Di. 22. April 2014 um 13:57

Das Experiment: WP User probiert Android – Die Einrichtung

von Alexander Spindler6 Kommentare

Im letzten Jahr führte ich das erste Experiment dieser Art durch und wechselte für einen bestimmten Zeitraum von meinem Windows Phone auf ein iPhone. Es macht natürlich Sinn dieses Experiment auch mit dem dritten grossen mobilen OS durchzuführen. Für zwei Wochen wechsle ich auf das HTC One (M7) und versuche, in der Androidwelt klarzukommen.

Von Windows Phone zu Android Dieses Experiment ist für all diejenigen interessant, die vielleicht vorhaben zu wechseln oder einfach nur wissen wollen, wo in der alltäglichen Nutzung grosse Unterschiede zwischen den mobilen Betriebssystemen von Microsoft und Google liegen. Für zwei Wochen werde ich mein Lumia 920 mit Windows Phone 8.1 durch ein HTC One M7 mit der aktuellsten OS Version ersetzen. Es wird drei Artikel geben, in denen ich den Umstieg schildere und ähnlich wie in einem Tagebuch von meinen Erlebnissen berichte. Ich hoffe, ihr habt genauso viel Spass wie beim letzten Mal und ohne weiter ausschweifend einleiten zu wollen, geht es direkt los mit der Einrichtung meines neuen Smartphones. Naja, zumindest für die kommenden 14 Tage.

 

A. Einrichtung und erste Schritte

B. Zwischenfazit

C. Endfazit

 

A. Einrichtung und erste Schritte

 

I. Mein Testgerät und die ersten Eindrücke

Natürlich ist das HTC One M7 „nur“ das Vorjahresmodell, aber es handelt sich immer noch um eines der schönsten Smartphones auf dem Markt. Um mal einen ganz persönlichen Einblick zu gewähren, für mich ist es das edelste Device, was ich bisher in den Händen gehalten habe. Das Aluminium Gehäuse, die wunderbar sich in die Hand schmiegende Form und das brillante Display lassen das Smartphone-Herz höher schlagen. Das Testgerät gefällt mir somit richtig gut, was für das Experiment selbstverständlich wichtig ist.

 

Startet man das HTC One ganz frisch, durchläuft man die übliche Einrichtung des Handys, wie die Aktivierung des WLAN und das Laden eines Cloud Backups. HTC bietet für die Sicherung der Einstellungen einen eigenen Dienst namens HTC Backup an, den ich aber nicht genutzt habe. Für Viele dürfte es aber ein essenzieller Vorteil sein, dass der Gerätehersteller selber eine solche Funktion zur Verfügung stellt. Googles Backup Service nennt sich Google Drive. Nach einigen Schritten gelangt man endlich auf den Homescreen und das Abenteuer kann beginnen.

 

II. Google Konto und grundlegende Einstellungen

Eines vorweg: Ohne Google Konto funktioniert nichts. Ich will jetzt hier keine Debatte zum Thema Datenschutz beginnen und auch meine sehr kritische Haltung gegenüber Google nicht weiter ausführen. Wer sich aber ein Android Device kauft, darf beim Namen „Google“ nicht zusammenzucken, sondern muss sich aktiv damit auseinander setzen. Ist das wirklich so schlimm? Jein.

 

Natürlich muss man ein Google Konto einrichten, um in den Play Store zu gelangen und Apps herunterladen zu können. Auch in der YouTube App ist es vorteilhaft, mit aktivem Google Konto unterwegs zu sein, da man nur so Channels abonnieren und den Videodienst in vollen Zügen geniessen kann. Darüber hinaus ist da noch das Thema „Navigation“ von Interesse. Wir bei Windows Phone sind von den Here Dienste Nokias regelrecht verwöhnt. Gerade Here Maps und Here Drive sind ausgezeichnete Applikationen. Bei Android läuft die Navigation grundsätzlich über Google Maps. Im zweiten Artikel werde ich dies etwas näher beleuchten und testen, wie gut dies im Unterschied zu Windows Phone funktioniert.

Ihr seht also, das Google Konto ist unausweichlich. Aber neben dem soeben dargestellten muss man Google nicht weiter nutzen. Google+, Drive und Co. sind optional und werden nirgends aufgezwungen. Man kann diesen Google Diensten ohne Weiteres aus dem Weg gehen. So verwende ich beispielsweise den Firefox Browser und habe dort als Standardsuchanbieter Bing ausgewählt.

