Do. 06. Oktober 2016 um 7:08

Review: Apple Watch Series 2 im Test

von Barbara Walter-Jeanrenaud6 Kommentare

Die Apple Watch Series 2 sieht zwar beinahe genau so aus wie die Vorgängerin, dennoch enthält sie einige grundlegende, sehr spannende Änderungen, die wir uns natürlich ganz genau angeschaut haben. Auf dem speziellen Prüfstand befanden sich bei uns das GPS-Modul, die Wasserdichtigkeit nach ISO 22810:2010, der neue Prozessor und natürlich das neue Display der Uhr. Ob Apple die Erwartungen an die neue Apple Watch Series 2 erfüllen kann, werden wir versuchen, in diesem Test für euch heraus zu finden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Handhabung: Bleibt alles anders
  2. Neues Display, Prozessor und Akku: Wie gross ist der kleine Unterschied?
  3. Wie wasserdicht ist wasserdicht?
  4. Fazit: All’s well that ends well?

Design und Handhabung: Bleibt alles anders

Das Design der Apple Watch Series 2 schliesst nahtlos an das der vorherigen Generation an. Es sind neue Farben und Materialien sowie Armbänder verfügbar, summa summarum kann man aber auf den ersten Blick keinen Unterschied bis auf den Schriftzug auf der Unterseite erkennen. Die Handhabung ist ebenso gleich: Es gibt ein Touch-Display, das auf verschieden festen Druck reagiert, das Stellrädchen namens Apple Crown sowie einen seitlichen Button direkt unter der Crown. Weiterhin ist der Lautsprecher integriert, auch wenn die Uhr wasserfest ist. Wie das Problem mit dem offenen Speaker und Wasser gelöst wurde, erfahrt ihr später im Testbericht.

 

Packt man die Apple Watch Series 2 aus, so hält man gleich ein edles Stück Technik in der Hand. Bei uns im Test befindet sich das 42 mm Aluminium-Modell in Rose Gold in Kombination mit einem dunkelblauen Armband (Midnight Blue). Diese Kombination sieht sehr elegant aus. Die Uhr selbst ist sehr gut verarbeitet, an keiner Stelle finden sich Macken, das Armband lässt sich einfach anbringen und wechseln und auch die Knöpfe verfügen über gute, satte Druckpunkte. Die Crown lässt sich gut drehen.

 

Auf der Haut fühlt sich die Uhr sehr gut an. Das dunkelblaue Sportarmband ist hautsympathisch und fügt auch sehr empfindlicher Haut keinerlei Rötungen, Juckreiz oder Pickelchen zu. Es fängt auch beim Sport in unserem Test nicht an zu müffeln, wie es ja bei vielen Kunststoffbändern an Sportuhren der Fall ist. Dadurch, dass die Apple Watch Series 2 wasserdicht ist, lässt sie sich auch etwas beherzter säubern und unter klarem Wasser sehr gut abspülen.

 

Im Vergleich zu anderen Smartwatches sticht die Apple Watch Series 2 hervor. Ob es nun die Tizen-Uhren von Samsung oder die Android Wear Geräte von Motorola, LG oder Huawei sind: Die Apple Watch wirkt einfach „gewollter“ und „gekonnter“. Sie sieht sehr nach Uhr aus, ist dabei aber eckig, was die Lesbarkeit der Bildschirminhalte gegenüber den meisten Android Wear-Uhren enorm erhöht. Kommen andere Smartwatches eher klobig und dick daher, wirkt auch das grosse 42 mm-Modell elegant und grazil genug für alle Handgelenke. Wem die Uhr zu gross ist, kann auch zur kleinen 38 mm grossen Variante greifen, die in Puncto Funktionen exakt gleich ist. Bleibt also alles anders.

Neues Display, Prozessor und Akku: Wie gross ist der kleine Unterschied?

Das Display der neuen Apple Watch Series 2 ist heller und besser lesbar als das der ersten Generation. Im direkten Sonnenlicht und beim „Drauflinsen“ sind die Informationen, die die Smartwatch bereithält, im direkten Vergleich wesentlich besser zu lesen. Auch beim Schwimmen kann man die Uhr gut ablesen. Hier hat Apple sichtbar nachgebessert!

