Do. 09. April 2015 um 15:48

Apple Foto App: So funktioniert der systemweite Abgleich eurer Bilder

von Marcel Laser4 Kommentare

Die neue Foto App von Apple funktioniert nicht nur systemübergreifend, sondern soll euch neben ganz viel Platz auch einiges an Verwaltungsaufwand sparen, damit mehr Zeit zum Bilderschiessen bleibt und ihr weniger mit dem Verschieben in Alben beschäftigt seid. Neben einiger interessanter Vorteile kommen auch ein paar Nachteile mit aufs Boot. Für iOS-Geräte nicht in allen Belangen neu, aber zumindest die Userinnen und User von Mac OS X haben mit Fotos nun ein neues Werkzeug für die Verwaltung bekommen. Zudem ist für iOS 8.3 und Mac OS X 10.10.3 die iCloud-Fotomediathek nicht mehr im Beta-Stadium, sondern als vollwertiges Feature integriert. Wir zeigen euch kurz die wichtigsten Punkte auf und wie das System von Apple dahinter für alle Geräte funktioniert. 

 

Automatische Verwaltung: Momente, Sammlung und Jahr

Die automatische Verwaltung der Bilder in der neuen Foto App kennt drei grundlegende Stadien, in denen Bilder sortiert werden können. Momente sind Fotos, die innerhalb eines kurzen Zeitraumes geschossen wurden. Beispielsweise wenn ihr mehrere Fotos von einer Sehenswürdigkeit schiesst. So würden die Bilder innerhalb des Zeitraums zu einem „Moment“, der von der Foto-App entsprechend zugeordnet wird, zusammengefasst.

 

Sammlungen sind schon etwas grösser und nehmen mehrere Kriterien für die Gruppierung zur Hilfe. Wenn ihr nun mehrere Momente gesammelt habt, können diese zu Sammlungen zusammengefasst werden. Hier kann vielleicht euer ganzer Urlaub bestehend aus vielen Momenten zu einer Sammlung zusammengeführt werden. Das ganze geschieht anhand von Ort, Datum, Uhrzeit und anderen Kriterien völlig automatisch. 

 

Die letzte Ansicht betrifft die Sortierung nach Jahr und ist eigentlich relativ eindeutig zu erklären. Sobald ihr diese Sicht wählt, wird die Sortierung konsequent nach Datum und Uhrzeit angelegt. So könnt ihr ganz einfach chronologisch nach euren Fotos suchen. Natürlich könnt ihr auch weiterhin eigene Alben anlegen und komplett nach eigenen Strukturen sortieren lassen.

 

Generell ist das Suchen nach Fotos in iOS und Mac OS X sehr einfach. Kennt ihr den Ort, gebt ihr diesen einfach als Suchbegriff ein und euch werden alle Fotos angezeigt, die ihr dort einmal aufgenommen habt. Das gleiche gilt für Datum und Uhrzeit. Auch könnt ihr Personen oder Namen mit den Fotos verknüpfen. Auch wenn euch Fotos einiges an Arbeit abnimmt, so kann man viele weitere Kriterien zur Sortierung hinzufügen, die die App auf Mac OS X und iOS berücksichtigt. Eure Sortierung ist also auf allen Geräten identisch, da Apple eure Einstellungen auf allen Geräten berücksichtigt und anpasst, was das Suchen und Sortieren weiter vereinfacht.

 

Apple Foto
Apples Foto App: Übergreifende Verwaltung soll nun deutlich leichter werden. Endlich auch für Mac OS X.

Verwaltung und Backup auf allen Geräten einheitlich

Wer in der neuen Foto-Mediathek die Option Speicher optimieren aktiviert, der wird feststellen, dass all seine originalen Fotos in der Apple-Wolke iCloud landen werden. Apple lässt auf euren Geräten lediglich eine Art von Thumbnail des Bilds zurück. Eine schlechter aufgelöste und platzsparendere Version des Originals, welche allerdings immer noch zur Auflösung eures Gerätes hin optimiert ist. Damit soll vor allem euer Gerätespeicher entlastet werden, was für iPhone-Modelle mit 16 GB Speicher oder gar weniger von Vorteil sein kann. Kurzer Hinweis: Der Vorgang tritt erst dann in Kraft, wenn das Gerät merkt, dass ihm der Speicher ausgeht. Solltet ihr genügend Platz in der Hinterhand haben, werden allein durch die Option noch nicht automatisch alle Bilder hochgeladen.

 

Das Hochladen eurer Bilder und Videos geschieht übrigens nicht über das mobile Datennetz. Seid ihr unterwegs und nicht in einem WLAN eingeloggt, werden auch keine Fotos hochgeladen, um euer Datenvolumen nicht zusätzlich zu strapazieren. Befindet ihr euch allerdings in einem WLAN, fängt euer Gerät im Hintergrund an, die Fotos zu optimieren und dann die Originale in die iCloud hoch zu schieben – genügend Akkuladung vorausgesetzt.

 

Einer der wichtigsten Vorteile an diesem Prinzip ist das automatische Backup. Während die Original-Version des Fotos in der iCloud sitzt, könnt ihr euer Bild auf dem Gerät bearbeiten und die Änderungen werden auf allen anderen Geräten natürlich ebenfalls übernommen. Seid ihr allerdings mit der Bearbeitung von Filtern und anderen Veränderungen später nicht mehr zufrieden, könnt ihr jederzeit auf das Original-Bild aus der iCloud zurückgreifen. Zudem belasten eure Bilder nicht zusätzlich das iCloud-Backup eurer Geräte. Da die Fotos nun in der Online-Fotomediathek von Apple liegen, verschwinden diese aus dem originalen Geräte-Backup. Sie werden also nicht dupliziert.

