• Review: Apple iPhone 5s im Test

    Das iPhone 5s ist ohne Zweifel Apples grösstes S-Upgrade in der Geschichte des aus Cupertino stammenden IT-Unternehmens. Ein für den Smartphone-Sektor völlig neuer Prozessor mit 64-Bit Architektur, Fingerprint-Scanner namens Touch ID und ein verbesserter Kamerasensor schnüren das Gesamtpaket des neuen Flaggschiffs. Viele der Testergebnisse sind jetzt schon beeindruckend, doch ob sich Apples technischer Umschwung wirklich gelohnt hat, lest ihr in unserem Testbericht.




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    Gleiches Gewand und neue Hardware

    Gab es bei der letzten Keynote (wir berichteten) viele Leute, die sich über das Aussehen beklagten, so waren dieses Jahr alle darauf gefasst, ein neues iPhone zu sehen und zu bekommen, an dem sich nicht viel geändert hat. Doch es kam anders: Es wurden einzig und allein wenige Details im Design verändert. So wurde aus dem schwarzen iPhone ein graues (spacegray) und das weisse Gerät gibt es jetzt in zwei Ausführungen: Silber und Gold, wobei vor allem die goldene Version als eher umstritten galt. Erste Meldungen über Verkaufszahlen zeigten jedoch gerade bei dieser Variante seltsamerweise den grössten Ansturm. Wie bei jedem S-Upgrade von Apple hat sich allerdings das Meiste im Innenleben des Smartphones getan: Neuer Prozessor, TouchID und eine neue Kamera zeugen eindrucksvoll von den Veränderungen. Im Folgenden ein tabellarischer Vergleich zwischen Apples iPhone 5er Reihe.

    iPhone 5 iPhone 5c iPhone 5s
    Display 4.0 Zoll IPS-LED Display (1136 x 640) mit 336 ppi 4.0 Zoll IPS-LED Display (1136 x 640) mit 336 ppi 4.0 Zoll IPS-LED Display (1136 x 640) mit 336 ppi
    Chipsatz Apple eigener A6-SoC
    CPU: 1.3 GHz DualCore-CPU (ARMv7)
    GPU: PowerVR SGX543MP3 TripleCore-GPU
    1024 MB RAM LPDDR2
    Apple eigener A6-SoC
    CPU: 1.3 GHz DualCore-CPU (ARMv7)
    GPU: PowerVR SGX543MP3 TripleCore-GPU
    1024 MB RAM LPDDR2
    Apple eigener A7-SoC
    CPU: 1.3 GHz DualCore-CPU (64-Bit, ARMv8)
    M7-Coprozessor für Bewegungserfassung
    GPU: PowerVR G6000-Serie
    1024 MB RAM LPDDR3
    Mobilfunk und Wireless Eigenschaften WLAN 802.11 a/b/g/n Dualband (2.4 und 5 GHz)
    Bluetooth 4.0
    UMTS/HSPA/HSPA+/DC-HSDPA - GSM/EDGE
    LTE (nur Telekom)
    GPS und GLONASS
    WLAN 802.11 a/b/g/n Dualband (2.4 und 5 GHz)
    Bluetooth 4.0
    UMTS/HSPA/HSPA+/DC-HSDPA - GSM/EDGE
    LTE (Deutsche Frequenzbänder 1,2,3,5,7,8,20)
    GPS und GLONASS
    WLAN 802.11 a/b/g/n Dualband (2.4 und 5 GHz)
    Bluetooth 4.0
    UMTS/HSPA/HSPA+/DC-HSDPA - GSM/EDGE
    LTE (Deutsche Frequenzbänder 1,2,3,5,7,8,20)
    GPS und GLONASS
    Speicher 1 GB RAM, 16/32/64 GB interner Speicher 1 GB RAM, 16/32 GB interner Speicher 1 GB RAM LPDDR3, 16/32/64 GB interner Speicher
    Akku 1'440 mAh Lithium-Ionen-Batterie 1'507 mAh Lithium-Ionen-Batterie 1'570 mAh Lithium-Ionen-Batterie
    Abmessung 123.8 x 58.6 x 7.6 mm 124.4 x 59.2 x 8.97 mm 123.8 x 58.6 x 7.6 mm
    Gewicht 112 Gramm 132 Gramm 112 Gramm
    Software iOS 7 iOS 7 iOS 7
    Kamera 8 MP Apple iSight Kamera-Technologie mit 1080p Videofunktion 1.2 MP Kamera an der Vorderseite für Video-Telefonie 8 MP Apple iSight Kamera-Technologie mit 1080p Videofunktion 1.2 MP Kamera an der Vorderseite für Video-Telefonie

