Mi. 09. September 2015 um 21:34

Apple stellt iPhone 6s und iPhone 6s Plus vor

von Barbara Walter-Jeanrenaud8 Kommentare

Das iPhone 6s und iPhone 6s Plus sind endlich vorgestellt worden und bringen einige Neuerungen mit. Neben einer stark verbesserten Kamera, dem vorinstallierten iOS 9 und einer komplett neuen Hardware im Inneren, gibt es 3D Touch oben drauf. Displaygrössen und Auflösungen bleiben gleich – allerdings gibt es beim Material und den Farben Änderungen.

iPhone 6s (Plus) mit Apple A9 Prozessor und verbesserter 12 MP Kamera

Ob es sich beim Apple A9 Prozessor um eine völlig neue Architektur handelt oder dieser immer noch auf eine Erweiterung der älteren Cyclone-Architektur basiert, wissen wir aktuell leider nicht. Dies wird wohl erst zur Sprache kommen, wenn erste Experten_innen den Chip gründlich auseinander genommen haben. Zwar hat Apple während der Präsentation den verbauten Arbeitsspeicher nicht erwähnt, doch hat das Szene-Magazin BGR anscheinend handfeste Informationen über die verbauten Steine und gibt 2 GB als Grösse an. Sollte das Stimmen können mehr Apps deutlich länger offen gehalten werden und auch im Safari müssen nicht immer alle Tabs zwingend neu laden, sobald man eine andere speicherintensive App öffnet. Der Komfortgewinn wäre also für Apple-Fans enorm im Gegensatz zum bisherigen iPhone 6. Apple selber attestiert dem A9-Chip eine Leistungssteigerung von rund 70 Prozent bei gleichzeitig weniger Stromverbrauch und eine 90 Prozent schnellere GPU. Wow, das möchten wir gern erleben und testen! In der Präsentation wurde der Leistungszuwachs anhand von grafisch aufwändig gestalteten Games gezeigt und es sieht wirklich sehr gut aus, was Apple da fabriziert hat. Wenn es in der Realität auch so aussieht wie in der Vorstellung, könnte der A9 wirklich ein kleiner Quantensprung sein.

 

Eine weitere kleine Neuerung ist, dass der M9 Motion Coprocessor nun immer aktiv ist, selbst wenn das iPhone 6s ausgeschaltet ist. Dies soll für eine immer erreichbare Siri sorgen, auch wenn die CPU im Stand-By ist, und auch die Bewegungsdaten stets aktuell halten. Ein ähnliches Prinzip gibt es bereits beim Speichern und Aufnehmen von Health und Bewegungsdaten, welche selbst im ausgeschalteten Zustand weiterhin erfasst werden. Natürlich zeichnet er auch auf, wo man sich gerade bewegt und speichert die Daten ab. Zudem wurde dieser nun vollständig im Apple A9 Prozessor integriert.

iPhone 6s und iPhone 6s Plus: Von aussen dasselbe – innen drin aber nicht!

Ebenfalls als komplett runderneuert präsentiert sich die Kamera. Seit dem iPhone 4S wurden bisher nur 8 MP verwendet und Apple konzentrierte sich die letzten Jahre darauf, die Technik dahinter zu verbessern. Mit Erfolg, denn jedes Jahr gehörte Apples Smartphone zu den wirklich guten Knipsern auf dem Markt. Jetzt hat man sich allerdings dazu entschieden, auf 12 MP zu erhöhen und dennoch ein weiteres Mal an der Technik zu feilen. Laut Apple sollen die Ergebnisse – wie immer – herausragend sein. Das können wir aus der Ferne schlecht beurteilen, doch werden bald erste Tests der Kamera vorliegen. Die Fotos in der Präsentation wirkten überragend gut, allerdings schaffen es alle Hersteller, auf Keynotes die Kamera von ihrer besten Seite zu zeigen. Wie sie sich im Alltag schlägt, werden wir sehen. Zudem wurde die Kamera endlich mit der Fähigkeit ausgestattet, Videos in 4K-Auflösung aufzunehmen. Auch auf der Front hat sich was getan: Nun sind die 1.2 Megapixel für Facetime-Telefonie Geschichte und wurden durch selfietaugliche 5 MP ersetzt. Lange genug hat es ja gedauert. Ein Knaller ist der Front-Blitz: Das iPhone 6s (Plus) verfügt nun über einen Retina-Flash, der dreimal heller ist, als der bisherige Blitz. Dazu wird einfach der Bildschirm extrem hell geschaltet – keine schlechte Idee und ist in ähnlicher Form bereits beim diversen Geräten von LG zu sehen gewesen.