 

Nun zu den grundlegenden Einstellungen. Windows Phone ist hier alles andere als klar strukturiert und bombardiert uns nicht erst seit WP 8.1 mit einer ellenlangen und unsortierten Einstellungsliste. Beim HTC One und Android geht es etwas geordneter zu. Hier gibt es Kategorien, die die jeweiligen Einstellungsoptionen auflisten. Hinter einem Einstellungspunkt verbergen sich dann die entsprechenden Optionen, die typisch für Android sehr umfangreich ausfallen. Beim One gefällt mir grundsätzlich, dass HTC hier nichts mit eigenen Features überlädt und vollpackt, sodass auch ich als Android Neuling zwar viel lesen muss, aber nicht überfordert bin. Dinge wie VPN, eine Datennutzungsübersicht und eine Medienausgabe App sind im System direkt integriert. Das Personalisieren des Smartphones verläuft typisch für das Google OS. Ich habe mehrere Startseiten zur Verfügung, die ich entweder mit App Icons oder Widgets individualisieren kann. Die Widgets sind „okay“, können mich aber nicht so begeistern. Der BlinkFeed von HTC, eine LiveTile-artige Nachrichtenansicht, die sich stark individualisieren lässt, ist da noch das Aushängeschild.

HTC bietet ansonsten so gut wie keine eigenen Programme oder Features an und setzt keinerlei Fokus auf einen bestimmten Kernbereich, wie beispielsweise Nokia auf die Kamerafunktion oder Samsung auf Fitness Apps. Klar ist es wie oben bereits erwähnt schön, kein mit Funktionen überladenes Smartphone zu haben, andererseits bin ich dadurch sehr auf das eigenständige Suchen im Play Store angewiesen. Die App Icons wirken etwas nostalgisch, aber das erstklassige Display des HTC One lassen mich darüber hinwegsehen. Die LiveTiles vermisse ich jetzt bereits, aber vielleicht ändert sich das nach einer Umgewöhnungsphase.

III. Einbindung des Microsoft Kontos, wichtige Apps und erste Schritte

Das Microsoft Konto kann bereits bei der Einrichtung des Smartphones eingebunden werden. Hierzu wählt man das „Outlook“ Konto in der Übersicht und meldet sich mit seinen Daten an. Alle Kontakte und Kalendereinträge werden direkt synchronisiert und das blitzschnell. Auch das Erstellen eines neuen Kalendereintrages oder eines neuen Kontaktes kann ohne Probleme mit dem Microsoft Konto synchronisiert werden. Klasse.
Wichtig für ein Smartphone ist die Email App. Meiner Ansicht nach muss ein Smartphone das von Haus aus liefern und mich als Anwender nicht erst nach dem Austesten einiger Email Apps aus dem Store befriedigen. Bei iOS konnte mich das Email Programm gar nicht überzeugen und bei Windows Phone fehlt mir immer noch das aus der Email App ermöglichte Anhängen von mehreren Dateien. Die HTC One Email App kann das ohne Probleme und auch die Einrichtung und die Verwaltung unterschiedlicher Email Konten verläuft angenehm benutzerfreundlich.
Bei der Installation der Apps kommt ein angenehmes Feature zum Einsatz. Der Google Account merkt sich die installierten Apps und sie werden unter „Meine Apps“ angezeigt, sodass man schnell wieder an seine favorisierten Mini-Programme gelangt. Den Appstore werde ich im Zwischenfazit noch etwas näher beleuchten, gerade im Vergleich zum überarbeiteten Windows Phone Store im 8.1 Update.

Die ersten Schritte sind alles andere als schwer. Per Double-Tap auf die Hometaste komme ich zum Taskmanager und kann dort per Wischgeste nach oben die offenen Programme schliessen. Neun Programme werden hier maximal angezeigt und dabei ist die Wischgeste manchmal etwas fummelig durchzuführen. Hier hätte ich mir zum Schliessen noch das berühmte X rechts oben in der Ecke eines jeden Fensters gewünscht. HTC baut dieses X aber am oberen Bildschirmrand ein, was nach einem Tap alle Programme auf einmal schliesst.

Ungewohnt ist auch die „Zurücktaste“, die leider nicht immer zurück zum letzten Bildschirm führt, sondern eher innerhalb einer App zur Navigation dient. Auch hier ist es aber einfach das von Windows Phone gewohnte Nutzererlebnis, was eben nicht 1 zu 1 auf Android übertragbar ist. Einiges erkennt man aber wieder. So weisen drei Punkte immer auf ein Einstellungsmenü hin und auch das lange Gedrückthalten auf den Bildschirm ruft zumeist eine Funktion hervor. Insgesamt sehe ich Android und Windows Phone hier näher beieinander, was die Benutzung und die Gesten anbelangt, als iOS und WP.