 

Der Prozessor ist im Grunde derselbe, lediglich am Chipsatz wurde etwas geschraubt. Der Kern des Dual-Core-Prozessors ist derselbe wie in der Apple Watch Series 1. Hierdurch zeigt sich nicht wirklich eine stark bessere Leistung, auch wenn die Uhr subjektiv gesehen schneller zu reagieren scheint. Das System wirkt überarbeitet, die App-Aufrufe kommen geschmeidiger daher und die Apps wirken etwas flotter. Im direkten Vergleich mit der ersten Generation kommt einem die Handhabung der Apple Watch Series 2 etwas flüssiger vor, allerdings sind die minimalen Veränderungen am SoC sicher kein Kaufgrund, die Apple Watch Series 1 ist unter’m Strich genau so performant, wie die zweite.

 

Das neu verbaute GPS-Modul verrichtet seinen Dienst erstaunlich gut. Kaum eine Situation, in der keine Position ermittelt werden kann oder lange nach Satellitensignalen Ausschau gehalten wird. Damit kann nun das Lauftraining mit der Apple Watch absolviert und getrackt werden, ohne das iPhone mitnehmen zu müssen.

 

Der Akku. Ja, der Akku – die Schwachstelle einer jeden Smartwatch: Hier konnte anscheinend nichts verbessert werden. Die Hoffnungen für die Apple Watch Series 2 lagen recht hoch, jedoch wurden sie enttäuscht: Die Laufzeit liegt genau gleich wie die der Apple Watch Series 1 und aller anderen Konkurrenzprodukte. Die Uhr hält nicht länger durch, sie muss nach einem Tag an den Strom. Blöd ist es dann, wenn sie auch den Schlaf tracken soll, dann muss man sie untertags auf das Ladedock legen, was sehr störend ist. Also nicht den Schlaf tracken und auch die Weckerfunktion nicht nutzen? Auch blöd. Wobei: Der Wecker ist piepsleise und die Vibration bekommt zumindest mich nicht im Geringsten wach. De facto verbringt die Apple Watch Series 2 die Nächte nun wieder allein auf dem harten Ladedock statt im kuscheligen Bett – hat sie aber auch nicht anders verdient.

Wie wasserdicht ist wasserdicht?

An dieser Stelle muss ich technisch ein wenig ausholen. Die Apple Watch Series 2 ist wasserdicht nach der ISO 22810:2010-Norm. In Europa und generell bei elektrischen Geräten wird meistens von den IP-Zertifizierungen gesprochen, diese stellen aber einen anderen Standard dar. Wird beispielsweise von einer nach IP68 zertifizierten Uhr geschrieben, so ist diese vor Staub und Wasser geschützt. Der Wasserschutz bezieht sich auf dauerndes Untertauchen. Wer also mit einer solchen Uhr duschen geht, sollte keine Probleme bekommen. Aber: Schwimmen ist kein „Untertauchen“! Beim Schwimmen wirken durch die Bewegung mehr Kräfte auf die Uhr, also auch mehr Druck. Wenn also eine Uhr bis zu 50 Meter Wassertiefe gegen ein „Untertauchen“ geschützt ist, so bedeutet dies nicht unbedingt, dass sie zügiges oder gar professionelles Schwimmen aushält, auch wenn man dabei naturgemäss nicht so tief unter der Wasseroberfläche taucht. Eine nach IP68-zertifizierte Uhr, die bis 50 m bzw. 5 bar dicht ist, kann also zum Duschen getragen werden und hält auch mal ein versehentliches Bad im Wasserglas aus (Bierkrug ist nie zu empfehlen, sollte aber auch überlebt werden), kann aber nicht schadfrei zum Schwimmen getragen werden.

Die ISO 22810:2010 Normierung geht hier weiter: Getestet werden Wasseraktivitäten, also „richtiges“ Schwimmen, Tauchen, Schnorcheln. Natürlich schickt man hierzu nicht eine Horde Uhrenfans in die nächste Badeanstalt, sondern arbeitet in einem Labor mit verschiedenen Geschwindigkeiten und Druckschwankungen. Eine Uhr, die nach ISO 22810:2010 für bis zu 30 m Wassertiefe zugelassen ist, hält also eine Aktivität in dieser Wassertiefe aus.

