Auch wenn das Lumia 920 nicht das erste Geräte mit Windows Phone 8 war, das vorgestellt wurde, so war doch rasch die einhellige Meinung, dass es sich um das Flaggschiff des neuen Betriebssystems handeln würde. Neben dem 1.5 GHz schnellen Qualcomm S4 Dual-Core und dem WXGA Display beherbergt es nämlich noch sonst kaum oder gar nicht zu findende Features wie die PureView Kamera mit optischer Bildstabilisierung, die Möglichkeit mittels Qi-Standard kabellos zu laden oder die Möglichkeit, Eingaben statt nur mit blossem Finger auch mit Handschuhen, einem Schlüssel oder anderen Gegenständen zu tätigen. Wie gut sich dieses Paket im Alltag schlägt, wird uns im Weiteren beschäftigen.



Inhaltsverzeichnis:
Lieferumfang
Spezifikation im Überblick
Design und Verarbeitung
Betriebssystem und UI
Display
Verbindungen und Sprachqualität
Kamera und Video
Audio
Akku
Software vom Hersteller Nokia
Änderungen durch das erste Update
Fazit
weiterführende Links
Lieferumfang
- Lumia 920 in gelb, rot, schwarz oder weiss
- Nokia USB-Schnellladegerät AC-16
- Nokia Mikro-USB-Lade- und Datenkabel CA-190CD
- Nokia Stereo-Headset WH-208, farblich passend in gelb, rot, schwarz oder weiss
- Kurzanleitung
- Schlüssel für den SIM-Karten-Schacht
Spezifikation im Überblick
*Die graue Version ist bisher nur in Hongkong erhältlich, Cyan bisher nur in den USA
Design und Verarbeitung:
Wer das Lumia 800 und Lumia 900 kennt, wird das Lumia 920 sofort als Familienmitglied erkennen. Die in der Draufsicht rechteckige Form und das an den Seiten abgerundete Gehäuse sind neben den kräftigen Farben die Erkennungsmerkmale der Unibody-Lumias. Schön ist auch, dass Nokia nach dem komplett planen Displayglas des Lumia 900 bei seinem Windows Phone 8 Flaggschiff wieder ein geformtes Glas nutzt, das seitlich abfällt und in das Gehäuse übergeht.
Das Polycarbonat des Unibodys wird oben vom SIM-Schacht und dem Kopfhörerausgang unterbrochen. An der Unterseite finden sich die Lautsprecher- und Mikrofonbohrungen sowie der USB-Port und zwei Schrauben. Auf der rechten Seite finden sich die für Windows Phones üblichen Hardware-Buttons in Form einer Lautstärkewippe, des Power-Knopfs und zuletzt dem zweistufigen Auslöser für die Kamera. Nokia hat diese Tasten ebenso wie die Kameraeinfassung laut eigenen Angaben aus einer sehr stabilen Keramik gefertigt, die tatsächlich recht kratzresistent zu sein scheint, allerdings nimmt sie leicht Fingerabdrücke an. Das ist zwar bei den Hardwaretasten eher unauffällig, bei der Kameraeinfassung tritt es jedoch deutlich zu Tage.



Die Vorderseite besteht fast vollständig aus dem Display und dem dieses einfassende schwarze Glas. Dieses beherbergt auch die drei kapazitiven Buttons für Zurück, Windows und Suche. Unterhalb davon findet sich wie beim Lumia 800 ein ca. 1 cm breiter Streifen, der zunächst wie verschwendeter Platz wirkt. Im Alltag stellt er sich aber durchaus als praktisch heraus, zumal man deutlich seltener damit zu kämpfen hat, dass die Funktionen versehentlich ausgelöst werden, wenn man jemandem mal das Telefon reicht um Bilder oder Videos vorzuzeigen.
Nimmt man das Gerät in die Hand, bemerkt man recht schnell, dass die Vielzahl an verbauten Hardwarefeatures ihren Tribut im relativ hohen Gewicht von 185 g fordert. Aufgrund der runden Form liegt es jedoch beim Telefonieren exzellent in der Hand. Wirklich auffällig wird das Gewicht jedoch schnell mal bei ausgedehnteren Gaming- oder Surf-Sessions. Es ist also letzten Endes nicht so schlimm, wie es aufgrund des Zahlenvergleichs evtl. aussieht, aber in der einen oder anderen Situation fällt es doch negativ auf.
Mängel an der Verarbeitung fallen zunächst keine ins Auge. Bei ganz genauer Betrachtung ist die Display-Einfassung vom Spaltmass her nicht ganz gleichmässig. Bei dem Testgerät ist der Spalt rechts vom Display etwas grösser als links. Die Hardwaretasten sitzen hingegen bombenfest - auch nach einiger Zeit in Benutzung gibt es hier noch keine Probleme.
Betriebssystem und UI:
Wer bisher schon ein Windows Phone sein Eigen nannte, wird auf den ersten Blick den neuen Startbildschirm bemerken, der jetzt eine zusätzliche Variante mit kleineren Live-Tiles bietet. Manche bereits für das neue System angepasste Anwendungen ermöglichen jetzt auch doppelt breite Tiles zu erstellen, wie das bisher den systemeigenen Anwendungen vorbehalten war. Um die nächste Neuerung zu finden, muss man dann hingegen schon etwas suchen.
