Fr. 19. September 2014 um 16:29

Google will In-App Käufe im Play Store offenlegen

von Marc Hoffmann2 Kommentare

Eine erfreuliche Nachricht für Nutzerinnen und Nutzer und ein Seitenhieb für die ein oder anderen Developer, welche durch Freemium Apps Leuten das Geld aus der Tasche ziehen wollen: Zukünftig werden für den Google Play Store neue Richtlinien gelten, nach denen die Preise für Apps mit In-App-Käufen in der Beschreibung angeben müssen, in welchen Preisspannen sich diese bewegen.

 

Ausserdem werden Developer dazu gedrängt, eine reale Adresse in den Beschreibungen zu ihrem Entwicklerkonto zu hinterlegen, welche dann auch in der Beschreibung zu den jeweiligen Apps zu sehen ist. Gerade dieser Punkt stösst aber aktuell auf Widerstand, da nicht jeder bereit ist, seine Wohnadresse preiszugeben.

Neue Play Store Regelung soll dem Verbraucherschutzgesetz entgegenkommen

Auch wenn einige gegen die neuen Richtlinien protestieren dürften, werden diejenigen, die gerne gelegentlich augenscheinlich kostenlose Apps und Spiele ausprobieren, durchaus erfreut über die neue Regelung sein. Eine Übersicht über die Menge und den Preis von In-App-Käufen direkt in der Beschreibung der jeweiligen App sollte somit negativen Überraschungen zukünftig vorbeugen. Zudem wird die Chance verringert, dass gerade Apps, welche kostenlos im Playstore erhältlich sind, aber übertrieben hohe Preise für zusätzliche Käufe verlangen, sehr schnell hohe Downloadzahlen vermelden und so in den Charts des Play Stores innerhalb von Tagen an die Spitze schiessen. Denn wer würde schon ein Freeware Spiel herunterladen, welches dann mit zusätzlichen Käufen von 100 SFr. kommt, um Spiele-Items zu bekommen?

 

Zudem verlangt Google auch die Offenlegung einer realen Adresse im Entwicklerkonto und in der App-Beschreibung. Als Begründung nennt der Konzern die Anpassung an das reformierte Datenschutzgesetz der USA. Laut diesem müsse ein Händler bei einem Vertragsabschluss über grosse Distanzen, zu denen ein Online-Kauf zählt, klar festgelegte Daten an übermitteln, um bei Rückfragen über grundlegende Wege erreichbar zu sein. Dazu gehören neben der Adresse auch eine Telefonnummer und der vollständige Name des Entwicklers. Hier gibt es allerdings starke Bedenken, da bereits Apps wie Flappy Birds zeigen, welchem Druck man ausgesetzt werden kann, falls eine kleine App ein gewisses Mass an Popularität erreicht hat. Ob Google hier stur bleibt und damit vermutlich viele Developer vertreibt oder ob sich eine Alternativlösung findet, muss sich erst zeigen.

Die Änderungen an den Richtlinien und die Anzeige der In-App Preise sollen bis Ende dieses Monats in Kraft treten.

 

Quelle: Reddit via Android Police (beides englisch)

Das könnte Sie auch interessieren

2 Antworten zu “Google will In-App Käufe im Play Store offenlegen”

  1. fumo sagt:

    hmm naja, ich nenne das Schutz für die dummen. Aber es wird nicht viel ändern denn diejenigen die sich mit „versehentlichen“ inapp Einkäufen belasten sind auch diejenigen die gar keine Beschreibung durchlesen.

  2. augwied sagt:

    An sich finde ich das schon in Ordnung, dass die App-Hersteller auch eine Art „Impressum“ hinterlegen müssen. Muss man ja bei fast jeder 0815-Internetseite (nach deutschem Recht) auch machen.

    Dass es die Leute davon abhalten wird, diese In-App-Käufe zu tätigen, wage ich allerdings zu bezweifeln 😉

Schreibe einen Kommentar

Teilen