Schon im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen Flaggschiffs sorgte Sony Ericsson immer wieder für Schlagzeilen. Zuletzt mit der Ankündigung, den Bootloader der 2011er Geräte unter bestimmten Bedingungen freischaltbar zu machen.(Die Anleitung zum Unlock des Bootloaders ist übrigens bereits Online.)
Dies gilt natürlich auch für das neue Flaggschiff Xperia Arc, was wir hier nun ausführlicher testen werden.
Das Arc besticht durch seine aussergewöhnlich dünne Bauform und einer ergonomisch leicht nach innen gewölbten Rückseite, die dem Arc seinen Namen gibt.

Der Standard- Lieferumfang umfasst das Gerät, ein USB Kabel, ein 850 mA Ladegerät, ein Stereoheadset In-Ear mit 3 Grössen der Pads sowie eine Schnellstartanleitung und SAR-Infobroschüre
Es haben jedoch schon viele Leute hier im Forum bestätigt, dass bei ihnen teils noch ein HDMI Kabel, eine Tasche oder zusätzliche Displayschutzfolien beigelegt waren.
Dies ist jedoch nicht Standard und muss daher nicht zwingend dem Arc beiliegen.
Hardware
Das Design hat das Arc deutlich vom Xperia X10 geerbt, wenngleich es auch sichtlich weiterentwickelt wurde.
So ist der USB Port nun nicht mehr von einer oftmals als störend empfundenen Schutzkappe verborgen. Die Status-LED ist auf die rechte Seite gewandert, die bekannten drei Tasten wurden etwas vergrössert und leicht bogenförmig angeordnet. Warum man die Belegung der drei Tasten verändert hat, bleibt wohl Sony Ericssons Geheimnis.
Verarbeitung
Sony Ericsson spendiert - anders als es zunächst aussieht - dem Arc leider nur eine Kunststoff-Verschalung. Es hätte hier sicherlich Sinn gemacht, ein paar höherwertige Materialien zu verwenden.
Dort, wo die einzelnen Kunststoffteile aufeinander treffen, sind die Kanten nicht immer 100% sauber verarbeitet, was allerdings nur bei sehr genauer Betrachtung auffällt. (z.B. wenn man mit dem Fingernagel über die Kante fährt)
Die Spaltmasse der Bauteile sind ansonsten passgenau, das Display sitzt fest eingelassen unter einer Glasscheibe, auf der noch eine Displayschutzfolie ab Werk klebt.
Besonders die Displayschutzfolie kann überzeugen, war diese doch schon auf dem Vorgänger X10 vorhanden und lässt kaum Raum für Kritik - auch nicht nach einem Jahr Benutzung.
Das Sony Ericsson Xperia Arc ist erhältlich in den Farben "Misty Silver" und "Midnight Blue" und erhält in beiden Fällen einen glatten Akkudeckel, statt (wie es beim schwarzen X10 der Fall war) mit gummierter Oberfläche.
Die Hardware im Überblick:
| Prozessor | 1 GHz QSM8255 | GPU | Adreno 205 |
| Ram | 512 MB | Rom | 320 MB |
| Kamera | 8.1 MP Exmor-R | FrontCam | Keine! |
| Display | 4.2 Zoll LCD 854x480 | Multitouch | bis vier Finger |
| GSM / UMTS | Quadband / Dualband | WLan | 802.11 b/g |
| Anschlüsse | USB | HDMI | 3.5 mm Klinke |
| Batterie | 1500 mAh | Gewicht | 117 g |
| Maße | H:125 mm | B:63 mm | T:8.7 mm |
| Besonderheiten | Zwei Mikrofone | "Reality Display" | Schutzfolie |
Er besitzt ebenfalls 1500 mAh, weist jedoch 5.6 Wh statt 5.4 Wh vom X10 auf.
Die durchschnittliche Akkulaufzeit kann auf etwa ein bis zwei Tage beziffert werden, je nach Nutzung variiert dieser Wert natürlich.
