Mi. 28. September 2016 um 10:41

WhatsApp Facebook Debatte: Deutscher Datenschützer verbietet Datenweitergabe

von Marcel Laser3 Kommentare

Das könnte sich nun zu einer Schlammschlacht entwickeln, denn in Deutschland wird derzeit ein Verbot für Facebook und WhatsApp geprüft, die Daten der Leute weiterzugeben. Wie ihr euch sicher erinnert, konntet ihr zwar der Analyse eurer Daten zur personalisierten Werbung widersprechen, die Telefonnummer und andere Daten werden aber dennoch ungefragt an Facebook übermittelt. Nun geht ein Datenschützer in Deutschland auf die Barrikaden.

Johannes Caspar: „Irreführung der Nutzer und Verstoss gegen nationales Datenschutzrecht“

Facebook darf in Deutschland erst einmal keine Daten von euch weitergeben. Das geht zumindest aus dem Verbot der Datenschutzbehörde in Hamburg hervor, welches bis aufs Weitere erst einmal sogar bestand hat. Zwar kann Facebook Widerspruch beim Hamburger Verwaltungsgericht einlegen, aber solange dies nicht geschehe, sei das ausgesprochene Verbot legitim. Sollte Facebook sich nicht rechtzeitig Melden, so drohen empfindliche Strafen in höhe von 300’000 Euro pro Nutzer_in. Da derzeit in Deutschland rund 35 Millionen aktive WhatsApp Accounts unterwegs sind, sollte der Betrag erst einmal nicht unterschätzt werden. Zudem soll Facebook die bisher gesammelten Daten durch WhatsApp all seiner deutschen User_innen löschen, was ebenfalls im Verbot mit inbegriffen ist.

 

Johannes Caspar nennt vor allem die Herangehensweise von Facebook als absolute „Irreführung“. Vor zwei Jahren kaufte Facebook den Messenger-Dienst WhatsApp für mehrere Milliarden US-Dollar, doch beteuerten beide Unternehmen weiterhin völlig unabhängig voneinander zu bleiben. Im August dieses Jahres hat WhatsApp allerdings bekannt gegeben, dass man die Telefonnummer dennoch, samt einiger nützlicher Daten, an Facebook zu Analysezwecken weitergeben werde. Zwar konnte man noch bis zum letzten Sonntag der Analyse für personalisierte Werbeanzeigen widersprechen, der Datenaustausch findet aber dennoch statt. Somit wird eure Telefonnummer in WhatsApp unweigerlich mit eurem Facebook im Hintergrund verknüpft. Schlimmer noch: Habt ihr keinen Facebook-Account, so werden die Nummer und die Daten dennoch erhoben. Bei einer möglichen Account-Erstellung auf Facebook werden diese dann zusammen verbunden.

 

Da Facebook und WhatsApp allerdings die Menschen von dem Vorhaben nie offiziell in Kenntnis gesetzt hat und es keinerlei Möglichkeit eines Widerspruches gab, ergreifen die Datenschützer_innen in Deutschland nun Massnahmen. Denn Facebook verstosse hier gegen nationales Datenschutzrecht, was durch ein ehemaliges Urteil des europäischen Gerichtshofes sogar noch untermauert wird und damit auch das Verbot von Johannes Caspar unterstützt.

Europa vs. Facebook: Datenschutz soll europaweit einheitlich werden

Wie Johannes Caspar betont, wolle man nun mit anderen Datenschutzbehörden in Europa zusammenarbeiten, um das Verbot europaweit durchdrücken zu können. Man wolle Facebook zwingen, sich an die Richtlinien zu halten und selbst in den USA „wehe Facebook mittlerweile ein Wind entgegen“.

 

Am Ende bleibt allerdings die Frage stehen, in wie weit das Vorhaben Erfolg haben wird. In der Vergangenheit hat man schon öfters versucht gegen Facebook vorzugehen. Beispielsweise hab es einen Antrag darauf, sich auch mit einem Pseudonym bei Facebook anmelden zu können, welcher allerdings vom Hamburger Verwaltungsgericht keinen Bestand hatte. Man verwies zu diesem Zeitpunkt noch auf die Facebook-Niederlassung in Irland und die dort geltenden Datenschutzbestimmungen.

 

 

Quelle: Welt

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3 Antworten zu “WhatsApp Facebook Debatte: Deutscher Datenschützer verbietet Datenweitergabe”

  1. lowblow sagt:

    Ich finde das die Hamburger und Schleswig-Holsteiner Verbraucherschützer einen sehr guten Job machen. Sie lamentieren nicht, sondern handeln!

    Es wird Zeit, den großen und kleinen Datenhändlern auf die Finger zu kloppen und deshalb wünsche ich den Mädels und Jungs viel Erfolg 😎

  2. Tempest2k sagt:

    Leider ist das Kind doch schön in den Brunnen gefallen. Die Daten wurden Ja schon gesammelt. Hier sollte rückwirkend eine Löschung erreicht werden.

  3. Marcel Laser sagt:

    Danke Tempest 😀 Dein Kommentar hat mich jedenfalls darauf aufmerksam gemacht, was ich vergessen habe im Text unterzubringen ^^; Jap, auch die Löschung der bereits durch WhatsApp gesammelten Daten soll ebenfalls Teil des Verbotes sein. Ich habs jedenfalls hinzugefügt ^^

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