Di. 10. März 2015 um 15:22

Fairphone 2: Neue Infos zum fairen Smartphone Nachfolger

von Barbara Walter-Jeanrenaud0 Kommentare

Das erste Fairphone war ein Erfolg: Alle 60’000 Einheiten des Geräts sind ausverkauft und alles in allem sind die Nutzerinnen und Nutzer zufrieden mit dem Gerät. Lediglich bei den Updates gab es immer mal wieder Probleme und auch die eher schlechte Kamera konnte einige Leute nicht so recht überzeugen. Die Spezifikationen waren allerdings auch nicht der Kaufgrund für die Kundschaft, vielmehr ging es bei der Bestellung des Fairphones um Nachhaltigkeit, Transparenz und grösstmögliche Fairness im Produktionsprozess und Umgang mit den Ressourcen. Insbesondere die seltenen Erden, welche auf unserem Planeten nur unter schweren Bedingungen gefördert werden können und die entsprechenden Minen leider Gottes viel zu oft in Kriegsgebieten liegen und somit Warlords z.B. im Kongo von dem Geschäft profitieren, sind und bleiben ein sehr empfindliches Thema bei der Herstellung von technischen Geräten. Ein Punkt den wir auch bereits in unserem Review zum Fairphone ausgiebig ansprachen.

 

Das nächste Fairphone kommt mit deutlich angehobener Hardware

Dass ein zweites Fairphone schon in Planung ist, wird schon länger berichtet. Nun konnte heise online im Rahmen des MWC 2015 mit dem Technikchef des niederländischen StartUp-Unternehmens sprechen. Olivier Herbert bestätigte hierbei, dass das nächste Fairphone sich statt an Mittelklassegeräten vielmehr an Highend-Smartphones orientieren werde. Demnach wird das zweite Fairphone, welches offiziell noch keinen Namen hat, um einiges besser ausgestattet sein als das derzeitige. Es soll zudem mit Android 5 Lollipop ausgeliefert werden, über eine bessere Kamera verfügen und nach wie vor mit zwei SIM-Karten betrieben werden können. Auch LTE soll mit am Start sein, genauso wie ein deutlich leistungsfähigerer Prozessor, welcher aus dem Hause Qualcomm kommen wird. Der Grund für die Entscheidung, in Zukunft auf Highend zu setzen sei Herbert zufolge, dass damit die Nachhaltigkeit noch weiter gesteigert werden kann.

 

Ein Smartphone, welches auf dem allerneuesten Stand der Technik ist, wird langsamer veralten und somit für die Endverbraucher länger updatebar und attraktiv bleiben. Aus diesem Grund wird auch weiterhin ein wechselbarer Akku verbaut sein und bei der Produktion viel Wert darauf gelegt werden, dass das Smartphone einfach zu reparieren ist. Der Preis wird aufgrund der nun hochwertigeren Hardware natürlich ein höher angesetzt werden, dennoch wird er sich doch noch deutlich von denen anderer Flaggschiffe unterscheiden. Man wolle ein Highend-Gerät im mittleren Preissegment schaffen, so Herbert. Das erste Fairphone war mit 365 Euro doch recht teuer für die eingesetzte Technik, allerdings darf man die Aspekte hinter der Fairphone-Philosophie nicht vergessen: Fairness hat eben ihren Preis.

 

Fairphone
Das Fairphone bekommt einen Nachfolger (Fairphone 2?), der ab Spätsommer bestellt werden kann.

Ein Highend-Smartphone ohne Schnickschnack

Was nicht im neuen Fairphone vorhanden sein wird, sind derzeit sehr moderne Features wie ein Fingerabdrucksensor, gebogenes Display oder aber Health-Features wie Pulsmesser o.ä. Der Fokus liegt voll und ganz auf den Kernfunktionen eines Smartphones – also Telefonie, Internetnutzung, Nachrichtenversand und evtl. ein wenig Fotografieren und Spielen. Somit ist derzeit davon auszugehen, dass das technische Niveau des Fairphone 2 im Verhältnis zum Vorgänger schon im Vorfeld höher liegen wird. Unter anderem soll auch das Ärgernis, dass Updates für das Fairphone bisher nur sehr schleppend ankamen und die aktuelle Betriebssystem-Version des Gerätes bei Android 4.2 stehengeblieben ist, behoben werden. Dazu soll auch der hochwertige Qualcomm-Prozessor beitragen. Überhaupt ist das Betriebssystem ein spannendes Thema für das niederländische StartUp-Unternehmen: Laut Herbert schaue man sich derzeit nach alternativen offenen Betriebssystemen um und knüpfe Kontakte zu den Leuten hinter Ubuntu, Firefox OS und SailfishOS. Geht es nach dem Entwicklungsteam, soll auch das CustomROM Cyanogen Mod auf dem nächsten Gerät laufen können. Ob dies schon zum Launch des nächsten Fairphones klappt, darauf sind wir natürlich sehr gespannt.

 

Ein paar Worte verlor Olivier Herbert auch noch zu den sozialen Komponenten des nächsten Fairphones. Schon das erste Gerät sollte so sozialverträglich wie möglich produziert werden. Dafür wurde unter anderem in die Fabrik investiert, in der die erste Charge hergestellt wurde. So wurden die Gründung eines Sozialfonds unterstützt und unter anderem in den Brandschutz investiert. Diese Massnahmen werden zur Zeit untersucht und die Ergebnisse eines unabhängigen Instituts bald veröffentlicht, so Herbert. Bleibt zu hoffen, dass diese Massnahmen griffen und es den Menschen, die mit der Produktion des Smartphones beschäftigt sind, besser geht als zuvor.

 

Support für das erste Fairphone läuft weiter

Wichtig zum Schluss ist, dass der Support für das erste Fairphone auch bei Release des Fairphone 2 noch weiterläuft. Auch wenn keine weiteren Android-Updates mehr auf das Gerät kommen, so werden Softwareupdates weiterhin ausgeliefert werden. Auch die Reparatur ist dank genügend gelagerter Ersatzteile nach wie vor kein Problem und wird noch einige Zeit weiterlaufen. Zu guter Letzt kann man das Fairphone auch bei der Firma selbst recyclen lassen, dabei fallen noch nicht einmal Versandkosten an.

 

 

Quelle: heise-online

vg-wort
Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Teilen