Im Test hielt das Arc relativ exakt einen Tag von 08:00-23:00 Uhr bei guter Benutzung -
Dies beinhaltete:
- alle paar Minuten E-Mails gelesen
- rund 30 Minuten telefoniert
- alle paar Minuten Tapatalk benutzt
- etwa 20 Minuten im Internet gesurft
Der externe Lautsprecher hat einen sehr guten Klang und ist erstaunlich laut. Auf höchster Lautstärke neigt er dann allerdings doch, wie alle kleinen Lautsprecher, etwas dazu, Bauteile vibrieren zu lassen, was einen sehr unschönen Klang erzeugt. Da er aber am Tisch laut genug ist, kann er guten Gewissens auch herunter geregelt werden und trumpft dann mit einem klaren Klang auf. Bedingt durch die kleine Baugrösse sollte man allerdings kein Basswunder erwarten.
Anders als es z.B. HTC oder Samsung der Fall ist, verbaut Sony Ericsson kein AMOLED oder Super-LCD Display, sondern ein "Reality Display". Hinter diesem tollen Namen versteckt sich ein TFT LCD Display mit vom X10 bekannter Auflösung von 854x480 Pixel.
Was genau diesem Display den Beinamen gibt, liess sich leider nicht näher recherchieren, werbewirksam ist er aber allemal. Dafür spendiert man dem Gerät bei Foto und Videowiedergabe eine Bildverbesserungsroutine, die - wie auch der Exmor-R Kamera Sensor (dazu später mehr) - bereits von diversen Sony Produkten bekannt sein dürfte:
Sonys Bravia Engine soll für mehr Kontrast und bessere Schwarzwerte sorgen und so mit den satteren Farben von AMOLED Displays konkurrieren können, ohne deren Manko der übersteuerten Farben.
Bravia Engine - Vergleich Ein/Aus Option
Wem das 4.2 Zoll Display nicht gross genug ist, dem steht ein Mikro-HDMI Port (HDMI-d) zur Verfügung, mit dem sich das Arc an jeden Bildschirm oder Fernseher mit HDMI Anschluss anstecken lässt.Das Bild wird dabei live auf das Display gesendet, während das Xperia Arc weiter über den Touchscreen bedienbar bleibt (natürlich auch dort mit Bild).
Weiter bietet das Arc die HDMI Control Funktion, mit der sich ein paar Funktionen über die Fernbedienung des angeschlossenen TVs steuern lassen (Hierfür wird ein HiSpeed HDMI Kabel benötigt).
Warum auch immer, konnten wir unsere Konstellation der Geräte jedoch nicht dazu bringen, die Anweisungen der Fernbedienung umzusetzen. Den Info-Screen, der bei verbundenem HDMI Kabel einsehbar ist, bekamen wir dennoch zu sehen.

Auf der Rückseite des Gerätes befindet sich ein zweites Mikrofon, welches beim Telefonieren Umgebungsgeräusche aufnehmen und per Software aus dem eigentlichen Audiostream heraus filtern soll.
Dadurch soll man den Benutzer des Gerätes in lauten Umgebungen besser verstehen.
Die Rauschunterdrückung ist in den Anrufeinstellungen deaktivierbar.
Die Hardware im Überblick nochmal in einem Video zusammengefasst:
Mehr Bilder vom Arc findet ihr am Ende der Review und im Album
Kamera
Das Xperia Arc hat einen Exmor-R (for Mobile) CMOS Sensor mit 8.1 MP verbaut.
Dessen Besonderheit liegt in seiner Bauweise. Statt die lichtsensitive Schicht als unterste Schicht zu verbauen ("Frontilluminated Design"), haben die Sony Ingenieure sie über die Leiterschicht gelegt (sogenanntes "Backilluminated Design").
Dadurch erreicht der Sensor eine wesentlich höhere Lichtempfindlichkeit, was sich nicht zuletzt in verbesserten Rauschwerten und somit in einer besseren Bildqualität äussert.
Diese Demo zeigt die Funktionsweise (Exmor-R = Backilluminated):
Quelle
Bilder mit dem Arc gemacht Software
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Software. Wer den holprigen Start des Xperia X10 miterlebte, der wird sich schmerzlich daran erinnern, dass auch die beste Hardware nicht viel taugt, wenn die Software noch nicht ausgereift ist.
