So. 20. Juli 2014 um 12:07

Mobile Websites gewinnen gegenüber Apps an Bedeutung

von Adrian Suess0 Kommentare

Ein Überangebot an Apps und verbesserte Layouts sind nicht die einzigen Ursachen dafür, dass mobile Websites wieder stärker genutzt werden. Smartphones und Tablets sind bald so leistungsfähig wie so manches Netbook und dank hochauflösender Displays ist auch die Darstellung komplexer Websites praktikabel. Nicht zu vergessen die leistungsstärkeren Mobilfunkstandards wie HSPA+ und LTE. Ausserdem: Wer möchte schon für jede Website, die er ab und zu besucht, eine App installieren?

 

Bei den Nutzerzahlen übertreffen mobile Websites die Apps

Vor einigen Jahren sah es noch anders aus: 2010 gab es noch einen Trend weg von den mobile Websites hin zu den Apps. Die kleinen Anwendungen waren leichter zu handhaben und Inhalte konnten darüber schneller geladen werden. Ausserdem war das Konzept des „Responsive Design“ noch recht neu für die meisten Website-Betreiber und wenn mobile Websites angeboten wurden, waren die Inhalte häufig auf enttäuschende Weise abgespeckt.

Schaut man sich die aktuellen User-Zahlen der Schweizer Internet-Nutzungsforscher von NET-Metrix an, scheint sich zumindest für die beliebtesten Schweizer Online-Angebote das Bild zu wandeln: Besonders bei News-Seiten wie 20min.ch, Basler Zeitung oder Blick online gibt es deutlich mehr Unique Clients auf den Mobile-Website-Angeboten. Zwar werden bei den Apps hier und da mehr Visits und Impressions gezählt, aber das sagt noch nichts über die Anzahl der einzelnen Nutzerinnen und Nutzer aus.

Für Angebote, die man häufig nutzt, kann sich nach wie vor eine App lohnen. Beispielsweise veröffentlichte Zalando kürzlich eine Shopping-App für die Schweiz, die sich laut unserem App-Test für alle lohnt, die hier häufiger einkaufen. Aber was ist mit Angeboten, die man nur ab und zu besucht? Bei dem Überangebot an Apps – zumindest für Android – dürfte es manchem schwerfallen, auch noch für jede dann und wann genutzte Website eine App zu installieren.

 

Responsive Web-Design wird allmählich zum Standard

Das ist auch gar nicht mehr nötig, denn Responsive Design entwickelt sich zum Standard für Websites. Dabei werden Layout und Darstellung sowie teilweise auch die Inhalte automatisch an das Endgerät angepasst, auf dem die Website dargestellt wird. Die mobile Nutzung des Internets nimmt immer mehr zu und jede Website, die nach mehr Nutzerzahlen strebt, sollte die unterschiedlichen Bildschirmgrössen von Desktop bzw. Notebook und mobile Devices berücksichtigen. Das können selbst solche Website- und Online-Shop-Betreiber, die in Sachen Programmierung eher Laien sind. Baukasten-Anbieter wie Strato haben neben Standards wie einer passenden Domain und sicherem Hosting auch Responsive Design Layouts in ihren Paketen. Für Online-Shops wird automatisch eine Mobile-Commerce-Version erzeugt, die man mit der Vorschaufunktion checken kann.

 

Auch die mobile Devices werden besser

Möglich wird der Aufwind bei den mobile Sites natürlich auch durch die immer bessere Hardware der mobile Devices. Die Ansprüche der User an die Technik wachsen und die Hersteller reagieren mit schnelleren Mehrkernprozessoren, besseren Grafikchips und mehr Arbeitsspeicher. Was nicht immer so schnell mitwächst, ist der eingebaute Speicher. Aber auch dafür bringen mobile Websites einen entscheidenden Vorteil mit: Anders als eine App müssen sie nicht dauerhaft auf der Handy- oder Tablet-Festplatte gespeichert werden. Zudem sinken die Ladezeiten für Websites dank schnellerer Mobilfunkstandards. Damit werden Apps zwar nicht obsolet, aber gerade für Informationsangebote oder Online-Shopping kann man in Zukunft häufiger auf die Installation einer App verzichten.

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