Di. 28. Oktober 2014 um 14:11

Android 5.0: Benutzerfreundlichere Bloatware-Installation

von Marc Hoffmann2 Kommentare

Vorinstallierte Software von Netzbetreibern oder Herstellern von Smartphones – Neu-Deutsch als Bloatware bezeichnet – ist immer wieder ein Ärgernis in den Augen vieler Kundinnen und Kunden. Man muss natürlich unterscheiden zwischen den Anpassungen an der Benutzeroberfläche und den essentiellen Apps für Bilder, Musik und Videos, welche oft durch den Hersteller durch eigene Varianten ersetzt werden und durchaus lästigen Dingen wie Hersteller-Apps, mit denen die eigenen Dienste aufgezwungen werden sollen oder Apps von Drittanbietern.

 

Viele Smartphone-OEMs haben hier zumindest ein wenig an sich gearbeitet und lassen einige der vorinstallierten Anwendungen von Nutzerinnen oder Nutzern deinstallieren, doch einige sind dennoch weiterhin sehr lästig. Besonders Sony und Samsung stehen hier sehr oft in der Kritik. Doch mit Android 5.0 Lollipop will Google einen alternativen Weg für die OEMs und Provider bereiten, der auch Nutzerinnen und Nutzern von Vorteil ist.

Google Backup System als OEM App Installer

Mit dem neuen Feature für Backups von Android-Systemen will der Suchmaschinenkonzern auch den OEMs eine Möglichkeit auf den Weg geben, welche genutzt werden kann, um die Geräte benutzerfreundlich und doch wie vom Hersteller gedacht einzurichten. Bei der Ersteinrichtung jedes Android-Smartphones fragt der Einrichtungsassistent ab Version 5.0, ob man sein Gerät aus einem Backup, als Kopie eines anderen Geräts oder als neues Smartphone einrichten will. Hier hätten die Hersteller der Smartphones und auch die Netzbetreiber die Option einzugreifen und bei „Einrichtung als neues Smartphone“ sämtliche nicht essentiell wichtige Zusatzsoftware automatisch aus dem Google Play Store zu laden. Somit wären diese Apps nicht mehr fest ins System integriert und könnten jederzeit von der Nutzerin oder vom Nutzer entfernt werden, wenn sie nicht benötigt werden.

 

Zusätzlich hätten die Hersteller so die Möglichkeit, die vorinstallierte Software auf älteren Geräten ebenso anzupassen, ohne dafür ein Software-Update des gesamten Smartphones notwendig zu machen. Wird beispielsweise ein älteres Devices wieder eingesetzt oder verkauft, so kann dieses wieder mit den aktuellsten Diensten gefüttert werden bei der ersten Einrichtung, nicht mehr angebotene Services würden einfach nicht mit installiert werden.

 

Ob die Hersteller diese Möglichkeit nur dazu nutzen werden, um noch mehr Bloatware auf die Geräte der Kundschaft zu drücken oder, wie von Google vorgesehen, beginnen werden, fest installierte Software intensiver auszulagern, wird dann erst die Zukunft zeigen können. Immerhin wird mit dieser neuen Option die alte Möglichkeit, Apps nicht-deinstallierbar zu hinterlegen, nicht abgeschafft.

 

Quelle: Ars Technica (Englisch)

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2 Antworten zu “Android 5.0: Benutzerfreundlichere Bloatware-Installation”

  1. venue pro delle sagt:

    Bravo

  2. redrat sagt:

    Jetzt noch optional die Google Bloatware weglassen und dann wird alles besser.

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