Do. 07. Juli 2016 um 12:19

Angespielt: Pokémon GO wird die Smombie-Apokalypse auslösen!

von Marcel Laser4 Kommentare

Der Start des Spiels kann getrost einmal als verrückt bezeichnet werden. Anfänglich war das Spiel nach Start im Android Play Store noch herunterladbar, aber in kürzester Zeit wurde dem ein Riegel vorgeschoben. Zwar steht immer noch die deutschsprachige Beschreibung des Spiels im Store, aber mittlerweile wird man von der Meldung begrüsst, dass der Artikel im eigenen Land nicht verfügbar wäre. Mittlerweile muss man sich einer anderen Methode bedienen und die APK des Spiels auf anderen Webseiten suchen. Eine Anlaufstelle ist APKMirror, wo Pokémon GO heruntergeladen werden kann. Allerdings warnen wir an dieser Stelle, rein der Sicherheit wegen, vor Downloads aus Drittanbieter-Quellen. Das herunterladen und Installieren aus fremden Quellen geschieht immer auf eigene Gefahr!

Pokémon GO ist kein klassisches Pokémon mehr – Aber der Sammeltrieb hat es in sich!

Pokémon an sich ist kein Spiel im eigentlichen Sinne mehr, es ist ein wahres Massenphänomen. Sammeln, Kämpfen und Tauschen sind die Hauptmerkmale. Das Ausbilden der kleinen Monster gehört ebenfalls dazu und so kommt auch ein typisches Rollenspielsystem hinzu. Kurz gesagt: Es macht süchtig und das Alter spielt absolut keine Rolle. Schaue ich in meine Freundesliste der sozialen Netzwerke so ist jeder infiziert von diesem (positiven) Virus. Ein Universum das sowohl kleinere Kinder als auch die ältesten Erwachsenen noch begeistern kann.

 

Wovon man sich aber erst einmal komplett befreien muss: Pokémon GO ist kein klassisches Pokémon mehr. Warum? Ganz einfach, das bekannte Rollenspiel- und Kampfsystem existiert so in dieser Form nicht mehr. Der mobile Ableger für Smartphones geht die Sache etwas anders an. Denn in erster Linie müsst ihr die Pokémon, die ihr fangen wollt, nicht erst vorher schwächen, sondern könnt sofort Pokébälle auf sie werfen um diese zu erhalten. Ziel ist es, so viele unterschiedliche Pokémon wie möglich einzusammeln, die euren Pokédex erweitern. Die eigentliche Story, am Ende als Meistertrainer zu gelten, weil man alle Arenaorden bekommen hat, ist auch nicht mehr vorhanden.

 

Kämpfen könnt ihr allerdings dennoch! Die die in der Welt verteilten Arenen gibt es dennoch, in denen ihr euer Können als Trainer_in unter Beweiss stellen müsst. Als Belohnung erwarten euch besondere Items und vor allem viele soziale Kontakte. Denn die Kämpfe mit anderen Spielern finden in den Arenen statt. So ist immer auch ein gewisser Wettbewerb im Spiel vorhanden und man wird um die Arenen drum herum wohl immer eine_n Trainer_in treffen.

 

Die Monster selbst allerdings steigen nicht im Level, sobald sie Kämpfe bestritten haben, sondern müssen wir mehr von den selben Pokémon fangen um die Stufen der kleinen Racker zu erhöhen. Wer also viel unterwegs ist und auch viele Pokébälle dabei hat, wird durch das Fangen der Monster auch recht schnell im Level steigen, nicht nur als Trainer_in sondern auch die Pokémon.

 

Das tolle an dem Spiel: Alle Taschenmonster sind bis ins letzte Detail beschrieben! Egal ob Grösse, Gewicht oder eine Detailbeschreibung zum Verhalten. Es macht einfach einen Riesenspass die Pokémon zu fangen und zu studieren. Da man aber selbst auch an Erfahrung und Items reicher wird, damit bessere Arenen besuchen kann und somit immer wieder neue Ziele aufkommen, hört der Spass auch so schnell nicht auf. Suchtfaktor garantiert!

Ingress lässt grüssen! Besondere Bauwerke für besondere Items aufsuchen

Der suchterzeugende Sammeltrieb ist auch hier wieder gegeben. Der Fakt, dass man mit Pokémon GO einen Kindheitstraum verfolgen kann, nämlich selbst in die Welt zu ziehen um grosser Pokémon-Trainer zu werden wird mit diesem Spiel real. Denn ihr müsst in der realen Welt rumlaufen, um diese zu finden. Dabei spielen vor allem die „Lebensräume“ der Pokémon eine grosse Rolle. Wer auf der Suche nach vielen Wasserpokémon ist, sollte diese auch am Wasser in der echten Welt suchen gehen, um seine Chancen auf diese deutlich zu erhöhen. Das gilt fast für alle Typen von Pokémon in dem Spiel und macht den Reiz aus. Da der echte Kartensatz von Google Maps integriert ist und als Spielwelt dient, ist der Bezug zur Realität hoch. Geht also einfach auf die Strasse und werdet Pokémon-Trainer. Ein Prinzip mit dem Ingress bereits viele Spieler anlocken konnte, denn auch hier wurden die Karten von Google Maps als Spielfläche genutzt um das Game einen Bezug zur Realität zu geben.