    Frontkamera mit neuem Sensor
    8 MP Apple iSight Kamera-Technologie mit 1080p Videofunktion 1.2 MP Kamera an der Vorderseite für Video-Telefonie

    Front- und Rückkamera mit neuem Sensor
    Anschlüsse 3.5 mm Klinkenstecker, Apple Lightning-Connector 3.5 mm Klinkenstecker, Apple Lightning-Connector 3.5 mm Klinkenstecker, Apple Lightning-Connector
    Sensoren Beschleunigungssensor, Umgebungssensor, Gyrosensor, Annährungssensor Beschleunigungssensor, Umgebungssensor, Gyrosensor, Annährungssensor Beschleunigungssensor, Umgebungssensor, Gyrosensor, Annährungssensor,
    M7-Coprozessor für Bewegungserfassung
    Sonstiges Siri
    iTunes Anbindung (optional)
    kompatibel mit Apple TV Streaming
    AirPrint
    Assistive Touch
    umfangreiche Bedienhilfen
    EarPods Headset
    Lightning-Connector
    Siri
    iTunes Anbindung (optional)
    kompatibel mit Apple TV Streaming
    AirPrint
    Assistive Touch
    umfangreiche Bedienhilfen
    EarPods Headset
    Lightning-Connector
    Siri
    Touch ID Fingerprint-Sensor
    iTunes Anbindung (optional)
    kompatibel mit Apple TV Streaming
    AirPrint
    Assistive Touch
    umfangreiche Bedienhilfen
    EarPods Headset
    Lightning-Connector

    Wer nun denkt, es habe sich am Design so einiges getan, wird wohl erst einmal enttäuscht. Das iPhone 5s ist identisch mit dem Vorgänger und das nicht nur in den Massen, sondern überraschenderweise auch im Gewicht: 112 Gramm stehen dem Aluminium-Federleichtgewicht zu Buche und so gibt es für das Halten des Gewichts, trotz komplett neuer Technik, Bonuspunkte. Wer es nicht all zu leicht mag, wird mit dem iPhone 5s auch nicht sonderlich glücklich. Es fühlt sich eben relativ filigran an, allerdings keinesfalls billig.



    Was ebenfalls geblieben ist - und das rechnen wir Apple an dieser Stelle sehr hoch an - ist die immens hohe Verarbeitungsqualität. Das iPhone 5s besitzt keine Spaltmasse, kein Klappern der Knöpfe, welche übrigens mit einem sehr knackigen haptischen Druckpunkt ausgestattet sind. Alles sitzt nahtlos und perfekt aneinander. Somit kämpfen in der Alu-Gewichtsklasse in Puncto Verarbeitung sowohl das iPhone, als auch das One von HTC um den ersten Platz. Ein Sieger kann hier schon nicht einmal mehr mit einem Zielfoto bestimmt werden: Beide Geräte sind die Premium-Probanden ihrer Kategorie und auf gleichem Niveau extrem edel und wirklich schön anzusehen.



    Allerdings darf man hier auch wieder die Kritik nicht ausser Acht lassen. Schon beim iPhone 5 zeigte sich der Aluminium-Rahmen - so schön er auch anzusehen ist - als Schwachstelle. Lässt man das iPhone 5s fallen und schlägt dabei auf härteren Oberflächen als auf einem Teppich auf, gibt es sehr unschöne Dellen. Das Gerät ist zwar in seinem Alu-Unibody sehr stabil, doch durch das recht weiche Metal auch anfällig. Zudem fehlen in unseren Augen WLAN ac-Standard und ein doch etwas leistungsfähigerer Akku. Während Sony und Co. in ihre Flaggschiffe bereits Akkus über 2.800 mAh verbauen, so bleibt das "kleine" iPhone mittlerweile auf der Strecke.

