Do. 25. August 2016 um 17:25

WhatsApp und Facebook wachsen enger zusammen

von Barbara Walter-Jeanrenaud2 Kommentare

Als Facebook den Nachrichtenübermittlungsdienst WhatsApp aufkaufte, haben schon viele der beliebten App den Rücken gekehrt, weil sie ihre Daten und persönlichen Nachrichten nicht beim Social Media-Giganten Mark Zuckerberg wissen wollten. Lange Zeit war unklar, wie die genaue Kooperation der beiden Dienste nun aussehen könnte, ob sich Facebook die kostenlose WhatsApp Messenger-App für Android, iOS und Windows 10/Phone einfach einverleibt oder aber mehr daraus wird. Dann zeichneten sich erste Vorboten der Verschmelzung an, wie zum Beispiel die Möglichkeit, bei WhatsApp-Web auch den Facebook-Login zur Anmeldung zu nutzen. Dennoch wurde die Unabhängigkeit des WhatsApp-Dienstes beteuert, auch wenn die Betaversion von WhatsApp Anfang dieses Jahres schon damit anfing, Daten für Facebook zu sammeln.

SMS, WhatsApp und Co.

Nunmehr ist auf dem offiziellen Blog von WhatsApp mehr zur Zukunft des Messengers veröffentlicht worden, auch was die mit Facebook betrifft und die dafür notwendigen Anpassungen der Nutzungsvereinbarungen.

Neben der Absicht, neue Wege zur direkten Kommunikation mit Unternehmen, ohne dabei Bannerwerbung oder Spam Tür und Tor zu öffnen. WhatsApp will somit in den kommenden Monaten testen, wie man beispielsweise Dienste für Mitteilungen von Flugverspätungen anbieten könnte. WhatsApp wird damit wohl den vielen kleineren Anbietern von WhatsApp-Gateways für Unternehmen den Gar aus machen.

 

Darüber hinaus ist der wohl für die meisten viel spannendere Punkt die Zusammenarbeit mit Facebook. Seit der Einführung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die standardmässig in allen aktuellen WhatsApp-Versionen aktiviert ist, sind die Nachrichten, die man verschickt oder empfängt, vor Dritten gesichert. Das habe sich auch durch die Zusammenarbeit mit Facebook nicht geändert und auch wird die WhatsApp-Nummer, immerhin handelt es sich dabei um eine gültige Mobilfunknummer, nicht weiter gegeben und auch nicht verkauft. 

Was nun aber mit der Facebook-Unternehmensgruppe ausgetauscht wird, ist die WhatsApp-Nummer, die als Telefonnummer mit dem Facebook-System verknüpft wird und so es ermöglicht, dass Facebook einem WhatsApp-Kontakte für Freundschaftsanfragen vorschlagen kann. Darüber hinaus will man so auf Facebook auch passendere Werbung anzeigen, da so beispielsweise die Werbeeinblendung der Bank auf Facebook erscheint, mit der man via WhatsApp schon in Kontakt stand. Wer bisher nicht bei Facebook ist, muss das aber auch in Zukunft nicht, um WhatsApp zu nutzen. 

Darüber hinaus werden genauere Kennzahlen über die Nutzungshäufigkeit der WhatsApp-Dienste erhoben und verfolgt, womit man Spam und Missbrauch besser vorbeugen will.

 

 

Soweit, solala. Wie kommt man aus der Nummer wieder raus? Wer nicht auf WhatsApp verzichten möchte, muss dennoch nicht den Austausch mit Facebook erlauben! Es gibt für bestehende Accounts, nach Annahme der neuen Nutzungsrichtlinien in der App, für 30 Tage lang die Möglichkeit, in den Einstellungen das Teilen der Account-Infos mit Facebook zu unterbinden. 

 

Damit werden zwar weiterhin Daten über die Nutzung von WhatsApp erhoben und analysiert, um Missbrauch zu verfolgen, aber die bei WhatsApp hinterlegte Mobilfunknummer wird nicht in das System von Facebook übertragen und dort für die Freundschaftssuche benutzt. Ebenfalls werden die WhatsApp-Daten dann nicht zur Verbesserung der Werbung auf den Facebook-Seiten eingesetzt.

 

Zu den Änderungen der Nutzungsbedingungen hat WhatsApp eine eigene FAQ eingerichtet sowie die Anleitung zum oben beschriebenen Opt-Out aus dem Austausch von WhatsApp-Account-Daten mit Facebook

Wie es aber nunmehr scheint, ist das Abwählen der Austausch-Option, übrigens innerhalb von 30 Tagen nach Annahme der neuen Nutzungsbedingungen, nur für bestehende User_innen möglich. Wer neu einen WhatsApp-Account eröffnet, wird wohl keine Wahl mehr haben. Ab wann die aktualisierten Apps mit den neuen Nutzungsbedingungen verteilt werden, ist noch nicht klar. Die neuen Nutzungsbedingungen gelten ab heute.

WhatsApp Messenger
Entwickler: WhatsApp Inc.
Preis: Kostenlos
WhatsApp
Entwickler: WhatsApp Inc.
Preis: Kostenlos
WhatsApp Messenger
Entwickler: WhatsApp Inc.
Preis: Kostenlos

 

Quelle: WhatsApp Blog

vg-wort
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2 Antworten zu “WhatsApp und Facebook wachsen enger zusammen”

  1. lowblow sagt:

    Auweia, und was kommt als nächstes? Der Zuckerberg bleibt ein Datenkratzer, es dauert nicht mehr lange und man bekommt dann auch Nachrichten über den fälligen Unterhosenwechsel. 😯

  2. lena97 sagt:

    So und jetzt einmal der obligatorische Wechselabschaltenichtmehrbenutzeaufschrei……
    weiter gehts.
    Ich bleib bei meiner Meinung, wenn jemand das alles nicht möchte soll er zu den guten stabilen und lang laufenden Nokia Geräten wechseln ohne Internet.
    Nur wenn sich jemand für diese Dienste anmeldet muss er sich im klaren sein das seine Daten benutzt werden.
    Als FB Whatsapp gekauft hat war das ja wohl auch klar das es irgendwann kommen würde.
    Wer dass nicht geglaubt hat ist wirklich naiv.

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