Mi. 29. April 2015 um 15:48

Apple Watch: Warum nicht nur Apples Uhr Probleme mit Tattoos hat

von Marcel Laser2 Kommentare

Wenn es jemanden trifft, dann meistens Apple zuerst. Keine Frage: Der Fokus auf das wohl bisher wertvollste Unternehmen der Welt aus dem beschaulichen Cupertino ist immer wieder Ziel von obskuren Meldungen. Die Apple Watch ist ein unter Kritikern und Fans heiss diskutiertes Stück Technik. So gut sich die Apple Watch derzeit verkauft, so gehasst wird sie auf der anderen Seite von Gegnern des Konzerns. Daher gilt eine erste und oberste Regel in der medialen Welt: Apple-Schlagzeilen bringen Klicks und Kommentare. WhatsApp-Skandale (die übrigens manchmal auch keine sind, Stichwort „Abgespeicherte Telefonate“) eigenen sich übrigens ebenfalls. Dass das Problem der Apple Watch allerdings nicht nur das Problem von Apple ist, wird oftmals nicht erwähnt, denn viele Berichte lassen ein sehr wichtiges Detail aus.

Kurz erklärt: Wie funktionieren die Pulsmesser in Smartwatches

Die Pulsmesser, welche in unsere Wearables verbaut werden, arbeiten mit Lichtsignalen, die unter unsere Haut „geschickt“ werden, um die Ströme des durchlaufenden Blutes zu erfassen und so unseren Herzschlag zu ermitteln. Diese Messmethode nennt sich im Fachjargon auch Photoplethysmographie. Wenn wir nun unsere Haut mit dunkler Farbe bepinseln, sie tätowieren lassen oder andere lichtundurchlässige Sachen mit ihr anstellen, kommt das Licht nicht mehr richtig, oder im Fall von schwarzen Tattoos, gar nicht mehr an unser Blut heran. Das Ergebnis sind dann entweder unzureichende, stark verfälschte oder eben gar keine Messungen mehr, da die Technik sich an den Reflexionen des durch das Hämoglobin rot gefärbten Bluts orientiert.

 

Das betrifft also alle Geräte, welche mit derselben Messtechnik ausgestattet sind wie die Apple Watch. Daher sollten Uhren wie die Moto 360, die LG G Watch R und weitere Kontrahenten eben genau dieselben Probleme haben. Es wurde nur nie offen kommuniziert, von keinem der Hersteller. Apple hat allerdings nun wohl mehr als 2.5 Millionen Smartwatches verkauft, die nach und nach an die Kundinnen und Kunden ausgeliefert werden. Das sind in gut einer Woche deutlich mehr Exemplare als die gesamte Wearable-Industrie im Jahr davor abgesetzt hat. Die Chance ist nun also höher, durch den extrem erhöhten Umlauf des Produktes genau dieses Szenario zu erwischen. Die Apple Watch hat anscheinend, zum Leidwesen ihrer selbst, das Szenario als erstes erwischt.

Apple Watch
Nicht nur die Apple Watch nutzt einen optischen Pulsmesser. Die meisten Smartwatches werden mit dunkleren Tattoos ihre Probleme haben.

Messergebnis von Helligkeit der Farbe abhängig

Wer nun am Handgelenk ein relativ helles Tattoo besitzt, welches genügend Licht für die Messung der Blutströme hindurchlässt, sollte weniger Probleme bekommen. Dunklere Farben lassen deutlich weniger Licht durch und so sind Funktionen, die vom Sensor abhängig sind, eben nicht nutzbar. Wer also nun Tattoos am Handgelenk sein Eigen nennt, sollte vielleicht einmal im Apple Store um einen Termin für eine Anprobe und das Ausprobieren der Sensorfunktionen bitten.

 

Allein durch die Kritik im Netz sollten die Apple-Mitarbeitenden mittlerweile vorgewarnt sein, sodass es unter Umständen möglich ist, nachzuschauen, ob die Geräte an bemalten Handgelenken funktionieren. Allerdings sollte man nicht immer all zu viel erwarten, denn wer generell ein Tattoo am Handgelenk besitzt, muss einfach mit Problemen der genannten Technik rechnen. Da wird auch ein Konkurrenzprodukt eines anderen Herstellers mit ähnlicher Technologie kaum helfen.

vg-wort
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2 Antworten zu “Apple Watch: Warum nicht nur Apples Uhr Probleme mit Tattoos hat”

  1. zettie94 sagt:

    Dieser Artikel wurde gesponsert von Apple Inc.

  2. venue pro delle sagt:

    ^like

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