Mo. 29. Dezember 2014 um 14:51

Qualcomm soll in China Patentgebühren senken

von Marc Hoffmann0 Kommentare

Bereits seit Monaten läuft in China gegen den Chiphersteller Qualcomm ein Kartellverfahren wegen angeblicher Preisabsprachen und Ausnutzung der Beinahe-Monopolstellung. Bisher konnten die chinesischen Behörden dem Unternehmen allerdings nichts Eindeutiges nachweisen. Nun geht die Behörde allerdings einen anderen Weg: Sollte Qualcomm sich bereit erklären, seine Lizenzgebühren für die unzähligen im Unternehmensbesitz befindlichen Mobilfunk-Patente zu senken, so würde das Kartellverfahren umgehend eingestellt werden.

Allerdings geht es nicht nur um eine Senkung der Lizenzgebühren, sondern Qualcomm soll diese auch in kleineren Einheiten lizensierbar machen und nicht nur in grossen Paketen anbieten. Der Chiphersteller ist im Besitz eines riesigen Pools an Patenten, welche auch grundlegende Mobilfunktechniken mit einschliessen. Aus diesem Grund verdient der Konzern an nahezu jedem verkauften Smartphone weltweit einen kleinen Teil mit, selbst wenn gar keine Qualcomm-Hardware verbaut ist. Allein in den letzten fünf Jahren hat der Konzern nur durch Lizenzgebühren auf Patente etwa 30 Milliarden Dollar eingenommen. 

 

Qualcomm selbst hat bisher noch keine Stellung zu dem Thema bezogen, allerdings dürfte es fraglich sein, ob sich das Unternehmen auf den Deal mit der Behörde einlässt. Sollten die Vorwürfe, sich mit der Konkurrenz abgesprochen und so den Markt manipuliert zu haben, nicht zutreffen, besteht für Qualcomm kein echter Grund, sich darauf einzulassen und auf einen bedeutenden Teil des Umsatzes zu verzichten. Andererseits dürfte der Druck in dem Falle nicht geringer werden, da China in letzter Zeit verstärkt versucht, den Einfluss ausländischer Unternehmen im eigenen Land zu beschränken, um die eigene Wirtschaft anzukurbeln. Auch Microsoft und ein Anbieter für Sicherheitssoftware, Symantec, wurden bereits Ziel solcher staatlichen Untersuchungen.

 

Quelle: Bloomberg

 

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