Mo. 18. August 2014 um 10:34

One’s Two Cents: Smartwatch incoming – Mach es noch einmal, Apple!

von Marcel Laser8 Kommentare

„Apple, mach es noch einmal!“? Was soll das denn heissen? Was sollen ausgerechnet DIE noch einmal machen?! Werden sich jedenfalls die Gegner des Unternehmens aus Cupertino denken. Aber in Bezug auf deren Geschichte ist der Wortlaut gar nicht mal so verkehrt. Blättern wir einmal kurz stichpunktartig in der Vergangenheit von Apple und deren Produkte: Der iPod? Mit Abstand der meistverkaufte MP3 Player der Welt. Das iPhone? Mit Abstand das meistverkaufte Smartphone der Welt. Das iPad? Mit Abstand das meistverkaufte Tablet der Welt. Was allerdings viel wichtiger als die Verkaufszahlen der Geräte und ihre Dominanz im Markt ist, ist der Umstand, dass all diese Produkte das jeweilige Geräte-Sortiment bei der Endkundschaft beliebt gemacht haben. Das iPad ist massgeblich dafür verantwortlich, dass Tablets bei den Menschen so beliebt geworden sind, da Apple es geschafft hat, die Produktkategorie „zu verkaufen“ und ins Wohnzimmer zu bringen. Dasselbe gilt für den iPod als MP3 Player und vor allem auch das iPhone, welches den Grundstein für die Beliebtheit all unserer Smartphones und dem jetzt hart umkämpften Markt lieferte. Apple kam zwar mit seinen Produkten niemals als erster Hersteller auf den Markt, verstand aber die Situation zu lesen und das eigene Produkt so zu platzieren und mit Features zu bestücken, dass es einschlug.

 

Nun steht Apple mit seiner Smartwatch einmal mehr vor dem Launch einer neuen Produktkategorie im eigenen Unternehmen und was haben wir alle davon? Hoffentlich eine ganze Menge! Denn die iWatch oder auch iTime – oder wie auch immer sie nun heissen wird – könnte den Markt für unsere Gadgets erheblich ankurbeln. Dazu muss Apple allerdings, wie bei seinen erstmaligen Launches davor auch, den richtigen Nerv treffen, damit das Produkt nicht untergeht. Nur weil es jetzt vier oder fünfmal hintereinander funktioniert hat, muss das noch lange nichts heissen.

 

Durch Android Wear ist aber schon einmal der erste richtige Ruck durch die Welt der Smartwatches gelaufen. Das Interesse ist definitiv geweckt und die Leute beobachten die Situation, auch wenn der Ansturm sich noch in Grenzen hält. Gewinner aus derselben Kategorie – nämlich allgemein als Wearables bezeichnet – sind aber im Moment ganz andere: Fitnesstracker sind derzeit eine kleine Goldgrube und bei vielen Hobby-Sportlern beliebt. Das Fitbit Flex ist ein bekanntes Beispiel und verkauft sich mittlerweile wie warme Semmeln. Wenn ich draussen beim Joggen unterwegs bin, fühle ich mich mit dem Smartphone am Arm (dank einer Binde 😉 ) schon fast hinterwäldlerisch… da mir jeder zweite Läufer mit einem spezialisierten Tracker am Handgelenk entgegen kommt. Sogar Sonys Core Armband kam mir schon entgegen. Einen Fitnesstracker wollte ich mir zwar bisher nicht kaufen, das Verlangen ist aber definitiv da und eine Smartwatch die am Ende alles kann, wäre dann wohl einer meiner persönlichen Wunschkandidaten.

 

iWatch Concept
Möglich das Apple auch auf „Rund“ vertraut: Die iWatch in einem ersten Concept

„So’n hässlicher Klotz kommt mir nicht an den Arm!“

Ein weiteres Problem der Smartwatch-Branche ist der Punkt, dass nicht gerade wenige Menschen (auffallend ältere Semester) lieber einen mechanischen Chronografen am Handgelenk tragen wollen. Auch ich kenne das Gefühl, eine hochwertige Breitling am Arm zu haben und es ist einfach toll, keine Frage. Noch besser ist das Gefühl, ein Erbstück damit verbinden zu können, was noch einiges mehr hermacht. Aber ich persönlich kann und will mich der Technik nicht entziehen und bin mehr als nur scharf darauf, diese ausführlich in allen Bereichen auszuprobieren. Motorola will die generelle „Klotzkrankheit“, die diese Uhren derzeit pflegen – also dem eckigen Ziegelstein-Monster am Handgelenk – mit seiner Moto 360 entgegenwirken und das hat bei der ersten Präsentation der Uhr auch funktioniert. Sie ist rund, chic und kann auf Wunsch auch ein Lederarmband bekommen. Der Sprung von einem hochwertigen Chronografen auf eine Moto 360 wäre dann vielleicht nicht mehr ganz so heftig für den ein oder die andere.

 

Der Markt ist da und die Leute sehen interessiert zu. Nur der Kaufrausch hält sich noch in Grenzen. Sollte Apple allerdings mit seiner iTime oder iWatch wieder den Nerv der Zeit treffen und die Geräte endlich an die Handgelenke der Leute bringen, ist das ein Fortschritt für die gesamte Industrie. Denn die anderen Hersteller profitieren dann von der in Gegnern von Apple verankerten Phobie (wir nennen das jetzt einfach mal so), sich mit dem Produkt, welches dann nur mit iOS Hardware funktionieren dürfte, zu beschäftigen. Was allerdings wiederum dazu führt, dass diese sich dann verstärkt nach Devices anderer Hersteller umsehen und somit den Markt beleben. Es können also nur alle gewinnen, wenn Apple es mit seiner iWatch schaffen sollte und ich hoffe es im Speziellen wirklich, dass es auch so kommt. Der Markt für intelligente Uhren braucht nicht nur einen Ruck, sondern vielleicht in Form von Apple den ersten Vorreiter, der zeigt, dass die Geräte auch an die Handgelenke der Menschen kommen. Alles andere löst sich dann immer von alleine. Davon bin ich überzeugt.

