Di. 15. Juli 2014 um 19:45

Ingress für iOS: Ein kurzer Leitfaden für den Einstieg

von Marcel Laser3 Kommentare

Was ist Ingress und wie funktioniert es?

Ingress ist ein Virtual Reality Spiel, besser gesagt ein Augmented Reality Game. Es verschmilzt die Elemente eines Spieles mit der realen Umgebung, in der ihr über die App von Ingress für iOS oder Android interagieren könnt. Das Spiel nimmt dafür reales Kartenmaterial, mit dem ihr euch über die Landschaft bewegt, indem man die App offen hält, während man umherstreift. Überall in der Umgebung finden sich Portale, die man hacken muss, übernehmen und verlinken (dazu später mehr). Oft stehen Portale an Sehenswürdigkeiten oder anderen Schauplätzen. Durch bestimmte Aktionen im Spiel steigt euer „Agent Level“ und ihr bekommt die Möglichkeit, bessere Items nutzen zu können. Somit ist Ingress ein riesiges Geocaching-Abenteuer mit Rollenspielelementen. Und ein faszinierendes noch dazu. Das Spiel selber stammt von Google, entwickelt wurde es allerdings von Niantic Labs.

 

Alles dreht sich darum, dass zwei Fraktion gegeneinander antreten und eine unbekannte Energie anzapfen möchten. Zum einen die grünen Spieler, bekannt als die Erleuchteten (Enlightened), welche die bisher als unbekannte Energie in der Welt eindringende Exotic Matter (XM) für den Fortschritt der Menschheit einsetzen wollen. Der Widerstand (Resistance) sind die blauen Spieler, die versuchen wollen, die Energie von der Erde fern zu halten, da sie denken, dass sie Unheil bringen könnte. Interessanter Nebenaspekt: Keine Seite ist aus der neutralen Sichtweise gut oder böse, da beide Fraktionen nicht genau wissen, was es mit der Energie eigentlich auf sich hat. Sie vertreten nur unterschiedliche Ansichten und versuchen sich gegenseitig die Show zu vermasseln. Quasi wie der tägliche Smartphonekrieg unter den unterschiedlichen Lagern.

Kurzer Leitfaden für den Einstieg: Was ein Agent tun muss!

Am Anfang des Spiels wird kurz erklärt, dass eine neue unbekannte Energiequelle durch Portale in unsere Welt strömt. Sie wird als Exotic Matter (kurz XM) bezeichnet und ist das, was die Spielerinnen und Spieler versuchen im Verlauf des Abenteuers einzusammeln und zu nutzen. Ohne XM könnt ihr auch kaum eine Aktion durchführen. Nach dem kurzen Einstieg wählt ihr euren Agenten-Namen und dann stellt euch Ingress vor eine absolut endgültige Wahl: Schliesst ihr euch den Erleuchteten an? Oder doch dem Widerstand? Die Wahl ist endgültig und kann auch nicht geändert werden. Unter den jeweiligen Fraktionen gibt es zudem Codenamen für die jeweils andere Partei. Die Erleuchteten sind die Frösche (Frogs), ihrer grünen Spielerfarbe wegen. Die Spieler des blauen Widerstandes werden auch Schlümpfe (Smurfs) genannt. Habt ihr eure Seite gewählt? Dann gibt es kein zurück mehr!

 

Seid ihr nun im Spiel drin, wird euch direkt das Training ans Herz gelegt. Solltet ihr Zeit haben, würden wir das auch direkt empfehlen. Es erklärt euch in englischer Sprache, wie das Hacken der Portale, das Übernehmen, das Verlinken oder auch der Angriff auf die gegnerischen Resonatoren funktioniert, die das Portal für die jeweilige Fraktion kennzeichnen. Auch die Oberfläche der App sollte man dann deutlich besser verstehen können. Wichtig ist, dass ihr mit euren Aktionen in der Welt Action Points (auch Access Points oder kurz AP) sammelt. Diese lassen euch Stufen aufsteigen, damit ihr mächtigere Waffen einsetzen oder stärkere Markierungen für eure Portale setzen könnt. Diese bekommt ihr entweder für das Hacken von gegnerischen Portalen oder wenn ihr Portale der eigenen Fraktion miteinander verbinden könnt, um so Felder zu erzeugen. Das Hacken der eigenen Portale bringt euch nur Gegenstände, aber keine „Erfahrungspunkte“ (AP), um Stufen aufzusteigen. Allerdings solltet ihr alle Portale hacken, die ihr finden könnt. Items kann man in diesem Spiel nie genug haben!