 

Eine weitere nette softwareseitige Sache ist die, dass die Kamera nun den Moment kurz vor dem Auflösen und nach dem Auslösen mit aufnimmt und so Bewegung in die Bilder bringt, die per 3D Touch ausgelöst werden können. Es sind laut Apple keine Videos und angeblich fressen die Harry-Potter-ähnlichen Fotos auch nicht all zu viel Speicher. Wir werden sehen. Designtechnisch steht die Kamera übrigens immer noch leicht aus dem Gehäuse heraus. Apple selber nennt die Technik Live Photos.

 

Wenn wir vom Zuwachs von 0.1 mm in der Dicke einmal absehen, bleiben die Abmessungen der iPhone 6s Geräte identisch zu ihren Vorgängern. Auch die Displaygrössen von 4.7 Zoll und 5.5 Zoll bleiben gleich und auch die Auflösungen verändern sich erst einmal nicht. Damit hat der grösste Techniksprung der neuen Modelle in Form des neuen Prozessors, die Kameras und natürlich durch die Integration von 3D Touch stattgefunden. Als stark negativen Beigeschmack empfinden wir allerdings das Verweilen auf dem alten Speichermuster. 16, 64 und 128 GB hören sich in beiden letzteren Fällen super an, doch die 16 GB interner Speicher sind angesichts der neuen 4K-Kamera und den Live-Bildern alles andere als optimal und daher hinterlässt das Upgrade auch einen faden Beigeschmack. 16 GB werden nicht reichen, es sei denn, man stopft wirklich alles in die Cloud. Schade, sehr schade.

3D Touch sorgt für neue Möglichkeiten in der Bedienung

Interessant ist vor allem die Integration der neuen Technologie 3D Touch. Zwar hat Huawei ebenfalls eine Force Touch genannte Technik in seinem Mate S verbaut, ist aber praktische Anwendungsbeispiele für die Bedienung nahezu schuldig geblieben – es sei denn, man hatte nie etwas anderes vor, als Mandarinen mit dem Smartphone zu wiegen. Apple hat auf seiner Keynote allerdings einige Beispiele sogar direkt am Gerät demonstriert und wird weitere neue Features im Laufe der Zeit integrieren. Neben einer Art Rechtsklick für Smartphones kommen die neuen Gesten Peek und Pop hinzu. Es ist nun möglich, mehrere Funktionen zu nutzen, ohne den jeweiligen Screen verlassen zu müssen. Möglich ist 3D Touch durch kapazitive Sensoren im Hintergrund des Retina-Displays. Die Distanz zwischen Display und Hintergrundbeleuchtung wird gemessen und auf diese Art und Weise die elektrischen Impulse in die jeweiligen Befehle umgewandelt. Nice! Durch dieses Feature wird wieder einmal deutlich, wie nah Smartphones mittlerweile sowohl in ihrem Funktionsumfang, als auch in ihrer Bedienung an PCs herankommen, nicht nur die Phones von Apple.