Das nächste, was man dann bemerken wird, ist die deutlich höhere Geschwindigkeit, mit der das Lumia 920 im Vergleich zu Windows Phone 7 Geräten zur Sache geht. Systemanwendungen waren zwar immer schnell, hier gibt es jedoch auch über Drittanbieter-Anwendungen kaum mehr etwas zu meckern. Das liegt einerseits natürlich am leistungsstarken Prozessor, gerade was die Startzeiten betrifft, hat Microsoft jedoch noch einen Trick im Ärmel. Die in Bytecode (MSIL) vorliegenden Anwendungen werden jetzt nämlich nicht mehr bei jedem Start in ausführbare Maschinensprache übersetzt, sondern dies wird grossteils schon von Microsoft in der Cloud erledigt.
Bezüglich des Oberflächendesigns hat sich abseits des Startscreens wenig getan. Die Anzahl der verfügbaren Akzentfarben hat sich zwar verdoppelt, die meisten Neuzugänge sind nicht besonders leuchtend. Insbesondere wer von einem gelben Lumia mit gelben Tiles träumt, wird wohl enttäuscht sein. Das definierte Gelb tendiert nämlich ins Ockerbraune - eine Tatsache, die nicht dem Display geschuldet ist, sondern wohl eher der Lesbarkeit von entsprechend gefärbten Tiles.
So dünn also die oberflächlichen Änderungen ausgefallen sind, unter der Oberfläche hat sich einiges getan und das wird in der täglichen Arbeit immer wieder im positiven Sinne deutlich. Doch nicht alles ist eitel Sonnenschein. Die Release Version von Windows Phone 8 wird bis zum ersten Update von einer Reboot-Problematik geplagt. In unseren Tests kam es in etwa alle drei Tage zu einem ungewollten Neustart, einzelne Ausreisser mit drei Neustarts am Tag kamen jedoch auch vor.
Display:
Das Display ist definitiv eines der Highlights des Lumia 920. Farben werden exakt dargestellt, auch bewegter Text bleibt gestochen scharf und im Verlauf unseres Tests ist uns kein Lichtverhältnis begegnet, in dem die Helligkeit nicht für eine gute Lesbarkeit ausgereicht hätte. Die Farbsättigung von AMOLED Displays mit ihren knalligen Farben wird allerdings nicht ganz erreicht und auch bei schwarzen Bildflächen schleicht sich ein leichtes grau ein. Bei den höchsten Helligkeitsstufen wird es dann schon deutlich grau und auch andere Farben verblassen etwas. Problematisch ist das jedoch kaum, schliesslich erlebt man diese Helligkeitsstufen fast nur in strahlendem Sonnenschein wo andere Displays mit der generellen Lesbarkeit zu kämpfen haben. Die Helligkeit manuell auf hoch zu stellen, führt in einem abgedunkelten Raum relativ rasch zu schmerzenden Augen. Auch sonst spricht wenig gegen die automatische Einstellung. Fehlgriffe, die zu einem zu hellen oder zu dunklen Bild führen, sind selten. Auch die Blickwinkelstabilität ist sehr gut. Unter extremen Blickwinkeln werden die Farben dunkler, negativ-Effekte, wie man sie von manchem Notebook-Display kennt, treten jedoch nicht auf.
Weiterhin dürfte das Display eine fettabweisende Beschichtung aufweisen. Fingerabdrücke stellen auf dem Display kaum ein Problem dar. Aber auch an Leute, die ihr Smartphone gänzlich fettfrei halten wollen oder, was wahrscheinlicher ist, im Winter keine kalten Finger bekommen möchten, hat Nokia gedacht. Mit Super-Sensitive-Touch ist das Display in der Lage, Touch-Eingaben auch durch normale Handschuhe hindurch zu erkenen. Aber auch eine Bedienung mit dem Autoschlüssel oder den Fingernägeln ist möglich. Dabei fällt auf, dass die ersten paar Berührungen mit einem Handschuh nicht registriert werden, dann hat das Gerät sich jedoch darauf eingestellt und die Genauigkeit lässt kaum zu wünschen übrig. Es lassen sich durchaus auch SMS schreiben. Zieht man die Handschuhe aus ist wieder für 2 - 3 Berührungen eine Adaption nötig. Insgesamt geht es jedenfalls schnell genug, sodass kein Anruf verpasst wird.
Verbindungen und Sprachqualität:
Das Lumia 920 bringt zumindest hardwareseitig fast alles mit, was es heutzutage an Funkverbindungen zu beherschen gilt. GSM und Edge sowie UMTS mit HSPA+ bis 42 MBit/s sind verbaut, aber auch ein LTE-Modul, das alle momentan in Europa verbreiteten Frequenzbänder unterstützt, ist an Bord. Allerdings ist die LTE-Funktion momentan noch in einigen Länderversionen und mit Brandings verschiedener Provider deaktiviert.
Auch im WLAN gibt das Lumia 920 sich kommunikativ und beherscht die Standards 802.11 a/b/g/n und ist damit sowohl im 2.4 GHz wie auch im 5 GHz Band aktiv. Vervollständigt wird die Ausstattung durch Bluetooth 3.0 und NFC. Dank des erweiterten Bluetooth-Stacks von Windows Phone 8 ist damit jetzt auch der Versand und Empfang von Bildern, Musik, Videos und der meisten Office-Formate möglich (PDFs sind hier die Ausnahme). NFC ist hingegen momentan noch eher ein nettes Gimmick. Hält man zum Beispiel ein Nokia Luna Bluetooth Headset an das Lumia 920, wird dieses automatisch gekoppelt. Die übliche Variante mit Gerätesuche und PIN-Eingabe entfällt also. In gewissem Ausmass ist auch die Kommunikation mit Android-Geräten möglich. So lassen sich per NFC z.B. Kontaktdaten oder aus dem Browser heraus Web-Adressen austauschen. Der Versuch, eine Dateiübertragung per NFC zu initiieren, klappt jedoch nur mit anderen Windows Phones.