IV. Es läuft

Natürlich ist die erste Einrichtung immer zeitintensiv, gerade wenn man das Betriebssystem wechselt. Aber das HTC One und Android machen hier einen guten Job, kann ich doch alles Einbinden, was ich möchte. In meinem Fall sind das eben die Microsoft-Dienste sowie das -Konto.

Nun bin ich auf den Alltag gespannt. Wie schlägt sich der Akku, kommen die Push Nachrichten zuverlässig und was gefällt beziehungsweise gefällt mir im Einzelnen nicht? All das lest ihr im Zwischenfazit am kommenden Dienstag.

Bis dahin könnt ihr hier in den Kommentaren Fragen stellen, wie was funktioniert, was ich vielleicht aus Sicht eines Windows Phone Users prüfen soll oder aber auch Tipps geben, was bei Android besonderes Augenmerk verlangt.

 

Zudem bieten wir euch in den kommenden Tagen ein umfangreiches Special. Mein Kollege Marc wechselt nämlich seinerseits von Android zu Windows Phone 8.1. Ihr dürft gespannt sein, wie er den Wechsel erlebt und was er berichten kann.

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6 Antworten zu “Das Experiment: WP User probiert Android – Die Einrichtung”

  1. Stratovarius30 sagt:

    Ich will ja nicht quengeln aber seit wann hat das alte One ab Werk Sense 6? 😉

  2. Marc Hoffmann sagt:

    Wir hatten leider nur das Gerät zur Verfügung, wollten aber auch nicht, dass die Leute dann wieder ankommen mit „Mimimi benutzt doch was aktuelles an software da ist das und das viel besser mimimi“ also ist es am Ende ein M7 mit 99% Originalem und unverändertem M8 Rom geworden 😉

    Das tut ja dem Experiment keinen Abbruch da sämtliche Modifikationen oder root nicht angerührt werden.

  3. Kenan Sidali sagt:

    HTC Sende ist ja nur ein Launcher. Es geht bei diesem Experiment eigentlich um Android 😉

    Das ROM ist eine „untouched“ (unberührte) Version, also keine Änderungen am System vorgenommen worden.

  4. metter sagt:

    Cool, immer interessant, so einen Umstiegsbericht zu lesen. Nur eines möchte ich anmerken; Deine Google kritische Haltung in allen Ehren, aber wenn du schon ein Android Gerät testest, dann sollte das auch mit allen Features geschehen. Speziell die Google Dienste sind etwas, bei dem Android sehr sehr stark ist. Soll heissen als Browser Chrome benutzen (Tabs von all deinen Geraeten öffnen, preferences sync, search history sync, auto login, etc.), Google Suche statt Bing, Google Now aktivieren (Beispiel: Suche auf deinem PC nach einer TV show, dann zeigt dir Google Now paar Minuten später Infos dazu an. Oder Termin: Es berechnet die Route und erinnert dich, dass es zeit wäre, los zu fahren, etc.), Google Plus mit Auto Photo Upload aktivieren (Kleines Beispiel hier: Du kannst deine eigenen Fotos durchsuchen, da sie via image recognition kategorisiert werden. Beispiel suche nach „food“ liefert dir alle Fotos, die du beim Essen geschossen hast). Ich kann Datenschutzbedenken durchaus verstehen, aber wenn du ein Google Gerät testest, dann solltest du es doch auch mit allen Stärken und Schwächen erleben und nicht von vornherein alles customizen, um den Google Einfluss gering zu haben.

  5. Alexander Spindler sagt:

    Du hast recht, ich habe mir den Chrome Browser heruntergeladen. Der ist merklich schneller als der Firefox. Genial ist dass ich auch hier Bing als Standardsuche einstellen kann.

    Was nutzt ihr so für Musicstreamingdienste? Gibt es da kostenlose Apps?

  6. metter sagt:

    Es sind eben so viele kleine Dinge, die wirklich toll umgesetzt sind (Abgesehen vom Datenschutz). Wenn du am PC beispielsweise kurz auf Google maps eine Adresse suchst, dann erscheint die kurz darauf in Google Now auf dem Smartphone und du kannst mit einem klick da hin navigieren.

    Fuer Musik gibts Google Music. Aber wenn du nicht deine eigene Musik streamen willst, dann kostet das. Ist aber glaubs einen Monat lang gratis?

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