 

Mit 3D Touch könnt ihr beispielsweise per stärkerem Fingerdruck direkt eine Navigation aus einer Kartenapplikation starten, ohne euch nochmal durch mehrere Bestätigungen zu klicken. Auch das Öffnen von Kontextmenüs ist dadurch schneller möglich. Präsentiert wurde zudem die Bedienung der E-Mail-App auf dem neuen iPhone 6s. Mit einem leichten Druck kann man zum Beispiel in die entsprechende Mail „hineinlinsen“ (peek). Auch können die Apps auf dem Homescreen mit starkem Druck angewählt werden und dabei gleich die jeweilige Funktion ausgewählt werden – als Beispiel fungierte die Facebook-App, man kann hier direkt auf dem Homescreen auswählen, ob man jemanden suchen möchte, ein Foto oder einen neuen Status posten will oder einfach irgendwo einchecken möchte.

Das iPhone 6s (Plus) ist wie gesagt in vier Farben erhältlich, zu den althergebrachten kam nun noch Rose-Gold hinzu. Das Material wurde überarbeitet, es handelt sich nun um ein spezielles Aluminium, welches auch in der Raumfahrt verwendet wird und scheinbar den Beigeschmack des Verbiegens ausmerzen soll. 23 LTE-Bänder sind verfügbar und auch WLAN soll nun, unter Idealbedingungen, doppelt so schnell sein wie bisher. Vorbestellungen werden ab dem kommenden Samstag, 12. September entgegegen genommen, gekauft werden können das iPhone 6s und das iPhone 6s Plus ab dem 25. September – leider aber nur in 12 Ländern, darunter Deutschland. „Later this year“ werden dann über 130 Länder, darunter wohl auch Österreich und die Schweiz, erschlossen. Die Preise und Preisstufen bleiben wie gehabt – genannt wurden nur die Preise für die Geräte, die mit einem Zwei-Jahres-Vertrag erworben werden. Hier werden für das kleinste iPhone 6s mit 16 GB Speicher 199 US-Dollar fällig, das mittlere mit 64 GB kostet 299 US-Dollar, das grösste iPhone 6s 399 US-Dollar. Beim iPhone 6s Plus bewegen sich die Preise mit Zweijahresvertrag zwischen 299 US-Dollar und 499 US-Dollar.

 

Die Keynote endete übrigens mit dem Auftritt der Band One Republic. Früher war mehr Lametta (oder zumindest U2).

 

 

Quelle: Apple Keynote

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8 Antworten zu “Apple stellt iPhone 6s und iPhone 6s Plus vor”

  1. Ney sagt:

    schon wieder der-design-fail/kamera buckel. sehr schade.

  2. Haginger sagt:

    Na da haben die Jünger ja jetzt endlich wieder etwas zum Anstehen :-)….
    Irgendwo einen Apfel drauf und schon kauft es die Schaafherde, koste es was es wolle.

    Bin gespannt, wie lange das Geschäftsmodell „Veräppel“ noch so weiterläuft…

  3. Wolfgang D sagt:

    Vielleicht funktioniert der Hintergrundsync für Dropbox mit IOS9 endlich verlässlich, oder BT Verbindungen, oder WLAN. Aber angesichts der neuen Energiesparfunktionen wird es wohl eher schlimmer. Naja, werde ich ab 16.9. sehen.

  4. terraoutlaw sagt:

    „Seit dem iPhone 5 wurden bisher nur 8 MP verwendet“
    Falsch, bereits das 4S hatte 8 Megapixel.

    Liebe Grüße.

  5. Entrail sagt:

    Die Preise in DE sollen um 50€ angehoben worden sein, vermutlich aufgrund des schwachen Euro.

  6. Entrail sagt:

    Und woher habt ihr die 2 GB Ram? Konnte davon bisher nichts finden und auch gestern auf der Keynote nichts davon gehört

  7. McLure sagt:

    Sind die 2 GB RAM jetzt eigentlich bestätigt?

  8. lena97 sagt:

    „Eine nette softwareseitige Sache ist die, dass die Kamera nun den Moment kurz vor dem Auflösen und nach dem Auslösen mit aufnimmt und so Bewegung in die Bilder bringt“

    Alter Hut für Lumia Nutzer……

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