    Apple A7 Prozessor - das Leistungsmonster!

    Ja, wir haben wieder nur eine DualCore CPU mit 1.3 GHz und auch der RAM ist mit einem GB nicht wirklich angestiegen. Allerdings hat Apple die Leistung im iPhone 5s an den meisten Stellen verdoppelt und streckenweise sogar verdreifacht. Erstmals wurde in einem iPhone der neue leistungsfähigere LPDDR3 Speicher verbaut, während im iPhone 5c und iPhone 5 noch das deutlich schwächere LPDDR2 zum Einsatz kommt. Zudem wurde die Architektur der CPU völlig neu designt und umgebaut und zwar so, dass wir zum ersten Mal in der Geschichte von Smartphones eine 64-Bit Version in unseren Händen halten. Zudem verbaut Apple als erster Hersteller mit dem neuen A7 SoC eine ARMv8 kompatible CPU. Was heisst das nun genau? Apple schaltet sich zum ersten Mal in den Kampf um das Wettrüsten der CPUs ein und fegt dabei derzeit alle anderen vom Platz.

    Der komplett aus der eigenen Hand Apples entwickelte A7 SoC ist pro Takt so immens leistungsfähig, dass selbst QuadCores in Form des Snapdragon 800 mit mehr als 2 GHz nur noch so gerade eben mithalten können. Was schon mehr als erstaunt: Wir sprechen hier von streckenweise mehr als 1000 MHz Unterschied und dem Vergleich zwischen einer Dual- und QuadCore CPU. Was genau Apple allerdings in seiner CPU verändert hat, um diese Leistung abrufen zu können, bleibt vorerst ein Geheimnis. Das 64-Bit fähige iOS 7 samt kompatibler CPU sind jedenfalls wohl nicht ganz unschuldig an dem Ergebnis.

    Ebenfalls interessant ist das Geheimnis um die neue GPU im iPhone 5s. Wir spekulierten schon vor gut zwei Jahren, dass Apple bald die neue G6xx0-Serie von Imagination Technologie in seinen Geräten verbauen würde. Laut Aussagen Apples während der Keynote (wir berichteten) bezüglich OpenGL 3.0 und fortgeschrittenen Anti-Aliasing-Techniken (8-Fach!) kommen nur die stärksten Chips der G6-Serie von PowerVR in Betracht. Somit wird man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen können, dass Apple eine solche GPU verbaut hat. In Expertenkreisen ist man sich sicher, dass mindestens ein Chip des Typs G6400 verwendet wird. Welcher aus der leistungsstarken Reihe allerdings im Inneren sitzt, bleibt erst einmal unklar.

    Nehmen wir diese Daten nun zusammen, ist das iPhone 5s mehr als doppelt so stark wie das iPad 4, welches bisher die GPU-Leistungskrone für sich beanspruchen konnte. Der nVidia SoC Tegra 4 konnte zwar zum iPad 4 aufholen, allerdings nie entscheidend überholen. Das iPhone 5s baut daher den Vorsprung aus und es lässt sich nur vage erahnen, was Apple dann wohl mit dem kommenden iPad 5 vor hat.

    Performance und Benchmarks

    Wer glaubt, dass der Schritt auf 64-Bit nur dazu ausgelegt ist, 4 GB RAM und mehr zu adressieren, irrt sich gewaltig. Der Sprung auf eine höhere Architektur erlaubt zudem das deutlich effizientere Verarbeiten von Datenströmen. Allein der Bit-BUS steigt durch den neuen SoC von 64 auf 128-Bit und erhöht den Datendurchsatz erheblich. Somit spiegelt sich diese Veränderung merklich in der Leistung der Programme wieder, wie zum Beispiel bei Mobile Safari oder Apple Maps. Der Unterschied ist dabei nicht nur spürbar, sondern immens. Daher profitieren auch 32-Bit Programme vom neuen Prozessor, allerdings nur marginal und Änderungen sind nur in Extremsituationen wirklich spürbar.

