Mo. 14. September 2015 um 12:05

Fairphone 2: Kosten aufgeschlüsselt

von Barbara Walter-Jeanrenaud3 Kommentare

525 Euro für das Fairphone 2 sind kein Pappenstiel, doch wenn man weiss, wohin das Geld fliesst und wie hoch der eigentliche Gewinn ist, wird einem vieles klarer. Fairphone legt nun die Kosten offen und zeigt transparent, in welche Bereiche wie viel Geld fliesst.

Nur 9 Euro Gewinn

Die Firma selbst erwirtschaftet pro Gerät einen Gewinn von 9 Euro. Unanständig bereichern möchte man sich an dem Fairphone 2 also nicht, bei einer Marge von 15’000 Smartphones macht dies 135’000 Euro vor Steuern. Dieses Geld wir nach Angaben der niederländischen Firma jedoch zurückgehalten, um schnell auf unvorhergesehene Situationen reagieren zu können, es handelt sich demnach um eine „hohe Kante“, von der auch kurzfristige Änderungen in den sozialen Projekten übernommen werden.

Der grösste Teil des Geldes, 340 Euro, fliesst in das Produkt selbst, also in die Herstellung des Fairphone 2. Der Löwenanteil von 230 Euro geht dabei in die Materialien, die man zum Bau eines Smartphones benötigt, der Rest wird für Patentrechte, Produktion, soziale Fonds für die Beschäftigten in der Produktion sowie die Verpackung ausgegeben.

118 Euro, der zweitgrösste Teil des Kaufpreises, gehen durchschnittlich für Steuern drauf. Ohne Mehrwert- und Umsatzsteuer würde das Fairphone 2 mit 407 Euro zu Buche schlagen, das ist auch der Betrag, den die Firma pro verkauftem Gerät tatsächlich erhält.

33 Euro investiert Fairphone in die Entwicklung. So konnte für das Fairphone 2 zum Beispiel eine sehr gut durchdachte Verschalung entwickelt werden, die das Gerät bei maximaler Transparenz und Reparaturfähigkeit sehr sicher vor Stürzen schützt. Auch andere wichtige Features des Fairphone 2 wurden mit Hilfe des Geldes entwickelt, so dass man hoch-performante, vernünftige Smartphones erhält. Auch Designer_innen, IT-Fachleute für die Programmierung und Softwareentwickler_innen möchten natürlich bezahlt werden. Da auch Prototypen nicht umsonst sind, werden diese auch mit diesem Geld produziert.

Die restlichen 25 Euro gehen in die Firma, um die Kosten für Personal, Verkauf, IT, Marketing und die Administration zu decken.

 

Im Folgenden seht ihr die Grafiken, auf denen all die Informationen übersichtlich dargestellt sind. Die Aufstellung kann hier auch auf Deutsch heruntergeladen werden.

Fairphone 2 Kostenaufstellung

Die Berechnungen gehen von einem Verkauf von 104’000 Geräten im Jahr aus. Derzeit kann das Fairphone 2 noch vorbestellt werden, womit die Firma unterstützt werden kann, bei der Produktion in Vorkasse zu gehen – und man bekommt das Phone vor den meisten anderen Leuten. Die Auslieferung der ersten 15’000 vorbestellten Geräte wird im November beginnen.

Fairphone 2 mit starker Hardware und zum selbst-Schrauben

Nachdem das erste Fairphone eher ein etwas teureres Mittelklasse-Smartphone war, kommt mit dem Fairphone 2 ein stärkeres und hochperformantes Gerät auf den Markt. Das Full-HD-Display ist 5 Zoll gross und das Gerät verfügt über zwei SIM-Kartenslots. Ein Snapdragon 801 verrichtet im Inneren seine Arbeit und wird von 2 GB RAM unterstützt. Der interne Speicher beträgt 32 GB, er kann mittels Micro-SD-Karte erweitert werden. Als Betriebssystem ist Android 5.1 geplant. LTE ist auch mit an Bord, so dass dem schnellen mobilen Surfen nichts im Wege steht. Die grösste Besonderheit beim Fairphone ist, dass es dem Traum von einem modularen Smartphone sehr, sehr nah kommt. Man kommt an so gut wie alle Teile heran und kann diese austauschen. Alles, was man braucht ist ein kleiner Schraubendreher und ein wenig Geschick. Steigt also die Kamera mal aus, muss man nicht das komplette Smartphone austauschen, sondern kann bei Fairphone eine neue bestellen, die man selbst austauschen kann. Für Bastler_innen, Nachhaltigkeitsfans und von transparenter Technik sowie Herstellung faszinierte Leute also genau das Richtige.

 

Fairphone 2
Das Fairphone 2 in Einzelteilen

Quelle: Fairphone (englisch)

vg-wort
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3 Antworten zu “Fairphone 2: Kosten aufgeschlüsselt”

  1. mischka83 sagt:

    Oh man wenn es jenes mit Windows geben würde sofort vorbestellen! Das Konzept sehe ich als gelungen was es für mich echt interessant macht, nur leider steh ich aus Erfahrung und Jahrer Langer Wp Nutzung mit Android auf Kriegsfuß… Aber vllt kommen sie auch irgendwann auf Linux das wäre eine echte Alternative! Ich werd Fairphone definitiv weiter im Augenwinkel behalten 🙂

  2. phoenix0_4 sagt:

    Interessant ist es schon, vor allem durch die Modularität.
    Wie sieht’s denn mit dem Display aus, was einigen Menschen ja gerne mal kaputt geht: kann man das auch leicht tauschen?

  3. Barbara Walter sagt:

    Ja, das ist leicht austauschbar. Ausserdem durch die serienmässige Schale schon echt gut gesichert, auf der IFA durfte ich es durch die Gegend werfen.

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