Mi. 29. April 2015 um 22:23

Build 2015: Windows 10 auf dem Vormarsch

von Barbara Walter-Jeanrenaud4 Kommentare

Auf der heutigen Pressekonferenz im Rahmen der Microsoft Build 2015 bekamen wir einige neue Informationen zum Thema Windows 10, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Fakten.

 

Nach einigen interessanten Informationen zu den Themen Databases und Businesslösungen wurde es also auch für uns, die wir das mobile Leben betrachten, spannend: Windows 10. Wo geht die Reise hin?

Der neue Unified Windows Store

Zunächst betritt Terry Myerson die Bühne und stellt den neuen Unified Windows Store vor. Die Installation der Apps soll einfach, schnell und vor allem auch ressourcensparend vonstatten gehen, er betont mehrere Male, dass das Gerät nicht von den Apps zugemüllt werden wird. Im Gegenteil, Windows 10 soll die attraktivste Plattform aller Zeiten werden und die Unified Apps die innovativsten Programme, die es bisher gab. Microsoft geht sogar noch weiter und verkündet das grosse Ziel des Konzerns: Über kurz oder lang soll Windows 10 auf einer Milliarde (!) Geräte laufen. Ob diese Aussage realistisch ist, wird sich zeigen müssen, Microsoft jedenfalls tut einiges dafür, dass das System für die breite Masse interessant wird, ist und bleibt. So kann im neuen Windows Store nicht nur per hinterlegter Kreditkarte gezahlt werden, sondern auch einfach und unkompliziert über den Mobilfunkanbieter, also per Telefonrechnung oder Prepaid. Dies ist eine sehr schöne Sache für all diejenigen, die keine Kreditkarte besitzen, vor allem in Schwellenländern, in denen sich Windows Phones schon jetzt recht gut verkaufen. Ausserdem gibt es nun den Windows Store for Business, in dem gängige Zahlungsmethoden von Firmen und Schulen unterstützt werden, zudem kann der Store entsprechend an die Bedürfnisse der Firmen, Schule und Universitäten angepasst werden.

 

Einige Partner von Microsoft werden gezeigt und Firmen, die ihre Apps schon für Windows 10 angepasst haben. Darunter sind einige US-Amerikanische Firmen, Zeitungen und Fernsehsender, aber auch Disney, Twitter und einige mehr. Als Beispiel fungiert in der Präsentation die App von USA Today. Sie wird auf dem Smartphone, der Xbox und dem PC gezeigt und man muss schon sagen: Es sieht wirklich toll aus, die Bildschirminhalte lassen sich auf allen möglichen Displaygrössen gut anzeigen und passen sich wunderbar an die Gegebenheiten an.

build 2015

Android- und iOS-Apps kommen auf Windows 10

Die Knallernachricht des Abends: In Zukunft können Apps für Android und iOS auch auf Windows 10 laufen. Die Developer erhalten die Möglichkeit, ihre Apps sowohl wie gehabt mit .NET und Win32 zu schreiben, aber auch mit Java bzw. C++ und Objective C via Visual Studio. Demnach kann Code, der für andere Plattformen geschrieben wurde, implementiert werden und mit relativ wenig Aufwand für Windows 10 angepasst werden. Demonstriert wurde dies an der Android App Choice Hotel. Diese Android-App läuft einwandfrei auf dem Windows Phone und nutzt die Windows-Tastatur sowie Navigation. Es wird in den nächsten Monaten also auf jeden Fall extrem spannend werden – wird dies mehr Leute zu Microsoft locken oder wird die Dystopie von Paul Thurrott, nach der dies der Anfang vom Ende ist, zutreffen? Wir werden es sehen! Ob natürlich die Android- und iOS-Developer den Schritt gehen und ihre Apps anpassen, ist noch nicht gesagt, für Firmen gibt es aber nun keine Ausreden mehr, weshalb ihre Apps nicht auf Windows laufen sollten. Auf jeden Fall ist Candy Crush Saga für Windows 10 schon fertig, eine extrem tolle Nachricht für alle Süchtigen unter uns.

Windows 10 Apps

Microsoft Edge

Nichts mit Spartan, nichts mit Internet Explorer: Der neue Browser von Microsoft heisst Microsoft Edge. Geht man von EdgeHTML, der neuen Engine, auf der der Browser aufbaut, aus, ist das keine überraschende Namensschöpfung, allerdings hatten wohl nicht all zu viele damit gerechnet. Sicher dauert es eine Weile, bis man sich an den neuen Namen gewöhnt hat, ging einem doch seit 1995 die Bezeichnung Internet Explorer automatisch über die Lippen. Nun denn: Was direkt ins Auge springt, sind die vielen neuen Möglichkeiten, die der Browser bietet.

 

Laut Joe Belfiore bietet Microsoft Edge alles, was man als Endverbraucherin oder Endverbraucher benötigt, um im Internet Sachen zu erledigen. Der Browser bewegt sich an der Kante zwischen Konsumieren und Kreieren (daher auch der Name „Edge“) und verspricht ein Top-Leseerlebnis, Cortana, die Möglichkeit, im Browser Dinge zu notieren und zu teilen sowie ein sehr flüssiges, störungsfreies Arbeiten. Interessant sind vor allem auch die Web Extensions, die nun in den Browser integriert werden. Demonstriert wurde dies in der Präsentation mit einer Chrome Extension, die für Microsoft Edge „ein wenig angepasst“ wurde. Extensions werden in die Toolbar integriert. Interessante Eindrücke geben euch die folgenden Bilder aus der Präsentation:

Continuum

Kommen wir zu Continuum. Joe Belfiore zeigte einige wirklich tolle Dinge, die man unter Windows 10 mit dem Smartphone, dem PC und dem Tablet anstellen kann. So können etwa Inhalte vom Smartphone einfach auf den PC übertragen, Bilder direkt vom Smartphone in PowerPoint-Präsentationen eingefügt, Excel-Tabellen verwaltet und Dokumente verschickt werden. So weit eine kleine Auswahl. Auch Outlook und Office funktionieren auf allen Plattformen absolut gleich und können kontinuierlich genutzt werden: Was ich also auf dem PC anfange zu schreiben, kann unterwegs auf dem Tablet weiterbearbeitet oder mit dem Smartphone beendet werden. Alles wird in der Cloud zwischengespeichert und ist, Internetverbindung natürlich vorausgesetzt, jederzeit abrufbar und bearbeitbar. Man verliert also keine Zeit mehr damit, Daten hin und her zu schieben und verschiedene Versionen eines Texts auf unterschiedlichen Endgeräten abzugleichen. In der Präsentation sah all dies sehr locker flockig einfach aus und es wurde zumindest versprochen, dass dem auch in der Realität so sei.

 

Auf dem 8 Zoll grossen Tablet, auf dem Continuum gezeigt wurde, sah Windows 10 schon sehr viel besser und ausgereifter aus als auch schon, wie nicht nur wir, sondern auch andere Pressevertreter bemerkten. Auch die Anpassungen an jeweils grössere und kleinere Bildschirme, das Nutzen von Stift bzw. Maus und das Switchen zwischen den verschiedenen Geräten lief absolut reibungslos ab. Dank der Universal Apps können eben auch Anwendungen vom Smartphone auf dem grossen Screen des PCs genutzt werden, was das Smartphone einmal mehr zu einem Allround-Arbeitsgerät macht. Diese Präsentation war absolut beeindruckend. Es zeigt, dass es sich wirklich lohnt, viel Arbeit in ein solches Projekt zu stecken.

HoloLens

Abschliessend betrat Alex Kipman die Bühne, um die neuen Entwicklungen rund um die HoloLens zu zeigen. Die Macher der Brille gehen davon aus, dass nicht die Geräte, sondern die Menschen mobil sind und ausserdem dreidimensional denken und sehen, zumindest die meisten.

 

Mit HoloLens und Windows 10 ist es nun möglich, die Apps an verschiedene Stellen, etwa ins Wohnzimmer, zu setzen. Das hört sich nun sehr seltsam an und auch die Präsentation war sehr futuristisch, aber es ist scheinbar wirklich möglich! So kann man etwa die Brille tragend Skype so platzieren, dass man die App im Blickfeld hat, wenn man beispielsweise auf der Couch sitzt. Genauso kann man Wetterberichte in schicken 3D-Designs dort platzieren, wo man möchte oder andere Hologramme an bestimmte Stellen setzen. Es gibt sogar ein Startmenü-Hologramm! Mit der Brille kann man zudem Videos schauen, die man auf angenehme Grösse skalieren und an die Wand werfen kann, die einem sogar folgen können. Verrückt.

 

Für den Nicht-Hausgebrauch werden verschiedene Szenarien gezeigt, in denen HoloLens eine wichtige Rolle spielen kann. So zum Beispiel in der Architektur oder an Lehranstalten. Im Schulunterricht oder auch an Universitäten könnten dreidimensionale Hologramme wichtiges Anschauungsmaterial werden, da sie es ermöglichen, zum Beispiel Körper und innere Organe aus allen Blickwinkeln zu betrachten und zu sezieren, ohne dass sie dabei kaputt gehen. Kühe, Regenwürmer und vor allem Frösche werden es uns danken!

 

HoloLens benötigt für all dies keine Verbindung zu PC, Smartphone oder Tablet, keine Kabel und keine externen Kameras. Alles läuft über die Brille an sich.

Es waren eine riesige Menge an Eindrücken, Zukunftsvisionen und realisierten Träumen, die wir heute sehen durften. Hoffentlich spucken die Developer nun kräftig in die Hände und helfen bei der Umsetzung der vielen Ideen und Möglichkeiten. Ein Datum, wann all die Spielereien und Windows 10 offiziell herauskommt, gab es noch nicht, eventuell erfahren wir aber in den nächsten Tagen mehr. Die Windows 10 Preview hat soeben auch das Update mit vielen der gezeigten neuen Funktionen erhalten und ist über Windows Update sowie direkt als ISO-Download verfügbar, wenngleich auch bisher nur auf Englisch. Die Build 2015 läuft noch bis zum 1. Mai und wir erwarten noch so einige Präsentationen und Pressekonferenzen. Nutzt auch die Möglichkeit, euch in unserem Forum zu dem Thema auszutauschen. Stay tuned!

vg-wort
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4 Antworten zu “Build 2015: Windows 10 auf dem Vormarsch”

  1. Entrail sagt:

    Also nicht Androidapps Lauffähig gemacht, sondern die Apps (leicht an die neue API angepasst) portiert. Für mich die bessere Lösung, hoffentlich laufen Java, C++ und Objective C Apps annähernd so flüssig und Ressourcen schonend.

  2. Erzix sagt:

    Na mal sehn obs bei edge bleibt oder Samsung rummault weil ihr Handy schon note „edge“ heißt aber ich denke die regen sich schon nich auf ^^

  3. WarmRed sagt:

    Wie kann man einen neuen Browser der schnell und geschmeidig sein soll nur „Edge“ taufen. Edge ist doch für die meisten das Synonym für die lahme Mobilfunk Darenverbindung der Vergangenheit. Microsoft und Marketing passen einfach nicht zusammen.

  4. Defected sagt:

    Das war auch mein erster Gedanke.
    Noch einen unpassenderen Namen haben sie aber anscheinend nicht gefunden. 😉

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