    Deutlich interessanter wird es allerdings, wenn man den A7 Prozessor von Apple einmal in Aktion sieht: Sprich Benchmarks in allen Kategorien. Mehr als 2500 Punkte im Multicore-Benchmark von Geekbench 3 stehen jedenfalls für sich. Noch einmal: Wir reden hier von einer DualCore CPU mit - für heute in Smartphones verbaute CPU recht lächerlichen - 1.3 GHz Taktfrequenz und 1 GB RAM. Geekbench 3 unterstützt bis zu 32 Prozessoren gleichzeitig und ebenfalls die im iPhone 5s vertretene 64-Bit Architektur. Allerdings müsste man abwarten, was Geekbench 3 mit einem 64-Bit QuadCore samt kompatibelem Android-System "anrichten" würde. Nichtsdestotrotz ist die Leistung von Apples iPhone 5s derzeit allem anderen erhaben.



    Ähnlich sieht es beim Surfen, bzw. diversen Benchmarks im Web aus. Egal ob Browsermark, Peacekeeper oder dem Google eigenen JavaScript Benchmark: Das iPhone 5s zerlegt seine Konkurrenten in Einzelteile, wenn es um die Berechnung und das Rendern von Webseiten geht. Googles V8 Engine im eigenen Chrome Browser für Android sollte zumindest einige Vorteile im Google-eigenen Benchmark geniessen, doch kommt selbst ein Snapdragon 800 mit Mobile Chrome nicht am iPhone 5s vorbei. Webseiten auf dem 64-Bit Mobile Safari rendern schneller und effizienter als jemals zuvor.



    Kein SoC erreicht im Zusammenspiel mit der dazugehörigen Software im Moment die Werte des iPhone 5s. Erstmals in der Lebnsperiode des iPhones kann sich das System von Apple auch in der Kategorie CPU (vorerst!) die Leistungskrone aufsetzen. Man sollte diese Momentaufnahme allerdings mit Vorsicht geniessen, denn das Jahr ist noch nicht vorbei und spätestens im Frühjahr kommen wieder Spitzenmodelle anderer Hersteller auf den Markt.

    Apple wird Vorreiter der 64-Bit Architektur bei Smartphones - Effektiver Nutzen bleibt noch aus

    Es war lediglich eine Frage der Zeit, bis ein Hersteller damit rausrückt. Die Rolle, welche damals AMD im Desktop-Bereich übernahm und 64-Bit in den Vordergrund stellte, übernimmt nun Apple bei Smartphones. Und um ehrlich zu sein: Irgendjemand muss ja anfangen und die Plattform bieten, mit der Developer auch zukunftsorientiert arbeiten können. Dieses Vorhaben ist Apple mit dem iPhone 5s durchaus gelungen. Zukünftige Smartphones und Tablets aus Cupertino werden sich nach und nach dieser Architektur anpassen, so dass man in 2-3 Jahren ein 64-Bit Ökosystem geschaffen hat. Das iPhone 5s ist hier lediglich der Anfang.

    Nach der Ankündigung von Apple über die neue Architektur und iOS 7 ging alles ganz schnell. Samsung zögerte nicht und brachte kurz darauf ebenfalls eine Meldung, bald auf 64-Bit Prozessoren setzen zu wollen. Warten wir also ab, was die Zukunft uns noch so bringen wird. Denn an und für sich ist der Schritt nur logisch.

    Allerdings halten sich bis auf die extreme Leistung der Apple-eigenen Apps, wie Mobile Safari oder Apple Maps die Vorteile in Grenzen. Auch das Betriebssystem profitiert extrem von der neuen Architektur, doch sind nach heutigem Stand noch 99% der Programme in Apples App Store auf 32-Bit Basis kompiliert. Dafür bekommt man durch die vorinstallierten Apps aber schon einmal einen Vorgeschmack darauf, wohin die Reise gehen wird. Jetzt, wo die Plattform existiert und Apple mit iOS eine riesige Basis besitzt, werden auch die Arbeiten vorangetrieben.

    Sollten Apps wie Facebook und Instagram dann in einiger Zeit auch auf 64-Bit kompiliert werden, sind Zeiten, in denen teils irrsinnig hohe Ladezeiten der Programme beim gleichzeitigen Abrufen der Bilder auftreten, deutlich reduziert. Man darf sich also auf eine erheblich komfortablere Ära im Bereich der Smartphones einstellen, sobald alle Systeme davon profitieren.

