Fr. 20. Februar 2015 um 10:49

Game Over für mobile Verschlüsselung: NSA ist im Besitz von Milliarden SIM-Karten-Keys

von Marcel Laser5 Kommentare

Seit 2010 soll laut neu veröffentlichter Dokumente durch Edward Snowden die NSA und ihr britisches Gegenstück GCHQ im Besitz der Verschlüsselungs-Keys von Milliarden von SIM-Karten sein. Dafür sei man extra in die Systeme des grössten Herstellers der Welt für SIM-Karten eingedrungen und habe sich der Keys bemächtigt. Damit hat die NSA weltweit Zugriff auf die mobile Kommunikation betroffener Nutzerinnen und Nutzer, ohne dafür Genehmigungen durch Regierungen oder Provider einholen zu müssen. Das betroffene Unternehmen Gemalto selber stellt jedes Jahr mehr als zwei Milliarden (!!) SIM-Karten her und verkauft diese weltweit an mehr als 420 Provider weiter. Wie hoch das Ausmass der Katastrophe – vor allem in Augen von Datenschützern – derzeit ist, bleibt unklar. Bisher steht nur fest, dass der Schlamassel eigentlich grösser nicht mehr sein könnte.

 

Das die NSA Mobilfunkdaten sammelt und auswertet, war bisher dank Edward Snowden kein grosses Geheimnis mehr, doch war man sich der Dimensionen wohl nicht bewusst. Dabei geht es nun nicht mehr darum, dass die NSA erst irgendwelche Genehmigungen einholen muss, sondern ohne jeglichen Aufwand die Mobilfunkdatenströme abgreifen kann. Der Experte für Verschlüsselung Matthew Green erläuterte in einem Gespräch mit der Zeitung The Intercept, dass der Zugriff auf diese Keys für die SIM-Karten mit einem „Game Over“ der mobilen Verschlüsselung gleichzusetzen sei.

 

 

Quelle: The Intercept (Englisch)

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5 Antworten zu “Game Over für mobile Verschlüsselung: NSA ist im Besitz von Milliarden SIM-Karten-Keys”

  1. mikehak sagt:

    Hoffe das es irgendwann einfach mal möglich ist, diese Firma mit Massenklagen einzudecken.

    Leider werden sie ja voll von der US Regierung geschützt. Aber jeder Private der sowas macht, wird verklagt. Die US Regierung darf das aber dann Weltweit machen ohne Konsequenzen.
    Eigentlich müsste man USA mal Isolieren

  2. Googlook sagt:

    Wie die Geheimdienste uns ausspionieren ist mir eigentlich relativ egal. Auch unsere Geheimdienste spionieren uns aus, auf Befehl UNSERER Regierung! Ebenfalls müssen die Provider auf Befehl UNSERER Regierung sämtliche Daten 6 Mt. speichern! Das ist viel das grössere Problem, als wenn da die NSA & Co. durch die Keys uns etwas einfacher abhören KÖNNTEN.

    Wenn die NSA mich abhört kann mir das eh egal sein. Wenn unsere Regierung uns ausspioniert könnte dies viel weitere Folgen haben. Mit den Bewegungsprofile könnte z.B. die Krankenversicherung, oder Autoversicherung spezifische Angebote erstellen oder gewisse Personen ausschliessen.

    Nicht falsch verstehen, ich bin auch sehr für ein freies Internet und starken Datenschutz. Die Geheimdienste gehen mir ebenfalls zu weit, doch sollten wir lieber mal bei uns selbst sehen als auf die USA zu zeigen. Aber es ist eben einfacher auf andere zu zeigen als die eigenen Probleme anzugehen. Ist leider überall auf der Welt das selbe. Ob Schweiz, Deutschland oder USA.

  3. Killer07 sagt:

    @Googlook: Selbst wenn wir in Deutschland von unserem Geheimdienst nicht mehr ausspioniert werden würden, so steht unser Geheimdienst trotzdem im Kontakt mit der NSA, GCHQ oder sonstwas und kommt so trotzdem an Daten der deutschen Bürger, ohne selbst auszuspionieren. Und das ist das Problem, das Internet kennt keine Grenzen was Segen und Fluch zugleich ist.

  4. mischka83 sagt:

    Solche Meldungen sollten uns nicht mehr Überraschen! Es wird eh immer schlimmer werden, Merkel und co. Interessieren sich im Grunde nicht für ihre Bürger, solange sich die Bürger nicht gegen ihre Politiker auflehnen (Wobei da wohl langsam auch härtere geschütze gefragt wären als nur Demo’s) solange werden diese Korrupten Politiker machen was sie wollen!!!

  5. night sagt:

    Alter Zopf der wieder aufgewärmt wird.

    Mit einem IMSI Catcher kann dies jeder technisch interessierte auch selber machen.

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