In Zukunft soll es möglich sein, per NFC zu bezahlen, sofern die SIM-Karte des Providers dies unterstützt. Heute schon möglich ist hingegen, Apps beim Kontakt mit bestimmten NFC-Tags zu starten. Eine Fähigkeit, die vielen jedoch abgehen dürfte, ist es, per NFC bestimmte Profile zu aktivieren. Dies dürfte daran liegen, dass Windows Phone 8 auch in seiner jüngsten Ausgabe noch keine Profile kennt.
Der Empfang war durchgängig gut. Das Lumia 920 schaffte es regelmässig noch eine Verbindung aufzubauen, wo im gleichen Netz ein Samsung Galaxy S 2 und ein HTC Titan schon kein Netz mehr hatten. Die Gegenstelle war auch immer laut und deutlich verständlich. Im Freisprechbetrieb war die Verständlichkeit ebenfalls gegeben, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau wie über die Hörmuschel. Auch von der Gegenseite waren keine Beschwerden zur Sprachqualität zu hören.
Kamera und Video:
Die Kamera dürfte wohl das am meisten diskutierte Feature des Lumia 920 sein. Die Kontroverse begann damit, dass Nokia die mit dem 41 Megapixel Sensor des PureView 808 eingeführte Marke PureView auch für die Kamera des 920 nutzt. Der Trick zur Verbesserung der Bilder besteht hier jedoch nicht in Oversampling, sondern in einer mechanischen Bildstabilisierung, wie sie sonst bisher nur in grösseren Kameras zum Einsatz kommt. Diese ermöglicht einerseits längere Belichtungszeiten, was bei Fotos vor allem Nachtaufnahmen zugute kommt, andererseits wirken Videos deutlich ruhiger. Ein Demonstrationsvideo der Technologie war jedoch mit einem Kamerawagen gefilmt wurden, was ziemliche Zweifel daran nach sich zog.





In zahllosen weiteren Tests in Folge brachte die Bildstabilisierung jedoch den Beweis ihrer Sinnhaftigkeit und auch in unseren Tests wusste sie zu überzeugen. Insbesondere Nachtaufnahmen stellen alles, was die aktuelle Konkurrenz zu leisten vermag, in den Schatten. Tagaufnahmen hatten jedoch regelmässig mit leichter Unschärfe zu kämpfen. Dies soll jedoch mit Nokias erstem Update, das in den USA bereits ausgerollt wurde, aus der Welt geschafft werden. Insbesondere fiel in unserem Test ein unscharfer Bereich am linken Bildrand auf. Bei entsprechender Einstellung sind auch Gegenlichtaufnahmen durchaus möglich.

Manche mögem sich jetzt fragen, wieso das Lumia 920 so eine krumme Auflösung von 8.7 Megapixel aufweist. Nokia nutzt einen Dual-Format-Sensor, um das Auflösungsvermögen der Linse je nach Bildformat voll auszunutzen. Während üblicherweise für Aufnahmen im 16:9 Format einfach Pixel am oberen und unteren Bildrand abgeschnitten werden, kompensiert Nokia dies teilweise dadurch, dass zusätzliche Pixel rechts und links des 4:3 Formats hinzugenommen werden. Die resultierenden Bilder weisen im 4:3 Format also nur 8 Megapixel auf, während es im 16:9 Format 7 Megapixel sind.
Im Hinblick auf die Grundeinstellungen der Kamera gibt es nach dem Auspacken ein paar Dinge zu beachten. Ab Werk steht das Bildformat auf 16:9 und das Videoformat auf 720p. Wer also die volle Auflösung ausnutzen möchte, sollte dies wohl am besten zuerst einmal korrigieren. Ein weiterer Punkt ist das Fokushilfslicht im Foto-Modus. Dieses löst sichtbar auch dann aus, wenn der Blitz deaktiviert ist. Es dient dazu, vor dem dann ohne Blitz belichteten Foto korrekt scharf zu stellen. Ohne diese Hilfe gelingen zumindest Nahaufnahmen des Nachts dann doch schlechter.
Die Frontkamera ist für die primäre Aufgabe solcher Kameras, die Videotelefonie oder schnelle Selbstportraits, sicher ausreichend. Das Bildrauschen ist jedoch deutlich erkennbar. Videoaufnahmen sind mit 720p möglich.
Audio:
Insgesamt ist die Audioqualität des Lumia 920 als gut zu bewerten. Das beiliegende Headset hat einen relativ guten Klang, auch wenn es bezüglich Klarheit der Höhen nicht immer punkten kann. Mit den beiliegenden Ohrteilen sollte es sich auch an die meisten Ohren anpassen lassen. Leider besitzt das Headset nur eine Taste, sodass zwar Start/Stop, nächster Song (doppeltippen), letzter Song (dreimal tippen) und die Spracherkennung (lang drücken) erreichbar sind, die Lautstärkeregelung ist jedoch nicht möglich. Hierbei handelt es sich jedoch um eine reine Einschränkung des Headsets. Mit einem bezüglich der Tasten besser bestückten Headset klappt die Lautstärkereglung nämlich problemlos.



Als weitere Klangverbesserungen hat Nokia einen 7-band Equalizer inkl. Voreinstellungen sowie die Dolby Headphone Technologie integriert. Während ersteres in jedem Fall zu begrüssen ist, fällt letzteres in den Bereich Geschmacksfrage. Insgesamt klingt damit alles etwas räumlicher, man entfernt sich jedoch damit auch vom Originalklang der Aufnahme.