    Bessere Bilder durch grösseren Sensor - die Kamera des iPhone 5s

    Während Sony zusammen mit Samsung und Nokia in den Megapixel-Wahnsinn einsteigt und Nokia diese Komponente auch erfolgreich dominiert, lässt Apple im Gegensatz zur CPU hier nur Finetuning einfliessen. Es bleiben weiterhin "nur" 8 Megapixel für die Kamera im iPhone 5s, dafür arbeitete Apple allerdings akribisch hinter der Technik. Die Linsen wurden überarbeitet und auch der Sensor ist von 1.4 µm Pixelgrösse auf 1.5 µm angestiegen. Das soll eine deutliche Qualitätssteigerung der Bildqualität hervorbringen, da nun deutlich mehr Licht auf den Sensor fällt. Damit will Apple vor allem eine Archillesferse der vorherigen iPhone Generationen beseitigen: Schlechte Fotos bei schwachen Lichtverhältnissen.



    Und in der Tat ist das einigermassen gut gelungen. Bilder unter schwächeren Lichtverhältnissen sind deutlich rauschärmer als zuvor und lassen nun wesentlich mehr Details erkennen - ein riesiger Schritt in die richtige Richtung, allerdings aber immer noch weit von dem entfernt, was ein Nokia Lumia 920/925 und 1020 zu leisten im Stande sind. Dennoch: Das iPhone 5s platziert sich mit seiner 8 MP Kamera sogar vor dem Galaxy S4 was die Qualität der Bilder angeht und so würde man mit dieser Kamera definitiv nichts falsch machen. Anders als Nokia will Apple aber auch nicht die Hardcore-Fotofans mit einer Vorliebe für Smartphones bedienen. Ziel ist es, eine schnelle und exzellente Kamera zu liefern, welche den Moment sauber und ohne Probleme aufzeichnet.

    Was allerdings als Kritikpunkt anzusprechen wäre, ist hier das Fehlen eines OIS (optischer Bildstabilisator). Flaggschiff-Modelle anderer Hersteller wie LG oder HTC verbauen einen solchen Stabilisator standardmässig und entsprechend gut sind auch die Ergebnisse bei Videoaufnahmen. Dafür bekommt man allerdings eine Kamera mit 120 FPS Funkion die in 720p Auflösung die bisher besten Zeitlupenaufnahmen auf einem Smartphone generiert.

    Wer sich mehr Bilder und Videos ansehen will, welche von einem iPhone 5s produziert wurden, darf sich gerne auch bei uns im Forum im dafür vorgesehenen Thread umschauen: Der iPhone 5s Foto und Video Thread - zeigt Eure Bilder und Videos

    Fingerprintsensor Touch ID Technologie - komfortabel und sicher?

    Eine der wohl umstrittensten Neuerungen im iPhone 5s ist die integrierte Touch ID Technologie, die es erlaubt, über einen im Homebutton integrierten Fingerprintsensor das iPhone zu entsperren und gar andere passwortbezogene Aktionen im System zu übernehmen. Die Sicherheitsdiskussionen liefen hier regelrecht Amok, egal ob man nun für diese Art von Sicherheit begeistert sein kann oder sich generell dagegen sträubt. Klar ist, dass es sich um eine Art von Komfort handelt, welche man nach einiger Nutzungszeit auch nicht mehr missen möchte. Zudem verspricht Apple, dass der Scan der Fingerkuppe in verschlüsslter Form in einem Chip im Gerät aufbewahrt wird und selbst bei iCloud-Backups das System nicht verlässt. Ein "heiliges" Versprechen, das bei Vielen auf Missmut und vor allem Misstrauen stösst, grade im Hinblick auf den weltweiten Spionageskandal PRISM.

    Allerdings ist der Komfort dieser Funktion absolut unumstritten: Egal ob es nun das schnelle Entsperren per Fingertipp ist, der bequeme Einkauf im App Store oder bei iTunes. Das Eingeben eines langen Kennwortes fällt vollkommen unter den Tisch. Denn der Sensor liest nur die eigene Fingerkuppe (oder laut Recherchen anderer Medien auch andere Körperteile...) aus und schon ist der Zugriff gewährt. Eine Eigenart, an die man sich sehr schnell gewöhnen kann und beim Umstieg auf ein anderes Gerät wohl schmerzlich vermissen wird. Nur schade, dass Touch ID generell erst einmal nur bei einigen wenigen Apple-internen Eingriffen funktioniert.