 

Genauso wichtig sind aber auch die Teilchen der Exotic Matter Energie. Die XM Teilchen liegen überall verstreut und sind quasi eure Interaktionsmöglichkeit. Ohne ausreichend vollen XM Balken könnt ihr keine Aktionen durchführen. Wenn ihr die App öffnet und auf die Karte eures Scanners guckt, sieht man diese als weisse Punkte auf der Map verstreut. Kommen die XM Teilchen in den Radius eures Scanners, werden diese automatisch eingesammelt. Der Füllbalken oben links in der Anzeige eurer App zeigt euren Vorrat an, der euch zur Verfügung steht. Diesen müsst ihr nutzen, um Angriffe starten zu können, Resonatoren zu setzen, um Portale einzunehmen oder auch Verlinkungen vorzunehmen. Man braucht praktisch für alle Aktionen XM Punkte im Spiel. Je höher euer Level, desto grösser ist die Kapazität an XM, die ihr mit euch tragen könnt. Allerdings sollte der Balken auch immer gut gefüllt sein, also seht zu, dass ihr die Teilchen mitnehmt!

 

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, ein Portal einzunehmen. Entweder ihr findet ein herrenloses Dimensionstor irgendwo auf der Karte in eurer Nähe, was eher recht selten der Fall ist oder ihr greift ein gegnerisches Tor an. Solltet ihr stark genug mit euren Waffen zuschlagen können und alle Resonatoren (bis zu acht Stück pro Portal) zerstören, wird das gegnerische Tor „neutral“. Nun könnt ihr eure eigenen Resonatoren anbringen. Ein einziger Resonator reicht aus, um ein Portal einzunehmen. Je mehr Resonatoren ihr setzt, desto schwieriger wird es für den Gegenpart, das Portal anzugreifen. Resonatoren mit einer deutlich höheren Levelstufe haben übrigens auch mehr Lebensenergie. Diese versiegt aber im Laufe der Zeit und man sollte alle paar Tage mal nach dem Status des Portales schauen, um diese gegebenenfalls wieder aufzuladen. Zudem können bis zu vier Modifikationen an Portale angebracht werden, um zusätzliche Schilde, Waffen oder andere Extras anzubringen.

 

Wer am Ende richtig Lust hat einzusteigen, darf sich gerne einmal folgende Anleitung zur Gemüte führen: How not to suck at Ingress. Hier sind sehr umfangreiche Informationen hinterlegt und selbst viele taktische Elemente erklärt. Wie wichtig das Teamplay der Fraktionen ist, zeigt dieses seitenlange Dokument auf allen Ebenen. Es ist bis heute in Entwicklung und wird nach und nach aktualisiert.

 

 

Noch ein paar Tipps zum Abschluss

 

Google Account anlegen: Wenn ihr vorhabt, Ingress intensiv zu spielen, solltet ihr zusehen, dass ihr euren Google Account komplett registriert. Das heisst, dass auch eine Handynummer für die Verifizierung hinterlegt ist. Während des Fortschritts wird man nämlich feststellen, dass man nur bis Level 2 aufsteigen kann, was absolut nicht ausreichen wird. Nur ein komplett verifizierter Google-Account ist in der Lage, weitere Stufen aufzusteigen und das volle Potenzial zu nutzen. Somit wäre ein Account Pflicht.

 

Ingress Intel Map: Macht euch mit der Ingress-Intel Seite vertraut! Das ist eure wichtigste Anlaufstelle für das gesamte Spiel. Unter www.ingress.com/intel könnt ihr eure Postleitzahl eingeben und nach Portalen in eurer Nähe suchen. Schaut euch ruhig um! Selbst das Suchen nach Portalen in zukünftige Reiseziele macht durchaus Sinn. Schliesslich kann man überall welche finden. Wichtig ist vor allem, dass ihr dort auch den Chat nutzt, um euch mit euren Fraktions-Genossen unterhalten zu können, Treffen arrangiert oder ganze Events planen könnt. Der Chat ist jedenfalls voll von Gruppierungen und sehr hilfsbereiten Gruppenführern. Je nachdem wie hoch oder wie nah die Karte gezoomt ist, bekommt ihr den Chat der jeweiligen angezeigten Region mit.