Im Rahmen eines App-Updates lieferte Nokia zudem eine Audio-Nivellierung nach. Zumindest in unserem Test funktionierte sie jedoch nicht immer zuverlässig und senkte manchmal die Lautstärke recht weit ab.
Die Klangverbesserungen lassen sich allesamt nur beim Anschluss von Kopfhörern per Kabel nutzen, nicht jedoch via Bluetooth. Die Wiedergabe via Bluetooth zu einem Pioneer-Heimkinoverstärker klappte problemlos. Auch die Steuerung über dessen Fernbedienung wurde korrekt an das Lumia übertragen. Im Zusammenspiel mit einem billigen Clatronic Autoradio gab es jedoch Probleme. Zeitweise gibt es dort Aussetzer in der Musikübertragung. Auch dort funktioniert jedoch die Fernsteuerung. Bei einem anderen Testgerät war es hingegen umgekehrt, weshalb wohl der Fehler eher bei dem Radio zu suchen sein wird.
Die von Nokia verbauten Lautsprecher bringen einen klaren Klang hervor, wenn auch, wie es bei Smartphones die Regel darstellt, recht bassarm. Verzerrungen waren auch bei voller Lautstärke nicht zu hören. Die Platzierung an der Unterseite des Geräts ist zwar im Freisprechbetrieb praktisch, hält man es aber während eines Spiels oder Videos in der Hand muss man durchaus aufpassen, sie nicht mit der Hand zu verdecken.
Akku:
Nokia verbaut im Uniboy des Lumia 920 fix einen 2000 mAh Li-Ion-Akku. Damit schafft es das Lumia 920 dann über einen durchschnittlichen Tag, hat man Abends jedoch noch vor, auf eine Party zu gehen und dort Fotos zu schiessen, empfiehlt es sich dringend, vorher noch einmal nachzuladen. Gerade wenn man es eilig hat, empfiehlt es sich wie eh und je ein Ladekabel anzuschliessen.
Praktischer ist es allerdings mit einer Ladestation, die den Qi-Standard beherscht. Man legt das Telefon einfach darauf ab und es wird per Induktion geladen. Auch wenn es in etwa eine dreiviertel Stunde länger dauert, das Smartphone voll zu bekommen, so gewöhnt man sich relativ schnell an den Komfort den es bietet, nicht mehr das Ende das Ladekabels aus dem Kabelwust herauszusuchen, der sich in Kombination mit den Netzteilen für Laptop, usw. ohnehin schon neben der Couch tummelt. Auch das Hineinfummeln des kleinen MicroUSB-Steckers entfällt.
Generell scheint das Display des Lumia 920 ein grosser Stromfresser zu sein. Bei laufender Navigation mit Navigon entlud es sich langsam trotz Anschluss an ein 1 Ampere Ladegerät. Auch mit Nokia Drive war dieser Effekt zu beobachten, wenngleich dort die Entladung langsamer vonstatten ging. Auch mit einer ausgedehnten Spielesession ist es durchaus möglich, das Lumia 920 schon unter Tags zur Aufgabe zu bewegen.
Bei erhöhtem Traffic-Aufkommen über die Mobilfunkverbindung, aber auch in geringerem Masse bei Belastung des Prozessors, kommt es zu einer relativ starken Erwärmung an der oberen Rückseite. Nach längerer Zeit wird es sogar regelrecht heiss. Einen Zusammenhang zwischen dieser Erwärmung und den früher schon erwähnten Reboots liess sich jedoch nicht feststellen.
Änderungen durch das erste Update:
Zum Abschluss unseres Langzeittests haben wir noch das momentan im Rollout befindliche erste Update unter die Lupe genommen. Dieses bringt einerseits die neuere System-Version Portico mit, andererseits jedoch auch Verbesserungen an der Kamera-Software. Insbesondere die Bildunschärfen bei Tageslichtfotos treten nicht mehr auf. Die Akkulaufzeit ist ähnlich zu vorher, solange man nicht von der Möglichkeit Gebrauch macht, WLAN permanent aktiviert zu lassen. Bei permanent aktivem WLAN ist zumindest unser Testgerät merklich hungriger.
Fazit:
Das Lumia 920 hat einiges an spannenden Neuerungen an Bord, die Probleme angehen, die wohl tatsächlich die meisten schon einmal selbst erlebt haben (Bedienung mit Handschuhen, Bilder bei Nacht). Mithin für Herstellerzugaben eher eine Seltenheit. Auch für die nächsten Jahre ist das Lumia 920 mit LTE Support gut vorbereitet. Von kleineren Kinderkrankheiten abgesehen, sind die grössten Schwächen aber wohl die Akkulaufzeit und das doch merklich höhere Gewicht.
Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch, dass Microsoft bei Windows Phone 8 einiges an Potential verschenkt hat. Nokia holt mit seiner Hardware aber sicher das Beste aus dem System heraus und wie auch Portico zeigt, arbeitet Microsoft weiterhin an Verbesserungen.