    Doch ist der Sensor generell auch sicher? In erster Linie schon. Die Diskussion rund um den Sensor nahm zwar Teils bizarre Züge an, doch muss man hier auch konsequent abwägen: Der Aufwand, den Sensor zu knacken, wie es einst der CCC vermochte (wir berichteten), ist zwar ein Fakt, allerdings, wie beim Knacken der Passwortsperre, ebenfalls mit einem gewissen Mass an krimineller Energie und Aufwand verbunden. Ist der Sensor aber erst einmal eingerichtet, kommt man so schnell nicht an die Daten ran. Bis dahin kann man bequem das iPhone fernlöschen oder einfach über Apple nur deaktivieren lassen. Wird der Sensor zudem in 24 Stunden nicht mindestens einmal benutzt, greift zudem sofort die Passwortsperre ein und lässt den "künstlichen Finger" eh nicht mehr zu.

    Wer auf Nummer sicher gehen will, benutzt den Fingerprintsensor erst gar nicht, denn Apple setzt diesen nicht zwingend voraus. Wer also Angst hat, bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt zu werden, damit der Räuber in Ruhe alle Finger testen kann, darf dann auch gerne auf den Fingerprintsensor verzichten. Wo wir schon bei anderen scanbaren Körperteilen sind: Interessant wäre es zu wissen, wie der vermeintliche Kriminelle aus der Wäsche guckt, sobald er feststellen sollte, dass keiner der Finger funktioniert.

    Grösserer Akku sorgt für minimal bessere Laufzeiten

    Was beim iPhone 5c deutlich bessere Laufzeiten brachte, verpufft beim neuen Flaggschiff eher wie ein Tropfen Wasser auf dem heissen Stein. Die immens hohe Leistung des iPhone 5s durch die neue CPU und auch die wohl bisher stärkste GPU in einem mobilen Endgerät dieser Klasse saugen die 130 mAh gegenüber dem iPhone 5 ebenso entsprechend schnell leer. Im Ruhezustand ist das Gerät mit ordentlichen Standby-Zeiten bestückt, geht das Display jedoch an und man fängt an, das Gerät zu benutzen, dann bewegt sich das neue 5s auf dem Niveau des Vorgängers. Läuft dann auch noch GPS bei voller Displayhelligkeit, sind die Prozenteinbrüche in der Anzeige jenseits von Gut und Böse. Auch wenn man diesen Umstand mit fast allen Smartphones dieser Klasse reproduzieren kann, so bleibt es immer wieder ein erschreckendes Erlebnis.

    Die Laufzeiten sind somit unter Last zwar etwas höher, allerdings merkt man die grössten Unterscheide erst bei durchschnittlicher Nutzung. Startet man ein aufwändiges Spiel, sind sich iPhone 5 und 5s beinahe ebenbürtig: Nach gut drei bis maximal vier Stunden ist Schluss.

    Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass die Akkulaufzeit des iPhone 5s durchaus gut ausfällt, aber nicht den Status exzellent erreicht. Andere Geräte schaffen bei normaler Nutzung deutlich mehr. Das Xperia Z1, das LG G2 und auch das Samsung Galaxy S4 schaffen bei ordentlicher Optimierung im durchschnittlichen Gebrauch erheblich höhere Laufzeiten, allerdings sind hier die Akkus teils doppelt so gross.

    Fazit

    Man sollte sich von den reinen Daten auf dem Papier nicht täuschen lassen: Nur 1.3 GHz DualCore? 1 GB RAM? 8 MP Kamera? Das iPhone 5s von Apple ist das derzeit stärkste und mit Abstand leistungsfähigste Smartphone auf dem Markt. Erstmals in der Geschichte von Apple steigt das Unternehmen aus Cupertino in den Ring der Hardware-Wettkämpfe ein und pulverisiert die bisher erschienene Konkurrenz in Puncto reiner Rohleistung. Das auf 64-Bit getrimmte Betriebssystem im Zusammenhang mit dem von Apple entwickelten A7-Prozessor ist an Leistungsfähigkeit bei 1.3 GHz derzeit einfach nicht zu schlagen.

