Mi. 24. September 2014 um 11:55

Apple iPhone 6 mit Problemen: Siri Sicherheitslücke, Touch ID und #bendgate

von Marcel Laser15 Kommentare

Der Verkaufsstart von Apples iPhone 6 und iPhone 6 Plus lief nicht nur hervorragend, sondern wohl auch atemberaubend gut: Mehr als 10 Millionen iPhones gingen am Wochenende über die realen und virtuellen Ladentheken und allein 4 Millionen Vorbestellungen gab es am ersten Tag zu verzeichnen. Doch wie jedes Jahr kämpft Apples neues Smartphone mit Problemen, allerdings spielt auch iOS 8 derzeit eine Rolle. Wir haben die Fehler der letzten Tage einmal gesammelt und für euch kompakt zusammengefasst.

 

Siri umgeht Sperrbildschirm (Siri-Gate)

Der aus iOS 7 bekannte Fehler in Siri, welcher dazu führt, schon im Lockscreen Zugriff auf viele sensibele Daten zu haben, ist anscheinend in iOS 8 wieder „integriert worden“. Dabei kümmert es den Sprachassistenten von Apple herzlich wenig, ob nun eine Sperre im System verbaut ist oder nicht. Mit einem längeren Druck auf den Homebutton wird Siri aktiviert und per Sprachbefehl wie „Wo wohnt Max Mustermann“ auch die Adresse aus den Kontakten angezeigt, ohne das Gerät zu entsperren. Allerdings müssen die Kontakte dem Angreifer, der versucht an die Daten zu kommen, auch bekannt sein. Brisant: Eine Anfrage mit den Worten „Wem gehört dieses iPhone“ legt die gesamten persönlichen Adressdaten des Besitzers offen, sofern er sich selber im System eingetragen hat.

 

Wer das Problem allerdings erst einmal selber lösen möchte, kann in den Einstellungen des iPhones unter Allgemein -> Touch ID und Code -> Im Sperrzustand Zugriff Erlauben Siri einfach deaktivieren. Damit ist Siri im Lockscreen auch nicht mehr aufrufbar. Vielleicht in Bezug auf die Funktionalität nicht die eleganteste, aber wohl die sicherste Lösung, bis Apple einen Patch nachliefert.

 

Touch ID reagiert immer noch auf Holzleimatrappen (Touch ID-Gate)

Na? Wer erinnert sich noch? Zum Start des iPhone 5s hatte der Chaos Computer Club sich die Mühe gemacht, den biometrischen Fingerabdruck-Sensor in Apples Flaggschiff für 2013 auf Herz und Nieren zu prüfen. Da sich der Sensor allerdings nicht verändert hat und immer noch genauso funktioniert wie im iPhone 5s kann dieser nun ebenfalls wieder mit der bekanntgewordenen „Holzleim-Methode“ ausgetrickst werden. Zunächst einmal muss ein sauberer Fingerabdruck des Besitzers des iPhones ausgemacht und dieser mit einer Auflösung von mindestens 2400 dpi abfotografiert und am PC bearbeitet werden. Das Ergebnis muss anschliessend mit einem Laserdrucker, ebenfalls in hoher Auflösung, auf Blatt Papier gedruckt werden. Danach kann Holzleim, oder eine Substanz mit ähnlicher Konsistenz dazu verwendet werden, aus den Konturen des ausgedruckten Fingerabdruckes ein Modell zu erstellen. Ist der Holzleim nun nach einiger Zeit getrocknet, ist es möglich, diesen für das Entsperren des Systems genutzt zu werden.

 

Allerdings bleiben dem Langfinger nur rund zwölf Stunden Zeit das Vorhaben auch in die Tat umzusetzen. Neben den erforderlichen Mitteln, die dazu benötigt werden, verlangt das iPhone nach spätestens zwölf Stunden eine PIN-Eingabe, sofern das System zwischendurch nicht mindestens einmal mit dem Finger entsperrt wurde.

