Mo. 23. Februar 2015 um 18:32

Windows mit weniger Sicherheitslücken als Mac OS und Linux

von Marc Hoffmann10 Kommentare

Die National Vulnerability Database (NVD), welche von der US-Regierung gepflegt wird, wurde mit den aktuellsten Daten gefüttert und beinhaltet nun die Informationen über entdeckte Sicherheitslücken in Betriebssystemen für das Jahr 2014. Entgegen der allgemeinen Meinung, Windows sei ein extrem unsicheres Betriebssystem, werden die unbeliebten ersten zwei Plätze diesmal nicht von Microsoft eingenommen, sondern von Apple und dem offenen Betriebssystem Linux. Ausgerechnet Apple führt dabei mit seinem Mac OSX und seinem mobilen System iOS die Liste mit deutlichem Abstand an. Mit 147 entdeckten Sicherheitslücken, von denen 64 ein hohes und 67 ein mittleres Sicherheitsrisiko darstellten, hatte Apple hier am meisten mit Sicherheitsupdates zu tun. Auch bei iOS sah es nicht viel besser aus, wo man mit immerhin noch 127 Lücken zu kämpfen hatte, von denen 32 kritisch und 72 mittelschwer waren. 

 

Sicherheitslücken Betriebssysteme 2014
Windows konnte sich im Jahr 2014 deutlich von den anderen Betriebssystemen absetzen, wenn es um die Anzahl der Sicherheitslücken geht.

Doch auch der Linux-Kernel hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Obwohl das System aufgrund seines offenen Quellcodes und der riesigen Developer Community als besonders sicher gilt, sind hier 119 Sicherheitslücken durchgeschlüpft, von denen 24 als kritisch und 74 als mittelschwer galten. Erst auf Platz 4 kommt das erste von sieben verschiedenen Microsoft-Betriebssystemen mit 38 Lücken, von denen aber immerhin 26 als Kritisch galten. Erstaunlich ist dabei aber auch, dass ausgerechnet Windows Server 2008, wo Sicherheit ja besonders wichtig sein sollte, hier die Windows-Distribution mit den meisten Lücken darstellt. Insgesamt nehmen sich die verschiedenen noch unterstützten Windows-Versionen nicht viel, da im Endeffekt alle auf der gleichen Basis aufbauen. 

Sicherheitslücken Anwendersoftware 2014
Der Internet Explorer macht seinem schlechten Ruf dennoch alle Ehre, aber auch Chrome und Firefox bekleckern sich nicht mit Ruhm.

Anders sieht das Ganze aber wieder bei den verschiedenen Browsern und gängiger Anwendungssoftware am Markt aus. Hier kann der Internet Explorer seinen schlechten Ruf leider nicht abschütteln und führt die schwarze Liste mit massivem Abstand an. Ganze 242 Lücken wurden im letzten Jahr gemeldet, von denen fast alle als kritisch eingestuft wurden. Mit deutlichem Abstand folgt dann aber bereits der als besonders sicher geltende Google Chrome mit 86 Kritischen und insgesamt 124 Sicherheitslücken. Knapp dahinter dann Firefox mit 117 Lücken, von denen 57 als kritisch galten. Den Status weiterer Software und Browser könnt ihr der obigen Tabelle entnehmen.

 

Dies sind auf jeden Fall interessante Statistiken, welche zeigen, dass man sich nicht immer auf den Ruf eines Systems oder einer Software verlassen sollte. Allerdings ist nicht nur die Anzahl der gefundenen Sicherheitsprobleme ausschlaggebend, sondern auch, von wem sie gefunden wurden und wie schnell die Unternehmen hinter der Software in der Lage sind, diese auch zu schliessen.

 

Quelle: winfuture

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10 Antworten zu “Windows mit weniger Sicherheitslücken als Mac OS und Linux”

  1. Googlook sagt:

    Eigentlich nichts neues. Dazu lässt sich Apple oftmals extrem lange Zeit die Lücken zu schliessen, auch wenn Apple ab und zu extrem schnell ist. Das grösste Problem, Apple täuscht seine Kunden durch das Marketing, Mac OS sei absolut das sicherste System blabla… Wieviele Apple-User sind völlig überzeugt, dass Mac OS nicht angreifbar ist? Erschreckend viele!

  2. AnterDogan sagt:

    Das ist so wie damals, als herausgekommen, dass es Pferdefleisch in der Lasagne hat… Alle spielen sich auf und am Ende hat es trotzdem jeder gekauft ^^

    Wohl der schlechteste Vergleich ever 🙂

  3. AnterDogan sagt:

    * herauskam

  4. happyone sagt:

    Spannender sind die nicht gestopften Sicherheitslücken 😉

  5. Bunsenbrenner sagt:

    @Googlook
    Ich sehe das Problem eher darin, dass seit Urzeiten irgendein Blödsinn nachgeplappert wird 😉 Das Mac OS X nicht das sicherste ist, ist ja hier statistisch bewiesen und korrekt. Es liegt allerdings bei weitem nicht im Fokus von kriminellen Energien. Nur vereinzelt tauchen mal Malware, oder Viren auf den Systemem auf… Und zum Thema Marketing: Da greifst du leider daneben. Apple hat nie behauptet das sicherste System von allen zu haben 🙂 Dafür reden Leute die gerne Mac OS X nutzen davon, dass es weniger anfällig gegen Viren und Malware ist, da es keine so hohe Verbreitung hat. DAS wiederum stimmt. Konzentriert euch lieber auf das Wesentliche und nicht auf dieses seltsame „Apple hat das gesagt, hat das gesagt, hat jenes gesagt“ und am Ende stimmt das meistens nicht einmal. Das wiederum führt zu närrischen und ziemlich blöden Vorurteilen ^^ So wie man sie oft zu Hauf liest.