Sony Ericsson hat jedoch gelernt. Kam das X10 noch mit veralteter Android Version auf den Markt, ist das Arc nun das erste Android 2.3 Gerät eines Google Partners, das den Weg in die Läden schafft.
Aber auch Kinderkrankheiten wie man sie vom X10 her kannte - wie z.B. Akkuprobleme oder ruckelige Oberflächen - gehören der Vergangenheit an. Wer also von dieser Seite Bedenken hatte, kann sich beruhigt den weiteren Tests widmen. Auf dieser Seite der Medaille hat Sony Ericsson nun endlich alles im Griff!
Laut eigener Aussage von Sony Ericsson wurde auf zu tiefe Eingriffe ins System verzichtet, was den Update Prozess deutlich beschleunigen sollte.
Doch sollte man nicht ausser Acht lassen, dass die "UXP" getaufte Oberfläche nicht der einzige Softwareaufsatz eines Google Partners ist. HTCs Sense, Samsungs TouchWiz und Motorolas MotoBlur seien an dieser Stelle genannt, um die Wichtigsten aufzuzählen und ob UXP mit den Konkurrenten mithalten kann, muss jeder für sich entscheiden.
Wir stellen es daher etwas genauer vor:
"UXP" besteht im Wesentlichen aus folgenden Elementen:
- Timescape
- UXP Home-Launcher
- SE Widgets
- ein überarbeitetes Telefonbuch-App
- Telefon-Screen und Lock-Screen
- TrackID
Das Mediensammelsurium Mediascape hingegen schafft es nicht mehr in die Neuauflage von UXP, seine Aufgabe übernehmen nun wieder mehrere Apps und Widgets. Die grösste Überraschung ist wohl, dass Androids Standard 3D "Gallery App" für Fotos und Videos zuständig ist. Das ist im Grunde nicht verwunderlich, hatte Mediascape doch mehr als andere Apps mit Performance Problemen zu kämpfen und zu grosse Systemeingriffe gefordert, was den Update-Prozess aufwändig und langwierig machte. Sony Ericsson hat hier deutlich dazu gelernt und nach eigenen Angaben nicht nur hier von grösseren Anpassungen des Android Source Codes abgesehen.
Timescape präsentiert sich hingegen, wie gewohnt, mit kleineren Tweaks und Tunes - so es ist nun deutlich schneller und flüssiger. Kleinere Ruckler beim Kaltstart lassen sich noch vernehmen, diese sind jedoch wohl der Datenflut geschuldet, die Timescape aufruft und in den RAM lädt. Anders als beim X10 können Plug-ins nun direkt aus dem Market geladen werden und sind nicht mehr fix vorinstalliert. Wer also verwirrt nach einem VZ-Plug-in sucht, sollte dies nun im Market tun.
Hierfür gibt es nach einem Market Update (was sich von selbst installieren sollte, nach dem ersten Update einer App) einen eigenen Sony Ericsson Bereich. Dieser Market Channel beinhaltet neben Erweiterungen für Sony Ericsson Geräte auch Apps, die von Sony Ericsson empfohlen werden.
(Hinweis: für alle, die sich nun fragen was mit der Kategorie "Meine Apps" passiert ist, denen kann Entwarnung gegeben werden - sie ist bei Betätigung der Menütaste aus dem Menü wählbar.)
Der Launcher ist Sony Ericssons neues Herzstück und hat wohl die meisten Neuerungen zu bieten.
Er ist ein Mix aus X10, X10 Mini und iPhone Launcher - Unten seht ihr eine Bar mit 4 Shortcuts, welche entweder auf eine App oder einen Ordner zeigen können. In der Mitte befindet sich das Icon für den App Drawer, der Mini Besitzern vom Design her sehr bekannt sein dürfte.
Man "scrollt" horizontal statt vertikal und hat nur 4x4 Icons auf dem Bildschirm. Diese lassen sich jedoch nach Filterkategorien sortieren oder aber - wie beim iPhone - beliebig anordnen.
