Di. 17. März 2015 um 22:14

Windows 10 sorgt für mehr freien Speicher

von Marc Hoffmann1 Kommentare

Speichermangel auf Windows Geräten war schon recht lange ein oft kritisiertes Thema. Besonders auf Tablet PCs, welche gewöhnlich mit deutlich weniger Speicher auskommen müssen, als es bei Notebooks oder Desktop Rechnern der Fall ist. Vor allem ältere oder sehr günstige Tablet PCs mit Windows 8 verfügen oft nur über 32 GB verbauten Speicher, von dem bei der 32-Bit Variante von Windows 8.1 nach der Ersteinrichtung gerade einmal die Hälfte verfügbar ist. Hier soll Windows 10 aber in Zukunft Abhilfe schaffen. Durch neue Methoden bestimmte Systemkomponenten zu komprimieren und durch ein neues Recovery System, sollen einige Gigabyte an Speicher eingespart werden.

Dafür wird es in Windows 10 drei gravierende Änderungen am System geben, welche in den nächsten Previewversionen nach und nach Einzug erhalten werden. Als erstes wird Windows 10 eine zusätzliche Recovery Partition überflüssig machen. Zukünftig benötigt das Betriebssystem kein separates Recovery Image oder Recovery Medium mehr, um den PC in den Auslieferungszustand zurück zu versetzen. Dies wird ermöglicht, da Windows sich den Auslieferungszustand selbst abspeichert und lediglich alle Änderungen und hinzugekommenen Daten wieder löscht oder wiederherstellt, sollte man den PC einmal zurücksetzen müssen. Je nach Gerät und Hersteller können somit, durch den Wegfall der Recovery Partition, zwischen 4 GB und 12 GB zusätzlicher Speicher bereitgestellt werden. Dies hat ausserdem den positiven Nebeneffekt, dass alle bereits installierten Updates auf dem System verbleiben und nicht erneut installiert werden müssen. Für den Fall, dass einmal Systemdaten beschädigt werden, hat man dennoch die Möglichkeit, ein zusätzliches Recovery Medium zu erstellen, was dann jederzeit mit den aktuellsten Updates erstellt werden kann. Für Windows Phones kommt diese Optimierung allerdings nicht in Frage, da diese eine andere Art der Recovery verwenden, als dies bei Tablets und Desktop PCs der Fall ist.

Windows 10 Speicher optimierung
Anhand des Beispiels für ein 64-Bit Windows System auf einem 32 GB Gerät, zeigt Microsoft, wie viel Speicher gespart werden kann.

Speichereinsparung durch Kompression

Ein weiterer Punkt, durch den der Speicherverbrauch gesenkt werden wird, ist die Kompression des Systems und installierter Apps. Sämtliche Kernkomponenten von Windows 10 werden dabei bereits bei der Installation komprimiert, was zusätzlich Speicher spart. Aktuell wird dabei eine Einsparung von 1.5 GB bei 32-Bit Systemen erreicht und ganze 2.6 GB bei der 64-Bit Version von Windows. Allerdings ist die Intensität der Kompression nicht auf allen Geräten gleich. Während der Installation kontrolliert das Setup, welche Leistung die verbaute Hardware für die Dekomprimierung des verwendeten Algorhitmus benötigt und auch, wie viel Arbeitsspeicher für die Zwischenspeicherung von wichtigen Systemdaten zur Verfügung steht. Gerade auf sehr leistungsschwachen Tablets und Notebooks würde eine zu umfangreiche Kompression die Leistung und den Akkuverbrauch negativ beeinflussen, weshalb hier auf einen zu starken Einsatz verzichtet wird. Bei neuen Geräten legt der Hersteller dagegen fest, inwieweit die Kompression beim ersten Start eingesetzt wird. Auch nachträglich, während der automatischen Systemwartung, kann der Grad der Kompression der Daten von Windows noch angepasst werden, um immer eine optimale Balance aus Performance und Speicherersparnis zu gewährleisten.

 

Doch nicht nur bei Systemdateien wird diese Kompression angewendet, sondern auch bei nachträglich installierten Apps. Die Apps werden dabei entweder schon bei der Installation in komprimierter Form abgelegt oder auch nachträglich, abhängig von der Nutzungshäufigkeit, komprimiert oder dekomprimiert gespeichert. Hier gelten allerdings dieselben Regeln bezüglich der Hardwareleistung, wie dies bei den Systemdaten der Fall ist. Ob dies auch Desktop Anwendungen oder nur Modern Apps betrifft, ist dem Blogeintrag nicht direkt zu entnehmen. Denkbar ist aber, dass es sich auf beide Arten von Anwendungen bezieht. Das Verfahren für die System- und App-Kompression kommt dabei nicht nur Tablets, PCs und Notebooks zugute, sondern wird auch auf Windows Phone Smartphones zum Einsatz kommen.

 

Problematisch ist es allerdings noch bei Geräten, welche WIMBoot (Windows Image Boot) einsetzen, welches mit Windows 8.1 Update 1 eingeführt wurde. Hierbei ist das Betriebssystem nicht direkt auf der Hauptpartition installiert, sondern verbleibt in einem komprimierten System Image, aus welchem benötigte Daten beim Start des Systems temporär geladen werden. Dieses System kommt vor allem bei Geräten zum Einsatz, welche über weniger als 32 GB Speicher verfügen. Diese Systeme verfügen oft nicht über genügend Speicher in der WIMBoot Partition, um auf Windows 10 aktualisiert zu werden. Hier untersucht Microsoft aktuell noch mögliche Verfahren, um ein sicheres Upgrade anbieten zu können.

 

Quelle: Windows Blog

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Eine Antwort zu “Windows 10 sorgt für mehr freien Speicher”

  1. jojo_212 sagt:

    Hoffentlich kann man die Kompression bei Systemen mit ausreichend Speicher deaktivieren. Bei 256 GB SSD-Speicher nur für System und Programme machen die paar GB keinen Unterschied, mögliche Performanceprobleme durch die Komprimierung schon. Bei Lowend-Tablets mit 32 GB Speicher wäre das aber schon sinnvoll, wenn es keinen oder nur einen geringen Einfluss auf die Systemperformance und die Akkulaufzeit hat.

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