 

All diese Vorgänge mit dem Hochladen in die iCloud geschehen allerdings nur, sofern die Anwenderin oder der Anwender die iCloud-Fotomediathek auch entsprechend in den Einstellungen aktiviert. Legt man also den Schalter nicht um, verweilen die Fotos auf dem jeweiligen Gerät und stehen daher auch den anderen iDevices nicht zur Verfügung. Es gibt somit keine einheitliche Verwaltung, denn diese findet nur zwischen den aktivierten Geräten statt. Wer die iCloud-Fotomediathek aktiviert, wird zudem feststellen, dass der Fotostream sich automatisch deaktiviert. Beide Dienste können also nicht nebeneinander laufen.

Wer viele Fotos und Videos hat, braucht mehr iCloud-Speicher

Einer der grösseren Nachteile an diesem System ist natürlich grössere Speicherbedarf bei iCloud. Wer riesige Sammlungen mit Apples Dienst komfortabel verwalten möchte, muss Speicher kaufen, denn die kostenlosen 5 GB werden mit Videos und Bildern schnell an seine Grenzen kommen. Für 0.99 Euro bzw 1.00 SFr. im Monat gibt es 20 GB dazu. Für 3.99 Euro gibt es immerhin schon eine Speichererweiterung von 200 GB. Das ganze lässt sich bis zu 1 TB ausweiten, was allerdings dann 20 Euro im Monat kostet.

 

Wer also auf die Vorteile der Verwaltung setzen will, kann unter Umständen monatlich noch einiges an Geld loswerden. Sollte man mehrere Apple-Geräte besitzen, so muss man zusätzlich bedenken, dass diese für ihre eigenen Backups auch jeweils Platz in der iCloud verbrauchen. Mit einem iPhone- und zwei iPad-Backups belege ich persönlich bereits schon 2 GB – wohlgemerkt nur mit den wichtigsten Informationen.

Apple iCloud Preise für Datenplan
Preise für die Datenpläne von Apples iCloud. Wer viele Fotos hat, muss extra zahlen.

Fazit: So macht Fotoverwaltung endlich Spass

Apples iCloud-Fotomediathek ist nicht nur seit der Beta-Einführung von iOS 8.1 ein tolles Gimmick. Mittlerweile ist es ein ausgewachsenes und praxistaugliches Feature und funktioniert mit Mac OS X 10.10.3 und der neuen Foto App systemübergreifend. Selten hat man etwas komfortableres gesehen, um seine Fotos auf allen Geräten aktuell zu halten und gleichzeitig ein so mächtiges Such- und Sortierwerkzeug zu nutzen.

 

Toll ist vor allem das Backup der Original-Bilder in der Cloud. Während die bearbeiteten Versionen eurer Bilder auf all euren Geräten aktuell gehalten werden, sind die Rohfassungen der Fotos immer in der Cloud und zu jeder Zeit abrufbar. Gefallen euch einige Änderungen nicht oder wollt ihr ein Bild anders noch einmal nachbearbeiten, könnt ihr es ganz einfach noch einmal abrufen. Auch die Optimierung des Speichers für weniger Platzbedarf macht Sinn und wird bestimmt den ein oder anderen mit Platzproblemen auf den iDevices freuen.

 

Nachteile gibt es allerdings für die wohl schnell anwachsenden Kosten, denn die 5 GB Gratisspeicher reichen vorne und hinten nicht. 20 GB werden für Hobbyknippser ebenfalls schnell an ihre Grenzen stossen, so dass wohl direkt die nächste Stufe von 200 GB für 3.99 Euro pro Monat angepeilt werden sollte. Andere Speicherdienste bieten zwar unter Umständen mehr fürs Geld, reichen allerdings bei Weitem nicht an den Komfort im Ökosystem heran. Somit muss man für sich selbst entscheiden, welchen Weg man geht.

 

Im Gesamtpaket gibt es für Nutzerinnen und Nutzer mit einem Apple-Ökosystem keine leichtere und vor allem auch effektivere Methode, Bilder und Videos zu verwalten. Wer die zusätzlichen Kosten nicht scheut, wird jedenfalls mit dem neuen Dienst so seine Freuden haben.

vg-wort
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4 Antworten zu “Apple Foto App: So funktioniert der systemweite Abgleich eurer Bilder”

  1. Gareas sagt:

    Hört sich gut an, werde ich sobald wie möglich mal testen. Aber in die Cloud kommen mir die Fotos nicht, auch wenn es ein Stück Bequemlichkeit kostet. So sehr Vertrauen tue ich Apple dann auch wieder nicht. ^^

  2. nimroder_neu sagt:

    Die sind in dem Moment in der Cloud in dem du die Synchronisation anschaltest.. Entsprechend brauchst du das dann gar nicht erst testen 😉

  3. Gareas sagt:

    Mit „Testen“ meinte ich die Fotos App an sich, das syncronisieren deaktiviere ich natürlich. 😉

  4. augwied sagt:

    „Mittlerweile ist es ein ausgewachsenes und praxistaugliches Feature und funktioniert mit Mac OS X 10.10.3 und der neuen Foto App systemübergreifend.“
    Also ich persönlich finde Apples Foto-App total kompliziert. Von Windows Phone und Android kenne ich es so: ich mache ein Bild und das wird bei aktivierter Synchronisation in die Cloud hochgeladen. Fertig. Bei Apples Foto-App steig ich auch anhand dieses Artikels nicht durch wann welches Foto wie wo gespeichert wird.

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