Fr. 12. August 2016 um 10:10

phonest: Die Kampagne gegen Kinderarbeit und die Sklaverei

von Marcel Laser0 Kommentare

Natürlich war phonest nicht echt, also das Smartphone zumindest. Auch wenn man es hätte am Anfang wirklich glauben können. Das Marketing des erfurter „Herstellers“ mit dem Schlagwort Transparenz sorgte schon einige Zeit lang für Aufsehen und die Spekulationen darum nahmen nicht ab. Dabei geht es nicht um Technik, sondern um etwas viel menschlicheres. Etwas, dass wir seit Jahrzehnten in dieser Branche eher übersehen. Eine Kampagne, die es Wert ist einen zweiten Artikel zu bekommen, anstatt den ersten einfach nur zu überarbeiten.

phonest setzt Zeichen gegen die Kinderarbeit und Sklaverei in der Techbranche

Das Fairphone gibt es allerdings tatsächlich und die Ziele sind ähnlich. Der Hersteller des gleichnamigen Smartphones versucht bereits die grössten Teile seiner Fertigung offen zu legen und auf gerechte Arbeitsbedingungen zu achten. Auch wenn es nicht immer in allen Bereichen zu 100% gelingt, so ist das Fairphone ein Paradebeispiel in dieser Branchenwelt. Aber eben, dass genau das immer noch nicht überall gelingt, ist der Knackpunkt. An all unseren Smartphones klebt Blut, von Kindern, Erwachsenen und Sklaverei ist da keine Seltenheit.

 

Wir kaufen und bestellen und machen uns nur gar nicht bis maximal selten Gedanken um die Herstellung unserer Geräte. Ein Problem, welches nicht nur Smartphones betrifft. Negative Schlagzeilen, wie die Toxin-Affären im Samsung-Werk oder den Selbstmordproblemen und die sehr schlechten Bezahlungen und Bedingungen im Foxconn-Werk, sind nur die Spitze des enormen Eisberges. In Brasilien und anderen Ländern, werden kleine Kinder in die Minen geschickt und sollen die Rohstoffe für unsere Geräte bergen. Stundenlang und teilweise keine 12 Jahre alt, für einen absoluten Hungerslohn.

 

phonest will mit seiner Kampagne und den in Umlauf gebrachten Spekulationen darauf Aufmerksam machen, was in dieser Technikwelt eigentlich schief läuft und das ist ihnen durchaus gelungen. Auch uns wurden vom „Hersteller“ aus Erfurt erst einmal nur Informationen per PR-Mitteilungen zugesendet mit einem Embargo, einem festen Datum zur Veröffentlichung. Das Gerät klang spannend und warum auch nicht! Zur Veröffentlichung änderte phonest allerdings sofort seinen Internetauftritt und macht das Smartphone selbst zur Kampagne gegen die Sklaverei. Ein absoluter Erfolg wie uns scheint, denn die Aufmerksamkeit in den Medien und die Diskussion darum, scheint angekommen zu sein.

 

Wir jedenfalls sind begeistert von der Idee und der Ausführung. Ein Thema, welches bis auf den Hersteller Fairphone kaum Aufmerksamkeit bekommt und mit phonest zumindest einen weiteren Stein ins Rollen bringt. Das Device existiert zwar nicht, aber die damit verbundenen Probleme sind mehr als real und wenn man einmal genauer darüber nachdenkt, dann ist es vielmehr auch ein Horrorszenario, welches uns beim Benutzen unserer Geräte eher weniger in den Sinn kommt.

 

phonest zeigt euch hier offen und ehrlich, woher die Rohstoffe kommen. Tatsächlich erhalten die meisten Hersteller ihre Rohstoffe aus diesen Ländern.
vg-wort
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