Do. 21. Juli 2016 um 14:47

Nachgedacht: Warum ich bei Ingress bleibe

von Barbara Walter-Jeanrenaud19 Kommentare

Pokémon Go, Pokémon Go, Pokémon Go. So, der SEO genüge getan, aber dazu später.

 

Ich wohne direkt zwischen einem grossen Verkehrsknotenpunkt für Busse und Trams und der Hochschule in einer Grossstadt. Seit gut einer Woche ist die Welt hier nicht mehr dieselbe: Man muss um daddelnde Pokémon sammelnde Smombies Slalom laufen, viel schlimmer noch als zuvor. Dank der technischen Hochschule nebenan ist meine Nachbarschaft ein hoch frequentiertes Ingress-Gebiet, ein paar Geeks treiben sich also schon seit Jahren hier herum (darunter auch ich selbst 😉  ). Die Welt ist im Pokémon Go-Fieber und auch ich habe es natürlich sofort ausprobiert – mehr aber auch nicht.

 

Warum aber geht Pokémon Go an mir vorbei? Ich mag doch sonst alles, was neu ist, bunt und geekig. Hängt es vielleicht damit zusammen, dass mich die kleinen Monster noch nie so wirklich geflasht haben? Beim ersten grossen Pokémon-Trend war ich zwölf oder 13 Jahre alt, vielleicht war ich also schon zu alt dafür. Ich kann mich jedenfalls nicht entsinnen, dass Pokémon in meiner Klasse irgendeine Rolle gespielt hätten. Dennoch sehe ich nun in den Sozialen Netzwerken, dass viele ehemalige Klassenkamerad_innen aus dieser Zeit jetzt total auf Pokémon Go abfahren – an der frühen Prägung liegt es also nicht. Nein, das ist es nicht. Für ein nettes, neues Spiel bin ich immer zu haben und auf Ingress habe ich seit Jahren Lust.

 

Das Spielprinzip – also ausgedehnte Spaziergänge und dabei in der Stadt Gedöns einsammeln – finde ich super. Frische Luft und Bewegung sind klasse, Spiele im Vorbeigehen sowieso. Ingress ist eine kleine heimliche Leidenschaft von mir, von der aus meinem Umfeld kaum jemand weiss und von der auch nicht gezwungenermassen alle etwas erfahren. Ich fand es bisher immer cool, dass es sich hierbei um eine eingeschworene Geek-Gemeinschaft handelt, mit dem Spiel an sich können nur sehr wenige etwas anfangen (und dadurch erkannte man sich im Getümmel bisher immer sofort). Die Grafiken und die Karte wirken erwachsen, Matrix-ähnlich. Ich dachte mir schon so manches Mal, wenn ich im Bus oder Tram vor mich hin glyphte, dass sicher irgendwann einmal jemand die Polizei rufen würde, da die Karte in diesen unruhigen Zeiten ja doch irgendwie verdächtig aussieht. Tat aber bisher niemand.

Grafik: Technisch vs. verspielt

Die Grafik der Spiele macht für mich einen gewaltigen Unterschied. Ingress wirkt erwachsen, technisch, geekig. Pokémon Go sieht verspielt aus, erinnert an die Kindheit, ist gefällig und irgendwie quietschig. Metaphorisch auf die Spitze kommt einem Ingress vor wie die Welt nach der roten Pille, Pokémon Go nach der blauen Pille, zumindest von der Grafik her. Die Pokémons selbst sind hübsch dargestellt, sie sehen so aus, wie man sie aus den 90er Jahren kennt. Pikachu, Glurak und wie sie alle heissen, gibt es im Spiel und einige Gamer_innen reagieren auf diese Nostalgie total verzückt. Bei aller Begeisterung mehren sich aber die Beschwerden, dass das Spiel sehr oft abstürzt oder hakt. Auch in meinem Test konnte ich kaum einmal eine 15 Minuten ohne einen Neustart des Spiels auskommen, was einen dann im Endeffekt wertvolle Punkte und viel Zeit kostet.

