Mo. 31. März 2014 um 12:26

Google-Nutzerdaten: Behörden wollen immer öfter Einsicht

von Dennis Schubert2 Kommentare

Anfragen von Behörden wegen Nutzerdaten nehmen immer mehr zu

Bislang war klar, dass viele Behörden und natürlich auch die Geheimdienste verschiedener Nationen Daten von Google einholen wollen – ob nun erlaubter- oder unerlaubterweise. Schliesslich sammelt der Suchmaschinendienst sehr viele Nutzerdaten und macht sich somit zu einem perfekten Partner auf diesem Gebiet. Wie Google in einem Transparenzbericht dargelegt hat, wächst die Zahl der Anfragen stetig. Auch aus Deutschland kommen immer mehr Einsichtsgesuche.

Dabei ist den meisten Behörden eine Reihe von Gesetzen nützlich, die es ihnen erlauben, Anfragen zu starten. Bis zu einem gewissen Grad ist Google dann verpflichtet, die Daten herauszugeben. Das besorgt natürlich viele Nutzer und Nutzerinnen weltweit. Google bemüht sich daher um immer mehr Transparenz und veröffentlicht daher umfassende Berichte. Dabei geht es um Fragen, wie: Wer kann Anfragen auf Offenlegung stellen? Welche Daten können oder müssen herausgegeben werden? Wie verfährt Google bei einer solchen Anfrage?

 

Von 25’000 zu 50’000 Anfragen in knapp vier Jahren

Während es 2009 noch 25’000 Anfragen waren, die bei Google eingegangen sind, konnte man sich 2013 bereits um 50’000 Anfragen kümmern. Ein Grossteil dieser kommt natürlich wenig überraschend aus den USA und vom FBI. Aber auch aus Deutschland kommen viele Anfragen. Von Juli bis Dezember 2013 belegte man mit 2660 Stück Platz drei. Google entsprach diesen übrigens nur in rund 40 Prozent ganz oder teilweise.

 

Unter dem Strich kann man noch sagen, dass Google relativ betrachtet immer weniger Daten herausgibt, um User und Userinnen zu schützen. Leider fehlen auf den Berichten aber auch einige Zahlen, da Anfragen im Rahmen des Foreign Intelligence Surveillance Act nicht gezeigt werden dürfen.

Quelle: Google

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2 Antworten zu “Google-Nutzerdaten: Behörden wollen immer öfter Einsicht”

  1. WilhelmB sagt:

    In diesem Fall haben wir es leider wieder mit regulärer Panikmache zu tun.
    Ich finde es sogar ganz hervorragend, dass Behörden „immer öfter Einsicht“ wollen.
    Wie ich bereits zu einem ähnlichen Newspost hier kommentierte:
    Der Großteil, ich behaupte 95-98%, der Auskunftsersuchen bei Google und ähnlichen Online-Serviceplattformen besteht unter Garantie aus Anfragen nach Nutzerdaten im Zusammenhang mit täglicher Onlinekriminalität.
    Soll heißen: Wenn jemand bei eBay mit einer GMail-Mailadresse betrügt, wird ein Auskunftsersuchen an Google gestellt.
    Ebenso wird Google beauftragt, Nutzerdaten herauszugeben, wenn ein Drogendealer seine Mobiltelefone vernichtet hat, aber bekannt ist, dass er seine Kontakte in der Google-Cloud gesichert haben könnte.
    Das sind ganz normale Ermittlungsprozeduren, die bei Banken, Arbeitgebern oder Vermietern von tatverdächtigen Personen nicht anders ablaufen.
    Ich finde es in höchstem Maße unterhaltsam, dass so viele Menschen sich gestört fühlen, sobald es um ihre – immerhin freiwillig abgegebenen – virtuellen Sozial- und Persönlichkeitskonstrukte wie Suchmaschinenverläufe oder Emails gehen könnte, wobei die gleiche Vorgehensweise von Ermittlungsbehörden im wirklichen (!) Leben, in dem man nicht ohne Weiteres seine Identität oder sein Erscheinungsbild ändern kann, seit Jahrzehnten nichts weiteres ist als die erfolgreiche Durchsetzung der Instrumente eines funktionierenden Rechtsstaates.

    Weiterhin ist zu erwähnen, dass sämtliche personenbezogenen Daten in Deutschland lediglich auf richterliche Verfügung herausgegeben werden müssen. Da ruft also kein Polizist einfach mal an und lässt sich die Suchmaschinenverläufe einer Person von den letzten 3 Jahren geben.
    Oftmals werden solche Daten auch schon auf staatsanwältliche Verfügung hin hinausgegeben, was aber lediglich den Zweck hat, den Unternehmen den Ärger einer Ermittlungsvorladung zu ersparen und im Gegenzug schnellere Ermittlungen zu ermöglichen.

  2. Anaya sagt:

    Sehr schöner Kommentar vor mir..

    und bitte auch nicht vergessen dass wir jedes Jahr ziemlich viele „neue“ Smartphone Kunden erhalten und somit die Anfragen pro nutzter wohl etwa gleich geblieben ist. 🙂

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