Do. 29. September 2016 um 10:36

Apple iMessage: Apple speichert Daten wie IP-Adresse und Kontaktinformationen

von Marcel Laser0 Kommentare

Der Satz „Wenn ihr glaubt, dass andere Unternehmen das nicht machen, seid ihr naiv“ wird oft im Zusammenhang mit Facebook oder Google in Datenschutzdebatten genutzt. Unrecht haben die meisten damit allerdings nicht und vor allem Apple bekommt das nun zu spüren. Ein offizielles Dokument hat nun offen gelegt, dass Apple wohl mehr Daten im Zusammenhang mit iMessage speichert, als bisher gedacht.

iMessage-Server speichert IP-Adresse, Namen und andere Kontaktinformationen

Apple selbst beteuerte vor einigen Jahren noch, dass man keine Informationen über Nutzer_innen speichern werde, die Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort geben, allerdings muss das wohl nun revidiert werden. Denn iMessage scheint eine ganze Menge mehr an Apple zu senden, als man bisher gedacht hat. So sollen die Server neben der IP-Adresse und dem Kontakt auch die Uhrzeit und Datum gesichert werden. Brisante Informationen, da hieraus selbstredend der Aufenthaltsort erlesen werden könnte.

 

Das funktioniert im Prinzip wie folgt: Nutzt ihr iMessage, so sendet das Programm einen Ping an den Server, um zu überprüfen, ob die Gegenseite auch iMessage nutzt. Schliesslich will man ja keine SMS versenden, sondern den iMessage Dienst nutzen. Dieser Ping an den Server enthält allerdings viele relevante Informationen. Die Überprüfung findet übrigens auch dann statt, wenn ihr nur das Chatfenster öffnet, ihr müsst nicht einmal eine Nachricht eintippen, da dort bereits schon geprüft wird, ob die andere Person ebenfalls iMessage nutzt. Diese Informationen werden dann auf dem iMessage-Server gespeichert. Auch die der Person, die gar kein iMessage nutzt und so sammelt sich eine Liste mit Kontakten auf dem Apple-Server an.

 

Bei dem Dokument handelt es sich im Übrigen um Informationen von Sicherheitsbehörden, die eine Liste erstellt haben, welche Daten man im Notfall durch einen richterlichen Beschluss von Apple bekommen könnte. Dieses zeigt auch, welche Infos nicht zur Verfügung stehen: Unter anderem ist der Chatverlauf für Apple nicht sichtbar und Apple sieht auch nicht ob überhaupt jemals eine Konversation zwischen den beiden Probanden stattgefunden hat. Zudem werden all diese Daten nicht länger als 30 Tage auf dem Server behalten und danach unwiderruflich gelöscht. Dennoch kann man über die Informationen ersehen, welche Kontakte sich auf welchem Gerät befinden.

 

 

Quelle: The Intercept (Englisch)

Teaser-Bild Quelle: The Verge (Englisch)

vg-wort
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