
Mit Windows 8 wurde die Entwicklung von Tablet PCs mit Microsofts Betriebssystem erstmals so richtig angekurbelt. Gab es früher hauptsächlich teure Business Geräte, die vom Grundkonzept alle recht ähnlich waren, so gibt es jetzt eine ganze Reihe neuer, innovativer Ansätze. Vom günstigen Atom-Gerät bis zum Leistungsstarken i7 mit 8 GB Arbeitsspeicher ist alles dabei. Es gibt Geräte, bei denen man die Tastatur abnehmen, umklappen, aufschieben oder drehen kann.
Aus all diesen Konzepten ragt allerdings ein Gerät heraus, das etwas ganz neues bieten soll: Das Razer Edge Pro, welches ursprünglich als Projekt Fiona entwickelt wurde (wir berichteten). Dieses Gerät hat einen klar definierten Haupteinsatzzweck, nämlich Spiele. Gemeint sind damit aber nicht die Spiele, welche man im Windows Store findet, diese Apps lassen sich auf den meisten anderen Tablets auch spielen, sondern aktuelle PC Titel. Ein solches Gerät benötigt natürlich auch eine deutlich andere Ausstattung, als das was man normalerweise in Tablets findet. Das Gerät hat einen 10.1 Zoll Bildschirm der mit 1366x768 Pixeln auflöst und damit voll kompatibel mit Windows 8 ist. Das mag manchen wenig erscheinen, ist aber sinnvoll, da eine höhere Auflösung beim Spielen auch mehr Leistung braucht. In dieses kleine Gehäuse baut Razer einen Intel Core i7 Dualcore Prozessor ein, der mit 1.9 GHz getaktet ist und auf 8 GB RAM zurückgreifen kann. Seine Daten speichert man wahlweise auf einer 128 oder 256 GB grossen SSD. Mit an Bord sind natürlich auch WLAN, Bluetooth, USB 3.0 und eine 2 MP Frontkamera.
Eine solche Ausstattung findet man sonst erst in grösseren 13 Zoll Geräten mit fest verbundener Tastatur, wie dem Lenovo Yoga 13. Um aber wirklich PC Spiele spielen zu können, reicht auch die Grafikeinheit der aktuellen Core-i Prozessoren, die HD 4000, nicht aus, obwohl ihre Leistung schon deutlich über der ihrer Vorgänger liegt. Razer baut daher zusätzlich eine NVIDIA Geforce GT 640 LE Grafikkarte ein. Diese Karte ist zwar schon ca. ein Jahr alt, übertrifft aber die Leistung der HD 4000 um ein Vielfaches.
Doch nicht nur die Leistung ist wichtig um aktuelle PC Spiele unterwegs spielen zu können, man muss sie auch steuern können. Dazu hat sich Razer ebenfalls etwas neues einfallen lassen: Als Zubehör kann man eine spezielle Spielesteuerung kaufen. Diese besteht aus einer Tablethalterung, die rechts und links je eine Art Griff hat, an welchem Knöpfe sowie je ein Analogstick, wie man ihn von Gamepads kennt, angebracht sind. Die Steuerung entspricht damit der eines Gamepads und ähnelt etwas dem Tabletcontroller von Nintendos aktueller Wii U.Aber nicht für alle Spiele eignet sich eine solche Steuerung und man möchte ja vielleicht sein Tablet auch mal für andere Zwecke nutzen. Deswegen bietet Razer auch noch ein Tastaturdock an, welches auch als Schutzhülle dient.
Doch das ist noch lange nicht alles: Wer gerne mal im Wohnzimmer mit Freunden am Fernseher zocken möchte, kann dafür die Dockingstation benutzen. Diese bietet neben der obligatorischen Stromversorgung noch drei USB Ports, einen HDMI-Anschluss sowie Sound Ein- und Ausgänge. Damit lässt sich das Tablet dann zum Beispiel an einen Fernseher anschliessen und mit Gamepads ausstatten.
Wer schon mal mit seinem Laptop unterwegs gespielt hat, der wird das Problem kennen: der Akku hält natürlich nicht sehr lange, wenn man wirklich Rechenleistung fordert. Bei einem Tablet verschärft sich das Problem natürlich noch, weil kein Platz für einen grossen Akku vorhanden ist. Razer hat sich dazu was Besonderes einfallen lassen: Sowohl die Spielesteuerung als auch das Tastaturdock haben hinter demTablet ein Fach für einen Zusatzakku, der die Laufzeit beim Spielen um immerhin zwei Stunden verlängern soll.
Ein solcher Leistungsumfang hat natürlich seinen Preis. Das Gerät ist zwar noch nicht erschienen, kann aber in den USA bereits vorbestellt werden und kostet dort 1299.99 USD. Dafür erhält man aber lediglich das Tablet ohne das erwähnte Zubehör. Der Gamepad-Controller schlägt mit weiteren 249.99 USD zu buche, die Tastatur mit 199.99 USD und die Docking Station mit 99.99 USD. Wer die Laufzeit verlängern will, muss dafür zusätzlich 49.99 USD ausgeben. Ein zusätzliches Netzteil, um zum Beispiel die Dockingstation dauerhaft mit einem Stromanschluss zu verbinden, kostet ebenfalls 49.99 USD.
Ob das Razer Edge Pro ein Erfolg wird, bleibt abzuwarten.
Der hohe Preis für Gerät und Zubehör, für die Vollausstattung muss man ca. 1900 USD ausgeben, dürfte die meisten abschrecken. Das wird verschärft dadurch, dass jene, die bereit sind, so hohe Summen für ihre Hardware auszugeben, in der Regel Wert auf gute Grafik legen, die mit einem solch kompakten Gerät natürlich nicht erreichbar ist. Dennoch bietet das Edge vor allem denjenigen, die viel unterwegs sind, die Möglichkeit mobil echte PC Spiele zu spielen, vor allem wenn eine Steckdose in der Nähe ist.
Quelle: Razer (englisch)











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