Di. 24. November 2015 um 16:25

Jolla Oy veröffentlicht offenen Brief an die Community

von Marc Hoffmann2 Kommentare

Vor einigen Tagen berichteten wir bereits darüber, dass Jolla in ernsten finanziellen Schwierigkeiten steckt, was sich durch die Entlassung eines grossen Teils der Belegschaft äusserte. Nun hat sich Antti Saarnio im offiziellen Jolla Blog zu dem Thema geäussert und bestätigt nicht nur die Geldprobleme des Unternehmens, sondern auch, dass dessen Zukunft im Moment sehr ungewiss ist. Laut Saarnio ist die Entwicklung des Jolla Tablets und die Verschiebung des Marktstarts um ganze 3 Monate, aufgrund von Hardware Problemen, bereits die dritte Durststrecke, welche das Unternehmen überwinden muss. Am 13. November hat sich der Hauptinvestor von Jolla zurückgezogen, welcher mit insgesamt 10 Millionen Euro an der Finanzierung des Startups beteiligt war, was einer der Gründe für die plötzlichen Entlassungen sei und dies das gesamte unternehmen gefährdete.

Hauptinvestor von Jolla zieht sich zurück, offener Brief soll Situation erklären

„Nun kämpft Jolla ums Überleben.“, Gibt Saarnio im Blog-Post weiter an. Zudem wird die Frage beantwortet, wo das Geld hin ging, welche Vorbesteller_innen des Jolla Tablets bereits investiert haben und hier gibt man nun eine klare Aufschlüsselung an. Insgesamt wurden durch die Vorbestellungen etwa 2.6 Millionen Euro eingenommen, welche aber gerade einmal ausreichten, um die Softwareentwicklung und einen Teil der Hardwareentwicklung zu finanzieren, was am Ende einen Verlust von etwa 1.6 Millionen Euro zur Folge hatte.

 

Jolla Tablet Costs
Dir Vorbestellungen reichten nicht, um das Jolla Tablet vollständig zu finanzieren.

Die Hardwareprobleme, vor allem mit fehlerhaften Displays, machen dabei den grössten Teil dieses Verlustes aus. Dennoch will man weiterhin an der Entwicklung des Tablets festhalten und dieses wird vorerst als Schlüsselprojekt weiter geführt, um Sailfish OS auf die nächste Stufe zu bringen. Antti Saarnio hebt aber noch einmal deutlich hervor, dass die Verzögerung beim Jolla Tablet nicht der Hauptgrund für die finanziellen Probleme sind, welche man aber weiterhin versuchen will, in den Griff zu bekommen. Derweil wird das Nebenprojekt, welches Android als alternatives Betriebssystem auf das Jolla Tablet bringen soll, vorerst ausgebremst und läuft nur mit begrenzten Mitteln weiter, um hier Einsparungen zu schaffen. Im Dezember wird es eine neue Finanzierungsrunde mit Investoren geben und man betont noch einmal, dass es sehr wichtig sei, ein alternatives, offenes Betriebssystem neben Android am Markt zu haben. Man hofft bei Jolla, dass die Industrie und auch die Nutzer_innen dies einsehen und das man schnell einen neuen Investor findet, welcher bereit ist, das Jolla Projekt zu unterstützen.

 

 

Quelle: Jolla Blog (Englisch)

Das könnte Sie auch interessieren

2 Antworten zu “Jolla Oy veröffentlicht offenen Brief an die Community”

  1. chief85 sagt:

    Was sind das bitte den für Affen? Warum haben die nicht Kostendeckend gesammelt? Dann hätte man halt 50€ mehr bezahlt.

    Kein Wunder das Nokia unter ging.

  2. megger75 sagt:

    Unglaublich…. Vor allem wurden ja mehr Tablets bestellt das das Ziel war. Also sind die ja noch von weniger „Zustupf“ ausgegangen. Schade um ein gutes OS – aber diese Firma ist doch wirklich eine Katastrophe. Lieber einen Jolla Store eröffnen, an Ausstellungen gehen und noch einen Preis in Barcelona absahnen für etwas das es nie für alle zu kaufen gibt. Irgendwie fühle ich mich von dem Laden schon verarscht. Wie kann man nur so Geschäften..
    Nach den Aussagen muss das ja von Anfang an klar gewesen sein dass die Rechnung nie aufgehen wird.
    Hoffe dass wir wenigstens noch das Tablet bekommen. Das Geld ist sowieso weg. Und dem Laden gebe ich auch keine Chancen in Zukunft. Wer will schon sowas finanzieren???
    Schade um das beste OS was ich kenne….

Schreibe einen Kommentar

Teilen