Abschliessend kann man sagen, dass die Apple Watch Series 2 mit ISO 22810:2010 zum Schwimmen zugelassen und geeignet ist, das iPhone 7 Plus mit seiner IP68-Zertifizierung aber definitiv nicht. Zwar würde es einen Sturz ins kühle Nass schadfrei überstehen (wenn man es schnell wieder herausfischt!), taugt aber keinesfalls als Unterwasserkamera!

 

Soviel zur Theorie: Die Apple Watch Series 2 ist also nach ISO 22810:2010 bis zu 50 m Wassertiefe zertifiziert. Sie kann laut Apple zum Schwimmen, Schnorcheln und Baden im seichten Wasser verwendet werden, Sporttauchen sowie Sportarten wie Wasserski-Fahren oder das Nutzen eines Jetskis sind davon ausgeschlossen – im Falle eines Sturzes schlägt die Watch zu fest und schnell auf das Wasser auf, wodurch der Druck zu hoch wird.

Sehr lustig ist in der Praxis die Funktion zum Trocknen der Lautsprecher: Mittels eines Geräusches wird das eingedrungene Wasser aus der Uhr herausgepustet. Das klingt witzig und scheint effektiv zu sein. Bleibt die Frage, ob das Feature lang durchhält, wenn es viel beansprucht wird, aber das wird sich zeigen. Im Test funktionierte es einwandfrei.

In der Praxis testeten wir in einem Hallenbad mit 25 m langen Bahnen und maximal drei Metern Wassertiefe. Die Uhr hielt und zeigte nach einer guten Stunde strammen Schwimmens keinerlei Ermüdungserscheinungen. Die App zum Tracken der Schwimmstrecke und -intensität funktionierte einwandfrei und sehr genau, es machte richtig Spass, sich mit der Uhr im Wasser zu bewegen. Ausserdem hielt das Armband bombenfest, was ja auch nicht selbstverständlich ist. Die Wasserfestigkeit ergänzt die Apple Watch Series 2 perfekt und macht aus ihr ein wirkliches Sport-Gadget. Sehr schön!

Fazit: All’s well that ends well?

Das Design ist Apple-typisch sehr schick und hochwertig, alle Teile sind optimal verarbeitet und gehen nahtlos ineinander über. An keiner Stelle konnten Macken, Risse oder sonstige Unstimmigkeiten festgestellt werden. Die Apple Watch Series 2 fühlt sich im Vergleich zu Konkurrenzprodukten sehr leicht und angenehm an und man vergisst beinahe, dass man eine Uhr am Handgelenk trägt – sie fällt jedenfalls nicht negativ auf. Das Sportarmband trägt sich angenehmer als gedacht, weitere Armband-Varianten haben wir demnächst auch für euch im Test.

 

Die neuen Funktionen, wie die sehr gute Wasserfestigkeit, das GPS-Modul und das damit ausgebaute Fitness-Programm, sind sehr schön und auch gut nutzbar. Im Test zeigte sich vor allem das Tracken von Schwimmbahnen als sehr genau und es macht richtig Spass, mit der Apple Watch Series 2 ins Badi zu gehen. Für eine richtige Freiwasser-Session war das Wetter leider schon zu schlecht, im nächsten Sommer reichen wir euch gern hierzu Ergebnisse nach.

 

Das neue Display ist super, es ist optimal ablesbar und sehr hell. Gerade für das schnelle Draufschauen hat Apple hier wirklich gut nachgearbeitet. Das Scrollen mit der Crown funktioniert gut und zuverlässig, ebenso das Betätigen der Taste und die verschiedenen Druckstufen auf das Display. Der Lautsprecher und das Mikrofon funktionieren ebenso wie das neu verbaute GPS-Modul zuverlässig.

 

Ein Manko ist und bleibt die Akkulaufzeit. Nach allerspätestens 18 Stunden ist in unserem Test der Ofen, äh, die Uhr bei ganz normaler Nutzung aus. Gut, vielleicht nicht aus, sondern im Gangreserve-Modus, aber dieser ist ziemlich unsexy und lässt einen lediglich die Uhrzeit ablesen. Nutzt man die Apple Watch, um den Schlaf zu tracken, liegt es in der Natur der Sache, dass sie einen im Laufe des Arbeitstages im Stich lässt. Klar, man kann auf Watch-Power Banks, wie die von Zagg, zurückgreifen oder aber das Ladedock mit zur Arbeit nehmen, allerdings sollte eine Uhr ihr Dasein dann doch etwas konstanter am Handgelenk fristen.

