Mo. 26. September 2016 um 12:11

WhatsApp Facebook Wahnsinn: Weitergabe von Daten widersprochen? Nein, habt ihr nicht

von Marcel Laser2 Kommentare

Man könnte auf den Gedanken kommen, es wäre am Wochenende wieder „Clickbait-Weekend“ gewesen. Überall ploppten Meldungen auf, dass die Frist verstreichen würde und man die Weitergabe seiner Daten von WhatsApp an Facebook doch bitte noch widersprechen sollte. Allerdings ist genau das ein absoluter Irrglaube, denn es geht nicht um die Weitergabe der Daten, denn das geschieht sowieso und dem hat auch keiner widersprochen.

Es geht um die Art der Nutzung, für die Analyse von Werbeinhalten

Was viele Anscheinend bei ihren Meldungen vergessen, ist der Umstand, dass man der Weitergabe der Telefonummer und anderer persönlicher Daten gar nicht widersprochen hat, wenn man diesen Haken aus dem Account-Menü entfernte. Die Daten landen so oder so bei Facebook, was auch der Grund dafür ist, dass Verbraucherschützer in Deutschland derzeit diverse Klagen im Anschlag haben. Facebook und WhatsApp hatten noch 2014 angekündigt, immer unabhängig voneinander zu agieren. Das tritt nun mit den neusten Änderungen aber vollständig ausser Kraft.

 

Für WhatsApp selbst wird Werbung immer wichtiger und damit für Facebook übrigens auch. Die Dienste leben davon, euch Werbung und Inhalte zu präsentieren, die euch interessieren. Denn interessiert euch die Werbung, so ist die Chance höher, dass ihr euch den Spot anseht, den Inhalt anklickt oder im besten Fall sogar das Gezeigte kauft. WhatsApp ist nun allerdings zu einem wichtigen Baustein geworden, da die Analyse der Chats dazu führen kann, noch mehr über euer Nutzungsverhalten herauszufinden und somit die Werbung zielgerechter zu gestalten. Hier gibt es nun zwei Lager: Die einen finden das ganz praktisch etwas zu sehen zu bekommen, was sie interessiert. Der Rest findet das allerdings ziemlich gruselig.

 

Man hat also in diesem Fall nicht gegen die Weitergabe seiner Daten widersprochen, sondern nur über die Art der Nutzung dieser. Das heisst, Facebook wird diese (erst einmal) nicht für Werbezwecke analysieren, um die Werbung personalisierter Anzeigen zu können. Werbung, wird es so oder so geben. Mit dem Widerspruch wird diese einfach nur willkürlicher. Aber eure Daten landen dennoch von WhatsApp bei Facebook. Ebenfalls wichtig: Hier geht es rein um die Daten von WhatsApp zu Facebook. Facebook selbst betreibt die Werbeanalysen bereits seit Jahren.

SMS, WhatsApp und Co.
Und? Heute schon gechattet? WhatsApp und Facebook gehen einfach Hand in Hand. Verhindern kann man das in Zukunft sowieso nicht.

„Echter Widerspruch“ von Datenweitergabe nur durch löschen von WhatsApp möglich

Die Crux: Solltet ihr nicht wollen, das eure Daten und Chatschnippsel oder was auch immer, bei Facebook landen, so bleibt euch nur ein einziger Ausweg. Dieser ist mit der Account-Löschung in WhatsApp und der damit verbundenen Löschung bzw. Nicht-Nutzung der App verbunden. Nur so können keine Daten mehr an Facebook gesendet werden. Eine andere Möglichkeit gibt es schlicht und ergreifend einfach nicht.

 

Allerdings hilft es relativ wenig, wenn man dann WhatsApp löscht, aber Facebook weiter nutzt. Denn es spielt hier im Endeffekt keine Rolle, woher die Daten an sich kommen. Ob man nun den einen Satz, über die Vorlieben von diversen Turnschuh-Marken im Facebook-Messenger zu Protokoll gibt oder in WhatsApp an seinen besten Freund schreibt, macht am Ende nur wenig Unterschied.

 

Habt ihr allerdings der Nutzungsbedingung in WhatsApp für die Analyse zu Werbezwecken widersprochen, dann ploppen die Werbebanner für diverse Angebote von Schuhen erst einmal nicht ganz so schnell auf. Zumindest wenn ihr euch vom Facebook-Messenger fern haltet. Aber wer weiss was die Zukunft noch bringt. Das Geschäft mit Werbung ist einfach zu wichtig, um diese Sparte all zu lange auch auf WhatsApp zu ignorieren.

vg-wort
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2 Antworten zu “WhatsApp Facebook Wahnsinn: Weitergabe von Daten widersprochen? Nein, habt ihr nicht”

  1. kasax sagt:

    Viel schlimmer finde ich (was hier nicht erwähnt wird) ist, dass WhatsApp bzw Facebook auch die Kontaktinformationen, sprich Telefonnummern auch von nicht Mitgliedern sammelt. Vllt. hat einer kein WhatsApp aber dafür Facebook und schon ist man drin im Boot.

  2. lowblow sagt:

    Ja, das ist echt der Hammer. Und jetzt kommen bestimmt die Kommentare von wegen man solle sich nicht so anstellen oder könne ja einfach auf den Dienst verzichten. Das Verbraucherschützer sich endlich aufmachen und den Jungs auf die Finger kloppen finde ich sehr gut 👍.

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