Di. 13. September 2016 um 11:56

Apple iOS 10: Neues Betriebssystem erscheint heute Abend

von Marcel Laser0 Kommentare

Mit iOS 10 wird Apple nicht nur ein völlig runderneuertes Betriebssystem veröffentlichen, sondern dieses auch für eine ganze Palette von Geräten bereitstellen. Zudem kommen viele neue Features hinzu. In einem Kurzüberblick zeigen wir euch, auf was ihr euch freuen könnt, wer sich überhaupt freuen darf und warum man vielleicht mit dem Download etwas warten sollte.

iOS 10: Ein paar wichtige Features im Überblick

Egal ob Siri, Notification Center, optische Änderungen, neue iMessage App, Apple Music oder Apple Maps. Die Änderungen in iOS 10 sind nicht nur zahlreich, sondern bedeuten für Apple aufgrund der hohen Offenlegung vieler APIs für Drittanbieter wohl den grössten Schritt seiner Betriebssystem-Software seit langem. Der Überblick im Folgenden soll euch ein paar Infos darüber geben, auf was ihr euch heute Abend auf eurem iOS-Gerät freuen könnt.

Siri nun offen für alle! Die Sprachassistentin verlässt ihr starres iOS-Häuschen

Siri wird deutlich mächtiger! Nicht nur, dass die Sprachassistentin von Apple nun mehr Anfragen beantworten kann, sie wurde auch für Drittanbieter-Programme enorm geöffnet. In Zukunft werdet ihr per Sprachbefehl auch Nachrichten per WhatsApp verschicken können, Befehle innerhalb Apps gesprochen werden oder auch euer Smart Home Bedienen. Die Möglichkeiten sind nach der Freilegung der API doch nun deutlich gestiegen. Wie schnell andere Entwickler_innen diese Möglichkeiten dann unterstützen werden, müssen wir erst einmal abwarten, aber erfahrungsgemäss sind Anpassungen oftmals schnell vorgenommen. Ja, sogar WhatsApp ist bereits fertig und DAS soll schon was heissen.

Lockscreen, Notification Center und ein „Rise to Wake“-Feature

iOS 10 wird zudem ein völlig neues Benachrichtigungs-System einführen. Hier habt ihr die Möglichkeit mit vielen Nachrichtentypen bereits im Lockscreen interagieren zu können, Termine können direkt verwaltet werden und ihr habt Zugriff auf grössere Chatverläufe direkt aus dem Notification Center (NC). Der Lockscreen kann zudem nun auch etwas mit 3D-Touch anfangen und so lassen sich auch Eingaben über einen festen Druck auf die Benachrichtigungen auslösen. Zudem sind alle Widgets, die man bisher aus dem „Heute“-Reiter des NC kannte, auf den Lockscreen gewandert. Das NC wurde generell deutlich überarbeitet und gibt euch in der Interaktion mit Benachrichtigungen mehr Spielraum. Dabei können Drittanbieter-Apps diese entsprechend für sich selbst regeln. Die Erfahrung wird also deutlich vom bisherigen Stand (iOS 9 und niedriger) abweichen.

 

Interessant ist auch das „Rise to Wake“-Feature (wir nennen es mal so). Hierzu müsst ihr das Smartphone nur anheben und das Display geht sofort an. Natürlich lässt sich diese Funktion in den Einstellungen deaktivieren. Allerdings steht es nicht allen zur Verfügung. Nur das kommende iPhone 7 (Plus), welches iOS 10 bereits vorinstalliert hat und das iPhone 6s (Plus) werden das Feature unterstützen.

 

Wer es übrigens noch nicht wusste: Das bisher so intuitive Wischen zum Entsperren ist aus dem Konzept geflogen. Ihr entsperrt euer Smartphone nun per Homebutton, was wohl nicht weniger intuitiv ist, allerdings für die ersten Tage recht ungewohnt daherkommt. 

Runderneuerung von Apple Music, Foto App und Apple Maps

Von einer vollständigen optischen Überarbeitung profitieren vor allem Apple Maps und Apple Music. Vor allem letztere App wurde optisch neu aufgebaut und das gilt für alle Arten der Anzeige von Musik in dem Programm. Egal ob eigene Playlisten, die gesamte Bibliothek oder Apple Music, die Darstellung und die Navigation in den Menüs wurde vollständig überarbeitet. Zudem kann Apple Music zu nahezu allen Liedern nun auch die Lyrics-Texte anzeigen lassen. Für Mitsinger_innen wohl ein essentielles Feature.

 

Apple Maps darf ebenfalls von einer Runderneuerung profitieren und bekommt neben überarbeitetem Kartenmaterial auch ein paar neue Funktionen spendiert. Unter anderem könnt ihr per Wischgeste nun Vorschläge zur Route geben lassen, die sich interaktiv der Situation anpassen. Allerdings fehlt uns ein ganz wichtiges Feature weiterhin: Apple Maps erlaubt immer noch nicht das Herunterladen von Offline-Karten. Hier hinkt der Google Maps- und Bing-Maps-Konkurrent immer noch hinterher.