 

Besondere Bauwerke, beliebte Treffpunkte oder Sehenswürdigkeiten spielen auch in Pokémon GO eine grosse Rolle. Denn dort verstecken sich dann besondere Items, wie sehr seltene Items oder die inGame-Währung Poké-Münzen. Es lohnt sich also das Spiel auch im Urlaub in anderen Ländern zu spielen, nicht nur weil ihr dann die Chance auf neue Taschenmonster habt, die man bei euch vielleicht nicht findet, sondern auch um das Inventar deutlich zu erweitern.

 

Somit sind viele der damals in Ingress gesammelten Informationen in das Spiel eingeflossen. Viele der Sehenswürdigkeiten oder interessante Punkte in den Stadt- und Landgebieten sind in sogenannte PokèStops, Arenen oder andere nützliche Dinge verwandelt worden, wo ihr neue Items abholen oder kämpfen gehen könnt. Das Spiel liefert euch also genug Grund eure ganze Umgebung abzulaufen, um wirklich alles mitzunehmen. Belohnt wird man dafür nahezu immer.

Pokémon GO Android
Weiter hinten auf der Karte ist eine Arena zu sehen und einige PokéStops.

inApp-Käufe zerstören hoffentlich nicht die Balance

Wer sich für echtes Geld die inGame-Währung holt und sich somit entsprechend im Pokéshop eindecken kann, wird zudem ab einer gewissen Menge enorme Vorteile verspüren. Egal ob man nun Gerätschaften kauft, die neue Pokémon anlocken kann, sich mit enorm vielen Pokébällen eindeckt oder sich mehr Kapazität für das Inventar dazukauft oder gleich direkt Eier, aus denen neue Pokémon schlüpfen können. Wer viel Geld investiert ist einfach deutlich schneller viel weiter vorne als andere.

 

Vor allem das Zukaufen von Inventarfläche, auch für gefangene Pokémon, wird für Nintendo zur „Goldgrube“. Schnell wird einem nämlich bewusst, dass man nicht unendlich viele Pokémon fangen kann, sondern die Kapazität dafür irgendwann mit der inGame-Währung erweitern muss. Das Selbe gilt für eure Items auch. Das geht am Anfang vielleicht noch recht gut, später wird man allerdings feststellen, dass es immer länger dauert neue Kapazitäten hinzuzukaufen, da nicht nur der Preis steigt, sondern weil es nach und nach immer ein wenig länger dauern wird sich Münzen im Spiel selbst zu erspielen.

 

Die Kritik an dieser Stelle muss sich Nintendo einfach gefallen lassen. Es kamen ja erst Gerüchte auf, Pokémon GO für rund 20 Euro bzw. 20 SFr. anzubieten und es nur extrem begrenzt mit Mikrotransaktionen austatten zu wollen. Mittlerweile haben wir das genaue Gegenteil vorliegen und wir hoffen inständig, dass es die Balance nicht all zu sehr verschiebt. Uns wäre am Ende ein fester und etwas höherer Betrag am Ende wohl am liebsten gewesen. In Australien zahlt man für den teuersten Einkauf sogar ganze 160 Dollar. Mit bis zu 100 Euro im Play Store kommen wir allerdings ebenfalls nicht günstig weg.

Pokémon GO ist die akkufressende Smombie-Apokalypse!!! AAAAaaaaahhhhh!

Wem das Jugendwort 2015 noch kein Begriff sein sollte, hier noch eine kurze Erklärung: Smombies sind Menschen, die sich im Strassenverkehr mehr um ihr Smartphone als um die Umgebung kümmern. Sie achten einfach nicht auf ihr Umfeld, was mitunter zu Problemen führt. In Augsburg und auch in anderen Städten Deutschlands testet man derzeit Ampeln bzw. Warnlichter die im Boden integriert sind, damit diese sogenannten Smombies nicht einfach in den Verkehr laufen, da sie ihr Umfeld nicht mehr richtig wahrnehmen. Smombie ist eine Wortkombination aus Smartphone und Zombie.

 

Pokémon GO wird eindeutig dafür sorgen, dass die Zahl der Smombies in den nächsten Tagen und Wochen drastisch ansteigen wird. Denn die Kamera im Spiel kommt erst zum Einsatz, wenn ihr Pokémon in unmittelbarer Nähe entdeckt. Ansonsten müsst ihr die Karte des Spiels auf dem Bildschirm erstmal immer im Blick haben um keine Monster zu verpassen. Das Spielprinzip ist also quasi irgendwie der Virus zu einer enormen Smombie-Apokalypse.