 

Moto 360 Smartwatch
Motorolas Moto 360 will den Klotzkästen den Kampf ansagen

Tolle Entwicklung und Engagement der Hersteller, nur einig ist sich keiner

Egal ob Sonys Core, Samsungs Uhren mit Tizen oder eben Motorola mit Android Wear. Ich freue mich nicht nur auf die Smartwatch von Apple, sondern generell fiebere ich der Entwicklung des gesamten Markts entgegen. Egal ob Android Wear, ein mögliches Wearable von Microsoft oder was auch immer da kommt. Die kleinen Displays an unseren Handgelenken haben Potenzial und am liebsten hätte ich für jedes System auch gerne eine eigene Uhr. Dem Traum vom ultimativen Wecker an der Hand steht allerdings der Eigensinn der vielen Konzerne im Weg, allem voran eben Apple. Eine Uhr für alle wird es aber wohl niemals geben, weder aus System- oder Herstellersicht oder eben generell. Auch wenn diverse Uhren mehr oder weniger „Cross-Plattform“ beherrschen, fehlt es dann oft auf beiden Seiten an Funktionalität.

 

Warten wir aber noch einmal die IFA in Berlin ab und einige kommende Events danach werden ebenfalls weitere Uhren enthüllen. Motorolas Moto 360 wird gewiss auch noch seinen Weg finden – sie wird übrigens am 4. September in Chicago vorgestellt – genau wie die Sonys SmartWatch 3 auf der IFA 2014 auch. Die iWatch von Apple wird ebenfalls seinen eigenen Weg bestreiten. Der Markt wächst und das Interesse danach auch. Eines Tages Ingress auf einer Smartwatch spielen zu können, wäre zumindest für mich ein persönliches Highlight.

 

Diese Kolumne gibt die Meinung eines einzelnen Redakteurs wieder. Diese muss nicht mit der von PocketPC.ch übereinstimmen.

vg-wort
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8 Antworten zu “One’s Two Cents: Smartwatch incoming – Mach es noch einmal, Apple!”

  1. Gareas sagt:

    Die iWatch wird aber sicher nicht auf der IFA 2014 vorgestellt . 😉

  2. Jörg Renken sagt:

    Nö. Wahrscheinlich am 9. September auf der dann (wahrscheinlich) stattfindenden Keynote…

  3. Marcel Laser sagt:

    Hat auch niemand esagt, dass die iWatch (iTime?) auf der IFA 2014 vorgestellt word 🙂 Apple hag bisher immer eiene Events abgehalten. Wenn wir Pech haben kommt die erst im Zautraum zwischen Februar 2015 und April 🙂

  4. Gareas sagt:

    Doch Herr Laser das hast du in deinem Artikel geschrieben: “ Motorolas Moto 360 wird gewiss auch noch seinen Weg finden – sie wird übrigens am 4. September in Chicago vorgestellt – genau wie die iWatch und Sonys SmartWatch 3 auf der IFA 2014 auch. “

    Hätte ich vielleicht in meinem ersten Post genauer sagen sollen. ^^

  5. Marcel Laser sagt:

    Ich gebe zu der Satz ist missverständlich 😀 Aber es war nicht meine Intention die Uhren auf die IFA zu setzen, sondern das diese Uhren ihren Weg finden werden, an den Mann zu kommen 😉 Ich schreibs gleich mal etwas deutlicher, danke für den Hinweis 😀 Haha ^^

  6. Android_Newbie sagt:

    Ich glaub das Apple dort viel zu spät kommen wird. Wenn von denen überhaupt noch was kommt. Android Wear etabliert sich gut und das System ist durch Google Now einfach perfekt. Ich hab dazu mal einen spannenden Artikel gelesen. Der Titel lautet „Why Android Wear is the new iPad“. Was der Autor da beschreibt klingt nachvollziehbar.
    Hier der Artikel:
    http://www.computerworld.com/s/article/9249431/Why_Android_Wear_is_the_new_iPad

  7. zettie94 sagt:

    Apple kommt nie zu spät – die Apple-Fanboys kaufen alles weil es ja das beste ist. Und so viele Fanboys wie bei Apple gibt es sonst nirgends.
    Wenn sich irgendeine Smartwatch durchsetzen kann (was ich nach wie vor nicht glaube, jedenfalls so lange die Akkulaufzeiten so kurz sind), dann ist es die von Apple.

  8. gangstagnu sagt:

    Ich wäre mir nicht mal sicher, ob Apple überhaupt mit einer Smartwatch daher kommen wird (oder gibt es schon Internas, etc. die das beweisen?), schließlich ist es ein milliardenschwerer Konzern mit verdammt guten Mitarbeitern – auch Marktanalysten. Die werden ihre Prognose sicher schon gefällt haben und diese könnte durchaus nicht besonders rosig aussehen. Denkbares Szenario, dass die Smartwatches ein „Nerd-Gimmick“ bleiben.

    Dann kommt persönlich noch dazu, dass ich auf eine Smartwatch aus dem Hause Microsoft deutlich gespannter wäre, da ich mir die Windows Optik perfekt am Handgelenk vorstellen kann. Auch im Chronographen-Gehäuse. 😉

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