Apple iMessage ebenfalls deutlich überarbeitet… und bunter

Nachrichten schreiben und in bunter Manier verfassen ist und bleibt irgendwie eine der Hauptfunktionen unserer Smartphones. Das dachte sich anscheinend auch Apple mit iMessage und hat kurzerhand viele neue Funktionen hinzugefügt. So könnt ihr nun mit dem Finger Bildchen Skizzieren und versenden, neue Sticker verschicken oder aber auch ganze Bildschirmeffekte auslösen. Selbst die Texte passen sich der Stimmung entsprechend an, wenn ihr diese mit besonderen Effekten ausstattet.

 

Zudem wird auch iMessage geöffnet und für Drittanbeiter-Apps in gewissen Teilen zugänglich gemacht. So lassen sich sogar Geldbeträge versenden und auch Apps direkt teilen. Wie weit diese Integration allerdings geht, muss am Ende noch einmal gesondert durchleuchtet werden.

Foto App ebenfalls überarbeitet und mit Lernfunktion

Die neue Foto App von Apple lernt mit der Zeit eure Gesichter kennen, zumindest wenn ihr dieses wollt. So lassen sich die Bilder in den Alben nicht nur nach Ort, Datum und Situation sortieren, sondern auch nach Gesichtern, also Personen. Das funktioniert allerdings nur, wenn ihr genug Bildern bestimmten Personen zugeordnet habt und die Foto App es entsprechend gelernt hat. Apple betont hierbei, dass die Berechnungen eure Apple Geräte niemals verlassen und an Apple übertragen werden. Das Sortieren per „Emotion“, also sprich per Situation ist ebenfalls interessant. Die App lernt Bilder der Bedeutsamkeit nach zu Sortieren und zu unterscheiden. Wie gut das allerdings klappt, kann nur ein Langzeittest bewerten. Auch hier sollen die benötigten Daten niemals euer Gerät verlassen, alles soll lokal berechnet werden.

 

Auch das Anzeigen von Thumbnails euerer Bilder auf einer Landkarte ist möglich und verschönert so ein bisschen die Optik der App, sofern ihr euch diese so anzeigen lassen wollt.

Mit welchen Geräten ist iOS 10 kompatibel?

Mit ziemlich vielen, wenn man Rückblickend auf vergangene Smartphones und Tablets von Apple zurückblickt. Vor allem auch Besitzer_innen von iPhone 5 und/oder iPad Mini 2 Geräten dürfen sich auf das neue Betriebssystem freuen. Natürlich stehen aus technischer Sicht 3D-Touch-Features, wie die kleinen Interaktionen im Lockscreen nicht zur Verfügung. Auch „Rise to Wake“ ist nicht für alle Geräte gedacht. Aber das ist irgendwo auch normal, das ein Hersteller besonders „leckere“ Features auch eher für aktuellere Modelle zur Verfügung stellen möchte. Die ganze Grundmechanik bleibt allerdings für alle Geräte mit iOS 10 gleich.

 

Im folgenden Bild seht ihr, welche Geräte mit iOS 10 rechnen können. Das iPhone 4s fällt erstmals aus der Liste kompatibler Geräte raus. Auch der iPod Touch 5th Generation ist mittlerweile durch das Kompatibilitäts-Sieb gefiltert worden und bekommt iOS 10 nicht mehr.

Diese Geräte sind alle mit iOS 10 kompatibel. Das iPhone 4s fällt erstmals aus der Liste raus.

Heute schon Downloaden oder erst noch warten?

Die Frage ist schwierig zu beantworten, denn Apple haut das Update natürlich für alle Geräte gleichzeitig zur selben Zeit raus, was die Leitungen in Cupertino einmal mehr deutlich verstopfen wird. Wer die Zeit hat und zwischen 18 und 19 Uhr einen sehr nervösen Finger auf dem Update-Button haben kann, wird aller Voraussicht nach sehr weit vorne in der Schlange sitzen und auch hohe Downloadgeschwindigkeiten erreichen. Nur wenige Minuten später füllt sich diese Schlange allerdings exponentiell und der Download kann Stunden in Anspruch nehmen, was am Ende doch ein wenig frustriert.

 

Mit etwas Glück, könnt ihr den Download auch früh genug über iTunes starten (starten könnt ihr diesen hier natürlich immer) und erfahrungsgemäss geht es dort dann etwas schneller, selbst wenn es auf einem iOS Gerät mehrere Stunden dauern sollte.

 

Meistens sieht es am nächsten Tag aber auch schon etwas besser aus. Viele der Downloads sind dann schon gelaufen und ihr könnt ganz gemütlich in einem Bruchteil der Zeit das Update abschliessen. Daher lohnt sich zumindest noch einmal 24 Stunden zu warten bevor ihr den Download anfangt, auch wenn das für sehr ungeduldige Naturen eher schwer zu verkraften ist.

 

Kleiner Tipp am Rande: Macht auf jeden Fall vorher noch ein Backup eurer Daten in der iCloud oder über iTunes. Sollten direkt nach dem Update diverse Probleme auftreten, wäre ein iCloud-Backup die bessere Wahl, da das Gerät dann neu aufgesetzt werden kann und die iCloud installiert eure Einstellung nach und nach von Grund auf neu.

 

 

Quelle: Apple

vg-wort
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