Mi. 02. April 2014 um 11:54

NSA: Mögliche Lücke in allen Huawei-Quellcodes

von Niclas Heike0 Kommentare

Schon vor knapp einer Woche hatte der Whistleblower Edward Snowden zahlreiche weitere Dokumente der US-Regierung offen gelegt (wir berichteten). Wie daraus hervorgeht, startete die NSA bereits im Jahr 2009 einen umfangreichen Hack-Angriff auf die chinesische Regierung sowie zahlreiche Unternehmen. Im Fokus stand dabei der weltweit agierende Elektronik-Hersteller Huawei. Die Netzwerkkomponenten von Huawei kämen rund um die Welt zum Einsatz und bieten daher Potenzial auf eine chinesische Infiltrierung. Dies wollte die US-Regierung mit dem eigens dafür gegründeten Experten-Team verhindern.

 

Neue Dokumente zeigen vollen Umfang des Hack-Angriffs

 

Neue Dokumente von Edward Snowden zeigen, dass die NSA mehr als nur ein Auge auf Huawei geworfen hat. Laut den Dokumenten verfüge die NSA über interne E-Mails bis in die höchste Chefetage sowie vollen Zugriff auf die Quellcodes verschiedener Geräte. Vermutungen zufolge, könnte die US-Regierung in jedem Gerät von Huawei ein Hintertürchen eingebaut haben, durch das sie auch nach Auslieferung Zugriff auf weitere Daten haben. Dabei könnten nicht nur die Netzwerkkomponenten, sondern auch die Smartphones von Huawei betroffen sein.

 

Demnach sitzt die NSA aktuell auf einem Datenberg, der zu dem jetzigen Zeitpunkt sogar die Bearbeitungskapazitäten der NSA übersteigt. "Wir haben aktuell guten Zugang und so viele Daten, dass wir nicht wissen, was wir mit ihnen machen sollen", heisst es in den offiziellen Dokumenten.

 

Huawei bleibt konsequent

 

Nun hat auch Huawei Stellung zu den veröffentlichten Dokumenten bezogen und probiert, das Positive darin zu sehen:

„Wenn solche Spionage stattgefunden hat, dann ist nun bekannt, dass [Huawei] unabhängig ist und keinerlei unübliche Verbindungen zu irgendeiner Regierung hat. Und dieses Wissen sollte an die Öffentlichkeit weitergegeben werden, um eine Ära der Missinformation zu beenden.“

Es bleibt nur noch zu hoffen, dass der chinesische Hersteller keinen allzu grossen Image-Schaden durch das Fiasko erleidet. Denn gerade hatte man sich hierzulande auf weitere Produkte des Herstellers gefreut.

Quelle: New York Times (Englisch) / Spiegel (Englisch)

Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Teilen