Der Preis ist auch aufgrund der schlechten Verfügbarkeit nach wie vor relativ hoch und auch direkt via Amazon ist es bis heute nicht verfügbar. Wer ohne Nokias Neuerungen auskommt, der ist sicher auch mit dem Samsung Ativ S oder dem Windows Phone 8X von HTC gut bedient. Wer sich jedoch nicht am höheren Gewicht stört, dem kann das Lumia 920 wärmstens empfohlen werden.
weiterführende Links:
Kaufen: Preise und Verfügbarkeit
Zubehör: Taschen, Cases und Schutzhüllen
Kamera: Fotoqualität
Update: neuste Änderungen und Verbesserungen
Gerätedatenbank: Nokia Lumia 920
Lieferumfang
Spezifikation im Überblick
Design und Verarbeitung
Betriebssystem und UI
Display
Verbindungen und Sprachqualität
Kamera und Video
Audio
Akku
Software vom Hersteller Nokia
Änderungen durch das erste Update
Fazit
weiterführende Links
Lieferumfang
- Lumia 920 in gelb, rot, schwarz oder weiss
- Nokia USB-Schnellladegerät AC-16
- Nokia Mikro-USB-Lade- und Datenkabel CA-190CD
- Nokia Stereo-Headset WH-208, farblich passend in gelb, rot, schwarz oder weiss
- Kurzanleitung
- Schlüssel für den SIM-Karten-Schacht
Spezifikation im Überblick
| Nokia Lumia 920 | technische Daten |
| Abmessung HxBxT | 130.3 x 70.8 x 10.7 mm |
| Gewicht | 185 g |
| Farben | Gelb, Rot, Schwarz, Weiss, (Grau, Cyan) * |
| Prozessor und Takt | Snapdragon MSM8260A, 1.5 GHz, Dual-Core |
| Arbeitsspeicher | 1 GB RAM |
| Interner Speicher | 32 GB (nicht erweiterbar) |
| Akku | 2000 mAh |
| Display |
|
| Tasten |
|
| Mobilfunk und Wireless |
|
| Kamera |
|
| Kamera (Front) |
|
| Video |
|
| Sensoren |
|
| GPS und Navigation |
|
| Betriebssystem und User Interface |
|
*Die graue Version ist bisher nur in Hongkong erhältlich, Cyan bisher nur in den USA
Design und Verarbeitung:
Wer das Lumia 800 und Lumia 900 kennt, wird das Lumia 920 sofort als Familienmitglied erkennen. Die in der Draufsicht rechteckige Form und das an den Seiten abgerundete Gehäuse sind neben den kräftigen Farben die Erkennungsmerkmale der Unibody-Lumias. Schön ist auch, dass Nokia nach dem komplett planen Displayglas des Lumia 900 bei seinem Windows Phone 8 Flaggschiff wieder ein geformtes Glas nutzt, das seitlich abfällt und in das Gehäuse übergeht.
Das Polycarbonat des Unibodys wird oben vom SIM-Schacht und dem Kopfhörerausgang unterbrochen. An der Unterseite finden sich die Lautsprecher- und Mikrofonbohrungen sowie der USB-Port und zwei Schrauben. Auf der rechten Seite finden sich die für Windows Phones üblichen Hardware-Buttons in Form einer Lautstärkewippe, des Power-Knopfs und zuletzt dem zweistufigen Auslöser für die Kamera. Nokia hat diese Tasten ebenso wie die Kameraeinfassung laut eigenen Angaben aus einer sehr stabilen Keramik gefertigt, die tatsächlich recht kratzresistent zu sein scheint, allerdings nimmt sie leicht Fingerabdrücke an. Das ist zwar bei den Hardwaretasten eher unauffällig, bei der Kameraeinfassung tritt es jedoch deutlich zu Tage.



Die Vorderseite besteht fast vollständig aus dem Display und dem dieses einfassende schwarze Glas. Dieses beherbergt auch die drei kapazitiven Buttons für Zurück, Windows und Suche. Unterhalb davon findet sich wie beim Lumia 800 ein ca. 1 cm breiter Streifen, der zunächst wie verschwendeter Platz wirkt. Im Alltag stellt er sich aber durchaus als praktisch heraus, zumal man deutlich seltener damit zu kämpfen hat, dass die Funktionen versehentlich ausgelöst werden, wenn man jemandem mal das Telefon reicht um Bilder oder Videos vorzuzeigen.
Nimmt man das Gerät in die Hand, bemerkt man recht schnell, dass die Vielzahl an verbauten Hardwarefeatures ihren Tribut im relativ hohen Gewicht von 185 g fordert. Aufgrund der runden Form liegt es jedoch beim Telefonieren exzellent in der Hand. Wirklich auffällig wird das Gewicht jedoch schnell mal bei ausgedehnteren Gaming- oder Surf-Sessions. Es ist also letzten Endes nicht so schlimm, wie es aufgrund des Zahlenvergleichs evtl. aussieht, aber in der einen oder anderen Situation fällt es doch negativ auf.
Mängel an der Verarbeitung fallen zunächst keine ins Auge. Bei ganz genauer Betrachtung ist die Display-Einfassung vom Spaltmass her nicht ganz gleichmässig. Bei dem Testgerät ist der Spalt rechts vom Display etwas grösser als links. Die Hardwaretasten sitzen hingegen bombenfest - auch nach einiger Zeit in Benutzung gibt es hier noch keine Probleme.
Betriebssystem und UI:
Wer bisher schon ein Windows Phone sein Eigen nannte, wird auf den ersten Blick den neuen Startbildschirm bemerken, der jetzt eine zusätzliche Variante mit kleineren Live-Tiles bietet. Manche bereits für das neue System angepasste Anwendungen ermöglichen jetzt auch doppelt breite Tiles zu erstellen, wie das bisher den systemeigenen Anwendungen vorbehalten war. Um die nächste Neuerung zu finden, muss man dann hingegen schon etwas suchen.
Das nächste, was man dann bemerken wird, ist die deutlich höhere Geschwindigkeit, mit der das Lumia 920 im Vergleich zu Windows Phone 7 Geräten zur Sache geht. Systemanwendungen waren zwar immer schnell, hier gibt es jedoch auch über Drittanbieter-Anwendungen kaum mehr etwas zu meckern. Das liegt einerseits natürlich am leistungsstarken Prozessor, gerade was die Startzeiten betrifft, hat Microsoft jedoch noch einen Trick im Ärmel. Die in Bytecode (MSIL) vorliegenden Anwendungen werden jetzt nämlich nicht mehr bei jedem Start in ausführbare Maschinensprache übersetzt, sondern dies wird grossteils schon von Microsoft in der Cloud erledigt.