 

Levelt euch auf: Es macht am Anfang keinen Sinn mit Stufe 1 oder Stufe 2 diverse hochrangige Portale anzugreifen. Ihr würdet kaum Schaden anrichten und selber hohen Gegenschaden erleiden, sofern diese durch Geschütztürme oder andere Dinge bewacht werden. Sucht euch eine Gegend mit vielen gegnerischen Portalen (zum Beispiel in einer grossen Stadt in der Nähe) und hackt euch erstmal von einem Portal zum nächsten! Bittet zudem andere Spielerinnen und Spieler euch zu helfen oder vielleicht auch Treffen zu arrangieren, um gemeinsam auf Jagd zu gehen. Wenn ihr Portale verlinkt, die Portale eurer eigenen Fraktion wieder mit Energie versorgt oder Upgrades der eigenen Tore durchführt, bekommt ihr ebenfalls AP. Später bringt Hacken nicht mehr all zu viel. Da ist es klüger, sich in Gruppen zu organisieren, um grössere Verlinkungen der eigenen Portale durchzuführen. Hacken bleibt aber immer essentiell! Wer nicht genug hackt, bekommt auch nicht genug Items. 

 

Google Communities: Man merkt irgendwie, dass das Spiel von Google ist, oder? Sobald ihr euch auf der Intel-Map von Ingress einen Überblick verschafft habt, ist es schlau, sich mit anderen Mitgliedern eurer Fraktion in der Region in Verbindung zu setzen. Fast überall gibt es für Regionen ganze Communities auf Google+. Einfach Bescheid sagen, dass ihr neu seid und Anschluss sucht. Der Vorteil: Seid ihr erst einmal in einer solchen Gruppierung, könnt ihr Events planen, in denen ihr zusammen loszieht, um Gebiete zu erobern. Das macht nicht nur extrem viel Spass, gemeinsam gegen die andere Fraktion zu kämpfen, sondern man knüpft nebenbei noch einige Freundschaften. Der soziale Aspekt ist hier nicht gerade klein! Einzelkämpfer kommen oft nicht all zu weit.

 

Powerbanks sind Pflicht: Eine vielleicht sehr ironische Nebenwirkung von Ingress ist der extreme Akkuverbrauch. Das Spiel nutzt eure GPS Position, spielt mit vielen Grafiken herum und das Display sollte immer eingeschaltet bleiben. Ingress läuft leider nicht im Hintergrund mit! Daher sollte man gerade beim iPhone immer einen zusätzlichen Energielieferanten mit sich führen. Gerade bei gross angelegten Events der eigenen Fraktion, bei denen man dann doch gerne mitlaufen möchte, ist es von Vorteil, wenn alle Geräte durchlaufen können. Android-User haben allerdings ähnliche Probleme und auch hier gehen die Profis oftmals nicht ohne Powerbank aus dem Haus.

 

Hacken, Hacken, Hacken: Hackt jedes Portal, dass euch unter den Scanner rutscht! Auch mehrmals das selbe Tor hacken ist möglich. Allerdings muss dazu eine Abklingzeit verstreichen. In der Zeit ist es sinnvoller zum nächsten Portal zu laufen. Das Hacken der eigenen Portale bringt zwar keine AP, aber dafür einige Items, die ihr braucht, um im Spiel voranzukommen. Gegnerische Portale geben nach dem Hacken AP und ebenfalls Gegenstände. Je höher das Level eines Portals, desto seltener können die Gegenstände sein. Zudem erhaltet ihr unter Umständen den Portal-Schlüssel, der ebenfalls extrem wichtig ist, um eure Portale mit anderen zu verbinden. Also hackt drauf los was das Zeug hält! Watch_Dogs lässt grüssen.

 

Bei uns im Forum findet ihr im Android-Bereich einen Thread zu Ingress und auch im Apple-Bereich befindet sich bereits einer.

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3 Antworten zu “Ingress für iOS: Ein kurzer Leitfaden für den Einstieg”

  1. fabian86 sagt:

    Join the Resistance!!!

  2. Yves Jeanrenaud sagt:

    übrigens kann man auch neue Portal vorschlagen. Nur noch nicht auf der iOS-Version:
    https://support.google.com/ingress/answer/3066197?&ref_topic=2799270 (Englisch).

    Ich hoffe ja auf eine baldige WP-Umsetzung. Oder Anroid Wear Features, das wäre richtig, richtig cool!

  3. redrat sagt:

    Noch kürzere Beschreibung: Nerdspaziergang 😉

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