    Weitere Pluspunkte sammelt Apple bei der hervorragenden Kamera, dem seit Jahren wohl erfolgreichsten Ökosystem für Apps und die wiedereinmal herausragende Verarbeitung, wie es beim Vorgänger eben schon der Fall war.

    Pro Contra
    Extrem leistungsfähige CPU Noch ist Touch ID nur eingeschränkt nutzbar
    Extrem starke GPU Alurahmen bleibt weiterhin anfällig
    Brachiale Performance Noch(!) kein merklicher Nutzen durch 64-Bit Technologie
    Sehr gute Kamera 4 Zoll Displays fühlen sich langsam recht klein an...
    Touch ID bringt erheblichen Komfort
    Gute Akkulaufzeit

    Kritkpunkte gibt es allerdings für das an sich hervorragende Aluminium-Design. Wie erwähnt, sind Schäden im Alurahmen schon durch kleine Stösse möglich. Auch wirkt das eigentlich sehr gute Display des iPhone 5s durch seine 4 Zoll mittlerweile recht klein. Die 64-Bit Technik im iPhone kommt zudem auch nur erst einmal bei Apples Anwendungen zum Glänzen: Apple Mapps und Safari beispielsweise sind so brachial schnell, dass es in der Seele wehtut, noch nicht überall auf diese Technik zurückgreifen zu können.

    Unterm Strich haben wir mit Apples iPhone 5s eines der derzeit besten Smartphones auf dem Markt. Wer sich mit iOS 7 anfreunden kann, bekommt zukunftssichere Technik und ordentliche Leistung serviert. Wer ein iPhone 5 besitzt, muss aber nicht zwingend umsteigen und sollte lieber auf das iPhone 6 im nächsten Herbst warten. Alle anderen, welche Interesse an iOS haben oder von älteren Geräten kommen, werden vom iPhone 5s definitiv nicht enttäuscht.
    Kommentare 13 Kommentare
    1. Avatar von fabian86
      fabian86 -
      C: 1'507 und das S: 1'570
      Ist das ein zahlendrehen oder wirklich so? macht aber keinen sinn 2 verschiedene Akkus zu Produzieren...

      Das schnellste wirds nurnoch ca. 2 Wochen sein dann kommt das Nexus 5...
      Kosten tuts auchnur halb soviel
    1. Avatar von BG2406
      BG2406 -
      Es sind wirklich 2 verschiedene Akkus.


      Geschrieben mit der kostenlosen PocketPC.ch App.
    1. Avatar von One
      One -
      Der Snapdragon 800 im Nexus 5 muss aber dann schon an den 3 GHz kratzen und das als QuadCore um die 1.3 GHz im iPhone 5S zu schlagen. Das Xperia Z1 hat einen Snapdragon 800 und ist langsamer. Das Note 3 von Samsung (Snapdragon 800) ist auch mit der "Samsung-Übertaktung" ebenfalls langsamer, als das iPhone 5S ^^
    1. Avatar von fabian86
      fabian86 -
      Zitat Zitat von One Beitrag anzeigen
      Der Snapdragon 800 im Nexus 5 muss aber dann schon an den 3 GHz kratzen und das als QuadCore um die 1.3 GHz im iPhone 5S zu schlagen. Das Xperia Z1 hat einen Snapdragon 800 und ist langsamer. Das Note 3 von Samsung (Snapdragon 800) ist auch mit der "Samsung-Übertaktung" ebenfalls langsamer, als das iPhone 5S ^^
      Gerüchterhalbe wirds ja auch eine neue Version des [FONT=Verdana]vierkernigen Qualcomm Snapdragon 800 Prozessor mit 2,3 Gigahertz Taktrate sein!
      Daher ist es schon gut möglich...[/FONT]
    1. Avatar von One
      One -
      Möglich ja. Ich würde es aber nicht vorraussetzen. Der Snapdragon 800 im Necus 5 müsste schon gewaltig an der Architektur schrauben und dann wäre es kein Snapdragon 800 sondern wohl ein 900 oder so. Aber im allgemeinen schon sehr krank das es 4 Kerne und mehr als 2.5 GHz braucht um überhaupt daran zu kommen.

