Di. 06. Mai 2014 um 23:31

Facebook legt Bewegungsprofile von Fitness App Nutzern an

von Robert Beltle0 Kommentare

Vor kurzem kaufte Facebook die Fitness App Moves, die auf Android und iOS läuft. Die App erzeugt ein genaues Bewegungsprofil inklusive gezählter Schritte, Kalorienverbrauch und vielem mehr. Die App erkennt auch, wann man sich nicht bewegt, also etwa im Büro oder auch in der Bahn.

Kurz nach der Übernahme hiess es in einem Statement des Entwicklerteams noch:

Denjenigen unter euch, die die Moves-Anwendungen benutzen, können wir folgendes sagen: Die Moves-Experience werden wir weiterhin eigenständig und mit einer gesonderten Anwendung anbieten. Es gibt keine Pläne daran etwas zu ändern oder die Daten mit denen von Facebook zu vermischen.

Doch in den jetzt geänderten Datenschutzbestimmungen sieht die Situation gänzlich anders aus:

Möglicherweise geben wir Informationen, darunter auch persönlich identifizierbare Informationen, an unsere Partner weiter, um unseren Dienst so besser zu verstehen und optimieren zu können. Dies bezieht sich auf Firmen, die Teil unserer Unternehmensgruppe sind und bezieht auch Facebook mit ein.

Die Idee seinen täglichen Weg aufzuzeichnen ist nicht neu, und Apps wie Moves oder auch Track my life ermöglichen dies auf dem Smartphone ohne spezielle Hardware wie GPS Logger. Auch die Möglichkeit seinen Standort an andere weiterzugeben, schafft interessante Möglichkeiten. Die Vorstellung allerdings, dass zu den ohnehin bei manchen Nutzerinnen und Nutzern bereits sehr detaillierten Daten ihres Facebookprofils auch noch ein genaues Bewegungsprofil hinzukommt, ist doch eher bedenklich. Facebook wendet hier eine schon länger bekannte Taktik an. Durch ständige Änderung der Datenschutzgrundsätze und der Privatsphäreeinstellungen hat man kaum noch einen Überblick darüber, was mit den Daten passiert.

Man sollte sich also fragen, ob man anderen Personen so tiefe Einblicke ins Leben gestatten will. Im vergangenen Jahr zeigte die Affäre um den US Geheimdienst NSA, dass nicht nur hochrangige Politikerinnen und Politiker sowie Wirtschaftsbosse ausgespäht wurden. Manche Angestellte hatten die Daten auch genutzt, um in ihrem persönlichen Umfeld zu spionieren. Wenn es Geheimdienste nicht schaffen, solche Aktionen zu unterbinden, dann besteht die Befürchtung, dass dies in einem Unternehmen, dessen Gründer bekanntermassen kein Freund des Datenschutzes ist, noch wesentlich einfacher ist, an diese Daten zu kommen. Der Passus in den Datenschutzbestimmungen hält dabei die Möglichkeit offen, dass nicht nur Facebook, sondern auch andere Firmen an diese Daten gelangen können. Wie und für wen das möglich ist, weiss derzeit wohl niemand.

Was haltet ihr davon? Kann bei einem derartigen Eingriff in die Privatsphäre noch der alt bekannte Satz gelten: Ich habe nichts zu verbergen?

 

Quelle: Apfellike

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