  6. Googlook sagt:

    Nunja, Appe behauptet schon ganz schön viel. Natürlich machen dies alle Unternehmen auf ihre Art, aber Apple hat nunmal ein sehr effektives gutes Marketing. Da kann ich ihnen nur ein Kompliment machen.

    „Jeder Mac enthält fortschrittliche Technologien, die zusammenarbeiten, um alles ständig zu aktualisieren, zu prüfen, zu verschlüsseln – damit dein Mac immer sicher bleibt.“ Mein Nachbar im Büro, eigentlich mit vielen EDV-Kenntnisse, ist ganz der Meinung da kann nichts passieren, Apple schreibt das, und jeder sagt das seit Jahren.

    „Mit Gatekeeper wird das Laden von Apps sicherer, denn die Funktion schützt dich davor, aus Versehen schädliche Software zu installieren.“ Auch hier, wieviele sind der Meinung, dass man mit einem Mac keinen Scheiss herunterladen kann?

    Und da gab es bei früheren Versionen noch weit aggressivere Betonungen, wie sicher Mac OS sei.

    Ich selbst habe übrigens Mac OS und Windows Computer und bin seit Win 3.1 resp. System 7 dabei.

  7. Bunsenbrenner sagt:

    Ich sehe schon, dass allein bei normalen Anwendern der Fehler gemacht wird, dass Sicherheitslücken und Verschlüsselungen irgendwie in Verbindung stehen. Apple hat nicht unrecht. Die Systeme werden aktualisiert, sogar regelmäßig. Das ist nicht gelogen. Genauso wenig ist es gelogen, dass sie dieses machen damit der Mac sicher bleibt. Wo ist also das Problem? Wenn man wie Apple ständig im Fokus des Hasses anderer Menschen steht ist der Interpreationsspielraum sehr hoch wie man diese Sätze interpretiert oder? Microsoft schreibt ebenfalls das Windows permanent mit Sicherheitsaktualisierungen versorgt wird damit der Benutzer geschützt wird. Darf ich das jetzt auch als tolles Marketing abstempeln? Die Sätze von Apple sind nicht gelogen, sie sind sogar Fakt. Die Sicherheitslücken im System sind fehlerhafter Code und da hat weder Gatekeeper noch die Verschlüsselung was mit zu tun. Daher bin ich oft der Meinung das es beim Wissen der User anfängt, in wie weit welche Dinge wie interpretiert werden.

    Verstehe mich bitte nicht falsch, ich nutze nicht einmal einen Mac auch wenn ich reltiv viel Software für Macs und Windows Systeme entwickeln muss, aber ich kann gesunden Menschenverstand beisammen halten, um gewisse Fakten zu erkennen. Und beide Unternehmen haben ein gutes System. Die permanente Verschlüsselung die es bei Windows nun einmal für normale Anwender von Haus aus auf der Platte nicht gibt ist ein Kirterium das Apple gerne bewerben darf und zudem definitiv ein tolles Sicherheitsfeature ist. Unabhängig vom Systemcode, der gepatcht wird um weiter sicher zu bleiben.

    Ich sehe eher das Problem in den Köpfen der Menschen, die oft nicht damit klar kommen wenn Apple überhaupt irgendwas sagt und genau dann wird so ein Mist verbreitet. Das sag zumindest ich als begeisterter Android- und Windows-Nutzer. Ich kann diesem Krieg eh nicht viel abgewinnen. Vielleicht liegt es generell an meinem Beruf in der Softwareentwicklung. Gelogen sind die Sätze von Apple definitiv nicht und das System ist auch weitestgehend sicher. Dein Kollege hat jedenfalls nicht ganz unrecht. Windows ist allerdings mittlerweile auch ein Fels in der Brandung und hat kaum Sicherheitslücken im System selber. Dafür liegt das System im Fokus von Hackern da auf 1000 Windows Installationen vielleicht 1 Mac OS kommt.

  8. night sagt:

    Es ist nichts einfach als einen Mac zu Hacken, da ist ein Windows 7/8 Rechner schon viel krasser. Ich ziehe jeden Mac hack einem Windows Hack vor.

  9. Bunsenbrenner sagt:

    Da kann ich nicht einmal wiedersprechen 😀 Zumindest in weiten Teilen nicht 🙂

  10. Dackelfranz sagt:

    @night dann hack meinen Mac doch mal. Vie Vergnügen.
    Das grösste Risiko für Macs: http://www.apfelwerk.de/2015/02/echte-gefahren-fuer-macs/

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