"Wie beim iPhone" ist hier keine saloppe Wortwahl, denn sogar die Animation der "wabernden" Icons wurde hier eindeutig nachgebastelt.
Auf den 5 Homescreens des Launchers (die Anzahl ist leider fixiert) bietet sich genügend Platz für allerlei Widgets und Icons, auch hier sind ab Werk wieder Ordner erstellbar, um seine Applikationen besser organisieren zu können.
Sony Ericsson liefert allerlei Widgets mit, die den Schnellzugriff auf wichtige Funktionen vom Homescreen aus ermöglichen sollen.
Neben einem Widget für Timescape, dem Medien-Schnellstart Widget und weiteren Widgets, wie etwa TrackID, seien an dieser Stelle noch die gleich in dreifacher Ausgabe vorhandenen Uhr Widgets sowie die ebenfalls in drei Varianten verfügbaren "Ein/Aus" Widgets genannt
Beim ersten Start wird man von einem obligatorischen Einrichtungsassistent empfangen.
Anders als bei den meisten anderen Herstellern, fiel der von Sony Ericsson erstaunlich knapp aus, bietet jedoch die wichtigsten Funktionen.
Wir haben ihn in einem Video für euch durchgespielt.
Hinweis: Mehr Bilder der Software des Arc findet ihr am Ende der Review und im Album
Leistung
Die Leistung kann eigentlich durchgehend als hervorragend bezeichnet werden.
Nur in Ausnahmesituationen ist ein Stottern oder Ruckeln bemerkbar - Sony Ericsson hat sich hier wirklich Lob verdient!
Auch bei der Wahl des Digitizers sowie des Displays hat man gelernt und so bietet das Xperia Arc ein in der Sonne verhältnismässig gut lesbares Display, welches nicht zuletzt dank (4 Finger -) Multitouch deutlich akkurater und besser reagiert, als jenes des Vorgängers.
Ansonsten bietet die verbaute Qualcomm QSM8255 CPU natürlich keine all zu grossen Überraschungen mehr und damit reiht sich das Arc bei den Grafik- und Rechenbenchmarks auf ungefähr demselbem Niveau wie, die ebenfalls mit diesem SoC bestückten Geräte, z.B. dem HTC Incredible S, ein:
| Benchmark | Wert |
| Quadrand | 1st: 1318, 2nd: 1555 |
| Nenamark | 44.8 FPS |
| Linpack | 37.509 MFLOPS |
| Smartbench Productivity | 1002 |
| Smartbench Gaming | 1383 |
Fazit
Alles in allem fühlt sich das Sony Ericsson Xperia Arc von Anfang an sehr gut an, wenngleich sich ein etwas seltsamer Beigeschmack durch das viele Plastik, zumindest im ersten Moment, einschleicht.
An der Verarbeitung gibt es eigentlich sonst wenig auszusetzen, der Übergang der oberen Verschalung zum mittleren Chromstreifen hätte allerdings ein wenig mehr Zuneigung vertragen.
Die Software ist sehr schnell, Ruckler kommen nur in den äusserst seltenen Situationen vor.
Der neue Launcher bietet viel Eyecandy, ist aber dennoch dank OpenGL-Beschleunigung ruckelfrei und reagierfreudig.
Als Dreingabe hat Sony Ericsson den Bootloader freischaltbar gemacht (bei Simlock-freien Geräten), was auch viele BastlerInnen und Rom-Köche/innen interessieren dürfte.
| Verarbeitung | |
| Ausstattung | ![]() |
| Leistung | ![]() |
| Nutzen | ![]() |
| Gesamteindruck | ![]() |
Wer mehr über das Arc erfahren will, findet an dieser Stelle hier noch einmal alle Bilder und Videos zum Arc sowie eine kleine Linksammlung:
Alle Bilder und Videos des Arc - unser Sony Ericsson Xperia Arc Forum
- Sony Ericsson Xperia Arc - offizielle Webpage
- Preisvergleich: DE / AT / CH
- Sony Ericsson YouTube Channel
















Bravia Engine - Vergleich Ein/Aus Option 



























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