 

iPhone 6 und iPhone 6 Plus verbiegen sich in der Hosentasche (#bendgate)

Während die oberen Probleme schon vor der Auslieferung der iPhone 6 Modelle ausgemacht wurden, ist das derzeit im Internet verbreitete #bendgate erst mit dem Eintreffen beim Kunden und im täglichen Gebrauch der neuen Geräte festgestellt worden. Ein Besitzer eines iPhone 6 Plus hatte sich im Netz zu seinem Problem gemeldet, dass sich sein Smartphone beim Tragen in der Hosentasche verbogen hatte. Sein Ablauf des Tages zusammengefasst: Der Tag begann mit der Hochzeit eines Freundes, wo er schon allein mehrere Autostunden Fahrt hin zu bewältigen hatte. Auch während der Hochzeit wurde eher die meiste Zeit gesessen als gestanden und zudem kam noch die Fahrt nach Hause. Nahezu während des gesamten Tages blieb das iPhone 6 Plus wohl in der vorderen Hosentasche des Mannes und erst als er zu Hause das Device auf den Tisch legte, bemerkte er die Krümmung des Smartphones.

 

Mittlerweile ist das Internet voll von Meldungen über durchgebogene iPhones. Auch das iPhone 5s wurde damals vereinzelt mit einem verbogenen Gehäuse in Verbindung gebracht. Die neuen Modelle sind deutlich grösser und dünner und das Chassis besteht wie der Vorgänger aus einem einzigen Block Aluminium. Das Metall ist extrem weich und lässt daher auch relativ leicht verbiegen. Apple hat bisher noch keine Stellung zu den vermehrt im Netz auftauchenden Berichten genommen. Auch wir haben bei Bekanntgabe des Problems nachgefragt, aber noch keine Antwort bekommen. Aufgrund der Häufung des Problems und der derzeit starken medialen Präsenz könnte eine Antwort vielleicht nicht mehr lange auf sich warten lassen.

 

Bei uns im Forum wurde das #bendgate bereits am Tag der Veröffentlichung angesprochen. Bisher hat keiner der Besitzerinnen und Besitzer eines iPhone 6 Plus bei uns im entsprechenden Topic ein Problem mit Krümmungen oder Verbiegungen gemeldet. Allerdings sind interessierte Nutzerinnen und Nutzer, welche ihre Geräte noch nicht erhalten haben, verständlicherweise besorgt. Wer sich also noch nicht wirklich sicher ist, sollte sich unser Topic im iPhone 6 Plus Forum anschauen und vielleicht auch mitdiskutieren. Unter Umständen können diejenigen, welche im Besitz der Smartphones sind, über die nächsten Tage noch genauere Infos zum Problem schildern.

iPhone 6 Plus
#bendgate: Ein Foto eines iPhone 6 Plus, das sich in der Hosentasche verbogen hat

 

Quelle: MacRumors (Englisch), Computerbild, Golem, Neue Züricher Zeitung

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15 Antworten zu “Apple iPhone 6 mit Problemen: Siri Sicherheitslücke, Touch ID und #bendgate”

  1. kadir85 sagt:

    lol, wie lustig. Das es so was gibt, ist doch klar. Das passiert mal und ich finde ehrlich gesagt die Aufregung um dieses #bentgate irgendwie lächerlich. Das ist doch echt nicht interessant, dass irgendwo irgendwer zu blöd ist und sich auf sein neues iPhone gesetzt hat.
    Aber mal sehen, wie lange es dauert, bis hier die üblichen Trolle rumposaunen, dass Apple ja so schlecht sei und böse und bestimmt mit den Illumnaten unter einer Decke steckt 😉

  2. Kenan Sidali sagt:

    Den Artikel gelesen?

    „Nahezu während des gesamten Tages blieb das iPhone 6 Plus wohl in der vorderen Hosentasche des Mannes“

    Also niemand ist darauf gesessen. 😉

  3. gorgooger sagt:

    Na ja, offenbar gibt es genügend Leute, welche mit dem I-Phone6{;+} zu tun haben, die in Physik nicht so richtig aufgepasst haben.
    Wenn das Ding immer größer und gleichzeitig dünner wird, muss ich entweder vorsichtiger damit umgehen, oder ein stabileres Material nehmen.
    Titan und Saphir Glas zum Beispiel 🙂 da sollte sich nichts mehr verbiegen (so fern es nicht noch dünner wird)
    Das Ding besteht halt nur noch aus Alufolie ;-p

  4. lordofillusion sagt:

    Die Sicherheitsprobleme und der Holzdummy Fingerabdruck finde ich mal nahezu lächerlich.
    Doch das sich ein Gerät dieser Preisklasse in der Hosentasche verbiegt, dass ist schon richtig schwach!
    Klar steht hier Festigkeit gegen Gewicht, doch hier wären 1 mm Alu mehr schon nötig gewesen!

