Fr. 24. Juni 2016 um 10:44

iPhone 6 Verkaufsverbot: Kläger-Firma in China existiert nicht einmal mehr

von Marcel Laser0 Kommentare

In China ist vor gut einer Woche, durch ein offizielles Büro für den Schutz von geistigem Eigentum ein Verkaufsverbot für die iPhone 6 und iPhone 6 Plus Modelle ausgesprochen worden. Nach einer ausführlichen Recherche des Wall Street Journal in China gibt es nun eine kuriose Wendung in dem Fall: Die Firma mit dem Namen 100+ hinter der Klage existiert seit über einem Jahr nicht mehr.

Firma namens 100+ in China nur durch Scheinunternehmen gedeckt?

Erstmal musste Apple die bereits schon recht kuriose Klage verdauen, ein Verkaufsverbot einstecken zu müssen, über ein Smartphone, welches dem eigenen iPhone gegenüber nahezu gar nicht ähnlich sieht und nun kommt sogar raus, dass die Firma hinter der Klage nicht einmal mehr existiert. Dem renommierten Wall Street Journal (WSJ) war die Klage so suspekt, dass sie mit tiefergehenden Recherchen begannen. Also erfragte man die Adresse der Firma vor Gericht, aber die angegebenen Wohnorte sind alle falsch bzw. ungültig. Die angegebenen Telefonnummern funktionieren ebenfalls nicht, oder sind nicht besetzt. Einen direkten Ansprechpartner hinter der Klage gibt es also nicht.

 

Allerdings gibt es noch zwei andere Namen in dem Fall. Die Unternehmen Baili, welches übrigens auch mit Namen in der Klage vorkommt und das 100C Smartphone als Gegenstand für das Verkaufsverbot heranzog und ein Unternehmen mit Namen Digione. Nach weitergehender Recherche des WSJ sind auch diese beiden Konzerne aller Wahrscheinlichkeit nach nur Scheinfirmen. Somit dürfte die von Apple eingelegte Berufung in dem Fall seine volle Gültigkeit entfalten und auf derzeit bestehender Rechtsgrundlage auch der Fall im Sande verlaufen.

Schaden hoch: Apple verlor rund 12 Milliarden US-Dollar Marktwert

Dennoch hat Apple unter der Scheinklage von 100+ schwer einstecken müssen. Als bekannt wurde, dass ein offizielles Büro das Verkaufsverbot in China, dem mittlerweile zweitwichtigsten Markt des Apfel-Konzerns, aussprach, reagierten Anleger „bestürzt“ über das Urteil. Die Aktie brach anschliessend um satte zwei Prozent ein, was einen Realverlust an 12 Milliarden US-Dollar Marktwert an der Börse ausmachte. Die Wogen sollten sich zwar nun wieder glätten, dennoch bleibt für Apple an dieser Stelle ein bitterer Nachgeschmack zurück.

 

 

Quelle: Wall Street Journal (Englisch)

vg-wort
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