Bezüglich des Oberflächendesigns hat sich abseits des Startscreens wenig getan. Die Anzahl der verfügbaren Akzentfarben hat sich zwar verdoppelt, die meisten Neuzugänge sind nicht besonders leuchtend. Insbesondere wer von einem gelben Lumia mit gelben Tiles träumt, wird wohl enttäuscht sein. Das definierte Gelb tendiert nämlich ins Ockerbraune - eine Tatsache, die nicht dem Display geschuldet ist, sondern wohl eher der Lesbarkeit von entsprechend gefärbten Tiles.
So dünn also die oberflächlichen Änderungen ausgefallen sind, unter der Oberfläche hat sich einiges getan und das wird in der täglichen Arbeit immer wieder im positiven Sinne deutlich. Doch nicht alles ist eitel Sonnenschein. Die Release Version von Windows Phone 8 wird bis zum ersten Update von einer Reboot-Problematik geplagt. In unseren Tests kam es in etwa alle drei Tage zu einem ungewollten Neustart, einzelne Ausreisser mit drei Neustarts am Tag kamen jedoch auch vor.
Display:
Das Display ist definitiv eines der Highlights des Lumia 920. Farben werden exakt dargestellt, auch bewegter Text bleibt gestochen scharf und im Verlauf unseres Tests ist uns kein Lichtverhältnis begegnet, in dem die Helligkeit nicht für eine gute Lesbarkeit ausgereicht hätte. Die Farbsättigung von AMOLED Displays mit ihren knalligen Farben wird allerdings nicht ganz erreicht und auch bei schwarzen Bildflächen schleicht sich ein leichtes grau ein. Bei den höchsten Helligkeitsstufen wird es dann schon deutlich grau und auch andere Farben verblassen etwas. Problematisch ist das jedoch kaum, schliesslich erlebt man diese Helligkeitsstufen fast nur in strahlendem Sonnenschein wo andere Displays mit der generellen Lesbarkeit zu kämpfen haben. Die Helligkeit manuell auf hoch zu stellen, führt in einem abgedunkelten Raum relativ rasch zu schmerzenden Augen. Auch sonst spricht wenig gegen die automatische Einstellung. Fehlgriffe, die zu einem zu hellen oder zu dunklen Bild führen, sind selten. Auch die Blickwinkelstabilität ist sehr gut. Unter extremen Blickwinkeln werden die Farben dunkler, negativ-Effekte, wie man sie von manchem Notebook-Display kennt, treten jedoch nicht auf.
Weiterhin dürfte das Display eine fettabweisende Beschichtung aufweisen. Fingerabdrücke stellen auf dem Display kaum ein Problem dar. Aber auch an Leute, die ihr Smartphone gänzlich fettfrei halten wollen oder, was wahrscheinlicher ist, im Winter keine kalten Finger bekommen möchten, hat Nokia gedacht. Mit Super-Sensitive-Touch ist das Display in der Lage, Touch-Eingaben auch durch normale Handschuhe hindurch zu erkenen. Aber auch eine Bedienung mit dem Autoschlüssel oder den Fingernägeln ist möglich. Dabei fällt auf, dass die ersten paar Berührungen mit einem Handschuh nicht registriert werden, dann hat das Gerät sich jedoch darauf eingestellt und die Genauigkeit lässt kaum zu wünschen übrig. Es lassen sich durchaus auch SMS schreiben. Zieht man die Handschuhe aus ist wieder für 2 - 3 Berührungen eine Adaption nötig. Insgesamt geht es jedenfalls schnell genug, sodass kein Anruf verpasst wird.
Verbindungen und Sprachqualität:
Das Lumia 920 bringt zumindest hardwareseitig fast alles mit, was es heutzutage an Funkverbindungen zu beherschen gilt. GSM und Edge sowie UMTS mit HSPA+ bis 42 MBit/s sind verbaut, aber auch ein LTE-Modul, das alle momentan in Europa verbreiteten Frequenzbänder unterstützt, ist an Bord. Allerdings ist die LTE-Funktion momentan noch in einigen Länderversionen und mit Brandings verschiedener Provider deaktiviert.
Auch im WLAN gibt das Lumia 920 sich kommunikativ und beherscht die Standards 802.11 a/b/g/n und ist damit sowohl im 2.4 GHz wie auch im 5 GHz Band aktiv. Vervollständigt wird die Ausstattung durch Bluetooth 3.0 und NFC. Dank des erweiterten Bluetooth-Stacks von Windows Phone 8 ist damit jetzt auch der Versand und Empfang von Bildern, Musik, Videos und der meisten Office-Formate möglich (PDFs sind hier die Ausnahme). NFC ist hingegen momentan noch eher ein nettes Gimmick. Hält man zum Beispiel ein Nokia Luna Bluetooth Headset an das Lumia 920, wird dieses automatisch gekoppelt. Die übliche Variante mit Gerätesuche und PIN-Eingabe entfällt also. In gewissem Ausmass ist auch die Kommunikation mit Android-Geräten möglich. So lassen sich per NFC z.B. Kontaktdaten oder aus dem Browser heraus Web-Adressen austauschen. Der Versuch, eine Dateiübertragung per NFC zu initiieren, klappt jedoch nur mit anderen Windows Phones.