  5. mikehak sagt:

    @Kadir
    Naja, also das mit dem zu Blöde beim Hinsetzen ist doch ein bisschen vermessen. Es gibt mittlerweile ein Youtube Video welches zeigt wie man das Iphone6+ mit den Händen verbiegen kann.
    https://www.youtube.com/watch?v=znK652H6yQM

    Es scheint auch immer am gleichen Ort einen Knick zu geben. Ist direkt unterhalb der Lautstärketaste.

  6. happyone sagt:

    Iwie im Artikel steht wurde schon beim 5 und beim 5s über dieses Problem berichtet. Mein iPhone ist bis heute noch gerade. Wenn es wirklich ein Masenphänomen ist, würde es beim 10 Millionen verkauften Exemplaren extrem auffallen. Da es aber nur diese paar Fotos gibt halte ich es entweder für eine Gegenkampange oder eine sehr geringe Charge die von dem Problem betroffen ist.

  7. Wesley_Crusher sagt:

    Ich verstehe nicht, wieso Leute, die fast 1000 Franken für ein Telefon ausgeben dann nicht darauf Acht geben. Es muss doch klar sein, dass während einer langen Autofahrt der Hosensack kein geeigneter Platz für ein Smartphone ist – davon einmal abgesehen, dass dies auch sehr unbequem ist. Wenn ich will, kann ich jedes Smartphone verbiegen, auch mein HTC One M8 (ich werde es nicht versuchen 😉 ). Aber wieso sollte man dies tun oder in Kauf nehmen? Das ist ja wie ein teures Laptop ungeschützt in einem Wanderrucksack zu transportieren.

  8. Entrail sagt:

    Er wendet in diesem Video aber nicht gerade wenig Kraft auf.

  9. Paul Pyzik sagt:

    was glaubst du den was in der Hosentasche für eine Kraft auf das handy wirkt, wenn es dort falsch liegt gequetscht wird.

  10. mikehak sagt:

    @entrail

    Klar ist es viel kraft die er Aufwendet. Gibt vom gleichen ein Video mit einem Samsung S5, welches bei wesentlich mehr Kraftaufwand weniger verbiegt oder gar knickt. Beim IPhone kann man schon fast von Knicken sprechen. Da es eigentlich fast in einem Ruck durchgeht.

  11. kadir85 sagt:

    okok, ihr habt recht. Ich war etwas zu garstig. Ist schon merkwürdig, wie sehr es sich verbiegen lässt. Aber es ist halt auch unterschämt dünn und leicht.

  12. Matrixrevolution sagt:

    Rocco Siffredi hätte das Ding innert 5 Minuten in der Hosentasche verbogen:) hahahhaha LOL sorry aber diesen Bockmist konnte ich mir einfach nicht verkneifen.

  13. LoLboy sagt:

    @Wesley_Crusher:
    ich kann dir versprechen das du das M8 mit dem selben Kraftaufwand lange nicht so stark verbiegen kannst. Der Grund ist ganz einfach die gewölbte Rückseite die wesentlich höhere Kräfte aufnehmen kann als die gerade Rückseite vom iPhone.
    Darum sind auch Staudämme nicht gerade sondern „gebogen“.

  14. julisau sagt:

    Lustig! Doch noch eine Innovation von Apple! Das Iphone kann sich der Beinform anpassen.

    Im Ernst das Handy muss einiges in der Hosentasche aushalten. So manches mal hatte ich auch Angst um mein Handy z.B. wenn sich meine Freundin auf meinen Schoß setzt. Bisher hat aber jedes Handy standgehalten.

  15. Tempest2k sagt:

    Kurz und knapp. Ein Handy gehört sehr wohl in die Hosentasche, da ruht mein Lumia 925 auch gerade. Wenn es das nicht aushält ist es als Handy ungeeignet wie ich empfinde. Und auch bei einem 5-6 Zoll Gerät darf da nichts biegen und brechen. Tut mir leid, wenn das wirklich ein allgemeines Problem ist bei Apple, dann gibt es eine 5 (plus). Setzen. Wiederschauen.

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