Fr. 15. April 2016 um 15:00

Deutsche Polizei geht mit Smartphone-Gaffer hart ins Gericht

von Marcel Laser3 Kommentare

Warum wir einen solchen Artikel hier auf PocketPC.ch bringen? Es hat (im extrem negativen Sinne) mit Smartphones zu tun und ganz ehrlich: Es bedarf deutlicher Aufmerksamkeit von allen Seiten und kommt hoffentlich auch bei allen an, die mit dem Smartphone in der Hand auch eine gewisse Verantwortung mit sich tragen. Die Polizei in Hagen meldete sich ebenfalls zu Wort und brachte den Stein damit – im positiven Sinne – ins Rollen.

Smartphone-Gaffer behindern massiv Rettungsmassnahmen – Polizei teilt aus

Am Mittwoch ist ein kleines Mädchen im Alter von 10 Jahren von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden und musste gar per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Was nicht schon tragisch genug klingt, wurde allerdings durch Smartphone-Gaffer für Rettungsdienstleister und Polizei zur absoluten Hölle. Eine Menschenmasse mit Smartphones in ihren Händen versuchten die Rettungsmassnahmen zu filmen. Das ging allerdings soweit, dass sowohl die Polizei als auch die Sanitäter stellenweise massiv behindert wurden.

„Sogar mehrere Streifenwagen waren notwendig, um den Rettungskräften den nötigen Platz zu verschaffen. Polizisten in der Absperrung habt ihr gefragt, ob sie mal an die Seite gehen können, damit ihr besser filmen könnt. Unfassbar!“ – Polizei Hagen

Vergeblich versuchte man die Behandlung des Kindes mit Tüchern abzuschirmen, doch viele der Gaffer kamen der Szenerie am Ende so nah, dass diese versucht haben mit ihrem Smartphone über die Tücher hinweg das verletzte Kind zu filmen. An anderer Stelle wurden Polizisten gefragt, ob sie kurz zur Seite gehen könnten, damit man freie Sicht zum Filmen habe. Die Polizei musste letztendlich deutlich mehr Streifenwagen anfordern, um die Landung des Hubschraubers zu ermöglich und die Rettungskräfte abzuschirmen.

„Um das Mädchen besser behandeln zu können, hat es die Feuerwehr mit weissen Tüchern verdeckt. Aber selbst das hat euch nicht daran gehindert, mit dem Smartphone in der Hand angelaufen zu kommen und über die Tücher zu gaffen. Das ist wirklich der Gipfel der Skurpellosigkeit.“ – Polizei Hagen

Mittlerweile sind wir im Jahr 2016 angekommen und das Filmen von „spektakulären“ Situationen gehört seit längerer Zeit auch zum Alltag, was gerade eben durch das herumtragen unserer Smartphones begünstigt wird. Dennoch sollte man vielleicht eine Minute in sich kehren, um einmal sacken zu lassen, was genau da passiert ist und warum. Ein tragisches Unglück… und eine starke Aussage der Polizei Hagen in Deutschland und vor allem eine Botschaft an all diejenigen, die mit ihrer Sensationsgeilheit nicht umgehen können und dadurch sogar ebenfalls Menschenleben gefährden. Ein Statement, welches es verdient gelesen und verbreitet zu werden.

„Merkt Euch für die Zukunft eins: Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind da um Leben zu retten und nicht um durch Euch Gaffer in ihrer Arbeit behindert zu werden. Jeder von uns könnte der Nächste sein und bei der Menschenrettung zählt jede Sekunde. Wir haben im Einsatz echt was Besseres zu tun, als uns auch noch um Euch zu kümmern. Lasst zukünftig die Smartphones in der Tasche und geht einfach weiter“ – Polizei Hagen

 

 

Quelle: Polizei Hagen Facebook

vg-wort
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3 Antworten zu “Deutsche Polizei geht mit Smartphone-Gaffer hart ins Gericht”

  1. Kaishiyoku sagt:

    Es ist schon traurig, wie es heutzutage anscheinend in vielen Situationen an Empathie fehlt. Man sollte nur einmal in sich gehen und sich überlegen, was man sich für sich selbst wünschen würde, käme man selbst mal in eine Situation, in der schnelle Hilfe vonnöten ist.

    Diese „Handy-Gaffer“ treiben es noch auf die Spitze. Wo früher „nur“ gegafft und nicht geholfen wurde (man ist in der Pflicht, zu helfen, solange man sich nicht selbst in Gefahr bringt), da wird jetzt auch noch Rettungsdienst, HVO und Co bei ihrer schätzenswerten Arbeit behindert.

  2. Anaya sagt:

    entlich sagt es mal wer haha.

    heute ist eben jeder journalist

  3. Grisu 1968 sagt:

    Ist leider Alltag geworden. Solche Leute sollte man auch noch nachträglich bestrafen wenn man solche Bilder in Sozialen Netzwerken entdeckt. Ist meine Meinung als angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr. Gaffer sind das letzte und Gaffer wo Fotos machen das aller aller Letzte. Und wenn man solche Menschen (kann man die so noch bezeichnen?) belehrt wird man noch blöde angemacht.

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