 

Ob Nintendo und Niantic ein solches „Problem“ erkannt haben ist unklar. Der erste Loading-Screen zeigt nämlich eine Warnung, die auf mehrere Weisen interpretiert werden kann. Dort steht „Bleibe wachsam. Behalte immer deine Umgebung im Auge!“. Auf dem Bild selbst, sieht man wie eine Silhouette eines Trainers über eine Brücke läuft. Im ersten Augenblick kann man das tatsächlich als Warnung verstehen und so deuten, dass man dennoch den Blick für den Strassenverkehr nicht verlieren soll. Allerdings ist die Platzierung des Pokémon Garados an dieser Stelle im Bild auch so zu verstehen, dass man im Smartphone immer seine Spielumgebung im Blick behalten soll um keine Pokémon zu verpassen. Letzteres wäre eine deutlich gefährlichere Variante, zumal auch Kinder verstärkt das Spiel in Angriff nehmen werden. Vorsicht ist hier allemal geboten und Aufklärung sowieso!

 

Darüber hinaus sollte man wohl 1 – 3 Powerbanks im Rucksack haben, denn die App frisst ordentlich am Akku. Unser Testgerät eines Huawei P9 Plus mit 3’400 mAh Kapazität hat bereits in 3 Minuten Spielzeit mehr als 5 Prozent verschluckt. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich sowas auch bei Ingress schon erlebt habe, aber weit kommt ihr mit der offenen App auf dem Smartphone wohl nicht. Aber wie es schon beim Ingressen war: Als Pokémon GO Trainer_in gehört die Powerbank zum Standardequipment! Ohne sollte man das Haus jedenfalls nicht verlassen, wenn man das Spiel ernsthaft ausleben möchte.

LED-Lichtsignal Ampel
Die LED-Lichtsignal-Ampeln in Augsburg sollen Smartphonegucker rechtzeitig warnen. Nach dem Release von Pokémon GO sind diese wohl nun mehr als nötig!

Fazit: Pokémon in der realen Welt! Ein Kindheitstraum mit Einschränkungen?

Um es ziemlich deutlich zu machen: Pokémon in der realen Welt spielen zu können, als Trainer_in hinauszugehen und diese Monster zu entdecken und zu fangen… ist einfach geil! Die Vorstellung und die Idee dahinter faszinierte mich nicht nur als Kind, sondern immer wieder aufs Neue im Erwachsenenalter. Mit Pokémon GO wird dieser Kindheitstraum auf verschiedenen Ebenen wahr. Auch wenn einiges aus den traditionellen Spielen nicht übernommen wurde, wie das typische Kämpfen in freier Wildbahn, so ist der Sammel- und Suchtfaktor mit dem Bezug zur Realität noch viel stärker geworden. Niantic und Nintendo ist hier etwas ganz fantastisches gelungen.

 

Auf der anderen Seite wird dieser Suchtfaktor allerdings wohl zu einer enormen Gelddruckmaschine für Nintendo, denn die inApp-Käufe werden sich wohl bei vielen Fans überschlagen. Das Spiel selbst ist zwar kostenlos, doch wie weiter oben im Artikel angesprochen, muss man erst einmal abwarten, wie sich diese auf die Balance im Spiel auswirken werden. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Pokémon-Trainer_innen, welche viel echtes Geld in das Spiel investieren uneinholbar voranschreiten. Das könnte sich auch auf zukünftige Arenakämpfe dauerhaft auswirken. Aber das ist erst einmal nur Spekulation. Ebenfalls Schade ist auch die Entscheidung, keine Windows Phone Version anbieten zu wollen. Bisher ist diese nicht geplant und trübt ein wenig den sonst recht guten Eindruck.

 

Im Grossen und Ganzen ist mit Pokémon GO wohl ein Meilenstein der Mobile-Games-Geschichte gelungen, der viele Spieler_innen, auch auf sozialer Ebene, miteinander verbinden wird. Die Idee ist wirklich fantastisch und vor allem für Fans wohl eine Art von Erfüllung eines Traums. Wir sind gespannt, wie sich Pokémon GO in den nächsten Wochen/Monaten entwickeln wird.

 

Am Ende stellt sich aber noch eine Frage… Wann bringt Nintendo das Spiel auch zu uns? Bisher sind nur die Beta-Märkte Neuseeland und Australien beliefert worden. Japan wurde wohl aus „Heimatgründen“ ebenfalls beliefert. Nintendo selbst hat aber bereits versprochen, dass auch für den Rest der Welt soweit sein wird. Man darf gespannt sein.

 

In diesem Sinne… „Ich will der aller Beste sein! Wie keiner vor mir wahr! Ganz allein schnapp‘ ich sie mir! Ich kenne die Gefaaaaahrr! …“ *sing*

vg-wort
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4 Antworten zu “Angespielt: Pokémon GO wird die Smombie-Apokalypse auslösen!”

  1. Zyrap sagt:

    Ich werde das mal Testen

  2. Zyrap sagt:

    Also ich komme so weit bis man ein Pokemon fangen kann und dann später einen Nick Name eingeben muss für den Trainer.. Egal was für ein Name ich da eingebe, „is not available“

  3. Frederic Hamel sagt:

    Jetzt, nach einem Monat, kann man sagen, dass die Smombies die Weltherrschaft an sich gerissen haben…

  4. Marcel Laser sagt:

    Ja.. das könnte man so sagen xD

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