 

Für wen ist die Apple Watch Series 2 geeignet? Nun, wem bisher das GPS fehlte und das Display zu schlecht ablesbar war, wird mit der neuen Apple Watch sehr zufrieden sein. Leute, die gern und viel schwimmen und dabei eine gute Smartwatch tragen möchten, können beherzt zugreifen, die Apple Watch Series 2 funktioniert einwandfrei und zeichnet jede Wende am Beckenende auf.

Wer Geld sparen möchte und lieber auf dem Trockenen bleibt, kann allerdings auch bedenkenlos weiterhin zur nun günstigeren Apple Watch Series 1 greifen. Die Leistung ist nahezu identisch, lediglich das GPS, die Wasserdichtigkeit und das hellere Display fehlen, die Werte der vorherigen Apple-Uhr sind aber immer noch sehr gut.

 

Preislich liegt die Apple Watch Series 2 je nach Modell zwischen 419 und 1449 SFr. bzw. Euro, wobei sich der teuerste Preis auf die Apple Watch Edition bezieht, der absoluten Luxus-Variante. Die Apple Watch Series 1 gibt es derweil ab 299 SFr. bzw. Euro, also deutlich reduziert. Je nach Armbandvorliebe und Designwunsch variiert der Preis.

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6 Antworten zu “Review: Apple Watch Series 2 im Test”

  1. Ney sagt:

    „Die Apple Watch wirkt einfach „gewollter“ und „gekonnter“. Sie sieht sehr nach Uhr aus, ist dabei aber eckig, was die Lesbarkeit der Bildschirminhalte gegenüber den meisten Android Wear-Uhren enorm erhöht.“

    ernsthaft xD? das ist wohl sehr geschmackssache – für mich sieht die apple watch im vergleich zu den android watches wie kaugummi automat aus.
    Grade das runde Display einer lg urbane (2) wirkt einfach mehr wie ne uhr – und hochwertiger obendrein. also genau wies sein soll. und dünn ist die apple watch auch nicht grade, wenn du von klobrig redest.

  2. Trollhunter sagt:

    nicht dein Ernst, oder? Mit 10.9 mm ist die LG Watch Urbane auch nicht gerade dünn, wenn du von klobig redest ;:) Da ist die Apple Watch Series 2 knapp 0.5 mm dünner. 😀 ich glaube, mit Geschmackssache triffst du es ziemlich gut. Du magst eine runde Smartwatch, andere eine Eckige, wieder andere gar keine. Die apfeluhr hat zumindest nicht so sinnfrei Zier-Lünetten wie LG, nur um mehr wie ne Uhr zu wirken. Eine Smartwatch ist für mich einfach keine UHR. Wenn ich eine Uhr will, kauf ich eine Uhr. Wenn ich eine Smartwatch will, will ich keine Uhr. Und sowohl bei Uhr wie bei der Smartwatch ist es eine Frage es eigenen Gusto, zu welchem Modelltyp man greifft. Genauso das Kriterium hochwertiger Eindruck, was du hier anbringst. Ein Eindruck, der stark subjektiv ist, meinst du nicht? 😉
    also vielleicht steht es dir einfach auch nicht zu, hier so rumzublöken, nur weil jemand nicht deiner Meinung ist.

  3. Ney sagt:

    lies nochmal was ich geschrieben habe bitte – du machst deinen namen alle ehre.
    ja… 0.5 mm.. ui doll o.o ich sag ja die apple watch ist nicht weniger klobig als die anderen
    zum rest – deswegen sag ich ja – „es ist geschmackssache“ und „für mich“

  4. Ney sagt:

    zumindest beim ersten teil deines namens;)

  5. Trollhunter sagt:

    lies nochmal, was ich schreibe 🙂 und ja, du machst deinem Namen auch alle Ehre. immer Nein sagen 😉

  6. Marcel Laser sagt:

    Bitte alle lieb haben :-* 😀

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