Wer also sofort mitsingen will, kann das laut Apple nun auch machen.

 

Generell wurde die Navigation deutlich vereinfacht und die App soll nun wesentlich übersichtlich sein. Der Zugriff auf eure Music durch Apple Music soll so von überall aus in der App gewährleistet sein. Vorschläge für neue Musik wird intelligenter und auch die Integration von Beats 1 Radio ist fliessender.

Wird iMessage der neue WhatsApp- und Messenger-Konkurrent?

Zu guter letzt ist nun auch iMessage dran. Auch hier hat Apple den Programmierstift angesetzt und enorm viele Features „verbessert“ und „neu designed“. Darunter zählt eine Live-Foto- und Film-Ansicht, damit ihr auch einen Ausschnitt aus den Videos seht, bevor ihr sie verschickt. Zudem lässt sich der gesamte Chat nun mit diversen Effekten belegen um seine Stimmung auszudrücken. Entweder könnt ihr die Bubbles mit einem Stimmungs-Effekt versehen, der bei einem „Schrei“ die Blase erst deutlich vergrössert und danach erst in den Originalzustand versetzt oder auch wenn ihr ein „kleinlautes“ Sorry ausschreiben wollt, dann fängt der Text ganz klein an und wird sanft grösser. Eine Spielerei ist es allemal, aber dennoch Emotionsverbunden und oft werden diese Art von Features recht schnell flächendeckend eingesetzt. Auch das bekannte Zeichen-Board von der Apple Watch, mit dem ihr kleine Kritzeleien an eure Freunde senden könnt, wird in iMessage komplett übernommen und deutlich aufgebohrt.

 

Wie man es vom Facebook-Messenger bereits kennt, werden auch bald in iMessage Apps anderer Anbieter aktiv genutzt werden können. Habt ihr ein Kinoticket in eurere Wallet-App von Apple, so könnt ihr das Kinoticket per Drag and Drop aus der Wallet-App in den iMessage-Chat ziehen. Das soll aber auch mit Drittanbieter-Apps funktionieren, denn auch hier öffnet Apple seinen gesamten iMessage-Dienst für alle Developer. Das ganze wird soweit gehen, dass der iMessage-Dienst sogar seinen eigenen App Store bekommen wird.

 

 

Quelle: WWDC 2016

Bildquelle: TheVerge (Englisch)

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2 Antworten zu “WWDC 2016: Apple stellt iOS 10 mit vielen neuen Funktionen vor”

  1. happyone sagt:

    Fürchterliche Keynote. Apple Music sieht genauso schlimm aus wie vorher und iMessage erinnert an den extrem überladenen Facebook Messenger.
    Wenigstens gibt es nun endlich Siri für den Mac. Außerdem find ich das neue Design vom Lockscreen/ Control Center klasse.

  2. Googlook sagt:

    Eine ziemlich enttäuschende Keynote. Bei iOS gibt es nur wenig News (App Updates kann man auch ohne Keynote veröffentlichen). Wenigstens geht es wieder zurück zum alten Namen macOS (gut früher war die Schreibweise Mac OS), aber dass da die Menge jubeln muss? Bedenklich.

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