 

 

Das Smartphone ersetzt das Denken nicht

Eines der Probleme, die ich mit dem Game habe, ist der anscheinend komplette Verlust jeglichen Menschenverstands bei manchen (natürlich nicht allen! Spieler_innen). Ich möchte hier nicht wirklich auf das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer eingehen, die mir Zombie-mässig vor’s Auto latschen, den Blick starr auf das Smartphone gerichtet, doch irgendwie muss ich das. Drei Mal musste das Tram heute auf 200 Metern eine Notbremsung einlegen, drei Mal wegen spielender Menschen, die einfach ohne zu Schauen über die Schienen gingen. Das passiert sonst schon auch, allerdings nicht in dieser Häufigkeit und seltener wegen des Smartphones. Dass dies nicht ok ist, sollte doch jedem Menschen, der alt genug ist, ein Smartphone zu benutzen, klar sein. Auch der gesunde Menschenverstand sollte aktiviert bleiben, es ist nicht besonders oft eine gute Idee, nachts um 1 Uhr durch fremder Leute Vorgärten zu robben – es gibt da Nachbar_innen, die aus irgendeinem Grund sehr empfindlich darauf reagieren. Die bosnische Regierung warnt derzeit sogar davor, dass Pokémon in markierten (!!) Minenfeldern (!!) doch bitte nicht eingefangen werden sollten. Das Gedankenkarussell kreist.. Wenn die davor warnen, muss es ja jemand versu.. ach, lassen wir das.

Das riesige Geschäft hinter dem Geschäft

Pokémon Go ist ein riesiger Hype und der wird beheizt ohne Ende. Es gibt kaum eine Tageszeitung, Frauenzeitschrift oder Jugendmagazin, das das Spiel noch nicht auf der Titelseite hatte. Jeden Tag gibt es Aufhänger im Fernsehen, alles voran die Boulevard-Magazine auf den privaten Sendern. „So werden sie Super-Trainer beim Mega-Trend Pokémon Go“, „Sind unsere Daten sicher bei Pokémon Go?“, „Schule verbietet Pokémon Go – sind unsere Kinder noch sicher?“ sind nur drei der in den letzten Tagen gefundenen Schlagzeilen. Der absolute Knaller war für mich diese Woche folgender Werbeflyer:

 

Alle versuchen derzeit aus dem Hype Profit zu schlagen, mitunter wird es auch peinlich. Es sind ja nicht nur Technik-Magazine oder die Tagespresse, die über das Game informieren – ich warte nur auf eine Sendung von Markus Lanz, in der er einem jugendlichen Pokémon Go-Spieler, einer Suchtexpertin und zwei ehemaligen Fussballprofis seine suggestiven Fragen stellen kann: „Die Bewegung an der frischen Luft und das Jagen nach Erfolg bei diesem.. ääh, Pokémon Go.. , das hat doch schon etwas von einem sportlichen Erfolgserlebnis und ist mit dem Tore schiessen vergleichbar, meinen Sie nicht?“.

Fazit: Nichts für mich

Ich habe versucht, Pokémon Go so zu spielen, wie ich auch Ingress spiele. Im Vorbeigehen, auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder im Park. Ab und zu mal eine intensivere Stunde oder ein spassiger Abend mit der Kollegin, dann wieder ein paar Tage lang nichts. Fazit? Bei Ingress geht das problemlos, bei Pokémon Go braucht man bei dieser Spielart wohl Jahre, um sich irgendwie hochzuleveln und bestehen zu können. Es frisst unglaublich viel Zeit, auch dadurch, dass es ständig abstürzt.

 

In den letzten paar Tagen gab es in meiner Ingress-Fraktion einen unglaublichen Zulauf an neuen Spieler_innen, Pokémon Go bringt also auch neue Leute zu „uns“, dies mag an der Überlastung der Server oder aber am Interesse für Games dieser Art liegen.

 

Ich für meinen Teil habe Pokémon Go nach drei Tagen auf dem Stand von Level 5 deinstalliert. Das Konzept ist mir zu verspielt, zu Mainstream. Der Hype nervt mich, dabei kann ich den Kultfaktor absolut nachvollziehen, für mich persönlich hat er aber keinen Reiz. Was für mich nach Abzug des Kultstatus bleibt, ist ein nett gemachtes Spiel mit viel zu verspielter Grafik und zu häufigen Haklern und Abstürzen.