In Zukunft soll es möglich sein, per NFC zu bezahlen, sofern die SIM-Karte des Providers dies unterstützt. Heute schon möglich ist hingegen, Apps beim Kontakt mit bestimmten NFC-Tags zu starten. Eine Fähigkeit, die vielen jedoch abgehen dürfte, ist es, per NFC bestimmte Profile zu aktivieren. Dies dürfte daran liegen, dass Windows Phone 8 auch in seiner jüngsten Ausgabe noch keine Profile kennt.
Der Empfang war durchgängig gut. Das Lumia 920 schaffte es regelmässig noch eine Verbindung aufzubauen, wo im gleichen Netz ein Samsung Galaxy S 2 und ein HTC Titan schon kein Netz mehr hatten. Die Gegenstelle war auch immer laut und deutlich verständlich. Im Freisprechbetrieb war die Verständlichkeit ebenfalls gegeben, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau wie über die Hörmuschel. Auch von der Gegenseite waren keine Beschwerden zur Sprachqualität zu hören.
Kamera und Video:
Die Kamera dürfte wohl das am meisten diskutierte Feature des Lumia 920 sein. Die Kontroverse begann damit, dass Nokia die mit dem 41 Megapixel Sensor des PureView 808 eingeführte Marke PureView auch für die Kamera des 920 nutzt. Der Trick zur Verbesserung der Bilder besteht hier jedoch nicht in Oversampling, sondern in einer mechanischen Bildstabilisierung, wie sie sonst bisher nur in grösseren Kameras zum Einsatz kommt. Diese ermöglicht einerseits längere Belichtungszeiten, was bei Fotos vor allem Nachtaufnahmen zugute kommt, andererseits wirken Videos deutlich ruhiger. Ein Demonstrationsvideo der Technologie war jedoch mit einem Kamerawagen gefilmt wurden, was ziemliche Zweifel daran nach sich zog.





In zahllosen weiteren Tests in Folge brachte die Bildstabilisierung jedoch den Beweis ihrer Sinnhaftigkeit und auch in unseren Tests wusste sie zu überzeugen. Insbesondere Nachtaufnahmen stellen alles, was die aktuelle Konkurrenz zu leisten vermag, in den Schatten. Tagaufnahmen hatten jedoch regelmässig mit leichter Unschärfe zu kämpfen. Dies soll jedoch mit Nokias erstem Update, das in den USA bereits ausgerollt wurde, aus der Welt geschafft werden. Insbesondere fiel in unserem Test ein unscharfer Bereich am linken Bildrand auf. Bei entsprechender Einstellung sind auch Gegenlichtaufnahmen durchaus möglich.

Manche mögem sich jetzt fragen, wieso das Lumia 920 so eine krumme Auflösung von 8.7 Megapixel aufweist. Nokia nutzt einen Dual-Format-Sensor, um das Auflösungsvermögen der Linse je nach Bildformat voll auszunutzen. Während üblicherweise für Aufnahmen im 16:9 Format einfach Pixel am oberen und unteren Bildrand abgeschnitten werden, kompensiert Nokia dies teilweise dadurch, dass zusätzliche Pixel rechts und links des 4:3 Formats hinzugenommen werden. Die resultierenden Bilder weisen im 4:3 Format also nur 8 Megapixel auf, während es im 16:9 Format 7 Megapixel sind.
Im Hinblick auf die Grundeinstellungen der Kamera gibt es nach dem Auspacken ein paar Dinge zu beachten. Ab Werk steht das Bildformat auf 16:9 und das Videoformat auf 720p. Wer also die volle Auflösung ausnutzen möchte, sollte dies wohl am besten zuerst einmal korrigieren. Ein weiterer Punkt ist das Fokushilfslicht im Foto-Modus. Dieses löst sichtbar auch dann aus, wenn der Blitz deaktiviert ist. Es dient dazu, vor dem dann ohne Blitz belichteten Foto korrekt scharf zu stellen. Ohne diese Hilfe gelingen zumindest Nahaufnahmen des Nachts dann doch schlechter.
Die Frontkamera ist für die primäre Aufgabe solcher Kameras, die Videotelefonie oder schnelle Selbstportraits, sicher ausreichend. Das Bildrauschen ist jedoch deutlich erkennbar. Videoaufnahmen sind mit 720p möglich.
Audio:
Insgesamt ist die Audioqualität des Lumia 920 als gut zu bewerten. Das beiliegende Headset hat einen relativ guten Klang, auch wenn es bezüglich Klarheit der Höhen nicht immer punkten kann. Mit den beiliegenden Ohrteilen sollte es sich auch an die meisten Ohren anpassen lassen. Leider besitzt das Headset nur eine Taste, sodass zwar Start/Stop, nächster Song (doppeltippen), letzter Song (dreimal tippen) und die Spracherkennung (lang drücken) erreichbar sind, die Lautstärkeregelung ist jedoch nicht möglich. Hierbei handelt es sich jedoch um eine reine Einschränkung des Headsets. Mit einem bezüglich der Tasten besser bestückten Headset klappt die Lautstärkereglung nämlich problemlos.



Als weitere Klangverbesserungen hat Nokia einen 7-band Equalizer inkl. Voreinstellungen sowie die Dolby Headphone Technologie integriert. Während ersteres in jedem Fall zu begrüssen ist, fällt letzteres in den Bereich Geschmacksfrage. Insgesamt klingt damit alles etwas räumlicher, man entfernt sich jedoch damit auch vom Originalklang der Aufnahme.
Im Rahmen eines App-Updates lieferte Nokia zudem eine Audio-Nivellierung nach. Zumindest in unserem Test funktionierte sie jedoch nicht immer zuverlässig und senkte manchmal die Lautstärke recht weit ab.
