Do. 30. April 2015 um 12:05

Basler Verkehrs-Betriebe geben das WLAN-Projekt auf

von Simon Burgermeister10 Kommentare

Wie die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB, nicht zu verwechseln mit dem deutschen Fussballclub) per Pressemitteilung bekannt gegeben haben, wird das Projekt Public/WLAN eingestellt. Im Rahmen dieses Projekts, das vor drei Jahren in Zusammenarbeit mit Swisscom gestartet wurde, waren je drei Busse und Strassenbahnen mit einem öffentlichen WLAN-Zugang ausgestattet. In dieser Zeit wurde ermittelt, ob und wie der Internetzugang genutzt wird und ob eine flächendeckende Einführung einen Mehrwert für die Passagiere bedeuten würde.

 

Nun kam man beim BVB aber zum Schluss, dass dem nicht so ist. Man führt unter anderem veränderte Rahmenbedingungen als Grund an. So sind heute Flatrate-Abos für Internet über die Mobilfunkantenne üblich, sodass man so oder so fast jederzeit online sein kann. Auch ausländische Gäste sind dank immer tieferen Roaming-Kosten nicht mehr unbedingt auf öffentliche WLAN-Angebote angewiesen.

Besonders schwerwiegend ist zudem die Tatsache, dass man das Netz mit einem Login-Prozess schützen müsste. Da aber die durchschnittlich zurückgelegte Strecke in einem Tram der BVB bei gerade einmal vier bis fünf Stationen liegt, hätte das Login wahrscheinlich fast länger gedauert als danach das Surfen im WLAN-Netz.

Die BLT macht weiter

Hätten die BVB das Projekt weiter verfolgt, wäre ein Erfolg also fraglich gewesen. Dennoch hätte man pro Jahr mehrere 100’000 Schweizer Franken darin investieren müssen.

 

Etwas anders sieht es bei der Baselland Transport AG (BLT) aus, die unter anderem für die Vororts-Tramlinien zuständig ist. Gegenüber der Basler Zeitung meinte ein Sprecher der BLT, dass das Internet-Angebot von etwa 5’000 bis 6’000 Personen pro Tag genutzt werde. Dank leistungsfähigeren Accesspoints sei es heute möglich, eine ganze Strassenbahn mit nur einem Gerät zu bedienen. Zudem könne man damit gleich noch andere Kommunikationsbedürfnisse bedienen: Das gesamte Fahrdienstpersonal ist mit persönlichen iPads ausgestattet, die natürlich auch auf das Internet zugreifen müssen. Man wird bei der BLT also am WLAN in den Strassenbahnen festhalten.

 

 

Quellen: BVB Pressemitteilung, Baz Online

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10 Antworten zu “Basler Verkehrs-Betriebe geben das WLAN-Projekt auf”

  1. WarmRed sagt:

    Mangelndes Interesse kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, der Service war wohl einfach zu schlecht oder zu umständlich umgesetzt, so dass die Fahrgäste darauf verzichtet haben.

  2. AnterDogan sagt:

    Bei 3 Trams und 3 Bussen würde mich das ehrlich gesagt auch wenig interessieren… Dann muss ich jedesmal, wenn ich in einen Bus/Tram einsteige schauen, ob diese W-Lan haben?

  3. zettie94 sagt:

    Die Strassenbahn heisst in der Schweiz übrigens das Tram; nur so weil das hier ja eine Schweizer Seite ist…
    WLAN macht bei städtischen Verkehrsmitteln in der Schweiz wirklich wenig Sinn; die durchschnittliche Verweildauer in einem Tram oder Bus liegt hierzulande wohl bei weniger als 10 Minuten. Die BLT ist allerdings kein klassisches städtisches Verkehrsmittel, die meisten ihrer Tramlinien sind wohl eher als Vorortsbahn einzustufen. Die Fahrt in so einem Tram kann gut auch mal 20 Minuten oder länger dauern.

  4. kadir85 sagt:

    und die BLT betreibt mit der Linie 10 die längste Tramlinie Europas. Sagenhafte 25.9 km. Tut auch nichts zur Sache 😉

  5. gabbacore sagt:

    @ Kadir85: Haha, genau!!! Nach dem Motto wir Basler und Baselländler haben den grössten. 🙂

  6. Arutha sagt:

    Ja liebes Pocketpc Team. Strassenbahn heisst Tram. Schreibt bitte die korrekten Wörter, wenn es schon über die Schweiz geht. Als Schweizer Seite fände ich das schon fast zwingend. Man muss schon sonst überall die Grammatik Deutschlands lesen.

  7. Dackelfranz sagt:

    Auch in Bayern nennt sich das Tram oder Trambahn

  8. Bunsenbrenner sagt:

    In Deutschland sagt man auch Tram in einigen Bundesländern. Was geht denn hier mit der Arroganz einiger Wenigen? Werden Touristen von euch auch so behandelt? Ich finde es durchaus in Ordnung. So können Leute, die den Begriff nicht kennen, ebenfalls was neues dazu lernen! Ist doch super. Anstatt freundlich und nett zu schreiben: „Für diejenigen die es nicht wissen: In unserer Schweiz nennt man die Strassenbahn Tram“. Stattdessen kommen pissige und eingebildete Kommentare. Geht ihr eigentlich auch im Forum so ab wenn ihr ne andere Länderflagge seht? Ist ja ekelhaft… Ganz ehrlich.

  9. Chrysokomas sagt:

    Ich bin täglich in Basel unterwegs, sowohl mit den Trams der BLT als auch oft mit denjenigen der BVB. Ich glaube also sagen zu können, die zwei Angebote gut unterscheiden zu wissen. Während der Service bei der BLT wirklich ganz gut ist, ist derjenige der BVB das pure Gegenteil. Wenn man denn schon mal ein BVB-Tram mit WLAN erwischt… So ist es natürlich einfach zu behaupten, das Angebot würde nicht genutzt! Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kundenkreis der BLT so komplett anders ist als derjenige der BVB!
    Tja liebe BVB, ich surfe fast täglich mit dem WLAN der BLT. Fragt doch dort mal nach, wie man guten Service anbietet.

  10. Chrysokomas sagt:

    Anbei frage ich mich gerade folgendes: eine 3-jährige Testphase? WTF? Da sieht man, dass die BVB ein Staatsbetrieb ist…

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