 

Dieser Kommentar ist die persönliche Meinung einer Autorin von PocketPC.ch und muss nicht mit der Redaktion übereinstimmen.

 

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19 Antworten zu “Nachgedacht: Warum ich bei Ingress bleibe”

  1. Gigiga sagt:

    Auch wenn Pokémon bisher weniger ausgereift ist, macht es mir mehr Spaß als Ingress. Zumal der Community Aspekt viel besser ist.

  2. moele sagt:

    Ich hätte gerne einen Powerbank 🙂 Bin wie früher schon der Pokémon sucht verfallen. Level hochgrinden ist einfach genau mein Ding.

  3. GoSnA sagt:

    Ich hätte auch gern eine Powerbank 🙂

  4. Toubsn sagt:

    Wünsche allen Viel Glück

  5. Hampi sagt:

    Kenne Ingress zwar nicht, aber eine Powerbank würde mich reizen 🙂

  6. HandySchlumpf sagt:

    Haben muß!

  7. Netbios sagt:

    Wie gemacht for me – und ist auch dazu auch noch vom ästhetischen her ziemlich schick!

  8. Floppydisc sagt:

    Werde versuchen, ob ich damit meinen Akku auch aufladen kann.

  9. happyone sagt:

    Habe auch beides gespielt. Ingress löst bei mir leider keinen Suchtfaktor aus 😉

  10. sg.duck sagt:

    Viel Glück allen

  11. Dig sagt:

    Ingress? Leider nicht für WindowsPhone…
    Aber die Powerbank hätte ich gerne…

  12. iFrog sagt:

    Ingress müsste ich mir schon fast einmal geben, nachdem ich Pokemon Go so liebe.

  13. Aspergillus sagt:

    @Gigiga der Communiyaspekt bei PoGo besser als bei Ingress? lol.
    Das ist genau was Pokemon fehlt. Die notwendigkeit der Zusammenarbeit, die Notwendigkeit mit den nachbarstädten und Regionen zu koordinieren. Sowie ingame Interaktionen mit anderen Spielern. Die ingress Community ist weltweit hochgradig vernetzt wie kaum eine andere Community. Die massenaufläufe und in den Stäfdten zum gemeinsamen Locken asl community zu bezeichnen ist im Vergleich zu dem was in Ingress Communitymässig abgeht ein Witz.

  14. haasr sagt:

    Hallo Agent barbaux,

    du bist Level 5 Frosch? Wie lange spielst du schon? Vier Stunden, bzw. Gesamtspielzeit von vier Stunden verteilt auf wie viele Tage, vllt. 14?
    Und PG auf L% zu kommen hast du länger gebraucht, also 8 Stunden netto Spielzeit? Und das war einfach zu viel, viel zu viel?

    Oh ADA… so einen Artikel zu verfassen, nachdem du ganz ganz kurz mal Ingress und ganz kurz mal PG ausprobiert hast, das ist ja fast lächerlich. Was weiß ein Agent auf L5 schon über Ingress: eigentlich gar nichts!

    Ich habe auch nachgedacht, und mein Fazit ist: Ingress ist auch nichts für dich, du bist sowieso auf der falschen Seite 😉

    Und apropos Powerbank, bitte her damit 🙂

    LG,
    Agent haasr

  15. redrat sagt:

    Verstehe nich ganz Ingress dauert doch auch ewig um zu leveln nicht nur Pokémon Go

  16. Koile sagt:

    Auch ohne Ingress wäre die Powerbank eine nette Geste! 😀

  17. phoenix0_4 sagt:

    ich will auch ne Powerbank. 😉

  18. zettie94 sagt:

    Ich hätte auch gerne eine Powerbank. Nicht für Pokemon Go, da es das für WP nicht gibt, aber der Akku meines Handys ist auch so ziemlich schnell leer…

  19. Handballguru sagt:

    Isch abe gar keine Ingress Äpp. Isch abe Windows Phone.
    Trotzdem würde die Powerbank gut passen! :o)

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