Die Klangverbesserungen lassen sich allesamt nur beim Anschluss von Kopfhörern per Kabel nutzen, nicht jedoch via Bluetooth. Die Wiedergabe via Bluetooth zu einem Pioneer-Heimkinoverstärker klappte problemlos. Auch die Steuerung über dessen Fernbedienung wurde korrekt an das Lumia übertragen. Im Zusammenspiel mit einem billigen Clatronic Autoradio gab es jedoch Probleme. Zeitweise gibt es dort Aussetzer in der Musikübertragung. Auch dort funktioniert jedoch die Fernsteuerung. Bei einem anderen Testgerät war es hingegen umgekehrt, weshalb wohl der Fehler eher bei dem Radio zu suchen sein wird.
Die von Nokia verbauten Lautsprecher bringen einen klaren Klang hervor, wenn auch, wie es bei Smartphones die Regel darstellt, recht bassarm. Verzerrungen waren auch bei voller Lautstärke nicht zu hören. Die Platzierung an der Unterseite des Geräts ist zwar im Freisprechbetrieb praktisch, hält man es aber während eines Spiels oder Videos in der Hand muss man durchaus aufpassen, sie nicht mit der Hand zu verdecken.
Akku:
Nokia verbaut im Uniboy des Lumia 920 fix einen 2000 mAh Li-Ion-Akku. Damit schafft es das Lumia 920 dann über einen durchschnittlichen Tag, hat man Abends jedoch noch vor, auf eine Party zu gehen und dort Fotos zu schiessen, empfiehlt es sich dringend, vorher noch einmal nachzuladen. Gerade wenn man es eilig hat, empfiehlt es sich wie eh und je ein Ladekabel anzuschliessen.
Praktischer ist es allerdings mit einer Ladestation, die den Qi-Standard beherscht. Man legt das Telefon einfach darauf ab und es wird per Induktion geladen. Auch wenn es in etwa eine dreiviertel Stunde länger dauert, das Smartphone voll zu bekommen, so gewöhnt man sich relativ schnell an den Komfort den es bietet, nicht mehr das Ende das Ladekabels aus dem Kabelwust herauszusuchen, der sich in Kombination mit den Netzteilen für Laptop, usw. ohnehin schon neben der Couch tummelt. Auch das Hineinfummeln des kleinen MicroUSB-Steckers entfällt.
Generell scheint das Display des Lumia 920 ein grosser Stromfresser zu sein. Bei laufender Navigation mit Navigon entlud es sich langsam trotz Anschluss an ein 1 Ampere Ladegerät. Auch mit Nokia Drive war dieser Effekt zu beobachten, wenngleich dort die Entladung langsamer vonstatten ging. Auch mit einer ausgedehnten Spielesession ist es durchaus möglich, das Lumia 920 schon unter Tags zur Aufgabe zu bewegen.
Bei erhöhtem Traffic-Aufkommen über die Mobilfunkverbindung, aber auch in geringerem Masse bei Belastung des Prozessors, kommt es zu einer relativ starken Erwärmung an der oberen Rückseite. Nach längerer Zeit wird es sogar regelrecht heiss. Einen Zusammenhang zwischen dieser Erwärmung und den früher schon erwähnten Reboots liess sich jedoch nicht feststellen.
Änderungen durch das erste Update:
Zum Abschluss unseres Langzeittests haben wir noch das momentan im Rollout befindliche erste Update unter die Lupe genommen. Dieses bringt einerseits die neuere System-Version Portico mit, andererseits jedoch auch Verbesserungen an der Kamera-Software. Insbesondere die Bildunschärfen bei Tageslichtfotos treten nicht mehr auf. Die Akkulaufzeit ist ähnlich zu vorher, solange man nicht von der Möglichkeit Gebrauch macht, WLAN permanent aktiviert zu lassen. Bei permanent aktivem WLAN ist zumindest unser Testgerät merklich hungriger.
Fazit:
Das Lumia 920 hat einiges an spannenden Neuerungen an Bord, die Probleme angehen, die wohl tatsächlich die meisten schon einmal selbst erlebt haben (Bedienung mit Handschuhen, Bilder bei Nacht). Mithin für Herstellerzugaben eher eine Seltenheit. Auch für die nächsten Jahre ist das Lumia 920 mit LTE Support gut vorbereitet. Von kleineren Kinderkrankheiten abgesehen, sind die grössten Schwächen aber wohl die Akkulaufzeit und das doch merklich höhere Gewicht.
Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch, dass Microsoft bei Windows Phone 8 einiges an Potential verschenkt hat. Nokia holt mit seiner Hardware aber sicher das Beste aus dem System heraus und wie auch Portico zeigt, arbeitet Microsoft weiterhin an Verbesserungen.
Der Preis ist auch aufgrund der schlechten Verfügbarkeit nach wie vor relativ hoch und auch direkt via Amazon ist es bis heute nicht verfügbar. Wer ohne Nokias Neuerungen auskommt, der ist sicher auch mit dem Samsung Ativ S oder dem Windows Phone 8X von HTC gut bedient. Wer sich jedoch nicht am höheren Gewicht stört, dem kann das Lumia 920 wärmstens empfohlen werden.
| Wertung | Nokia Lumia 920 |
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| Negativ |
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weiterführende Links:
Kaufen: Preise und Verfügbarkeit
Zubehör: Taschen, Cases und Schutzhüllen
Kamera: Fotoqualität
Update: neuste Änderungen und Verbesserungen
Gerätedatenbank: Nokia Lumia 920













Systemmitteilung