      Eines der wesentlichen Vorteile ist, dass der A7 Prozessor von Apple dem Cortex A57 ähnelt und entfernt mit diesem verwandt ist. Der ARMv8 Befehlssatz ist echt ein starker Performancegewinner. Diesen hat der Snapdragon 800 - egal in welcher Version - nicht ^^
    1. Avatar von fabian86
      fabian86 -
      Zitat Zitat von One Beitrag anzeigen
      Möglich ja. Ich würde es aber nicht vorraussetzen. Der Snapdragon 800 im Necus 5 müsste schon gewaltig an der Architektur schrauben und dann wäre es kein Snapdragon 800 sondern wohl ein 900 oder so. Aber im allgemeinen schon sehr krank das es 4 Kerne und mehr als 2.5 GHz braucht um überhaupt daran zu kommen.

      Eines der wesentlichen Vorteile ist, dass der A7 Prozessor von Apple dem Cortex A57 ähnelt und entfernt mit diesem verwandt ist. Der ARMv8 Befehlssatz ist echt ein starker Performancegewinner. Diesen hat der Snapdragon 800 - egal in welcher Version - nicht ^^
      ????

      Das 5S liegt nur knapp vor dem LG G2 in Diversen tests...
      es wird kaum schlechter werden...
    1. Avatar von Android_Newbie
      Android_Newbie -
      Nette Review, schönes Ding! Eine wichtige Frage bleibt dennoch aus - ist das deine Smithi ?
    1. Avatar von One
      One -
      Krakenbenchmark ja ^^ Octane auch, aber Octane ist auch von Google selber. Wenn man da mit Chrome bencht sollten einige Vorteile auf der V8 Engine liegen und trotzdem kann weder das Z1, G2 oder Note 3 am iPhone vorbei ziehen.

      Wir reden hier immer noch von nem 1.3 GHz DualCore Aber ich weiß wie schwer das ist, mal den technischen Vorteil eines anderen schätzen zu lernen
    1. Avatar von terraoutlaw
      terraoutlaw -
      Sehr schöner und ehrlicher Test. Da wird Samsung wieder schwer schummeln müssen, bei den Benchmarks
    1. Avatar von One
      One -
      Zitat Zitat von Android_Newbie Beitrag anzeigen
      Nette Review, schönes Ding! Eine wichtige Frage bleibt dennoch aus - ist das deine Smithi ?
      Ne nicht wirklich Musst mal Iso fragen
    1. Avatar von eikman2k
      eikman2k -
      ähhh meines Wissens ist die 64 Bit Technologie in erster Linie für die Speicher Adressierung für Speicher jenseits von 3,4 GHz zuständig, dies ist mit Abstand der größte nutzen von 64 Bit....
      In meinen Augen ist das nur Marketing, ob der nun 64 Bit oder 32 Bit hat ist so ziemlich Jacke wie Hose..
      Wieviel Speicher hat das Iphone noch mal, ich sehe hier nicht wirklich den nutzen.

      Samsung und Qualcom haben auch 64Bit CPU´s in den Startlöchern, aber Qualcom gibt ganz offen zu, das hier der Kundenwunsch im Vordergrund, nicht aber der nutzen gegeben ist
    1. Avatar von One
      One -
      Natürlich ist das ein Vorteil, aber nicht der Einzige Natürlich ist Qualcomm grad ein wenig angesäuert.. Die eben genau DAS versucht haben so zu kommunizieren. Apple baut seit dem iPhone 5 seine eigenen Prozessoren und man steht nun in direkter Konkurrenz. Daher auch die leichte Anfeindung. Die 64 Bit Architektur bietet eine ganze Menge mehr als nur den RAM. Das bestätige ich dir als Systeminformatiker und Softwareentwickler sehr gerne auch noch einmal nachträglich

      Ich find es generell sehr schön, grade als Softwareentwickler, dass man nun Zugriff auf diese Art von Technik bekommt In 2-3 Jahren wird das noch ganz lustig ^^
    1. Avatar von timsah
      timsah -
      Qualcomm rudert zurück: 64-Bit-iPhone hat doch einen Nutzen

      http://www.pocketpc.ch/c/4770-qualco...at-nutzen.html