Sa. 23. Mai 2015 um 14:41

Russland will eigenes Betriebssystem für Smartphones entwickeln

von Marcel Laser4 Kommentare

Wie Nikolai Nikiforow, Kommunikationsminister Russlands, nun vor wenigen Tagen verkündete, will man ein eigenes Betriebssystem entwickeln und sich vor allem von amerikanischen Herstellern, wie Google und Apple distanzieren. Auch Microsoft ist ihm mittlerweile wohl nicht mehr geheuer. Interessant ist vor allem die Wahl der Basis für das neue Smartphone-OS. Ziel ist es, den amerikanischen Behörden die Hintertüren in Software zu entziehen.

Sailfish OS für Russland gegen die NSA und USA

Der finnische Hersteller Jolla, welcher für sein Jolla Phone – bald auch ein Tablet – und Sailfish OS einiges an Bekanntheit erlangte, entwickelte auch das auf MeeGo basierende Betriebssystem Sailfish. Dieses ist Open Source und wird nun daher auch als Basis für das russische Betriebssystem herhalten. Nikolai Nikiforow will dadurch vor allem der NSA und den USA aus dem Weg gegen. Schon in der Vergangenheit wurde von der russischen Regierung gefordert, den Quellcode diverser Software offen zu legen, damit diese sich über Hintertüren oder andere Spionagemöglichkeiten vergewissern könne. Anstoss dafür waren vor allem die veröffentlichten Dokumente von Edward Snowden. Unternehmen wie SAP und Apple lehnten die Forderung Russlands allerdings ab.

 

Ziel ist es, mit Jolla und Vertretern Russlands ein Betriebssystem für das Land zu entwickeln, welches nicht aus dem Westen stammt und somit auch von Haus aus keine Hintertüren für die USA oder NSA bietet. Bisher stammen mehr als 95 Prozent der technischen mobilen Geräte in Russland aus dem Westen und man wolle in den nächsten zehn Jahren mit dem neuen Betriebssystem mehr als 50 Prozent der Smartphones im eigenen Land abdecken. Vertreter der Firma Jolla sollen sich bereits mit Verantwortlichen aus der russischen Regierung getroffen haben, um eine mögliche Zusammenarbeit zu prüfen.

 

Damit auch genügend Apps zur Verfügung stehen, sollen App-Developer in Russland bereits von der Regierung Zuschüsse erhalten haben, damit diese ihre Programme auch auf Sailfish OS portieren können. Damit soll schon zum Start einige beliebte Apps speziell für Russland zur Verfügung stehen. Inwiefern das neue Betriebssystem dann angenommen wird, muss allerdings von den Herstellern abhängig gemacht werden. Nicht alle werden ein System, welches es nur in einem einzigen Land geben soll, auch rigoros unterstützen.

 

 

Quelle: RBC (Russisch)

vg-wort
Das könnte Sie auch interessieren

4 Antworten zu “Russland will eigenes Betriebssystem für Smartphones entwickeln”

  1. Wolfgang D sagt:

    Wann startet Bayern endlich sein eigenes Betriebssystem für Smartphones, um der Spionage durch die Preußen zu entkommen? Als erstes kommt Modell „München“ auf den Markt, ganz in blau/weiss gehalten, die Spracherkennung hört nur auf die Mundart der Eingeborenen.

    Spaß beiseite, genau wie China oder Russland sollte jede größere Regierung weitestgehend auf eigene Systeme setzen, um dem Ausgespähtwerden zu entgehen. Aber weil unsere Regierung den Ausverkauf von Wissen und Technologie an das Ausland fördert, wird es das in der BRD nie geben.

  2. rooster0526 sagt:

    Ich würde es den Russen gönnen und wünschen, sie wollen ja auch ihr eigenes Silicon Valley errichten, eigene Kreditkarten etablieren etc. Ob sie’s schaffen ist die andere Frage…

  3. rooster0526 sagt:

    PS: Immerhin ist Yandex schon mal ein guter Google-Ersatz. Nutze ich mittlerweile selbst ganz gerne. 😉 (die internationale Yandex-Version)

  4. mischka83 sagt:

    Ich befürworte die Russische idee voll und ganz! Leider ist das in Deutschland mit der verfluchten Pro-Amerikanischen Politik undenkbar… Mir wäre es als „Deutscher“ oder sollte ich sagen als Gefangener in einer Inoffiziellen Amerikanischen Kolonie eh lieber einen Pro-Russischen Kurs zu fahren als weiter mit ansehen zu müssen wie unsere Merkel weiter der USA Morgens die „Flöte“ von Obama scharf Bläst…

Schreibe einen Kommentar

Teilen